Wenn Wissen mit alltäglichem Erleben verknüpft werden kann, wird es verwertbar und damit relevant. Die Webseite www.geocaching.com war der Ausgangspunkt diesen Bildungsanspruch umzusetzen. Dort veröffentlichte GPS Koordinaten führen den mit einem Navigationsgerät ausgestatteten Nutzer an einen Ort, an dem ein Behälter versteckt ist. In diesem Behälter können sich z. B. historische Informationen zu dem Ort befinden.
In vielen Fällen ist Geocaching sicherlich vergleichbar mit einer “modernen Schnitzeljagt”, es gibt allerdings viele Caches, bei denen der Ort, an dem sie versteckt sind eine Geschichte zu erzählen hat. Sie sind mehr als das Ziel einer Schnitzeljagt. Wenn solche Orte ihre Geschichten an die FinderInnen weitergeben, dann können sie sich als educache eignen.
Verbunden mit der Idee des Educachings ist die Idee den Einsatz von Medien in Lernprozessen als embedded Media zu begreifen. In diesem Fall sind die Medien Mittel zum Zweck, sie verschwinden hinter dem Lerngegenstand und sind ein unterstützendes Mittel beim Lernen. Sie betten sich in den Lernprozess ein. Beim Educaching fungiert die Webseite geocaching und das GPS Gerät als “embedded Media”.
Der Lerngegenstand befindet sich aber in diesem Fall außerhalb der digitalen Medien. Er ist der Ort selber. Ein Educache muss jedoch aus mehr bestehen, als nur aus einem Ort. Möchte er sich in den Lernprozess integrieren, muss der Ort Fragen aufwerfen, muss die Geschichte zum Nachdenken anregen. Das Educaching selbst könnte zu einer Exkursionsform im Bildungsprozess entwickelt werden, bei dem vor- und nachgelagerte Aufgaben den Rahmen bilden.
Educaching so wie wir es entwickeln soll jedoch vor allem auch jenseits der institutionellen Bildung funktionieren und sich viel näher an das Geocaching anlehnen. D.h. eine anspruchsvolle Schnitzeljagd mit geschichtlichem oder politischem Hintergrund, wobei die Tiefe der Informationsabgabe vom Cacher selbst gewählt werden kann, in dem er/sie sich bis in einzelne Quellen hinein vertiefen kann oder einfach nur den Cache finden kann, ohne die Geschichte des Ortes verstehen zu müssen. Niemand soll für den Bildungsanspruch vereinnahmt werden.

Ansprechperson:
Guido Brombach
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