Bloggen für Einsteiger – Teil I – In neun Schritten zum eigenen Blog

Foto von Blanche Fabri unter CC BY 3.0.

Foto von Blanche Fabri unter CC BY 3.0.

Es scheint etwas dran zu sein am Bloggen. Viele Menschen tun dies privat, aber wie kann man Blogs in der Bildungsarbeit oder zur Seminardokumentation nutzen? Die Erfahrung zeigt: Jeder kann bloggen und jeder kann sich ein eigenes Blog einrichten. Ob als Privatperson, gemeinsam mit mehreren Personen oder im Kontext der Bildungsarbeit. In diesem Artikel möchten wir einen Einblick ins Bloggen geben und den Start ins Bloggen erleichtern. Außerdem finden Sie in diesem Artikel eine kleine Anleitung mit den ersten neun Schritten zum Blog.

Was ist ein Blog?

Nicht alle Blogs erfüllen alle in diesem Artikel genannten Merkmale. Eine der schönen Eigenschaften von Blogsoftware ist es, dass sich Blogs inzwischen kinderleicht anpassen und verändern lassen. Die Merkmale treffen also nur meist oder in der Regel auf Blogs im Allgemeinen zu.

Ein Blog (Zusammensetzung aus Web und Log) ist ein Internetauftritt, auf dem eine oder mehrere Personen regelmäßig zu einem thematisch eingegrenzten Bereich Inhalte veröffentlichen. Was früher einmal als online Tagebuch von Einzelpersonen gesehen wurde, ist heute weit mehr. Viele Blogs werden von mehreren Autoren befüllt und die thematische Vielfalt ist groß. Anders als bei einer Website, bei der mehrere einzelne Webseiten nach einer (mehr oder wenigeren) logischen Systematik miteinander verknüpft und zu einem Internetauftritt verbunden sind, ist die Struktur bei Blogs einfach aufgebaut. Inhalte werden in Artikeln veröffentlicht. Diese Artikel werden in abwärts chronologischer Reihenfolge untereinander angezeigt. Zusätzlich können nach Kategorien oder Schlagworten sortiert werden. Jeder Artikel kann mit Datum, Autor, Kategorie und Schlagworten versehen werden. Zusätzlich zu den Artikeln können auch statische Seiten angelegt werden. Vernetzung spielt beim Bloggen eine große Rolle und Kommunikation ist ein wesentlicher Bestandteil eines Blogs.

Hat ein Leser einen RSS-Feed abonniert, werden ihm die neusten Artikel im RSS-Reader angezeigt.
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Austausch, Diskussion und Feedback zu einzelnen Artikel sind dementsprechend von elementarer Bedeutung. Die Kommentarfunktion, die zu jedem Artikel aktiviert werden kann, ermöglicht eben diese Vernetzung. Die Inhalte eines Blogs lassen sich per RSS-Feed abonnieren und z.B. via Twitter, Facebook und Google+ verbreiten. Darüber hinaus sind Links zu anderen Blogs zu finden. Die meisten Blogs werden mit einer Blogsoftware erstellt. Diese meist kostenfreien Content Management Systeme (CMS) sind leicht zu bedienen und ermöglichen einen einfachen Start ins Bloggen.

Ein Content Management System (CMS) ist eine Software die zur Erstellung von Inhalten, meist Websites, dient. Content Management Systeme lassen sich leicht bedienen und von mehreren Personen benutzen.

Bloggen ist ein kontinuierlicher Prozess, während andere Websites mehr oder weniger statisch sind. Man könnte sagen, ein Blog ist eine einfache Website, in die man schnell rein schreiben kann. Es gibt nicht „das“ Blog.

 Typische Merkmale in der Übersicht

Struktur:

  • Blogs sind abwärts chronologisch und „endlos“ -> die neusten Beiträge stehen oben, die ältesten unten.
  • Die Themen des Weblogs sind in Kategorien sortiert.
  • In Blogs findet eine Verschlagwortung statt.
  • Bei Blogs unterscheidet man zwischen Artikel (Post, Postings) und statischer Seite.
Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Die Artikel eines Blogs sind meist mit Überschrift (1), Datum (2) und Autorenname (3) versehen und zusätzlich werden Schlagwörtern (4) und Kategorien (5) angezeigt.

