Bildung und Internettelefonie am Beispiel von Skype

Funktionen rund um Skype

Skype ist ein online Dienst, der es ermöglicht, weltweit mit anderen Nutzern kostenfrei Telefonate zu führen. Per Internet können Videotelefonate unter Skype-Kunden oder auch kostenpflichtige Anrufe in das Fest- oder Mobilfunknetz der ganzen Welt getätigt werden. Das Unternehmen Ebay kaufte im Jahr 2005 Skype im Wert von 3,1 Milliarden US-Dollar.

Das Herunterladen der kostenlosen VoIP-Software („Voice-over-IP“) führt zu Erstellung eines Nutzerkontos. Dies ist erforderlich, um weitere Skype-Kontakte zu finden und telefonisch oder per Textnachricht zu kontaktieren.
Es können sowohl Sofortnachrichten im Chat in Echtzeit geschrieben, als auch Sprachnachrichten in Form einer Voicemail hinterlassen werden. Gegen Gebühren können ebenso SMS verschickt, Online-Nummern festgelegt und Anrufe weitergeleitet werden.

Nachteilig ist sicherlich, dass ausschließlich unter Skype-Kunden im Internet telefoniert werden kann. Hier wird ersichtlich, dass man mit der Nutzung also an das kommerzielle Unternehmen Skype gebunden ist. Skype hält sich dabei an sein properietäres Protokoll, was bedeutet, dass Skype als ClosedSource-Software angeboten wird.

Der OpenSource-Dienst QuteCom bietet hingegen eine freie Software an, die ähnliche Funktionen wie Skype, zum Beispiel das kostenlose Telefonieren über VoIP, beinhaltet. Im Gegensatz zu Skype steuert QuteCom die VoIP-Sitzung über SIP. SIP heißt “Session Initiation Protocol” und ist ein offener Standard. Dies bedeutet, dass QuteCom von verschiedenen Anbietern und Anschlüssen (wenn sie den SIP-Standard unterstützen bzw. Internetzugang haben) genutzt werden kann. Weiterhin ist QuteCom besser gegen Hackerangriffe und Überbelastung geschützt, da weltweit mehrere SIP-Server arbeiten, wohingegen Skype einen zentralen Server benutzt.

Bei der Nutzung von VoIP-Software in der Bildungsarbeit sollten folgende Aspekte beachtet werden, um ein möglichst unproblemtiaschen Ablauf zu gewährleisten.

Mit Skype Konferenzgespräche durchführen

 

Skype ermöglicht Konferenzgespräche, die auch als Videogespräch in einer Beta-Version mit bis zu 10 Personen kostenlos durchgeführt werden können.
Viele Extras, die überwiegend als Freeware angeboten werden, erlauben eine abwechslungsreiche Gestaltung der Gespräche und Profile. Weiterhin können unterschiedliche Animationen und Avatare vom Nutzer erstellt werden.
Bei diesen Extras ist jedoch Vorsicht geboten, da sich hinter einigen Plug-Ins Kosten oder fehlerhafte Software verbergen.

Kollaboratives Arbeiten

Skype bringt nicht nur privates und geschäftliches Nutzen mit sich, sondern kann auch im Bildungsbereich effizienten Einsatz finden. Für das gemeinsame, kollaborative Arbeiten vor, während und nach Seminaren bietet sich eine nähere Beschäftigung mit den Funktionen und Extras von Skype an.
Während einer Videokonferenz oder eines Telefonates kann der eigene Bildschirm freigegeben werden. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit den Gesprächspartnern Bilder, Internetseiten, Power-Point-Präsentationen, Dokumente usw. zu zeigen. Diese können mit „Schnappschüssen“ abfotografiert und auf der lokalen Festplatte abgespeichert werden.

Zudem bietet Skype eine Vielzahl an Freeware-Programmen an, um kollaborativ zu arbeiten. Hierzu zählen beispielsweise das „WhiteBoardMeeting.

