ein gemeinsames Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung und des DGB Bildungswerks
Twitterwalls regeln oder moderieren

Eine Twitterwall wird per Beamer projiziert und enthält die auf Twitter veröffentlichten Kurzmeldungen zu einem bestimmten Thema. (Foto: Florian Schroiff auf Flickr, CC by-nd 2.0)
Twitterwalls sind ein probates Mittel, um die Gäste einer Veranstaltung live an einer Podiumsdiskussion teilhaben zu lassen oder im Foyer eine Art virtuelles Schwarzes Brett zu installieren. Für eine Twitterwall brauchen Sie lediglich Laptop und Beamer, ein vorher definiertes Hashtag (z.B. den Namen Ihrer Veranstaltung abgekürzt, bspw. #pb21) und einen geeigneten Platz für die Leinwand. Worauf Sie im Detail zu achten haben, finden Sie in unserem Artikel Live-Feedback einbinden mit einer Twitterwall.
Aber wie reagieren Sie, wenn ein oder mehrere Spaßvögel Ihre Twitterwall benutzen, um Sie zu beschimpfen, unsinnige Werbebotschaften zu platzieren oder schlicht die Twitterwall zu stören? Dass auf einer Twitterwall nur zuvor registrierte Nutzer/innen auftauchen, ist aufwändig zu organisieren und schließt viele aus, die sinnvolle Beiträge zur Diskussion liefern können, aber den Anmeldevorgang scheuen. Besser ist es, zunächst allen die Teilnahme an einer Twitterwall zu ermöglichen und erst bei Verstößen gegen die Regeln einzelne Nutzer/innen explizit zu blockieren.
Regeln für Twitterwalls
Mit einer moderierten Twitterwall bleiben Sie Herr oder Herrin im eigenen Haus! Moderierte Walls erlauben es, einzelne Twitternutzer/innen von der Wall auszuschließen. Natürlich können diese Accounts weiterhin twittern, aber deren Tweets erscheinen nicht mehr auf der Twitterwall. Sie können natürlich auf Ihrer Veranstaltungswebsite Regeln zur Teilnahme an der Twitterwall aufstellen und sich im Zweifelsfall später darauf berufen. Diese Regeln könnten ähnlich den Kommentarrichtlinien vieler Websites lauten:
- Posten Sie keine beleidigenden oder unwahre Tatsachen-Behauptungen, wenn Sie auf der Twitterwall erscheinen möchten.
- Tweets mit werblichem Inhalt sind von der Teilnahme an der Twittewall ausgeschlossen.
- Bleiben Sie höflich.
Allerdings sind solche Regeln derart grundlegend, dass man auf das Offensichtliche auch verzichten kann. Wer diese Regeln nicht von sich aus kennt und beherzigt, dem oder der dürfte schwer zu helfen sein.
Falsch-Negativ – wenn Tweets nicht gefunden werden
Manchmal passiert es allerdings, dass sich Einzelne beschweren, wenn sie nicht auf der Twitterwall erscheinen, obwohl sie das richtige Hashtag verwenden. Die Gründe hierfür sind meist technischer Natur und liegen in der Verantwortung von Twitter: Wer nicht über die Twitter-Suchfunktion gefunden wird, kann auch auf keiner Twitterwall erscheinen. Nicht gefunden werden User ohne gültige E-Mail-Adresse oder erst kürzlich angelegte Accounts, z.B. ohne eigenes Profilbild.
Beschwert sich jemand, überprüfen Sie zunächst mit der Twittersuche, ob der Account gefunden wird. Geben Sie auf http://twitter.com/search/ „from:Accountname” ein, für den User @codeispoetry lautet die Suchanfrage: from:codeispoetry. Finden Sie keine Tweets, machen Sie, z.B. per @reply den Account darauf aufmerksam und verlinken Sie auf die Erläuterung zu diesem Problem in der Twitter-Hilfe.
Moderierte Twitterwalls
Mit moderierten Twitterwalls können Sie ganz einfach einzelne Accounts von der Wall ausschließen. Dazu benötigen Sie nur einen eigenen Twitteraccount, mit dem Sie sich bei http://twitwalls.com mit nur einem Klick anmelden (rechts oben finden Sie den Button »Sign in with Twitter«). Nach der Anmeldung steht Ihnen der Reiter »Walls« unter http://twitwalls.com/me/walls zur Verfügung. Hier finden Sie einen Link zu Ihrer Wall, der übrigens auch ohne Anmeldung funktioniert und einen Link zu ihrer Bearbeitung.
Unter Stichtwort zur Suche geben Sie das Hashtag zu Ihrer Veranstaltung ein, z.B. #pb21 und in der nächsten Zeile können Sie mehrer User von der Wall blockieren. Die Blockierliste können Sie laufend erweitern. Finden sich neue Trolle, fügen Sie deren Accountnamen bitte hier ein und klicken anschließend auf »Speichern«. Wenn Sie dann die Twitterwall, die per Beamer an die Wand projiziert wird, neu laden, erscheinen die blockierten Nutzer/innen nicht mehr.

