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Teil I - Wie geht das, was brauche ich?

„Die Veranstaltung wird via Live-Stream übertragen“ diesen Satz kann man heutzutage oft in Programmen von Veranstaltungen oder Tagungen lesen. Aber was ist überhaupt ein Livestream? Wie funktioniert er? Und welches Equipment braucht man um einen Stream zu produzieren? Dieser Artikel soll diese Fragen beantworten und einen ersten Einblick in die Welt des Livestreamings bieten. Am Ende finden Sie eine Checkliste als PDF zum Download.

Livestreaming, Videostreaming oder einfach nur Streaming – es gibt viele Begriffe und gemeint ist dasselbe: die Echtzeit (live) Übertragung von Bild und Ton ins Internet. Dabei schafft ein Livestream die Möglichkeit,  an einem Ereignis teilzuhaben, losgelöst von dem eigentlichen geographischen Standort. Ein Livestream kann informativ sein, er kann unterhaltend sein und er kann die Möglichkeit zur direkten Einbeziehung und Beteiligung der Zuschauer bieten – bestenfalls erfüllt er alle drei Kriterien. Gängige Einsatzmöglichkeiten sind die Übertragung von Veranstaltungen wie z.B. Vorträge, Tagungen, Podiumsdiskussionen, aber auch Demonstrationen oder Sportveranstaltungen. (Zu den möglichen Einsatzszenarien in der Bildungsarbeit vgl. die „Landkarte der Web 2.0 Dienste für die politische Bildung“ auf pb21.de.)

Livestreaming erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Nicht zuletzt durch die Verbreitung schneller Internetzugänge ist es inzwischen weit verbreitet, eine Veranstaltung auch live ins Internet zu übertragen. War vor gar nicht allzu langer Zeit die Haltung zu Livestreams noch eher „wer schaut sich denn so etwas an?“, so ist es inzwischen für den internetaffineren Teil der Bevölkerung schon irritierend, wenn eine Veranstaltung nicht auch ins Netz gestreamt wird. Inzwischen gibt es viele Firmen die ihre Dienste für die Übertragung von Inhalten ins Internet anbieten. Je nach Art und Umfang der Übertragung können die Kosten für so ein Streaming mitunter oft das Budget einer Veranstaltung übersteigen. Mit ein wenig Übung lassen sich einfache Livestreamings auch selbst produzieren. Die Kosten liegen dann je nach Anspruch und Umsetzung z.B. für eine Abendveranstaltung zwischen Null und einer dreistelligen Summe.

Was brauche ich?

Die Grundausstattung für einen Livestream variiert je nach Art und Umfang des zu produzierenden Streams.  Um einen schlichten Livestream zu realisieren kommt man in der Regel mit Laptop, Kamera, Kopfhörer, Mischpult und Mikrofon aus. Dazu braucht man dann natürlich noch eine gute Internetanbindung und einen Streaminganbieter.

Wichtig ist, dass die Komponenten zusammen getestet wurden und gut miteinander harmonieren. Der Test sollte möglichst unter „Realbedingungen“ erfolgen, also genau mit der Technik und der Internetverbindung, die für die Durchführung genutzt werden.

Laptop

Da man einen Livestream selten von seinem Arbeitsplatz aus durchführt und es sehr umständlich ist einen Desktop-PC hin und her zu tragen und bei einer Veranstaltung aufzubauen, empfiehlt es sich einen Laptop zu benutzen. Hier sollte man darauf achten, dass dieser über genug Leistung verfügt. Ein Prozessor mit 2 Ghz und Arbeitsspeicher von 2 GB stellen die minimalen Anforderungen dar.

Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die richtigen Anschlüsse für den jeweiligen Bedarf vorhanden sind. Will man beispielsweise mit einer Mini-DV Kamera streamen, so benötigt der Rechner einen Firewire-Anschluss oder einen PCMCIA Steckplatz für eine Firewire-Karte.

Kamera

Um einen Livestream machen zu können, benötigt man eine Kamera, die die Bilder live auf einen Computer überträgt. Prinzipiell kann man auch mit einer Webcam einen Livestream machen. Möchte man allerdings qualitativ hochwertige Bilder senden, dann kommt man um eine Kamera nicht herum.  DV Camcorder sind eine gute Wahl, diese übertragen die Bilder via Firewire. Außerdem sollte man darauf achten, dass die Kamera über einen Mikrofon- und Kopfhöreranschluss verfügt.

Ton

Der Ton ist das Herzstück jedes Livestreams, ein schlechter Ton kann die schönsten Bilder ruinieren.
Da die meisten Kameras über nur mittelmäßige interne Mikros verfügen (und die Kamera selten dort steht, wo auch der Ton abgenommen werden soll), empfiehlt es sich ein externes Mikrofon anzuschließen. Je nach Bedarf kann hier ein Richt-, Hand- oder Ansteckmikrofon benutzt werden.
Bei größeren Veranstaltungen wird meist ohnehin eine Mikrofonanlage im Einsatz sein, dann kann der Ton direkt von der Tonanlage abgenommen werden. Um Bild-Ton Asynchronitäten zu vermeiden, sollten Ton und Bild immer gemeinsam übertragen werden, d.h. der Ton sollte zusammen mit dem Bild von einer Quelle an den Laptop gesendet werden.

Mischpult

Generell empfiehlt es sich den Ton – ob nun von eine Tonanlage abgenommen oder von einem Mikrofon – nicht direkt in die Kamera einzuspielen sondern ein Mischpult dazwischen zu schalten. Dadurch hat man die Möglichkeit den Ton entsprechend zu regulieren und zu steuern. Außerdem vermeidet man so Probleme mit Anschlusskompatibilitäten, da gute Mikros und Tonanlagen in der Regel mit XLR-Steckern ausgestattet sind, Consumer Camcorder aber meist nur einen Miniklinken-Anschluss bieten.

Internet

Das beste Equipment hilft nichts, wenn die Internetanbindung nicht schnell genug ist. Ein Stream sollte nach Möglichkeit immer über eine kabelgebundene Leitung gesendet werden und nicht via WLan. Entscheidend ist für einen Stream die Upload-Geschwindigkeit, diese sollte nach Möglichkeit mindestens 500kbit betragen.

Streaming Anbieter

Ein einfacher Weg um die Bilder ins Internet zu senden, ist es einen Streaming Anbieter zu benutzen, dieser stellt Serverleistung zur Verfügung und bietet eine browserbasierte Nutzeroberfläche. Meist braucht es nur wenige Schritte um  einen Stream zu starten. Starter-Paketangebote gibt es meist kostenlos, Premiumangebote müssen bezahlt werden.

Checkliste

Hier können Sie die Checkliste “Was brauche ich?” als PDF herunterladen.

Lesen Sie dazu auch den zweiten Teil dieser Artikelreihe, in dem drei Streaming Anbieter im Detail vorgestellt werden.

Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Artikel steht unter der CC-by-Lizenz (mehr dazu). Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: CC-by-Lizenz, Autor: Blanche Fabri für pb21.de.