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Im oberen Drittel befindet sich der Header (Kopf) (1) des Blogs. Hier wird der Blogtitel angezeigt, ggf. auch ein Untertitel. Im Hintergrund kann man (je nach Designvorlage) ein Bild einfügen. Darunter folgt das Menü (2), das man individuell anlegen und gestalten kann. Auf der rechten Seite sieht man die Sidebar (3), je nach Design-Vorlage (Theme) kann diese auf der linken oder rechten oder auf beiden Seiten sein. In der Sidebar kann man sogenannte Widgets einzufügen, und jederzeit beliebig verändern oder umstellen, z.B. Kalender, Suchfeld oder eine Schlagwortwolke. Dann gibt es noch den Artikelbereich (4). Hier werden die Artikel angezeigt.

Inhalte:

  • Das Thema eines Blogs ist relativ klar umgrenzt.
  • Die Inhalte haben einen aktuellen Bezug.
  • Blogs sind bewusst subjektiv bzw. erheben keinen Anspruch auf Objektivität. Sie sind häufig in der Ich-Form geschrieben.
  • Blogs können Text, Bilder, Audios und / oder Videos enthalten.

Vernetzung:

  • Die Kommentar-Funktion ermöglicht Austausch und Feedback zu den Inhalten.
  • Die Inhalte eines Blogs lassen sich per RSS-Feed abonnieren.
  • Inhalte können auf Twitter, Facebook, Google+ und weiteren sozialen Netzwerken geteilt werden.
  • Die Vernetzung untereinander (Trackback / Pingback) ist von Bedeutung.
Der Blog oder das Blog, das ist hier die Frage? Laut Duden ist tatsächlich beides korrekt, sowohl das Blog als auch der Blog.

Zwei Wege führen zum Blog: selbst- vs. anbietergehostetes Blog

Um ein Blog zu betreiben, muss man kein Informatiker, Grafiker oder Webdesigner sein.  Ein Blog aufsetzen und an die eigenen Bedürfnisse anpassen kann jeder ohne viel Vorwissen.
Die erste Variante ist ein anbietergehostetes Blog. Hier mietet man sich sozusagen bei einem Anbieter ein, der sich um die Technik kümmert. Nachdem man sich einen Account bei einem Bloganbieter angelegt hat, kann man die Blogsoftware direkt über den Browser bedienen und einrichten. Die zweite Variante ist ein auf dem eigenen Server gehostetes Blog, hier wird die Blogsoftware direkt auf den eigenen Server hochgeladen und installiert.
Beide Varianten bieten Vor- und Nachteile. Für welche Variante man sich entscheidet, hängt von den eigenen Bedürfnissen und dem Blogvorhaben  ab.

Anbietergehostet:

Selbstgehostet:

+ Einfache und schnelle Einrichtung
+ kostenlos
– Ggf. Werbung auf der Seite
– Einige Funktion (z.B. Domain-Name) nur beim kostenpflichtigen Premium-Account
– Installation von Plug-ins nicht möglich
– Keine Bestandsgarantie
+   Alle Funktionen nutzbar
+   Eigene Domain
+   Volle Kontrolle über Daten und Funktionen
–   Kosten für Server und Domain
–   Komplexere Installation
–   Rudimentäre Computerkenntnisse benötigt
–   regelmäßige Updates notwendig

Eine kleine Auswahl an Bloganbietern:

  • blogger.de ist ein nicht-kommerzieller Bloganbieter von Dirk Olbertz, Sitz: Deutschland
  • WordPress.com, gehört zum Unternehmen Automattic, Inc., Sitz: San Francisco (USA)
  • Blogger.com, gehört zum Unternehmen Google Inc., Sitz: Mountain View (USA)
  • Tumblr.com gehört zum Unternehmen Yahoo! Inc., Sitz: Kaliforniern (USA)
  • Pinterest.com, gehört zum Unternehmen Cold Brew Labs Inc., Sitz: San Francisco (USA)
  • Twoday.net, gehört zum Unternehmen Knallgrau New Media Solutions GmbH, Sitz: Wien (Österreich)
  • blogsport.de, gehört zum Unternehmen blogsport UG, Sitz: Berlin (Deutschland)

WordPress ist eine freie Software. Das bedeutet nicht nur, dass sie frei erhältlich ist, sondern auch, dass der Software-Code einsehbar und anpassbar ist.

Die folgende Anleitung erklärt die Einrichtung eines Blogs anhand der Software WordPress. WordPress ist derzeit die verbreiteste Software für Blogs und wird unter freier Lizenz veröffentlicht.

