Bloggen für Einsteiger – Teil II – Artikelschreiben, Plug-ins installieren, Seminare dokumentieren

Dieser Artikel ist der zweite Teil der Artikelreihe Bloggen für Einsteiger. Der erste Teil führte in neun Schritten zum eigenen Blog.
Am Ende dieses Artikel finden Sie zusätzlich als OER eine Handout zum Einsatz in Seminar und Unterricht: Anleitung zu den ersten Schritten beim Artikelschreiben.

Nachdem in Teil I dieser Artikelreihe erklärt wurde, wie ein Blog installiert wird, die ersten Vorüberlegungen hinsichtlich Kategorien und Struktur getroffen wurden und der Blog eingerichtet wurde, kann es nun an das Artikelschreiben gehen. Welche Feinheiten es dabei zu beachten gibt, werden wir uns in diesem Artikel anschauen. Außerdem werden wir einige nützliche Plug-ins vorstellen und erklären, wie Blogs zur  Seminardokumentation genutzt werden können.

Artikel schreiben

Wie funktioniert eigentlich Embedding?

Video „Jöran erklärt Embedding“ von Jöran Muuß-Merholz unter CC BY 3.0.

weitere Informationen zum Embedding auf pb21.de

Um einen Artikel zu schreiben, muss man zunächst im Menü auf „Artikel“ und dann auf „Erstellen“ klicken. Nun öffnet sich ein Text-Editor, in dem man den Artikel schreiben kann. Neben der normalen Editor-Ansicht, der visuellen Ansicht, kann man auf eine HTML-Ansicht wechseln. Dort kann man HTML-Codes z. B. Embedding-Codes von Videos oder Podcasts direkt einfügen (siehe Video rechts). Solange man den Artikel nicht veröffentlicht hat, bleibt der Artikel im Entwurfsstatus und ist noch nicht online im Blog zu sehen. Einen veröffentlichten Artikel kann man jederzeit wieder depublizieren und auf den Entwurfsstatus zurückstellen. Möchte man Artikel zu einem bestimmt Termin veröffentlichen, kann man die Planen-Funktion nutzen, hierzu klickt man auf den Bearbeiten-Link neben Sofort-Publizieren und gibt die geplante Zeit ein. Anschließend klickt man auf Planen. Der Artikel wird dann an dem ausgewählten Termin veröffentlicht. Außerdem hat man die Möglichkeit, den Artikel nicht öffentlich zu publizieren. Hierbei kann man zwischen der Einstellung privat, dann ist der Artikel nur für registrierte und eingeloggte Benutzer sichtbar, und passwortgeschützt, wählen.

1=Artikel erstellen, 2=Überschrift einfügen, 3=Text verfassen, 4=Publizieren (veröffentlichen). Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

1=Artikel erstellen, 2=Überschrift einfügen, 3=Text verfassen, 4=Publizieren (veröffentlichen). Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Nachdem man den Titel und den Text geschrieben hat, sollte man noch die passende Kategorie und Schlagworte zuweisen. Der Artikel kann jederzeit, auch nachdem er veröffentlicht wurde, wieder geändert werden. Über den Button Vorschau kann man sich anschauen, wie der Artikel aussehen wird. Zwischendurch sollte man nicht vergessen den Artikel zu speichern. (Er ist dann noch nicht veröffentlicht.)

Lange Texte können durch Bilder, Infokästen oder Aufzählungen aufgelockert werden. Das Einfügen von Links befreit von langen Erklärungen, oft reicht ein Link zu einem Wikipedia-Artikel als zusätzliches Informationsangebot. Das Zuweisen von Formatierungen (Überschrift1, Überschrift2 etc.) verschafft denm Blog ein einheitliches Aussehen.

Eine nützliche Funktion im Editor ist die more-Tag-Funktion. Das Einfügen eines more-Tags bewirkt, dass der Artikel in der Darstellung in zwei Teile getrennt wird. Nur der obere Teil wird auf der Startseite des Blogs angezeigt. Erst wenn man auf den Link Weiterlesen klickt, kommt man zur Einzelansicht des Artikels und kann den gesamten Text lesen. Mit der more-Tag-Funktion können dem Artikel also Teaser für die Startseite zugewiesen werden. Dies führt zu mehr Übersichtlichkeit auf der Startseite.

Plug-ins

WordPress bietet eine große Vielfalt an Plug-ins. Plug-ins sind Zusatzprogramme, die für ganz unterschiedliche Funktionen im Blog installiert werden können. Im Menü findet man den Punkt Plug-ins und dort kann man die Plug-ins verwalten und installieren. Viele Plug-ins können als Widget in der Sidebar angezeigt werden. Hierzu geht man im Menü auf Design und dann auf Widgets. Alle verfügbaren Widgets werden in der Mitte angezeigt, per Drag & Drop lassen sich die Widgets nun an die richtige Stelle in der Sidebar schieben.

