Gehaltvolle Blasen: Comics und Cartoons selber machen – Teil II

Pixton-Screenshot. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

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Digitale Helferlein für Lehrende und Lernende

Wie in Teil I dieser Artikelreihe gezeigt können Cartoons und Comics auf vielfältige Weise in der Bildungsarbeit genutzt werden.

Zum Thema „EduComics – Wie man Comics und Cartoons in der Bildungsarbeit einsetzt” gibt es mit der Autorin dieses Artikels Maria-Christina Nimmerfroh einen #pb21-WebTalk* am 19.10.2012 um 11.00 Uhr. Erfahren Sie mehr …

Mit kostenlosen Web-Tools kann jeder mit guten Ideen schnell einfache Cartoons oder sogar komplette Comics erstellen. Im zweiten Teil unserer Reihe über EduComics stellen wir praktische Helferlein vor, die Lehrende und Teilnehmende schnell und einfach bedienen können.

Für unsere Übersicht der Online-Tools zum Erstellen von Comics haben wir nur webbasierte Dienste ausgesucht, bei denen kein Download / keine Installation notwendig ist. Die Ergebnisse seiner Arbeit erhält der Nutzer entweder als Bild im Browser oder als E-Mail zugeschickt. Das Teilen der Inhalte in sozialen Netzwerken unterstützen auch die meisten Tools. Für den Einsatz im Bildungskontext muss man sich vorher entscheiden, wie die Ergebnisse nutzbar sein sollen: in einer Online-Umgebung oder ausgedruckt im Präsenzseminar oder als Arbeitsergebnisse auf einer Webseite.
Fast alle Werkzeuge, die hier vorgestellt werden, haben eine englische Benutzeroberfläche. Im deutschsprachigen Bereich ist die Nutzung von Comics im Bildungskontext weniger verbreitet. Die Werkzeuge sind aber so einfach zu bedienen, dass die englische Oberfläche kein Hinderungsgrund für den Einsatz im Seminar sein sollte. Sollte das notwendig sein, kann der Dozent ja noch eine kurze Anleitung für die Teilnehmer formulieren.

Bei den Tools wählt man die Charaktere und die weiteren Gestaltungsmerkmale sowie das Layout des Comics aus (ein Bild, mehrere Bilder etc.) und ergänzt es um die Sprech- und Denkblasen.

http://www.wittycomics.com/

(englisch, keine Registrierung notwendig)

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz)

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Hier gibt es sehr viele erwachsene Charaktere und auch Büroumgebungen als Hintergründe. Auf jedem Bild können nur zwei Personen zu sehen sein und der Strip darf höchstens drei Bilder umfassen. Die Bedienung ist sehr einfach.

http://www.pixton.com/de/schools/overview

(deutsch, kostenloser Testzugang für Lehrende)

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Pixton stellt komplette Comic-Lernumgebungen für den Bildungskontext zur Verfügung, inklusive virtueller Klassenzimmer, in denen es Schüler- und Lehrerrollen gibt. Die Möglichkeiten zur Comic-Erstellung sind sehr vielfätig: viele Figuren, die verschiedene Körperhaltungen und Gesichtsausdrücke annehmen können und beliebig angeordnet werden können. Für den „Schnellstart“ gibt es Vorlagen, die man nur noch ausfüllen muss. Für unvorbereitete Teilnehmer dürfte die Umgebung zu vielfältig sein, Lehrende finden hier eine Menge Gestaltungsmöglichkeiten und Hilfestellung durch Tutorials.

http://www.bitstrips.com/create/comic/

(englisch, keine Registrierung notwendig)

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Hier gibt es sehr viele Charaktere und Gestaltungsmöglichkeiten für die Comics, die Darstellung erinnert sehr stark an Zeichentrickfilme.

http://stripgenerator.com/strip/create/

(englisch, keine Registrierung notwendig)

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz)

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Hier gibt es stark vereinfachte Figuren, die man zusammen mit einer großen Zahl von Gegenständen auf frei wählbaren Formaten darstellen kann. Die Schwarz-Weiß-Figuren erzeugen einen sehr deutlichen Cartoon-Charakter.

http://toonlet.com/comic

(englisch, kostenlose Registrierung notwendig)

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Bei diesem Tool kann man bis zu der Bewegung einzelnen Körperteilen die Figuren sehr ganz bestimmen. Weitere Gestaltungsmöglichkeiten sind nicht vorgesehen, die Personen und der Text stehen im Vordergrund.

http://www.makebeliefscomix.com/Comix/

(englisch, keine Registrierung notwendig)

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz)

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Hier gibt es eine große Aswahl an Figuren und Hintergründen. Die Blickrichtung der Figuren und die Anordnung kann sehr flexibel gestaltet werden, so dass auch komplexe Situationen dargestellt werden können. Die Figuren erinnern sehr stark an aktuelle amerikanische Zeichentrickserien und sind zum Teil in Richtung Komik überzeichnet. Diese Gestaltung passt nicht zu jedem Thema.

http://www.stripcreator.com/make.php

(englisch, keine Registrierung notwendig)

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz)

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Dieses Tool ist sehr einfach und schnell zu bedienen, die Anzahl der Gestaltungsoptionen ist dafür überschaubar. Die Figuren entstammen dem Zeichentrick-Genre, bei den Hintergründen gibt es auch Fotos, so dass mit diesem Zusammenspiel auch andere visuelle Eindrücke als bei klassischen Cartoons möglich sind.