Erste Schritte

Der Anfang ist häufig am schwersten, allein das Wort „Installation“ ist für viele abschreckend. Bei der Bloginstallation oder -einrichtung trifft das nicht zu. WordPress ist eine leicht zu bedienende Blogsoftware und bringt dazu eine Menge Features und Erweiterungsmöglichkeiten mit. Außerdem gibt es zahlreiche Plug-ins (Zusatzprogramme), die man installieren kann, wodurch man seinen Blog seinen individuellen Bedürfnissen anpassen kann.
Installation

Installation

Das selbst-gehostete Blog

Um die WordPress-Software selbst zu verwalten, benötigt man zunächst einen eigenen Server. Den erhält man bei dem Provider seiner Wahl. Institutionen sollten den hausinternen Admin dazu fragen. Danach muss man sich die aktuelle WordPress-Version herunterladen und entpacken. Anschließend muss man den Anweisungen in der „lies-mich“ Datei folgen. Man sollte bereits einige Daten von seinem Provider zur Hand haben wie z.B. die Details seiner Datenbank. Die meisten Provider verfügen über gute Hilfe-Seiten, wo man nachlesen kann, wie man diese Details findet.

Das Anbieter-gehostete Blog

WordPress.com ist ein Unternehmen – nicht zu verwechseln mit dem Entwicklungssystem der freien Software WordPress.org. Hier kann man sich ein anbietergehostetes Blog „mieten“. Bei WordPress.org kann man die Installationsdateien für das selbstgehostete Blog herunterladen.

Die anbietergehostete Variante ist schnell erstellt. Im Gegensatz zur selbstgehosteten Variante braucht man hier keinen eigenen Server, das Blog liegt auf dem Server des Bloganbieters. Auf WordPress.com klickt man auf „Leg Los“ und nachdem man einige Daten in ein Formular eingetragen hat (Name, Blogname, E-Mail-Adresse), ist das Blog als Rohentwurf fertig. Hierfür bietet WordPress eine Schritt-für-Schritt-Anleitung an. Die Blogadresse setzt sich aus dem eigenen Blognamen und wordpress.com zusammen: blogname.wordpress.com. Das Basisblog ist kostenlos. Will man eine eigene Domain registrieren, zusätzliche Funktionen nutzen wie z.B. Anpassung des Designs, hochladen von Audio- und Videodateien und keine Werbeanzeigen auf dem Blog haben, dann hat man die Möglichkeit, die Premiumversion zu mieten. Dies kostet dann allerdings $99 im Jahr. Für den Einstieg sollte man zunächst mit der kostenlosen Variante beginnen und dann ggf. auf den Premium-Account upgraden.

Backend – die Schaltzentrale des Blogs

Sobald das Blog installiert ist oder man sich bei einem Bloganbieter registriert hat, kann es losgehen. Nachdem man sich bei seinem Blog angemeldet hat, gelangt man ins „Backend“, sozusagen zu der Schaltzentrale eines jeden Blogs. Hier kann man das Blog einrichten und anpassen, Inhalte schreiben und verwalten.Und so sieht das Backend bei WordPress (selbstgehostet) aus:
(Erläuterungen zu den einzelnen Funktionen finden Sie in Teil II dieser Artikelreihe.)

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

 

