Camper – das Barcamptool

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Das „Unkonferenz“-Format Barcamp gewinnt auch in der Bildungsarbeit immer mehr an Beliebtheit. Auch wenn bis zum Start der Tagung keine Referenten und kein Programm feststehen, so ist dennoch bei der Organisation einiges zu beachten. Fast unverzichtbar ist dafür eine Online-Plattform, über die Planung, Anmeldung, Themenplanung und Dokumentation läuft. Finanziert vom Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend hat der Programmierer (und pb21-Autor) Christian Scholz jetzt Camper genau für diese Zwecke entwickelt. Für pb21.de stellt er die kostenfreie Sammlung von Barcamptools vor.


Die Idee

WebTalk
Am Freitag, den 22.03.2013, ab 11.00 Uhr wird Christian Scholz, Programmierer von Camper, in einem #pb21-WebTalk das neue Tool vorstellen. Details …

Die Vision von Camper ist es, für alle Phasen eines Barcamps adäquate Online-Werkzeuge zur Verfügung zu stellen. Generell unterscheidet Camper dabei zwischen den Phasen der Planung, Anmeldung, Durchführung und Dokumentation, die im folgenden näher beleuchtet werden sollen.

Planungsphase

Diese Phase mag schon vor der Nutzung von Camper beginnen. Sobald man sicher ist, was man genau veranstalten will, kann das Barcamp auf Camper angelegt werden. Gespeichert werden die offensichtlichen Daten wie Name, Datum oder Ort, aber auch Social Media-Accounts inkl. Twitterwall können verlinkt oder ein Logo hochgeladen werden. Zur Planung selbst wird automatisch ein Etherpad erstellt und im System eingebunden dargestellt. Wer will, kann zudem noch weitere statische Seiten mit weiteren Informationen zum Camp anlegen. Das Barcamp selbst ist dabei zunächst nicht öffentlich einsehbar, solange es nicht durch einen Admin freigeschaltet wurde.
Für Barcamps mit Sponsoren gibt es ausserdem die Möglichkeit, Sponsoren mit Bild, Link und Namen auf der Barcamp-Startseite aufzulisten.

Logo, nicht unter freier Lizenz.

Logo, nicht unter freier Lizenz.

Anmeldephase

Die Anmeldephase beginnt, sobald das Barcamp einerseits öffentlich geschaltet und die Anmeldung explizit aktiviert wurde. Davor können sich interessierte Besucher nur als Interessenten eintragen. Nach Freischaltung gibt es dann die Möglichkeit, sich als Teilnehmer einzutragen, Sessions vorzuschlagen, zu bewerten oder zu kommentieren. So kann man schon im Vorfeld erkennen, wie groß das Interesse an welcher Session potentiell ist.

Es kann zudem vorkommen, dass mehr Personen teilnehmen wollen, als Platz verfügbar ist. Für diesen Fall bietet Camper eine Warteliste, von der man auf die Teilnehmerliste rutscht, wenn entweder jemand absagt oder ein Admin die maximale Teilnehmerzahl erhöht.

Durchführungsphase

Leitfaden für Barcamps
Im Umfeld von Camper entstand auch ein Ratgeber für BarCamps mit Jugendlichen, der als kostenloser Download bereit steht.

Im Moment bietet Camper hier ein Dokumentations-Etherpad an, in dem Teilnehmende ihre sessionspezifischen Pads dann verlinken können. Zudem kann die verlinkte Twitterwall ja nach System und Wunsch entweder eingebettet oder in einem separaten Browsertab angezeigt werden.

Allerdings kann in diesem Bereich noch viel mehr gemacht werden, was weiter unten im Ausblick beschrieben wird.

Dokumentationsphase

Ist das Barcamp zu Ende, so spielt die Dokumentation die Hauptrolle. Dazu dient das schon oben beschriebene Dokumentationspad, zusätzlich kann man auch noch Links auf Blogposts und ähnliches im System ablegen.

Ausblick

Das jetzige System ist nur ein Bruchteil dessen, was man potentiell machen könnte. Pro Phase soll daher hier noch ein Ausblick auf mögliche Erweiterungen gegeben werden.

