Webschau Juni 2013

Grafik „Webschau“ von Ralf Appelt für pb21.de unter <a title="Zum Lizenztext" href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/">CC BY 3.0 DE</a>.

Grafik „Webschau“ von Ralf Appelt für pb21.de unter CC BY 3.0 DE.

Darüber spricht das Netz …

Die Webschau im Juni kommt natürlich weder am Hochwasser noch an PRISM vorbei. Wir haben das Neuste zur Telekom und ihren Plänen zur Drosselung der Geschwindigkeit von Internetzugängen. Außerdem: Die Proteste in der Türkei und was Gaming in Bildungszusammenhängen leisten kann.

Lesetipps zu PRISM

„Was hat Edward Snowden wirklich enthüllt? Wie überwacht der Geheimdienst NSA wen, und was ist daran neu?“ Einen Überblick über die Zusammenhänge gibt ein Artikel auf zeit.de. Dort sind auch die Ergebnisse einer Befragung nachzulesen, in der fast jeder Zweite digitale Überwachung für richtig hält.
Auch politik-digital.de fasst den Stand der Dinge zusammen und formuliert gleich ein paar Fragen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel Präsident Obama stellen sollte.
Auf spiegel.de wird die zentrale Speicherung als Hauptproblem identifiziert, ob der Staat oder Unternehmen die Daten sammeln, sei zweitrangig.
Und Katharina Nocun schreibt auf carta.info: „PRISM erlaubt dem US-Geheimdienst NSA, unbemerkt Daten von EU-Bürgern bei Facebook, Google, Youtube und vielen anderen abzugreifen. Die NSA hat es damit tatsächlich gewagt, in die Schlafzimmer von EU-Bürgern einzubrechen. Denn in der Kommunikationsgesellschaft ist Digital real: Die Trennung zwischen Netz und Alltag funktioniert nicht mehr, wenn das Netz Teil des Alltags ist. Es geht nicht nur um digitale Bürgerrechte, es geht um die Freiheitsrechte der Zukunft.“
#PRISM #ueberblick #freiheitsrechte


Kurzmeldungen

Twitteraccount @elbpegelstand. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Twitteraccount @elbpegelstand. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Hochwasser im Netz

Die Facebook-Seite „Passau räumt auf“ ist nur eine der Anlaufstellen für freiwillige Hochwasser-HelferInnen im Netz. Unter flut.stomt.de kann man sich konkret für Hilfe anmelden und weiß dann auch schon, was gefordert ist: „Schlamm aus Garagen und Garten schaufeln, Schaufeln und Eimer mitbringen“. Die Seite Fluthilfe Dresden hat knapp 50.000 Gefällt-mir’s gesammelt. (Auffällig ist, dass bei vielen Facebook-Seiten nicht erkennbar ist, wer die Seite initiiert hat.)

Auf Twitter kann man den Pegelstand in der Elbestadt stündlich verfolgen. Ein schöner Überblick darüber, wie sich das Hochwasser im Netz spiegelt – mit Schwerpunkt Open Data – ist auf hyperland.de zusammengestellt.
#hochwasser

Twittern in der Türkei

„Die Demonstranten, die sich rund um den Hashtag #occupygezi gruppieren, haben eine Sache bereits von Anfang an gewusst: Sie selbst müssen dafür sorgen, dass über ihren Protest berichtet wird.“ Über die Netzaktivitäten der Protestierenden berichtet u.a. hyperland.de. Insbesondere auf Twitter versucht die türkische Regierung Druck auszuüben: „Nachdem Twitter sich geweigert hatte, Nutzerdaten im Kontext der Gezi-Proteste an die türkischen Behörden weiterzugeben, hat sich nach Angaben der Zeitung Hürriyetdas Verkehrsministerium eingeschaltet und die rechtlichen Grundlagen des Sozialen Netzwerks überprüft.“ berichtet heise.de.
#occupygezi

Netzpolitische Postionen

Wir haben uns nochmals auf die Suche nach den netzpolitischen Postionen der unterschiedlichen Parteien gemacht und den netzpolitischen Fragebogen entdeckt: diskurs.dradio.de hat bei den Parteien angefragt und um Positionsbestimmung zum Beispiel zu Netzneutraliät, Datenschutz, Urheberrecht und Medienkompetenz gebeten. Eine Analyse von Falk Steiner zur Suche der Parteien nach der „guten Netzpolitik“ auf der gleichen Plattform ist hier zu lesen.
#netzpolitik #positionen

