Facebook Einstellungen

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner ist nicht mehr dabei. Im Juni 2010 kündigte sie ihren Facebook-Account, weil Facebook-Manager keinerlei Zugeständnisse machten, den Datenschutz der Nutzer im Sinne der Ministerin anzupassen. Allerdings sind allein in Deutschland derzeit über 16 Millionen Menschen in dem sozialen Netzwerk angemeldet – Tendenz stark steigend (ständig aktuelle Zahlen gibt es unter http://allfacebook.de/userdata/). Wie schützt man nun seine Privatsphäre auf Facebook, ohne ganz auf Facebook zu verzichten? Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie eine kleine Schutzmauer um Ihre Online-Identität bei Facebook bauen können und worauf dabei zu achten ist.

Datenschutz und Datensicherheit

Zunächst einmal lohnt ein kurzer Blick auf unterschiedliche Begrifflichkeiten im Zusammenhang mit Facebook und Datenschutz. Grob zusammengefasst kann man sagen, dass der Begriff der Datensicherheit sich auf technischen Aspekte bezieht, vor allem auf den Schutz vor unerlaubtem Zugriff auf bestehende Datenbestände. Hierzu zählen verschlüsselte Übertragung über https (damit Dritte nicht unerlaubt den Datentransfer abhören können) , Zugangskontrollen zu Serverräumen, das Vier-Augen-Prinzip und Ähnliches mehr. Auf diese technischen Aspekte hat man als einzelne Person bei Facebook keinen Einfluss, man kann sich also nur darauf verlassen, dass die Firma Facebook die Daten einigermaßen sicher verwaltet und niemand Unbefugtes Zugriff auf die Daten erhält (lesen Sie hierzu auch einen Testbericht der Stiftung Warentest). Wichtigste Regel in diesem Zusammenhang: Wirklich intime Details sollten auf Facebook weder gepostet, noch via persönlicher Nachricht verschickt oder im Facebook-Chat besprochen werden! Als einzelne Person kann man aber festlegen, wer welche Informationen sehen sollte bzw. Zugriff auf Statusmeldungen, Fotos und religiöse Ansichten haben sollte.

Ich sehe was, was Du nicht siehst – Privatsphäre-Einstellungen

Link zur Privatsphäre-Einstellung auf Facebook

Der Link zu den Privatsphäre-Einstellung auf Facebook ist leicht zu finden.

So sehr kompliziert, wie manchmal behauptet, sind die Einstellungen zur eigenen Privatsphäre auf Facebook gar nicht. Allerdings ändern sie sich recht häufig, und wenn Facebook neue Features veröffentlicht, muss man ggf. die eigenen Einstellungen wieder neu anpassen. (Als Facebook bspw. die Möglichkeit einführte, den Aufenthaltsort von anderen Personen auf Facebook zu veröffentlichen, war diese Funktion von Haus aus freigeschaltet – wer das nicht wollte, war im Zugzwang und musste diese Freigabe erst wieder zurücknehmen – was von vielen Menschen kritisiert wurde.)

Sie können bei den meisten Inhalten, die Sie auf Facebook einstellen, bestimmen, wer sie sehen soll. Dabei können Sie entscheiden, wem gegenüber Sie einzelne Inhalte veröffentlichen wollen: Entweder für Alle, nur gegenüber Freund/innen, nur für Kontakte von Kontakten („Freunde von Freunden”) oder benutzerdefiniert nur an bestimmte Gruppen (siehe unten).

Auch in der von Facebook empfohlenen Einstellung sind einige Bereiche, wie bspw. Ihre Statusmeldungen, Ihre Fotos und Ihre Biographie standardmäßig für alle sichtbar. Um die Einstellungen zu ändern, klicken Sie auf den Link Benutzerdefinierte Einstellungen unterhalb der Übersicht.

Facebook - Übersicht über die Privatsphäre-Einstellungen.

Facebook bietet einen raschen Überblick über die momentanen persönlichen Einstellungen zur Privatsphäre. Möchte man die Einstellungen ändern, muss man auf »Benutzerdefinierte Einstellungen« klicken.

Dinge, die ich teile und Dinge, die andere Personen teilen

Der Abschnitt „Dinge, die ich teile” erklärt sich weitestgehend von selbst. Achten Sie am Ende dieses Abschnitts auf den Link Privatsphäre-Einstellungen für bestehende Fotoalben und Videos bearbeiten. Hier können Sie festlegen, wer Ihr Urlaubsalbum sehen soll und wer nicht. Sie können hinter diesem Link also für jedes einzelne Fotoalbum (nicht Foto!) angeben, ob es Alle, nur direkte Kontakte, Kontakte von Kontakten oder speziell ausgewählte Personen (siehe unten) sehen sollen.

Interessanter ist der zweite Abschnitt: „Dinge, die andere Personen [über mich] teilen”. Hier legen Sie fest, ob Sie von anderen auf Fotos markiert werden wollen und ob Freunde an Ihre Pinnwand posten dürfen. Diese Einstellungen sind deshalb so wichtig, weil sie sich darauf beziehen, was Andere mit Ihrem Profil auf Facebook anstellen können. (Exkurs: Ich persönlich bin in diesem Bereich relativ restriktiv: niemand darf an meine Pinnwand posten und niemand außer mir darf angeben, an welchem Ort ich mich befinde.)

Facebook: Andere über mich

Was andere über einen auf Facebook sagen, kann man in bestimmten Fällen beeinflussen.

Benutzerdefinierte Listen – Einstellungen mit chirurgischer Präzision

Facebook Listen

Facebook Listen sind ein mächtiges Werkzeug, wenn man manche Inhalte nur bestimmten Personengruppen zugänglich machen will.