http://www.comicmaster.org.uk/

(englisch, keine Registrierung notwendig)

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz)

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Mit dem ComicMaster lassen sich schnell komplette Comic-Strips in beliebiger Länge umsetzen. Allerdings sollten hier die Szenen für die einzelnen Bilder und die Texte schon feststehen, bevor man sich daran macht, es einzugeben. Es gibt sehr viele Gestaltungsoptionen im Graphic Novel-Stil. Der ComicMaster ist zwar einfach zu bedienen, aber eine gründliche konzeptionelle Vorarbeit ist notwendig. Die Ergebnisse sehen dafür wirklich sehr professionell aus.

Egal, welches Tool man nutzt, die Ideen und der Text sollten schon fertig sein. Dann geht die Umsetzung am schnellsten.


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Der Artikel (Text) auf dieser Seite steht unter der CC BY 3.0 DE Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Maria-Christina Nimmerfroh für pb21.de.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken finden sich direkt bei den Abbildungen.

Dipl.-Psychologin Maria-Christina Nimmerfroh ist tätig als Fachjournalistin für IT und Medien, als Dozentin in der politischen Erwachsenenbildung und als Lehrbeauftragte an Hochschulen. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte liegen im Bereich Marketing/Öffentlichkeitsarbeit für Non-Profit-Organisationen, Organisationsentwicklung, Hochschuldidaktik und Wirtschaftspsychologie, insbesondere Markt- und Konsumpsychologie. Im Bereich Online-Lernen ist sie seit 1998 unterwegs und bildet auch selbst Online-Seminarleiter aus. Aktuell hat Maria-Christina Nimmerfroh Lehraufträge an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg am Fachbereich Wirtschaft und an der Bonner Akademie inne und führt für politische Stiftungen Online- und Präsenzseminare durch.

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3 Kommentare zu “Gehaltvolle Blasen: Comics und Cartoons selber machen – Teil II
  1. Haben Sie sich schon mit der Frage des Copyrights der mit Hilfe der hier vorgestellten Tools produzierten Strips/Cartoons auseinandergesetzt? Können diese als geistiges Eigentum des Cartoon-Gestalters betrachtet und auch veröffentlicht werden? So lange man die Arbeitsergebnisse nur in Seminaren oder Schulklassen verwendet, stellt sich das Problem ja nicht, aber vielleicht will ich mal einen Cartoon veröffentlichen oder eine Ausstellung mit Cartoons von Jugendlichen gestalten.
    Und auf jeden Fall vielen Dank für die tolle Idee!

  2. Bei den vorgestellten Tools hat der Gestaltende (also die Person, die Figuren, Szenario und Text auswählt) das Urheberrecht. Das heißt, wenn Teilnehmer mit diesen Tools irgendetwas erstellen, müssen sie die Erlaubnis dazu geben. Diese Erlaubnis habe ich bei meinen Beispielen in der Präsentation eingeholt und auch dazu mitgeteilt, dass die Aufzeichnung des WebTalks im Internet veröffentlicht wird.
    Nicht ganz einfach ist die Rechtslage, wenn der Dozent einen “halben” Cartoon zur Verfügung gestellt hat, den der Lernende vervollständigt und dann selbst veröffentlichen möchte … Dann könnte man darüber streiten, inwieweit der Dozent als ursprünglicher Urheber gefragt werden müsste.
    Im Ergebnis: Ja, der Lernende muss vor der Veröffentlichung gefragt werden.

  3. Carsten Jung sagt:

    Wenn man nicht Zeichnen will oder kann, kann man den Cartoon auch mittels eines Mobiltelefons mit Kamera erstellen. Dazu fotografiert man die Posen, Gesten und Mimik, die man benötigt, bindet sie passend auf eine Powerpoint Folie ein, kann sie dort auch verfremden und mit den Sprechblasen versehen. Letztlich kann man einen PowerPoint Foliensatz auch als Bild oder Film exportieren, einScreenshot reicht allerdings auch, um einen Comic zu veröffentlichen.

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  2. […] Comics kommen in der politischen Bildung selten vor, höchstens unter dem Label “Was für Jugendliche”. Doch interessant wird es erst, wenn man Menschen zur Comic- und Cartoonproduktion ermuntert, die sonst gar nichts damit am Hut haben. Über die Lerneffekte und Einsatzmöglichkeiten sprechen wir in unserem nächsten WebTalk. Vorab werden auf pb21.de zwei einführende Texte zum Thema veröffentlicht: Teil I: Ein Überblick für kreative Bildungsarbeit, Teil II: Digitale Helferlein für Lehrende und Lernende. […]

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  6. […] Comic und man will nicht selber zeichnen oder fotografieren müssen. Hier gibt es eine ganze Reihe interessanter Tools, die Maria-Christina Nimmerfroh für pb21.de mal zusammengestellt hat. Sehr zu empfehlen für kleine kreative kurze Projekte. Offensichtlich sind […]

  7. […] in jedem Comic inspirieren lassen. (Tools zur Erstellung von Comics sind auch in unserem Artikel Gehaltvolle Blasen: Comics und Cartoons selber machen zu […]

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