Mehr Transparenz: Was wir von Suchmaschinen wissen wollen

Jürgen Geuter fordert auf spiegel.de, dass Suchmaschinen ihre NutzerInnen mit Metainformationen versorgen müssen: Welche Suchergebnisse sind ausgeklammert? Aus welchen Quellen stammen die Treffer?
„Google und andere Suchmaschinen sind nicht neutral, sie nehmen Bewertungen vor. Nur so können wir im ständig wachsenden Internet noch sinnvoll etwas finden. Aber damit Nutzer den Suchdiensten vertrauen können, müssen die sich endlich an ein paar Spielregeln halten.2
#suchmaschinen 

„Drosselkom“

Mit dem jüngsten Vorschlag der Telekom die geplante Drosselung von Volumentarifen weniger drastisch ausfallen zu lassen, lässt sich die Netzgemeinde nicht beruhigen: „Die sorgt sich nämlich nur am Rande um Schneckeninternet – das wirkliche Problem ist die Aushöhlung der Netzneutralität.“ schreibt das Handelsblatt.

Werbung der Telekom zum Suchbegriff „Drosselkom“ auf Google. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Werbung der Telekom zum Suchbegriff „Drosselkom“ auf Google. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Die Telekom versucht derweil, den Protesten die Sichtweise des Unternehmens entgegenzusetzen. Wer derzeit nach „Drosselkom“ googlet, bekommt eine Werbeanzeige der Telekom angezeigt, die zu einer entsprechenden Seite des Unternehmens verlinkt.
#netzneutralität #telekom

Gaming gegen die „Alternativlos“-Gesellschaft

Farmville statt Fontane? „Wir können Schule, Lernen, berufliche Weiterbildung und auch die Arbeitswelt durch Gamification besser machen. […] Wir haben eine Alternativlos-Gesellschaft. Und das gilt für Politiker aller Parteien. Was fehlt, ist eine Vision. Wie wollen wir in Zukunft arbeiten, leben und lernen? Und genau an dieser Stelle wird Gaming relevant. Hier zeigen die Menschen sehr genau, wie sie gerne arbeiten und kommunizieren wollen.“ Das sagt Christoph Deeg im Interview auf theeuropean.de.
#gaming

MdB 2.0

Das Projekt „MdB 2.0 – Politik transparent & interaktiv“ des Senders Phoenix ist in die Neuauflage gegangen: „Sechs junge Abgeordnete haben sich bereiterklärt, bis zu den Bundestagswahlen ihre politische Arbeit transparent zu gestalten und die Möglichkeit zur direkten Interaktion mit ihnen zu geben.“ Sowohl auf dem zugehörigen Blog als auch auf einer Facebook-Seite und Twitter bieten sich sechs Perspektiven auf ausgewählte Themen und den Wahlkampf selbst. Die ist auch interessant im Hinblick auf die Verknüpfung der Medien Fernsehen und Web 2.0.
#mdb20


Debatte: Netzpolitiker streiten über künftigen „Internetminister“

In jedem Ministerium ein Informatiker oder ein „richtiges Internetministerium“?
„Unter Netz- und Medienpolitikern besteht bislang keine Einigkeit, wie der geplante ständige Internetausschuss im Bundestag auf Regierungsebene gespiegelt werden soll. Vertreter von CDU/CSU, FDP und Grünen plädierten auf einer Diskussionsrunde für einen zentralen Ansprechpartner in der Bundesregierung. SPD und Linke sind dafür, in jedem Ressort IT-Experten anzusiedeln und einen übergeordneten Koordinator im Bundeskabinett zu installieren.“ Es berichtete heise.de.
#internetminister


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Der Artikel (Text) auf dieser Seite steht unter der CC BY 3.0 DE Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Ute Demuth für pb21.de.
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... interessiert sich dafür, wie sich die wandelnde Mediennutzung und Kultur, Gesellschaft und Politik gegenseitig beeinflussen. Seit Ende der 90er ist sie als Freiberuflerin in der politischen Erwachsenenbildung unterwegs und arbeitet zum Beispiel für das Forum Politische Bildung des DGB Bildungswerks. Außerdem schult und berät sie Betriebs- und Personalräte zum Thema Öffentlichkeitsarbeit und zum Einsatz elektronischer Medien. Sie veröffentlicht regelmäßig zu ihren Themen.

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