Fotos und Videos mit Zugangsschutz veröffentlichen

Auch im Internet lassen sich Bereiche abschließen. Foto „schluessel“ von  Willi Heidelbach unter CC BY 2.0.

Auch im Internet lassen sich Bereiche abschließen. Foto „schluessel“ von Willi Heidelbach unter CC BY 2.0.

Nicht immer wollen alle Teilnehmenden eines Seminar später auf Fotos oder Videos im Internet zu sehen sein. Oder Sie wollen eine Fotodokumentation im Internet veröffentlichen, aber nicht für die ganze Welt, sondern nur für Ihre Teilnehmenden. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Fotos und Videos geschützt ins Internet stellen und somit nur einem begrenzten Benutzer/innenkreis zugänglich machen.

Alle für einen, einer für alle?

Sie können sich glücklich schätzen, wenn Sie eine EDV-Abteilung haben, die alles für Sie regelt: Alle Dateien Ihres Seminars – also Videos, Fotos und Präsentationen – werden auf dem eigenen Server abgelegt und jede/r der Teilnehmenden erhält ein individuelles Passwort, um sich die digitalen Seminarunterlagen herunterzuladen. Das könnte man als Glücksfall bezeichnen: Eigener Server und individuelle Passwörter – die haben die komplette Hoheit über Ihre Daten.

Der Seminaralltag sieht freilich anders aus. Zwar haben Sie auch bei WordPress die Möglichkeit, einzelne Artikel mit einem Passwort zu schützen (in der Artikelübersicht nach Klick auf „QuickEdit“ einfach ein Passwort vergeben), aber dieser Schutz gilt nur für den geschriebenen Text eines Artikel. Kennt jemand die genaue Adresse eines eingebetteten Bildes, kann man es auch ohne Passwort aufrufen, wenn man seine genaue Adresse kennt.

Für das geschützte Veröffentlichen von Inhalten im Internet gibt es mehrere Möglichkeit

  1. Security by Oscurity (dt. etwa: Sicherheit durch Unklarheit)Die Veröffentlichen eine Website oder Fotos, verlinken Sie aber von nirgendwo sonst im Internet. Nur Personen, die die korrekte Adresse kennen oder erraten erhalten Zugriff auf die Informationen.Der Sicherheitsfaktor ist sehr niedrig, weil der Link leicht weitergegeben werden kann.
  2. PasswortschutzEin Passwort erhöht die Sicherheit, weil es die veröffentlichten Informationen gegen unfreiwillige Weitergabe, z.B. durch ein Posting auf Facebook, schützt. Hier gibt es zwei Varianten: individuelle Passwörter (jede Person hat ein persönliches Passwort) oder ein allgemeines Passwort (eines für alle)
  3. Eigene Server LösungMit etwas Aufwand können Programmierer/innen WordPress (und auch jede andere Seite) so einrichten, dass individuelle Passwörter vergeben werden und auch Bilder und Videos passwortgeschützt sind. Dazu benötigt man allerdings vollen Zugriff auf den eigenen Webserver und geringe Programmierkenntnisse, weil man die .htaccess-Datei editieren muss.
  4. Privatfreigaben auf Social Media SeitenAuf Flickr, YouTube und Vimeo können Sie Bilder und Videos auch einem begrenzten Nutzer/innenkreis freigeben, also entweder so, dass man ein Passwort braucht (siehe Punkt 2) oder dass man Link kennen muss (siehe Punkt 1). Wie Sie das machen, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Videos geschützt verteilen mit YouTube und Vimeo

Bei YouTube kann man die Verbreitung eines Videos selbst steuern. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Bei YouTube kann man die Verbreitung eines Videos selbst steuern. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Denkt man an Videos im Internet, denkt man an YouTube. Der große Vorteil von YouTube gegenüber anderen Videoplattformen, wie z.B. Vimeo (siehe unten) ist die große Verbreitung, die Videos auf YouTube erreichen können. Genau das wollen wir aber nun zu verhindern versuchen:

Während ihr Video hochlädt, können Sie im Reiter „Datenschutz” eine von drei Möglichkeiten für Ihr Video auswählen:

  1. Öffentlich (Alle können das Video suchen und ansehen)
  2. Nicht gelistet (Alle, die den Link haben, können das Video sehen)
  3. Privat (nur ausgewählte Personen können das Video sehen)

Als „privat” gekennzeichnete Videos können Sie an maximal 50 Personen verschicken und – und das kann eine zu hohe Hürde darstellen – die Eingeladenen müssen sich bei YouTube registrieren bzw. anmelden, um das Video zu sehen. Stellen Sie dagegen den „Datenschutz” auf „Nicht gelistet“, können Sie das Video an beliebig viele Menschen verteilen. Das Video kann jede/r sehen, die/der die genaue Adresse des Videos kennt. Ein Passwort ist nicht nötig.

