Webschau Mai 2013

Grafik „Webschau“ von Ralf Appelt für pb21.de unter <a title="Zum Lizenztext" href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/">CC BY 3.0 DE</a>.

Grafik „Webschau“ von Ralf Appelt für pb21.de unter CC BY 3.0 DE.

Darüber spricht das Netz …

Bei der Webschau im Mai geht es um Sprache und Politik, um die Frage, wie man seine Inhalte aus sozialen Netzwerken wieder herausbekommt, um sie auf eigenen Seiten zu nutzen und um den aktuellen Milliarden-Deal zwischen Yahoo und Tumblr. Außerdem berichten wir über die Aktionstage Politische Bildung und erklären, was der sonntägliche Tatort mit Bürgerrechten zu tun hat.

Lesetipp: Sprache und Politik

Was haben Negerküsse, Ausländer und Ostzone gemeinsam? Diese Wörter stehen im Giftschrank der politischen Debatte und dürfen nicht verwendet werden. Welchen Anforderungen politische Sprache ausgesetzt ist und warum Politiker manchmal so sprechen, wie sie sprechen, beleuchtet das Dossier „Sprache und Politik“ der Bundeszentrale für politische Bildung. Sprache lässt oft viel Interpretationsraum zu, nur so viel steht fest: Wer als Politiker sich nicht an die sprachlichen Vorgaben hält, produziert schnell viel Gesprochenes und Geschriebenes, in Form von Medienberichten. Denn das Aufregen über die Sprache anderer ist ein beliebtes Spiel in Deutschland.
#sprache #politik #politischkorrekt

Gar nicht so einfach: Seine eigenen Inhalte aus den Social Networks rausholen

So eine Statusmeldung oder ein Tweet ist schnell abgesetzt – und dann hängt er da drin, mein Text im Social Network und je nach Geschäftsbedingungen habe ich auch noch reichlich Nutzungsrechte an den Betreiber der Plattform abgegeben. Viele, die früher ein Blog betrieben hätten , posten nur noch in sozialen Netzwerken wegen der größeren Reichweite und geben damit Vorteile wie Archivfunktion und Durchsuchbarkeit auf. Doch jetzt gibt es Initiativen, diese Entwicklung wieder zurückzudrehen und die sozialen Aktivitäten wieder auf der eigenen Domain zusammenzuführen. Die schlechte Nachricht: Die aktuell verfügbaren Lösungen sind entweder noch im Alpha-Stadium oder technisch nicht einfach umzusetzen. Aber das Ziel ist klar: Das digitale Leben zurückgewinnen.

Beim Projekt POSSE werden die Inhalte zunächst auf der eigenen Domain publiziert und dann von aus automatisch in die gewünschten Kanäle wie Facebook, Twitter oder Google+ weiterverteilt. Der Unterschied zu Diensten, die Inhalte einfach in soziale Netzwerke posten, ist, dass zunächst die eigene Webseite (z.B. ein auf WordPress basierendes Blog) bedient werden und nicht nur Drittanbieter. Der Nachteil ist die noch etwas komplizierte Implementierung.

Bis auf weiteres müssen sich Nutzer/innen selbst fragen: „Wie bleibe ich Herr meiner Daten bei Facebook, Google & Co?“ und finden dazu Informationen auf pb21.de.

Das Projekt Reclaim Social Media macht es umgekehrt: Hier werden die in sozialen Netzwerken und an anderen Netzorten geposteten Inhalte auf der eigenen Seite zusammengeführt, nachdem sie woanders veröffentlicht worden sind. Das soll in Zukunft per WordPress-Plugin möglich sein.
#facebook #sozialenetzwerke

Aktionstage politische Bildung im Mai

Da sind sie wieder, die Aktionstage Politische Bildung, die zeigen, welche Vielfalt an Veranstaltungen und Kampagnen es gibt und welche spannenden Dinge da oft unbeachtet von der Öffentlichkeit passieren. Auf www.aktionstage-politische-bildung.net gibt es einen Veranstaltungskalender und Portraits und Storys rund um Akteure politischer Bildung. Genau wie im Bildungsbereich passiert hier auch jeden Tag was  Neues.
#politischebildung #aktionstage #apb13

Yahoo kauft Tumblr

Der Internet-Konzern kauft die Blog-Plattform Tumblr für ganz viel Geld. Die Zahl der Anbieter von reichweitenstarken Internet-Diensten sinkt. Das kann man als natürlichen Konzentrationsprozess sehen oder als Einschränkung des Wettbewerbs. Tumblr soll unabhängig bleben, heißt es. Das ist schwer zu glauben, nachdem wir alle den Gang von YouTube, Skype oder anderen Diensten unter die Fittiche des jeweiligen Mutterkonzerns beobachten konnten. Yahoo will mit dem Zukauf seinen „Coolness-Faktor“ erhöhen. Das ist aber auch für weniger als eine Milliarde Dollar zu machen. Wir empfehlen dazu den Besuch innovativer Veranstaltungen für junge Menschen im Bereich Politik von morgen, Veranstaltungsübersicht unter www.aktionstage-politische-bildung.net
#yahoo #tumblr #cool

Was hat denn Tatort mit Politik zu tun?

