ein gemeinsames Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung und des DGB Bildungswerks
Lernen mit digitalem Zeitstrahl – Teil II
Vorstellung diverser Werkzeuge
Im nachfolgenden Text sollen einige Werkzeuge vorgestellt werden. Viele dieser Dienste finanzieren sich über Werbung und über Premiumangebote und sind daher nur begrenzt kostenlos. Es wurde versucht einen ausgewogenen Mix an unterschiedlichen Diensten in diesem Bereich auszuwählen, sollten sie ein Tool vermissen, freuen wir uns auf ihren Hinweis in den Kommentaren.
Dipity
- Anlegen von Einzelevents, auch mit Foto oder Videoverweis möglich, so wird die Zeitleiste sehr individuell
- Automatisiertes hinzufügen von Event durch Integration von z.B. Flickr, Twitter, Friendfeed, Last.fm, Youtube, Vimeo, etc. möglich
- Die Zeitleiste läßt sich sehr einfach in andere Webseiten integrieren. Es ist sogar möglich die Ansicht (Liste, Zeitstrahl, Flipbook) auszuwählen, ebenso wie die Größe des erscheinenden Fensters auf der Webseite und der Rahmenfarbe
- Werbung im Kostenlos-Account, allerdings nicht, wenn es eingebettet wird
- Einbindung von Text, Bild und Video möglich
- Die Benutzung ist nicht immer intuitiv
Hier ein Beispiel, das für ein Seminar entwickelt wurde. Die Aufgabe war, die zentralen Ereignisse aus dem Informationsstrom zu filtern und anschließend im Seminar vorzustellen:
In der Kritik wurde deutlich, dass das die Animation mit der Maus schlecht zu bedienen sei. Mit Dipity kann man die Ergebnisse aber auch standardmäßig in einer Liste darstellen:
Timetoast
- der Dienst beinhaltet viel Werbung
- Es gibt eine Möglichkeit, die Zeitleiste mit Facebook zu verknüpfen
- Es ist möglich Events nicht nur als punktuelles Ereignis anzulegen, sondern die Dauer durch die Darstellung zum ausdruck zu bringen
- Die Formatierungsmöglichkeiten für manuell angelegte Event ist eingeschränkt, so ist es nicht möglich, zwei Bilder für ein Event einzustellen, ebenso können Schriftgröße und Farbe nicht definiert werden
- Das Anlegen von RSS gesteuerten Events ist nicht möglich. Somit ist auch die automatisierte Aktualisierung von Timelines nicht möglich
- Die interaktive Zeitleiste kann auch als Liste angezeigt werden
- Sehr einfacher Dienst, die dem Nutzer sehr eingeschränkte Möglichkeiten einräumt. Timetoast eignet sich deshalb nur für Timelines, die aus einer überschaubaren Anzahl von Events bestehen.
- Es werden immer nur 3 Events angezeigt, alle anderen sind nur als Punkte zu erkennen, dadurch ist die Darstellung sehr unübersichtlich
Und so siehts aus:
xTimeline
- Kann automatisiert Ereignisse in der Timeline fortschreiben, in dem dynamische RSS-Feed verwand werden
- Das Einbinden von Videos ist nicht möglich
- Es können Zeiträume für Events formuliert werden
- Man kann die Events alle als csv Datei downloaden, um sie am eigenen Rechner mit Excel, Calc o.ä. aufzubereiten
- Events können mit Schlüsselworten versehen werden, um so Events innerhalb einer Zeitleiste zusammenzufassen
- Ereignisse können per Link mit Webseiten verknüpft werden
- Die Timeline kann auch als Liste dargestellt werden
Hier ein Beispiel. Da das Einbetten auf dieser Webseite nicht funktioniert hat, konnte nur verlinkt werden. Es ist natürlich schöner, wenn das Tool auf der eigenen Webseite zu finden ist.