Mit Twittwalls lassen sich moderierte Twitterwalls erstellen, von denen man unanständige Trolle aussperren kann.

| Dieser Artikel steht unter der CC-by-Lizenz (mehr dazu). Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: CC-by-Lizenz, Autoren: Thomas Pfeiffer für pb21.de. |
| Artikel drucken | Dieser Beitrag wurde von Thomas Pfeiffer am 21. Oktober 2011 um 12:28 veröffentlicht und unter Twitter / Microblogging abgelegt. Du kannst allen Antworten zu diesem Beitrag durch RSS 2.0 folgen. Du kannst eine Antwort schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Seite hinterlassen. |




vor 1 Jahr
Hi,
danke für die Zusammenstellung. Sicher hilfreich für die Praxis.
Schön wären aber auch darüber hinaus noch Hinweise, wie man nicht nur die Twitterwall, sondern eine gute Diskussion unter Einbezug der Twitterwall moderiert. Dass das gelingt, scheint für mich die Bedingung zu sein, dass eine Twitterwall tatächlich als probates Mittel zur Beteilgung an Podiumsdiskussionen gelten kann. (Jetzt mal die Schwarzes Brett-Funktion ausgenommen.)
Vielleicht könnt ihr dazu ja mal ein paar Erfahrungen zusammenstellen. Unterschiedliche Konzepte (Monitore für die Diskutanten, gesonderte/r Twitter-Moderator/in für Tweets, etc.) und Erfahrungen damit.
Viele Grüße
vor 1 Jahr
Ich habe auf der pb21 Tagung im Februar eine RSS Wall eingesetzt. Die konnte nicht nur Twitter, sondern auch Flickr bzw. alles, was ein RSS Feed liefert. Das Tool hieß Sweetcron und ist hier zu finden: http://code.google.com/p/sweetcron/ der Artikel, wie ich das gemacht hatte steht hier: http://www.dotcomblog.de/?p=495 Der Vorteil an Sweetcron ist, man kann damit auch eine nicht öffentliche Microblogging Wall erzeugen.
vor 1 Jahr
Hallo Niels, danke für die Anregung! Wir können ja hier in den Kommentaren anfangen, einige Erfahrungen zusammentragen. Ich fange mal mit drei Punkten an:
1. Twitterwall an die Seite schlägt imho eindeutig Twitterwall hinter den Diskutanten. Nicht nur für die Diskutanten ist es einfacher, wenn sie nicht hinter sich schauen müssen. Auch für die Teilnehmenden ist das wohl angenehmer, weil das Wegschauen, wenn man das will, einfacher ist.
2. Teilzeit-Twitterwall: Gerade für Referenten mit wenig Twitterwall-Erfahrungen habe ich gute Erfahrung beim klassischen Vortragsformat (Vortrag plus Fragen&Antwort-Phase), wenn man die Twitterwall erst zur zweiten Phase einschaltet.
3. Wenn der Moderator die Twitterwall nicht selber sichten will oder die Twitterwall für das Podium nicht sichtbar sein sein kann / soll, kann man einen “Twitter-Korrespondenten” einsetzen, der Fragen und Kommentare auswählt und während der Diskussion zwei oder drei mal vorliest.
vor 1 Jahr
Wer sich das oben eingestellte Bild von der re:publica genau ansieht, findet darin alle Kritikpunkte, die ich an der Twitterwall habe:
1.) Die Hälfte der Diskutanten dreht sich um, ist abgelenkt, hört den anderen nicht mehr zu – das Niveau der Debatte sinkt!
2.) An der Twiterwall steht nur Müll – “you`ve been rickroll`d”
3.) Das Publikum ist ebenfalls abgelenkt. (Sieht man jetzt nicht auf dem Bild, aber es fällt wohl nicht schwer, sich vorzustellen, wie jeder zweite etwas in sein Handy tippt.)
ENTWEDER lädt man Leute zu der Diskussion ein, die interessant sind und denen man mit ungeteilter Aufmerksamkeit zuhören will ODER man gibt Leuten die Möglichkeit, ihre Meinung zu äußern. Beides zur gleichen Zeit am gleichen Ort ergibt keinen Sinn.
vor 1 Jahr
Ob es „nur” Müll ist, liegt im Auge des jeweiligen Betrachters.
Wichtig ist, dass eine Twitterwall nicht in direkter Konkurrenz zum Podium steht, z.B. an einer Seitenwand des Raumes oder direkt im Foyer eines Kongresses, unabhängig von einem konkreten Podium.