Der Tatort ist nicht nur vor der Politik (am Sonntagabend), sondern auch politisch, sagen zumindest die Grünen und begleiteten den Tatort „Borowski und der brennende Mann“ mit dem Twitteraccount @TatortWatch. Dort wurden von einer Bundestagskandidatin im Tatort entdeckte Bürgerrechtsverletzungen getwittert. Zu bemüht, interessant oder völlig unpassend? Da schieden sich, wie an so manchem Tatort, die Geister. Das Einnehmen einer anderen Sichtweise ist  zumindest im Bldungskontext immer eine gedankliche Reise wert.
#tatort #gruene #buergerrechte

Erklär-Bilderbuchserie im britischen Geschichtsunterricht: Geht nicht, sagt der Bildungsminister

„Was ist die richtige Bildung“?, fragt sich der britische Bildungsminister angesichts von Unterrichtsmaterialien aus dem Geschichtsunterricht, die mit Zeichentrickfiguren zu tun haben. Das passt ihm nicht. „Statt ‚Twilight’ sollten sie ‚Middlemarch’ lesen, statt ‚Angry Bird’ zu spielen, sollten sie programmieren und sportliche Leistungen anstreben“, wettert der Minister laut Spiegel Online. Der Verantwortliche für die Erstellung der Lerneinheit hält dagegen: „Ich versuche keineswegs, Schülern die abgespeckte Version von Geschichte zu vermitteln – ich versuche lediglich, sie für ein Thema zu interessieren.“

Das alte Problem: Vermittlung, Anspruch, Lernziel. Darum wird es wohl noch oft gehen. Vielleicht sollten Politiker sich mal öfter um Vermittlung bemühen, beispielsweise in einem Unterricht?
#geschichte #politik #bildungsminster #lernziel

Wie fühlt sich meine Waschmaschine gerade? Das „Internet der Dinge“

Beliebige Alltagsgegenstände können nun an Kurznachrichtendienste wie Twitter angechlossen werden, um dort Nachrichten über ihren Zustand abzusetzen. Den Anfang macht eine Kuckucksuhr über ihren Twitter-Account. Alltagsobjekte im Haushalt oder Elemente des öffentlichen Raums sollen nützliche Daten sammeln und im Netz zur Verfügung stellen, das „Internet der Dinge“. Das ist nicht nur Spielerei. Die Idee ist, durch die Auswertung ständig aktualisierter Zustandsdaten Geräte besser steuern zu können.
#twitter #kuckucksuhr

Was wir nicht im Web gefunden haben: Übersicht über Positionen zur Netzpolitik

Netzneutralität, Urheberrecht, Breitbandversorgung – Interessenten für netzpolitische Themen gibt es viele. Schwierig ist es aber, einen Überblick über die politische Positionen zu gewinnen, die diskutiert werden. Die Materie ist, wie beispielsweise beim Urheberrecht, recht komplex und man wünschte sich eine Übersicht, auf der man die politischen Positionen von Parteien und Interessengruppen vergleichen kann und schnell erfährt, wo die Knackpunkte liegen und wo die entsprechende Gesetzesinitiative im Moment hängt. Für so eine Übersicht dürfte es weniger eines ausgeklügelten Scripts bedürfen als klassischer Gedankenkraft.
#netzpolitk #positionen #parteien


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Dipl.-Psychologin Maria-Christina Nimmerfroh ist tätig als Fachjournalistin für IT und Medien, als Dozentin in der politischen Erwachsenenbildung und als Lehrbeauftragte an Hochschulen. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte liegen im Bereich Marketing/Öffentlichkeitsarbeit für Non-Profit-Organisationen, Organisationsentwicklung, Hochschuldidaktik und Wirtschaftspsychologie, insbesondere Markt- und Konsumpsychologie. Im Bereich Online-Lernen ist sie seit 1998 unterwegs und bildet auch selbst Online-Seminarleiter aus. Aktuell hat Maria-Christina Nimmerfroh Lehraufträge an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg am Fachbereich Wirtschaft und an der Bonner Akademie inne und führt für politische Stiftungen Online- und Präsenzseminare durch.

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