    • In der Planungsphase könnte z.B noch ein Terminfindungswerkzeug ähnlich Doodle Verwendung finden, um einerseits den Termin des Barcamps selbst festzulegen, aber auch eventuell anstehende Organisationstreffen. Im Gestaltungsbereich wären ein Barcamp-Logo-Generator oder auch verschiedene Layouts/Farbanpassung interessant, so dass man sein Barcamp individuell gestalten/branden kann.
Mehr zum Thema
Auf pb21.de finden Sie zum Veranstaltungsformat BarCamps ein ausführliches Video-Interview mit dem BarCamp-Veranstalter Thomas Bernhardt und den Video-Bericht zum EduCamp, das im Herbst 2012 zum zehnten Mal stattfand.

  • So die Räume schon feststehen, könnte schon in dieser Phase ein Zeitraster mit Räumen und Zeitslots definiert werden. Zu jedem Raum würden Kapazität und die vorhandene technische Ausstattung aufgelistet werden. Diese Information sollte man dann auch direkt aus dem System drucken können, um einerseits den Sessionplan zu beschriften oder automatisch Türschilder zu generieren.
  • In der Anmeldephase ist sicherlich die Anbindung eines Ticket-Systems noch sinnvoll, aber auch die Möglichkeit, einen Newsletter sowohl an alle Teilnehmer und Interessenten versenden zu können. Auch Möglichkeiten, für alle Barcamp-Mitglieder, sich schon im Vorfeld online näher kennen zu lernen, wären in diesem Bereich anzusiedeln.
  • In der Durchführungsphase könnten dann all die Informationen aus der Anmeldephase, wie z.B. Räume und Sessionslots genutzt werden, um den Sessionplan auch online abzubilden. Befindet man sich dann in einer Session, kann dann auf Klick in den Sessionplan automatisch die Liveansicht der Session angezeigt werden, die potentiell aus Livestream, Dokumentations-Pad, Twitterfeed und ggf. noch mehr bestehen kann. Es sollte hier für die Session-Teilnehmer so einfach wie möglich sein, diese zu dokumentieren. Für Personen, die nicht kommen können, hat man dagegen eine einfache und umfangreiche Möglichkeit, die Veranstaltung online zu verfolgen. Eventuell. kann man auf diese Weise auch von aussen noch Input geben.
  • In der Dokumentationsphase könnten dann all diese Informationen noch einmal grafisch gut aufbereitet dargestellt werden. Video- oder Audioaufzeichnung sollten mit Player direkt auf den Sessionseiten verlinkt und die Dokumentationspads ggf. als PDF herunterladbar sein. Auch die komplette automatische Erstellung eines Barcamp-Readers sowohl in HTML aber auch PDF wäre denkbar.
  • Zudem sollte es natürlich eine Möglichkeit geben, ein Barcamp zu duplizieren, wenn man es z.B. im nächsten Jahr noch einmal stattfinden lassen will. So kann man dann auch relativ einfach eine Barcamp-Reihe definieren, um z.B. auch die Weiterentwicklung von Themen verfolgen zu können.

Hintergrund

Das Barcamptool wurde in Zusammenarbeit mit dem IJAB für das Projekt YouthPart entwickelt und vom Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend gefördert. Das Ziel dabei war, speziell die Organisation von Jugendbarcamps zu vereinfachen. Zu finden ist das Barcamptool unter barcamptools.eu


Creative Commons Lizenzvertrag Inhalte auf pb21.de stehen i.d.R. unter freier Lizenz (Informationen zur Weiterverwendung).
Der Artikel (Text) auf dieser Seite steht unter der CC BY 3.0 DE Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Christian Scholz für pb21.de.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken finden sich direkt bei den Abbildungen.

Diplom-Informatiker Christian Scholz ist Web-Entwickler mit dem Fokus auf Open Source und Mitinhaber der COM.lounge GmbH. Er bloggt unter mrtopf.de und ist auf Twitter unter @mrtopf zu finden. Weiterhin engagiert er sich bei den Themen Open Government, Open Data und Bürgerbeteiligung.

Kategorien: Artikel, Dienste & Werkzeuge, Soziale Netzwerke & Communities Schlagworte: , , ,