Wir haben bisher die Sichtbarkeit von Inhalten nur für die drei unterschiedlichen Gruppe Alle, Kontakte (“Freunde”) und Kontakte von Kontakten einstellen können. Mit der Listenfunktion von Facebook hat man die Möglichkeit, einzelne Inhalte nur für bestimmte Listen bzw. deren Mitglieder zugänglich zu machen, z.B.: die eigene Familie, Firmenkolleg/innen oder ähnliches. Dazu müssen Sie zunächst entsprechende Listen anlegen, was Sie im Bereich Freunde bearbeiten tun können. Sie gelangen über den Button „Konto” rechts oben im Facebook-Fenster dorthin.

Facebook nur für Listen

Sie können individuelle Kontakte-Listen erstellen und bestimmte Inhalte nur Mitglieder dieser Listen zugänglich machen.

Sie können jeden einzeln Kontakt („Freund/in“) zu beliebig vielen Listen hinzufügen, um eine Liste zu erstellen, klicken Sie einfach auf – Überraschung – den Button „+ Liste erstellen”, am oberen Ende der Freundesliste.

Nachdem Sie Ihre persönlichen Listen angelegt haben, können Sie wieder zurück in die Privatsphären-Einstellungen wechseln und dort bestimmte Inhalte nur für entsprechende Liste freigeben. Dazu klicken Sie – bspw. bei „Orte, die ich besuche” auf „Benutzerdefiniert” und im dann erscheinenden Fenster wählen Sie bei „Diese Personen” den Eintrag „Bestimmte Personen” aus. Im Feld darunter müssen Sie dann die ersten Buchstaben der entsprechenden Liste eintragen, ehe ein Autovervollständigen-Feld angezeigt wird. Sie können Inhalte auch mehreren Listen zugänglich machen.

Facebook: Statusupdates nicht für alle

Facebook: Statusupdates nicht für alle

Die Möglichkeiten der sog. Freundes-Listen sind sehr umfangreich, so können Sie auch einzelne Statusmeldungen nur für Mitglieder bestimmter Listen posten. Dazu klicken Sie links neben dem „Teilen“-Button auf den kleinen Pfeil und wählen Ihre Zielgruppe aus. Diese Einstellungen können Sie auch als Standardeinstellung speichern, wenn Sie den entsprechenden Haken vor dem Speichern der Einstellungen setzen.

Trojanische Pferde – Anwendungen von Drittanbietern

Facebook ist nicht zuletzt deshalb so erfolgreich geworden, weil eine Vielzahl von Drittanbietern zusätzliche Funktionen zu Facebook hinzufügen können, die sog. Apps (oder „Applikationen“ oder „Anwendungen“). Sie erlauben es, Spiele auf Facebook zu spielen (z.B. das berühmt-berüchtigte Farmville) oder sich mit dem eigenen Facebook-Konto auf anderen Seiten zu authentifizieren. Bei der Installation einer App (= die allererste Nutzung) wird zwar jede/r Nutzer/in um Erlaubnis für den Datenzugriff gefragt, aber – Hand auf’s Herz – oft klickt man zu schnell oder man möchte einige Zeit später manchen Applikationen die Erlaubnis für den Datenzugriff wieder entziehen. Die Anwendungen bzw. deren Anbieter haben dann ggf. Zugriff auf die persönliche Timeline (=alle Statusmeldungen) eines Facebook-Accounts und – je nach App – auch auf die E-Mail-Adresse des/der Inhabers/in oder die Applikation hat sogar die Erlaubnis, selbstständig Statusupdates zu posten.

Auf der Seite http://www.facebook.com/settings/?tab=applications finden Sie eine Übersicht über alle derzeit von Ihnen installierten Apps. Sie können dort nachsehen, welche Apps Sie installiert und auf welche Daten die einzelnen Apps Zugriff haben. Hinter dem Link „Einstellungen bearbeiten” können Sie einzelnen Apps ihre Berechtigungen wieder entziehen oder gleich die gesamte Anwendung entfernen.

Facebook-Anwendungen

Bereits installierte Facebook-Anwendungen können Sie leicht wieder de-installieren. Ein Klick auf das kleine Kreuzchen rechts genügt.

Wer suchet, findet – manchmal

Ein bisschen versteckt in den Einstellungen zu „Anwendungen und Webseiten” finden Sie am Ende der Liste die Einstellmöglichkeit für die Öffentliche Suche. Wenn Sie diese Einstellung aktivieren – im Normalfall ist sie das bereits – werden Sie über Google, Bing und andere öffentliche Suchmaschinen gefunden. Beachten Sie, dass es einige Zeit dauern kann, bis Sie aus dem Index von fremden Suchmaschinen gelöscht werden, nachdem Sie hier den Haken entfernt haben.

Fazit

Mit nur wenigen Klicks können Sie festlegen, wer Ihre Inhalt auf Facebook sehen soll. Wenn Sie sich die Mühe machen, Kontakte-Listen (sog. „Freundes-Listen”) anzulegen, können Sie die Zielgruppe für bestimmte Inhalte von Ihnen, z.B. einzelne Statusupdates oder bestimmte Fotoalben sehr fein dosieren. Vorsicht ist bei neuen Features von Facebook geboten: die werden schon mal von Hause aus für alle freigeschaltet und man kann als Nutzende/r erst im Nachhinein die Freigabe wieder entziehen. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig die eigenen Einstellungen zur Privatsphäre zu überprüfen und ggf. anzupassen.


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