Webschau Juni 2012

Grafik „Webschau“ von Ralf Appelt für pb21.de unter CC BY 3.0 DE.

Grafik „Webschau“ von Ralf Appelt für pb21.de unter CC BY 3.0 DE.

Mobiles Lernen – der pb21-Schwerpunkt des Monats Juni – schlägt sich natürlich auch in der Webschau nieder: Wir empfehlen einen Artikel von Verena Ketter, in dem sie erläutert, wie mobile Medienbildung dazu beitragen kann an die Lebenswelten Jugendlicher anzuschließen. Außerdem: SchülerVZ soll zur einer Lernplattform werden und der neuste Stand zu ACTA.

Lesetipp:
Mobile Jugendmedienbildung und Sozialraumaneignung

In einem Artikel auf sozialraum.de erläutert die Medienpädagogin Verena Ketter, was sie unter „virealer Sozialraumaneignung“ versteht: Neben Schule, Jugendeinrichtungen, Spiel- bzw. Sportplätzen oder informellen Treffpunkten im Stadtteil zählen das Web 2.0 und insbesondere soziale Netzwerke zum Handlungs- sowie Erfahrungsraum Heranwachsender. Im Gegensatz zur Erwachsenengeneration unterscheiden sie nicht mehr zwischen realen und virtuellen Erlebnissen – sie erfahren die vielfältigen Sozialräume ‘vireal’. Das Modell einer virealen Sozialraumaneignung ist für die Jugendarbeit erforderlich, um an sich wandelnde Lebenswelten und Sozialraumerfahrungen Jugendlicher anzuschließen und Heranwachsende bei ihren Handlungsaufgaben unterstützen zu können.”
#vireal #jugend #medienbildung


Kurzmeldungen

ACTA Timeline

Ganz aktuell: Am 21.06. hat der Handelsausschuss des Europaparlaments das umstrittene Copyright-Abkommen Acta abgelehnt und damit eine Entscheidung mit Signalwirkung getroffen, meint spiegel.de.
Diese Timeline zeichnet die Entwicklung von ACTA nach.
#ACTA #timeline

SchülerVZ wird zur Lernplattform

Es ist eine „Kapitulation vor Facebook“, schreibt spiegel.de. SchülerVZ heißt künftig Idpool.de und soll im vierten Quartal dieses Jahres neu gestartet werden: „Damit soll die Seite schrittweise in Richtung Lernplattform umgebaut werden – eine Nische, die noch nicht vom übermächtigen Konkurrenten Facebook besetzt ist.“
#lernplattform #schuelervz

Facebook: Der natürliche Gang der Dinge

Das Netzwerk werde immer unattraktiver für die aktuelle Teenager-Generation, berichtet telepolis.de. Neben der mangelhaften Anpassung an die mobile Welt ist die zunehmende Präsenz der Elterngeneration ein Grund dafür: „Mittlerweile ist ein Viertel der Facebook-Profilinhaber zwischen 50 und 64 Jahre alt. Damit hat Facebook den höchsten Altersdurchschnitt von allen größeren Sozialen Netzwerken außer Linkedin.“
#eltern #facebook

Bertelsmann und die virtuelle Uni

Ein zweistelliger Millionenbetrag soll es sein, den Bertelsmann in den amerikanischen Online-Hochschulmarkt investiert, berichtet ftd.de. Online-Bildung gilt dort als großer Wachstumsmarkt: „In den USA sind die Gebühren für ein Studium in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, ein Bachelor-Abschluss einer staatlichen US-Uni kostet mindestens 30.000 Dollar. Viele Amerikaner können sich kein Studium mehr leisten oder müssen sich dafür stark verschulden.“
#onlinebildung

Wahlbeteiligung: 0,04 Prozent

sueddeutsche.de berichtet zu der Abstimmung über die zukünftigen Datenschutzrichtlinien bei Facebook: „Was viele befürchtet hatten, ist eingetreten: Die Abstimmung zu den Richtlinien des weltgrößten sozialen Netzwerks Facebook ist an der geringen Wahlbeteiligung gescheitert.“ Die Firma räumt sich weitgehende Rechte ein, das betrifft die Verwertung von Statusmeldungen, Links, Fotos und privaten Nachrichten.
#facebook #abstimmung #datenschutzrichtlinien

Fernsehen die wichtigste Quelle für politische Meinungsbildung

Das hat eine Studie des Hans-Bredow-Instituts herausgefunden. Aus der Mitteilung des Instituts: „In allen Altersgruppen wird die ‘Tagesschau’ am häufigsten als wichtigstes Einzelangebot für die politische Meinungsbildung genannt; in der Gesamtbevölkerung folgen dann Google und BILD. Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen neben der ‘Tagesschau’ Online-Angebote – an sechster Stelle wird Facebook genannt – sowie private Nachrichtenkanäle und BILD im Vordergrund.“
#meinungsbildung #politik #internet #fernsehen

Liga für ein freies Netz

Eine Internet Defense League soll künftig schneller Widerstand gegen staatliche Regulierungsversuche wie die rigide Durchsetzung von Copyrights organisieren können. Notfalls sollen Websites mit Warnhinweisen gepflastert werden. Darüber berichtet u.a. spiegel.de unter Berufung auf All Things D.
#internetdefenseleague


Debatte: Die SPD und die „gute Netzpolitik“

„Leben und Arbeiten in der digitalen Gesellschaft“, so der Titel einer Konferenz, auf der Experten und Vertreter der Parteispitze über Erwartungen der Netzbürger an Teilhabe und Transparenz und sich daraus ergebende Gefahren für die repräsentative Demokratie diskutierten. Unter anderem berichtete heise.de: „Das Internet hat zu einem ungeheuren Druck zur durchsichtigen Gestaltung politischer Prozesse beigetragen“, so Urs Gasser in seinem Eröffnungsvortrag. Geheimabsprachen wie im Fall ACTA würden von der Internet-Community nicht mehr akzeptiert. Politik brauche aber nach wie vor geschützte Räume.

Gassers Empfehlung an die Politik: Die Gefahr vermeiden, das offene Prinzip des Internets nachhaltig zu verletzen, um dessen Innovationskraft zu bewahren. In Phasen der Unsicherheit über den eigenen Wissensstand sollten schlecht korrigierbare Entscheidungen vermieden werden. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier „plädierte dafür, die ‘fließende Einflussnahme der Netzbürger’ über Plattformen wie Liquid Democracy kritisch daraufhin abzutasten, ob sie wirklich ‘ein Mehr an Demokratie’ mit sich brächten. Er wertete Transparenz auch als Kennzeichen einer Misstrauensgesellschaft. Es löse nicht Vertrauen, sondern die Einforderung weiterer Einblicke aus.“
#spd #netzpolitik #transparenz #demokratie


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Der Artikel (Text) auf dieser Seite steht unter der CC BY 3.0 DE Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Ute Demuth für pb21.de.
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... interessiert sich dafür, wie sich die wandelnde Mediennutzung und Kultur, Gesellschaft und Politik gegenseitig beeinflussen. Seit Ende der 90er ist sie als Freiberuflerin in der politischen Erwachsenenbildung unterwegs und arbeitet zum Beispiel für das Forum Politische Bildung des DGB Bildungswerks. Außerdem schult und berät sie Betriebs- und Personalräte zum Thema Öffentlichkeitsarbeit und zum Einsatz elektronischer Medien. Sie veröffentlicht regelmäßig zu ihren Themen.

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