  1. Dashboard (zu Deutsch: Armaturenbrett): Hier erhält man einen Überblick über seinen Blog.
  2. Artikel/Beiträge: Hier kann man Artikel erstellen und man sieht die bisher erstellten Artikel/Beiträge aufgelistet. Außerdem kann man die Kategorien des Blogs festlegen.
  3. Mediathek: Hier hat man die Möglichkeit Bilder, Dokumente und Multimediadateien abzulegen und hinterher in seinen Blog einzubinden.
  4. Links: Hier kann man Links zu anderen Blogs oder Websites eintragen und auf der Startseite anzeigen lassen.
  5. Seiten: Hier kann man Seiten erstellen und verwalten.
  6. Kommentare: Hier verwaltet man die Kommentare. (Bei WordPress kann man selbst festlegen, ob Kommentare sofort im Blog erscheinen sollen oder ob diese erst durch den Blogbetreiber freigeschaltet werden.)
  7. Design: Hier kann man Einstellungen die das Aussehen des Blogs betreffen vornehmen. Es gibt eine große Anzahl an Themes (Vorlagen), die man als Design für sein Blog benutzen und oft an seine eigenen gestalterischen Wünsche anpassen kann. Außerdem kann man individuelle Menüs anlegen und Kategorien und Seiten hinzufügen.
  8. Plug-ins: Plug-ins sind Zusatzprogramme für ein Blog. Unter diesem Punkt findet man eine Übersicht über die bereits vorhandenen Plug-ins und kann neue installieren. Plug-ins sind einfach über das Backend zu installieren. Es gibt eine große Anzahl von Plug-ins aus vielen Bereichen.
  9. Benutzer: hier erhält man eine Übersicht über die Benutzer, kann Benutzer anlegen oder löschen und die Benutzerrechte verwalten. Es lassen sich beliebig viele Personen als Benutzer anlegen. Jedem Benutzer kann man individuell Benutzerrechte zuweisen. Die unterschiedlichen Benutzerrollen: Abonnent kann nur im Blog lesen; Mitarbeiter: Kann Artikel verfassen und nur seine eigenen auch verändern, diese müssen aber vom Admin freigeschaltet werden; Autor: Kann eigenen Artikel schreiben, bearbeiten und veröffentlichen; Redakteur: Kann alle Artikel schreiben, bearbeiten, veröffentlichen und auch Seiten anlegen; Admin: Darf alles im Blog.
  10. Werkzeuge: Unter Werkzeuge lassen sich Daten aus dem Blog exportieren und weitere Spezialfunktionen einstellen.
  11. Einstellungen: Hier kann man allgemeine Einstellungen vornehmen.

Tipp: Nehmen Sie sich einfach einmal eine Stunde Zeit und erkunden Sie ganz in Ruhe Ihren Blog. Schauen Sie sich jeden Punkt an und testen sie die unterschiedlichen Funktionen. Jede Funktion ist auch mit einer Mini-Erklärung versehen, die erscheint, wenn man mit dem Mauszeiger darauf fährt.

Neun Schritte zum Blog

  1. Installieren Sie die Blogsoftware auf Ihren Server. / Legen Sie ein Blog bei einem Bloganbieter an.
  2. Loggen Sie sich im Backend Ihres Blogs ein.
  3. Gehen Sie im Menü auf den Punkt Einstellungen und schauen Sie sich dann die Unterpunkte an und legen Sie die Voreinstellungen Ihren Wünschen entsprechend fest. So können Sie z.B. festlegen, wer bei Ihnen im Blog kommentieren darf, wann Kommentare sichtbar werden und ob Ihr Blog für Suchmaschinen durchsuchbar sein soll.
  4. Machen Sie sich vorab offline ein paar Gedanken zur Struktur des Blogs. Überlegen Sie sich, welche Elemente Sie im Blog nutzen wollen und welche Zielgruppe Sie haben. Überlegen Sie, welche Kategorien Sie brauchen.
  5. Suchen Sie sich ein Theme (Vorlage für ein Design) aus. Es gibt zahlreiche Themes, die man über das Backend installieren kann.
  6. Legen Sie nun die Kategorien an. Dazu klicken Sie im Menü auf Artikel/Beiträge und dann auf Kategorien.
  7. Legen Sie ggf. Seiten an wie z.B. Über uns, Kontakt, Impressum.
  8. Legen Sie ein Menü an, dem sie die gewünschten Kategorien und Seiten hinzufügen. Dazu gehen Sie im Menü auf Design und dann auf Menüs, klicken Sie auf das Plus-Zeichen um ein neues Menü zu erstellen.
  9. Passen Sie die Widgetleiste in der Sidebar (variiert je nach Themevorlage) an. Entfernen Sie alle Widgets, die Sie nicht nutzen möchten, und fügen sie ggf. neue hinzu.

Nun ist der Blog startklar fürs Bloggen. Wie man Artikel erstellt und welche Feinheiten dabei zu beachten sind, erfahren Sie im zweiten Teil der Artikelreihe. Außerdem werden wir ein paar nützliche Plug-ins vorstellen, erklären, was ein Multiblog ist, und zeigen, wie man Blogs zur Seminardokumentation nutzen kann.


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Der Artikel (Text) auf dieser Seite steht unter der CC BY 3.0 DE Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Blanche Fabri für pb21.de.
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Freiberuflerin im Bereich Medien und Kommunikation, Dozentin in der Erwachsenenbildung insbesondere im Bereich politische Bildung, Web 2.0 und Videotraining, Producerin von (Web-)Videos und anderen Web 2.0 Inhalten.

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