Unter den Reiter „Einbetten” und „Content Syndication” (deutsch: Verbreitung der Inhalte) können Sie festlegen, ob dritte Webseiten Ihr Video einbetten dürfen und ob ein Video auf mobilen Endgeräten, wie z.B. einem iPhone, verfügbar sein soll oder nicht.

Bei Vimeo dagegen haben Sie die Möglichkeit, ein Passwort für ein Video zu vergeben. Sie können so Ihr Publikum sehr genau eingrenzen, z.B. indem Sie das Passwort entweder per E-Mail verschicken oder am Ende des Seminar gemeinsam mit den Teilnehmenden eines Seminars festlegen. (Rechts sehen Sie ein Beispiel. Das Passwort für das Video lautet „pb21“.)

Fazit: Geht es den Teilnehmenden nur darum, nicht in völlig freier Wildbahn im Internet auf einem Video zu sehen zu sein, könnten nicht gelistete Videos bei YouTube eine Möglichkeit sein, Videos vom Seminar den Teilnehmenden hinterher zugänglich zu machen.

Bilder schützen mit Flickr

Was YouTube für Videos ist, ist Flickr für Fotos: die weltgrößte Community, um eigene Bilder online zu stellen und mit anderen auszutauschen. Über Flickr haben wir schon häufiger auf pb21 geschrieben. Hier soll es nun darum gehen, wie Sie mit Hilfe von Flickr Fotos eines Seminars so verteilen können, dass nur ausgewählte Personen die Bilder im Internet sehen können. Zunächst einmal legen Sie ein neues Album an, setzen die Privatsphäre-Einstellungen auf „Nur Sie (Privat)” ein und vergeben anschließend einen sogenannten Gäste-Pass.

Und das geht so:

Auch bei Flickr können Sie Ihr Zielpublikum eingrenzen. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Auch bei Flickr können Sie Ihr Zielpublikum eingrenzen. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

  1. Klicken Sie im Menü auf „Organisieren“ » „Ihre Alben“
  2. Sie können nun „ein neues Album anlegen” oder ein bestehendes öffnen
  3. Klicken Sie bei Serienberbeitung » Berechtigung ändern auf „Nur Sie (Privat)“

Nur noch Sie können jetzt Ihr Album sehen. Um es den Seminarteilnehmenden zugänglich zu machen, müssen Sie einen sogenannten Gästepass erstellen:

  1. Klicken Sie auf „Sie“ » „Ihre Alben“ und wählen Sie das entsprechende Album aus.
  2. Ganz rechts finden Sie den Button „Mit anderen teilen” und darin den Bereich „Link übernehmen”.
  3. Am unteren Ende befindet sich die Checkbox „Privat (Nur Sie)”. Wenn Sie da drauf klicken, wird der Button „Gästepass hinzufügen” aktiv.
  4. Mit Gästepässen von Flickr können Sie private Fotoalben auch Dritten zugänglich machen. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

    Mit Gästepässen von Flickr können Sie private Fotoalben auch Dritten zugänglich machen. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

    Der „Gästepass” ist eine eindeutige URL, die Sie an Freunde, Bekannte oder Seminarteilnehmende per E-Mail verschicken können.

Fazit: Mit Flickr können Sie ein Fotoalbum von einem Seminar zusammenstellen und es mit nur wenigen Einstellungen den Teilnehmenden zur Verfügung stellen, ohne, dass die Bilder später „wild im Internet herumvagabundieren”.

Seminarunterlagen geschützt verteilen

Wie Sie Präsentationen und Handouts passwortgeschützt verteilen, erfahren Sie in einem weiteren Artikel hier bei pb21.


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Der Artikel (Text) auf dieser Seite steht unter der CC BY 3.0 DE Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Thomas Pfeiffer für pb21.de.
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Thomas Pfeiffer ist Diplom-Pädagoge und Programmierer. Er schrieb die Bücher „Social Media“ und „Mein Kind ist bei Facebook – Tipps für Eltern“. Zudem entwickelt er Facebook-Spiele und programmiert für Blogs und Twitter. Pädagoge erklärt er jungen und alten Menschen das Internet und engagiert sich im Bereich Netzpolitik und Digitaler Wandel. Er bloggt unter http://tomro.seund lebt und arbeitet in München.

Kategorien: Artikel, Dienste & Werkzeuge, Fotos & Grafiken, Web-Video & Livestreaming Schlagworte: , , , , , , ,