Widgets einfach per drag&drop verschieben. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Widgets einfach per drag&drop verschieben. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Im Folgenden möchten wir eine kleine Auswahl von nützlichen Plug-ins vorstellen. Die Links in den Zwischentitel führen zu den Websites der jeweiligen Anbieter.

JetPack

JetPack ist ein sehr umfangreiches Plug-in. Es bringt so viele Funktionen mit, dass man schon von einer kleinen Plug-in-Sammlung sprechen kann. So bringt es eine Abonnenten-Funktion mit. Über ein Widget wird das Plug-in in der Sidebar positioniert und Leser können ihre E-Mail-Adresse eintragen und erhalten dann automatisch jeden neuen Blogbeitrag via E-Mail zugeschickt. Eine weitere nützliche Funktion ist die Beiträge-via-E-Mail-Funktion. So lassen sich Blogbeiträge veröffentlichen, indem man den Text einfach als E-Mail an eine hinterlegte E-Mail-Adresse sendet. Der Betreff entspricht dem späteren Blogtitel und der E-Mail-Text dem Artikeltext. Auch angehängte Bilder werden mitveröffentlicht. Anhand von Shortcodes kann der Artikel formatiert und Kategorien zugeordnet werden. Um JetPack nutzen zu können, muss man bei WordPress.com einen Benutzeraccount anlegen.

NextGEN Gallery

Mit diesem Galerie-Plug-in kann man mehrere Bilder als eine Galerie in einem Artikel darzustellen. Darstellungsgröße, Anzahl und weitere Details lassen sich individuell anpassen.

WP-Autoresponder

Mit dem WP-Autoresponder hat man die Möglichkeit Newsletter-Adressen zu sammeln, zu verwalten und Newsletter zu verschicken. Das Plug-in lässt sich als Widget einbinden oder auf einer Seite anzeigen. Die Interessenten müssen eine E-Mail-Adresse angeben und diese E-Mail-Adresse in einer Bestätigungsmail verifizieren. Die Abonnentenadressen lassen sich auch als Datei exportieren, falls man den Newsletter via E-Mail-Programm versenden möchte.

Members Only

Manches Blog ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, gerade im Seminarkontext kann es durchaus sinnvoll sein, den Zugang zum Blog zu beschränken. Dann hat man die Möglichkeit ein Plug-in wie Members Only zu installieren. Nach Aktivierung haben nur noch registrierte Benutzer Zugang zum Blog.

Multiblog

Ab der Version 3.0 bietet WordPress mit der Multiblog-Funktion die Möglichkeit beliebig viele Blogs mit nur einer WordPress Installation zu betreiben und zu administrieren. Gerade im Bereich der Seminardokumentation bietet diese Funktion viele Möglichkeiten. Um die Multiblogfunktion nutzen zu können, muss man diese erst aktivieren. Eine detaillierte Anleitung findet sich im Blog von WordPress-Deutschland.org.

Seminardokumentation mit Blogs

Ein Blog eignet sich sehr gut als Werkzeug zur Seminardokumentation. Das sehr einfache Einbinden von Bildern, Videos und Audiodateien bietet eine gute Möglichkeit, Seminarergebnisse im Blog nicht nur auf der Textebene zu präsentieren. Die Kommentarfunktion bietet die Möglichkeit des Mitwirkens oder des Feedbackgebens und die große Anzahl von Plug-ins lässt einen Blog sehr flexibel erweiterbar werden.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten zur Seminardokumentation und Mitwirkung der Seminarteilnehmer.

  1. Die Inhalte (aktuelle Artikel, Ergebnisse, Bilder etc.) des Seminars werden von der Seminarleitung ins Blog gestellt, die TN können bei Interesse kommentieren -> der Blog dient zur Informationsvergabe ähnlich einem Reader.

  2. Die Inhalte werden von der Seminarleitung eingestellt und durch die Teilnehmer mittels Kommentar ergänzt -> hier erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit aktiv am Blog teilzunehmen, ohne jedoch mit Backend vertraut sein zu müssen.

  3. Die Seminarleitung und die Teilnehmer stellen gemeinsam die Inhalte ins Blog -> hier dient der Blog nicht nur als reine Informationsvergabe, sondern auch als Methode zur aktiven Auseinandersetzung mit dem Seminarthema.

In dem pb21-Artikel Erfahrungen mit Seminarblogs hat sich Thomas Bernhardt mit dem Einsatz von Blogs zur Seminardokumentation eingehend beschäftigt. Die Artikel Blick in den Maschinenraum einer live bloggenden Redaktion und Warum die bpb Veranstaltungen live dokumentiert erhält man weitere Einblicke in die Praxis von Blogs.

Für den Einsatz im Seminarkontext können Sie hier eine kleine Anleitung mit den ersten Schritten (PDF / ODT) zum Blogartikel herunterladen.


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Freiberuflerin im Bereich Medien und Kommunikation, Dozentin in der Erwachsenenbildung insbesondere im Bereich politische Bildung, Web 2.0 und Videotraining, Producerin von (Web-)Videos und anderen Web 2.0 Inhalten.

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