Ein Thema der November-Webschau ist die Auswertung der US-Wahl, ein weiteres, wie sich der Konflikt im Nahen Osten im Netz widerspiegelt, und wir sagen, was sich hinter dem Schulbuch-o-mat verbirgt. Und für die, die sich trübe Herbsttage mit guten Radiosendungen zu unseren Themen vertreiben möchten, haben wir auch einen Tipp.

Lesetipps zur US-Präsidentschaftswahl 2012

Im Netz wird aus unterschiedlichen Perspektiven über die Wahl des US-Präsidenten berichtet - wir haben ein paar Links zusammengestellt:

Unter dem Titel „Obama, Herrscher der Daten“ berichtet Matthias Kolb auf dradio.de, dass Obamas Berater es deutlich besser als die Konkurrenten verstanden hätten, soziale Netzwerke wie Facebook sowie Data Mining effektiv einzusetzen.

Fünf Dinge, die man aus der US-Wahl lernen kann, sind auf smo14.de zusammengestellt, u. a. berichtet der Dienst: „Noch vor vier Jahren konnten wir auf Twitter verfolgen, was Fernsehsender zur Wahl berichteten. Dieses Mal zeigte ein Zappen durch die Live-Sendungen: Das Fernsehen zeigt inzwischen, was auf Twitter geschieht. Kaum ein Wandel könnte die wachsende Bedeutung der sozialen Medien besser illustrieren.“

Einen kritischen Blick auf die Netzpolitik des alten und neuen US-Präsidenten wirft der Guardian-Autor Dan Gillmore auf freitag.de: Er beschreibt die Intransparenz der Obama-Administration, zählt gebrochene Versprechen auf und lässt keinen Zweifel daran, dass unter Romney alles schlimmer gekommen wäre.

#usa #wahlkampf #socialmedia


Kurzmeldungen

Der Gaza-Konflikt eskaliert auch im Netz

„Sowohl die Hamas als auch die israelische Armee führen im Netz eine Art öffentliches Kriegstagebuch, indem sie quasi in Echtzeit über eigene Aktionen, Opfer und Verletzte berichten.“ Einzig internationale Journalisten versuchten eine neutrale Postion einzunehmen, so hyperland.de. Auf basicthinking.de wird in diesem Zusammenhang die Frage gestellt, wie sich Dienste wie Facebook oder Twitter dazu verhalten (sollten).
#gaza #israel

„Die Syrer sind süchtig nach Facebook“

Auf freitag.de  ist ein Interview mit der Bloggerin Rima Marrouch aus Syrien zu lesen. Anlass ist die Verleihung des Anna-Lindh-Journalistenpreises, Thema des Interviews ist u. a. die Rolle der sozialen Medien in der arabischen Revolution. Im Wechsel mit ihrer Kollegin Razan Ghazzawi berichtet sie auf dem arte-blog „Notizen aus Syrien“ über die Situation in ihrem Land.
#syrien #blogs #arte

Wo wird in Deutschland rechtsextrem gewählt?

Auf dem Open Data-Blog auf zeit.de ist visualisiert, wo 2009 per Zweitstimme für die rechtsextremen Parteien NPD, DVU oder REP gestimmt wurde.
Auch zum Thema: Eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung ergab, dass „immer mehr Deutsche ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild  haben. Besonders stark gestiegen ist die Ausländerfeindlichkeit in Ostdeutschland.“, berichtet ebenfalls zeit.de.
#opendata #rechtsextrem

Staaten verlangen von Google immer häufiger Nutzerdaten

Der Staat nimmt immer häufiger Einsicht in die Nutzerdaten von Bürgerinnen und Bürgern; heise.de schreibt zum neuen Transparenzbericht von Google: „Staatliche Stellen und Strafverfolgungsbehörden verlangen von Google immer häufiger die Übergabe von Nutzerdaten. […] An der Spitze der Länderliste stehen mit 7969 Verfügungen die USA, gefolgt von Indien (2319), Brasilien (1566) und Frankreich (1546). Deutschland liegt vor Großbritannien mit 1533 Fällen auf Platz 5.„
#google #staat #datenschutz

Landkreis Friesland führt Liquid Feedback ein

Start einer weiteren Beteiligungsplattform im Netz: Der Landkreis Friesland setzt seit dem 09.11. die Software „Liquid Feedback“ ein, um mehr Bürgerbeteiligung zu ermöglichen. Über einen Gastzugang kann man sich ein Bild darüber machen, welche Themen diskutiert und abgestimmt werden. Mitmachen können aber nur Leute, die auch im Landkreis gemeldet sind. Nachzulesen u. a. auf zeit.de.
#liquidfeedback #friesland

Hörtipp: Wirklichkeit 2.0 - Medienkultur im digitalen Zeitalter

Von einer Einführung „Das Internet als neues Leitmedium?“ bis hin zu spezielleren Fragen wie „Digitale Demokratie - Politische Willensbildung im Netz“: Vom 03.11.12 bis zum 11.05.13 kann man sich auf funkkolleg-medien.de Sendungen rund um das Thema anhören und einen Online-Kurs machen. Die Materialien - zu jeder der 23 Sendungen gibt es Zusatzmaterialen - stehen Schulen und Bildungseinrichtungen kostenlos als Unterrichtsmaterial zur Verfügung.
#funkkolleg

Eltern haften nur ausnahmsweise für ihre Kinder

„Eltern sind aus dem Schneider: Wenn der Nachwuchs illegal Dateien im Internet tauscht, können sie nur in Ausnahmefällen dafür belangt werden. Das hat der Bundesgerichtshof in einem Grundsatzurteil entschieden. Auch zur Kontrolle der Internet-Aktivitäten ihrer Kinder gibt es keine generelle Pflicht.“ Es berichtete u. a. spiegel.de.
#kontrolle #kinder

Der Schulbuch-o-mat

… soll eine Plattform für Lehrbücher mit freier Lizenz werden: „Über das Internet verstreut gibt es an vielen Stellen digitale Lehrmaterialien für die Schule. Zwei Lehrer aus Berlin wollen eine Plattform einrichten, auf der diese E-Books gesammelt werden sollen. Das Projekt soll über Crowdfunding finanziert werden“, berichtet golem.de.
#schulbuch-o-mat


Debatte: Fahndung über Facebook?

Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) sieht eine Fahndung nach Straftätern via Facebook positiv. „‚Die Leute lesen weniger Zeitung und mehr Facebook. Das heißt, wir erreichen die Menschen besser über solch ein Instrument als über klassische Medien‘“, zitiert heise.de. Die Justizminister der Länder haben sich in der letzten Woche mit dem Thema beschäftigt. Experten hoffen, damit vor allem Jugendliche und junge Erwachsene besser zu erreichen. Die Polizei Hannover nutzt das Instrument bereits.

Weiter ist auf heise.de zu lesen: „Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar will Fahndungsaufrufe auf Facebook nur als Verknüpfung zulassen: ‚Soweit soziale Netzwerke für Fahndungszwecke genutzt werden sollen, muss die eigentliche Fahndung auf einem von der Polizei betriebenen Server bereitgehalten werden.‘“ Ungeklärt ist u. a. wie die Löschung der Daten sichergestellt werden kann. Bei der Einstellung von Daten direkt auf Facebook wird zudem befürchtet, dass der Dienst zum virtuellen Pranger wird. Der Berliner Justizsenator sieht darin keinen Grund auf die Fahndung bei Facebook zu verzichten: „Es kann eine Prangerwirkung geben durch die User selber – mit einer Fahndungsausschreibung hat das nichts zu tun.“

#facebook #fahndung


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