Webschau Mai 2011

Grafik von Ralf Appelt für pb21.de unter CC BY 3.0 DE

Grafik „Webschau“ von Ralf Appelt für pb21.de unter CC BY 3.0 DE.

Die Mai-Webschau befasst sich mit der Berichterstattung zu Bin Ladens Tod.
Außerdem ist der Datendiebstahl bei Sony Thema und wir werfen einen Blick auf die Debatte zum Zensus 2011.

Lesetipps: Einschätzungen zur Bin Laden-Berichterstattung

Überdosis Nähe: Warum die Bin Laden-Geschichte eine schwarze Sternstunde des Journalismus ist. Der Artikel in der Berliner Gazette berichtet über zunehmende Distanzlosigkeit in Berichten und trägt viele Quellen zusammen. Mit der (veränderten) Rolle des Internet beschäftigen sich zwei Artikel auf zeit.de: Die Macht eines einzigen Tweets berichtet über die Verbreitung des Tweets, der als erste seriöse Quelle gilt. Der Zufall dabei zu sein, im richtigen Moment etwas mitzubekommen sei das neue Nachrichtenprinzip, so der zweite Artikel. „Die Herausforderung ist es, diese Rohdaten wahrzunehmen und richtig zu deuten.“
#binladen #internet #twitter


Kurzmeldungen

Das „GuttenPlag Wiki“ für den Grimme Online Award 2011 nominiert

Im GuttenPlag Wiki hatten mehr als 1000 freiwillige Helfer in der Doktorarbeit von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zahlreiche Plagiate entdeckt und kenntlich gemacht. Diese Leistung habe letztlich zum Rücktritt des Ministers geführt und eine gesellschaftliche Diskussion über Ethik, Moral und Verantwortung entfacht, begründete die Nominierungskommission ihre Entscheidung (Meldung auf heise.de).
#grimme #guttenplag #guttenberg #ruecktritt

Immer will Microsoft mitspielen

Microsoft hat Skype für 8,5 Milliarden Dollar gekauft, um die Technologie in ihre bestehenden Angebote einzubinden. Wenn man den Erwerb von Skype in eine Geschichte packen will, so Harald Talinger auf telepolis.de, dann ist Microsoft ein reicher Bengel, der sich immer in das Spiel der anderen einkaufen kann.
#microsoft #skype

Your iPhone is watching you

Seit Ende April gibt es viel Wirbel um die Ortungsdaten, die iPhone und iPad aufzeichnen und aus denen sich Bewegungsprofile erstellen lassen. Ein aktueller Artikel in der c’t fasst die Probleme zusammen: u.a. fehlt eine Verschlüsselung der Daten und das Abschalten des Ortungsdienstes funktioniert nicht.
#iphone #ortungsdaten

EU will Ortsdaten zur Privatsache erklären

Mobilfunk- und Internetfirmen sollen die Positionsdaten ihrer Kunden besser schützen: Die Datenschützer der EU-Mitgliedstaaten wollen nach einem Zeitungsbericht eine entsprechende Empfehlung aussprechen. Die Ortsdaten sollen genauso sensibel behandelt werden wie Name und Geburtstag (Artikel auf spiegel.de).
#ortsdaten #datenschutz

Datendiebstahl bei Sony

Das ebenfalls Ende April bekannt gewordene Datenleck in Sonys Playstation Network hat für viel Empörung gesorgt, Millionen Kundendaten sind abgegriffen worden. Die Firma selbst hat das Anonymous-Kollektiv verdächtigt, verantwortlich zu sein. Inzwischen hat Sony hat das Playstation-Netzwerk teilweise wieder zugänglich gemacht, es gibt allerdings weiterhin Zweifel an der Sicherheit (Artikel auf spiegel.de, sueddeutsche.de und zeit.de).
#sony #datendiebstahl

Facebook beauftragte PR-Unternehmen mit Anti-Google-Kampagne

Facebook hat ein PR-Unternehmen damit beauftragt, Artikel in großen Medien und Blogs zu lancieren, die Google ein Eindringen in die Privatsphäre der Nutzer unterstellen sollten. Inzwischen ist bekannt geworden, dass auch Microsoft für Anti-Google-PR bezahlt hat. (Artikel aus spreeblick.com)
#facebook #kampagne #google #microsoft

Piraten wählen die Vernunft

Der Hashtag #btp11 stand ganz oben auf der Liste der am meisten verwendeten in den letzten Tagen. Auf spiegel.de ist zu lesen: „Mit der Entscheidung für Sebastian Nerz zum neuen Bundesvorsitzenden hat sich die Partei gegen eine radikale Kursänderung ausgesprochen.“ Er stehe für eine Konzentration der Partei auf ihre Kernthemen.
#piraten #bundesparteitag


Die Zensus-Debatte

Ist die Zählung, die seit dem 9. Mai durchgeführt wird, dringend nötig für Politik und Forschung oder werden zu viele Daten erhoben? spiegel.de stellt zwei Positionen gegenüber:

Heike Wirth, Soziologin und Politikwissenschaftlerin, ist Mitglied der Zensuskommission: „Zensusdaten sind ein elementarer Bestandteil der informationellen Infrastruktur einer Gesellschaft. Bedingt durch die räumliche Mobilität in Form von Umzügen innerhalb von Deutschland wie auch Zuzügen aus dem Ausland und Fortzügen ins Ausland wird die Fortschreibung durch Geburten- und Sterberegister im Zeitverlauf immer ungenauer.“ Die bestehenden Daten würden als Entscheidungsgrundlage für staatliches Planen also nicht mehr ausreichen.

Der Informatiker Werner Hülsmann engagiert sich gegen den Zensus 2011. Der Datenschützer befürchtet, dass es zu einem Missbrauch der riesigen Informationssammlung kommen könnte. „Unsere Politiker brauchen diese Daten nicht, weil sie diese nicht für eine bessere Politik gebrauchen. Politische Fehlentscheidungen erfolgen nicht wegen fehlender oder fehlerhafter Daten, sondern wegen der falschen Bewertung vorhandener Daten und Missachtung des Bürgerwillens.“

Zum Weiterlesen: Die Bundesregierung stellt die Volkzählung hier vor, auf zensus11.de tragen die Gegner ihre Argumente zusammen.
#zensus #zensus2011


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Der Artikel (Text) auf dieser Seite steht unter der CC BY 3.0 DE Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Ute Demuth für pb21.de.
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... interessiert sich dafür, wie sich die wandelnde Mediennutzung und Kultur, Gesellschaft und Politik gegenseitig beeinflussen. Seit Ende der 90er ist sie als Freiberuflerin in der politischen Erwachsenenbildung unterwegs und arbeitet zum Beispiel für das Forum Politische Bildung des DGB Bildungswerks. Außerdem schult und berät sie Betriebs- und Personalräte zum Thema Öffentlichkeitsarbeit und zum Einsatz elektronischer Medien. Sie veröffentlicht regelmäßig zu ihren Themen.

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