Qualität und Extras

Finden Skype-Telefonate im Seminar Einsatz, kann man diese mit dem „Pamela Call Recorder“ aufzeichnen. Dies bietet sich an, um bestimmte Inhalte eines Gespräches im Nachhinein aufzuarbeiten und zu interpretieren.
Ähnlich wie das aufgeführte Plug-In haben auch andere Extras den Hinweis aufgeführt, dass die Software „Skype certified“ ist. Dies zeigt dem Kunden auf, dass Skype das Programm getestet und zertifiziert hat, um dadurch den qualitativen Wert zu bestätigen.
Als zusätzliche Funktion bietet Skype ein Plug-In an, um sich mit dem Internet zu verbinden, wenn beispielsweise keine anderen Verbindungsmöglichkeiten vorhanden sind.
Mit dem Skype-Manager können zusätzlich verschiedene Konten erstellt und mit Guthaben versehen werden. Beim Einsatz von Skype während der Seminararbeit kann die Nutzung der verschiedenen Konten durch den Skype-Manager kontrolliert werden.

Insgesamt betrachtet bietet sich der Einsatz von Skype in der Seminararbeit vor allem an um vor bzw. nach den Präsenzveranstaltungen Inhalte mit der Gruppe zu besprechen und zu diskutieren.
Während eines Seminars ist es sinnvoll, Skype zu nutzen, um beispielsweise telefonische Interviews ins Ausland zu führen, diese aufzuzeichnen und im Plenum zu erörtern und auch einen Experten per Telefon in das Seminar zu “schalten”, dem die Teilnehmenden dann ihre Fragen stellen können.

Praxisbeispiele

Ein weitere Möglichkeit Skype in der Bildungsarbeit zu nutzen, zeigt die religionspädagogische Plattform “rpi-virtuell” auf. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Religionsunterricht in den Schulen mit digitalen Medien zu verbinden. Hierfür entwickeln sie verschiedene Unterrichtsprojekte, Supportangebote und LehrerInnenfortbildungen. Über die Webseite sind Erfahrungsberichte seitens der Lehrkräfte und SchülerInnen zu lesen, in denen sie über den Einsatz von Skype im Unterricht berichten. Hilfreiche Tipps, Anregungen und Howto´s zum Einsatz von Skype in der Bildung, sowie zur Integration von Interaktiven Whiteboards während der Skypekonferenz sind interessante Praxistipps auch für die Nutzung in Seminaren der politischen Bildung.

Während eines Seminars haben wir auch schon mittels einer sicheren Verbindung einen Experten aus China zur dortigen Internetzensur befragt. Im Vorhinein hatten die Teilnehmenden die Aufgabe Interviewfragen zu entwickeln, die dann dem Experten gestellt wurden. Er konnte uns während des Telefonats ein paar beeindruckende Beispiele präsentieren, wie weit die Internetzensur in diesem Land geht. Während des eineinhalbstündigen Telefonats ist es auch zu einer lebhaften Diskussion gekommen. Das machten spezielle Boxen möglich, die auch als Mikrofon fungierten, somit entfiel das Mikro, das man durch die Seminargruppe reichen mußte. Dieser Experte konnte aus seinem Alltag vor Ort berichten, das wäre ohne diese Technologie nicht möglich gewesen.

Skype hat nicht nur während, sondern auch nach einem Seminar der politischen Bildung bereits sinnvollen Einsatz gefunden. Dadurch, dass Skype hinsichtlich der Internettelefonie ein weit verbreiteter Dienst geworden ist und ihn viele Teilnehmer verwenden oder zumindest kennen, ist es in der Seminar-Nachbereitung meist kein Problem dieses Angebot zu nutzen.
Die Teilnehmer hatten in einer Veranstaltung zum Thema “Sicherheit im Internet” die Aufgabe, bestimmte Dienste und Sicherheitseinstellungen zu Hause auszuprobieren bzw. zu prüfen. Vorher wurde ein Termin verabredet, an welchem die Konferenz über Skype statt finden sollte. Obwohl einige Teilnehmer zunächst Schwierigkeiten mit den Mikrofon- und Lautsprechereinstellungen hatten, konnten wir uns nach kurzer Zeit problemlos miteinander austauschen. Durch die ortsunabhängige Verfügbarkeit lässt sich Skype flexibel in den Arbeitsalltag integrieren und über die räumliche Begrenzung des Seminarraums hinaus nutzen. Es gelang uns mit 5 Teilnehmern des Seminars gleichzeitig eine Diskussion zu führen. Hierbei stellt das Telefonieren über das Internet eine barrierefreie Methode dar; d.h. viele Teilnehmer finden es angenehmer und einfacherer eine Thematik zu besprechen, als sie hingegen in eine textbasierte Form zu bringen.
Skype bietet eine innovative Möglichkeit die politische Bildungsarbeit außerhalb des Seminarraums weiter zu führen und zu intensivieren.


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