TimeGlider
- Twittersuchen und Flickr-Accounts können automatisiert mit der Timeline verknüpft werden
- Das Einbinden von Videos ist nicht möglich
- Es können Zeiträume für Events definiert werden
- Man kann einzelne Events manuell anlegen
- Events können mit Schlüsselworten versehen werden, um sie so innerhalb einer Zeitleiste aggregieren zu können
- Ein Event kann priorisiert werden
- Es können öffentliche und private Zeitleisten erstellt werden
- Die Zeitleisten können eingebettet werden
- Schriftfarbe und Hintergrund können geändert werden
- Einbindung von Wikipediaartikeln auf der Basis des Datums der History-by-Year Pages. Wie z.B. hier (geht nur für die englischsprachige Wikipedia)
- Beim Anlegen eigener Events kann man nur ein Bild integrieren
- Keine offensichtliche Werbung
Beispiel der Visualisierung der Ereignisse zum 2. Weltkrieg:
Update nach einem Hinweis von Ivo
Tiki-Toki
- Das automatisierte Einbinden von Ereignissen (RSS-Feeds) ist nicht möglich
- Das Einbinden von Videos ist möglich, Youtube-Videos werden automatisch am Link erkannt und mit einem Vorschaubild versehen
- Es können Zeiträume für Events definiert werden
- Man kann einzelne Events manuell anlegen
- Events können mit Kategorien versehen werden, um sie so innerhalb einer Zeitleiste sortieren zu können
- Für die Zeitleiste kann ein Hintergrundbild ausgewählt werden, das wertet die Ansicht des Zeitstrahls auf
- Sehr gute und einfache Benutzerführung
- Für 5 $ können Zeitleisten auch auf anderen Webseiten eingebettet werden
- Keine offensichtliche Werbung
Da sich die Zeitleiste nicht einbinden lässt sei an dieser Stelle auf ein Beispiel verwiesen, in dem ausgewählte libyschen Ereignisse zwischen dem 16.2.11 und dem 03.03.11 nachzuvollziehen sind
Zusammenfassung
Alles in Allem geben Dipity und Timeglider eine gute Figur ab. Die schönste und übersichtlichste Darstellung bietet Tiki-Toki, dafür ist der Dienst aber auch vergleichsweise teuer. Die anderen 3 Dienste können bestenfalls in der Funktionalität Teilmengen der beiden favorisierten Dienste erbringen.
Wenn sie Erfahrungen mit anderen Tools in diesem Zusammenhang gemacht haben oder aber von ihren eigenen Erfahrungen berichten wollen, kommentieren sie bitten diesen Artikel.
Teil I beschäftigte sich mit Einsatzmöglichkeiten digitaler Zeitleisten in der politischen Bildung.
| Dieser Artikel steht unter der CC-by-Lizenz (mehr dazu). Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: CC-by-Lizenz, Autor: Guido Brombach für pb21.de. |
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Guido Brombach am 18. März 2011 um 10:00 veröffentlicht und unter Dienste & Werkzeuge, Sonstiges abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |
- Lernen mit digitalem Zeitstrahl – Teil I
- Vorgestellt: Web 2.0 in der politischen Bildung | Schulgeschichte(n)
- Digitale Zeitleisten | Web-Tools für den Geschichtsunterricht | Historisch denken | Geschichte machen
- Geo&Ges » Digitale Zeitleisten | Web-Tools für den Geschichtsunterricht
- Sieben Werkzeuge des Web 2.0 im Politikunterricht



vor 1 Jahr
Vielen Dank für diese tolle Zusammenstellung. Auf dieser Grundlage haben meine Studierenden für das Seminarblog ein Zeitstrahltool ausgewählt und genutzt.
Das Ergebnis ist hier zu sehen: http://blogs.epb.uni-hamburg.de/nmapb/2011/11/13/protokoll-zum-02-11-2011-thies-cansu/
Vielen Dank!
vor 12 Monaten
Ich habe mit einer 8. Klasse im Chemieunterricht ein kleines Projekt durchgeführt. Wir haben die Umgebung der Schule (vor allem die autofreie Werkssiedlung, die für das Stickstoffwerk in direkter Nachbarschaft gebaut wurde) in einer Geocaching-Tour erkundet. Die Schüler haben einen Eindruck erhalten, wie sich der Bau des Stickstoffwerkes auf die Entwicklung des Dorfes Piesteritz auswirkte. Mit diesem Hintergrundwissen haben die Schüler in Gruppen weiterrecherchiert und eine Chronik des Dorfes Piesteritz (ein Teil von Lutherstadt Wittenberg) und des Chemiestandortes erstellt. Ich habe als Tool Facebook gewählt (nachdem ich die oben erwähnten gesichtet hatte), da man ja mit der neuen Chronik ganz einfach einen digitalen Zeitstrahl erstellen kann und die Schüler großteils schon sehr vertraut mit dem Medium sind. Es entfällt also viel Zeit für die Einarbeitung in das Tool. Außerdem kann Facebook die Zusammenarbeit zwischen den Schülern erleichtern, da sie so auch zuhause gemeinsam daran arbeiten können, auch wenn sie 30km entfernt von einander wohnen. Es ermöglicht dem Lehrer, Kontakt mit dem Schüler aufzunehmen und die Schüler können so ihre Arbeit nicht nur untereinander präsentieren, sondern haben gleich eine gewisse öffentliche Außenwirkung.
vor 12 Monaten
Wo bleibt meine Medienkompetenz?
Glatt den Link für das Projekt s.o. vergessen zu posten:
http://www.facebook.com/Piesteritz
vor 12 Monaten
Sehr gelungene Chronik. Und den Link hatten sie schon im ersten Teil erwähnt, als sie eine URL nach ihrem Namen angeben sollten.