Mit RSS das eigene Wissensmanagement im Web 2.0 in den Griff bekommen

Das Symbol für RSS - eine Mischung aus Newsletter-Abonnement und Websurfen. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Das Symbol für RSS – eine Mischung aus Newsletter-Abonnement und Websurfen. Logo nicht unter freier Lizenz.

Alte Hasen des Internets beschreiben ihren Umgang mit der „Informationsflut“ im Zeitalter von Web 2.0 gerne mit dem Satz: „Ich surfe nicht nach Informationen – Informationen kommen zu mir!“ Ein zentrales Hilfsmittel dafür: RSS. Wie auch Sie RSS nutzen können, um relevante Inhalte nicht mehr zu verpassen und von den Informationen gefunden zu werden, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was bedeutet RSS?

Die Abkürzung RSS steht für Really Simple Syndication, was so viel bedeutet wie: ziemlich leichte Verbreitung. RSS ist ein Dienst, mit dem man die reinen Inhalte von Webseiten anzeigen lassen kann, ohne Layout (und meist auch ohne Werbung). Seine ganze Stärke spielt RSS aus, wenn man mit seiner RSS-Lesesoftware die Inhalte von verschiedenen Webseiten zusammenführt und bequem an einer Stelle liest. Man kann sich damit quasi eine eigene „Tageszeitung“ zusammenstellen, deren Feuilleton von der F.A.Z. stammt, der Sport vom ZDF und die Lokalnachrichten z.B. aus dem Münchner Merkur. Garniert wird das ganze noch mit Inhalten von Blogs, z.B. zu politischer Bildung und Twitternachrichten. Sogar multimediale Inhalte mit Videos von YouTube und Podcasts von Radiostationen oder PodcaterInnen sind möglich.

Mit einer RSS-Lese-Software können Sie beliebig viele RSS-Abonnements von unterschiedlichen Seiten an einem zentralen Ort übersichtlich im Blick behalten, hier z.B. mit dem RSS-Reader feedly.com Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Mit einer RSS-Lese-Software können Sie beliebig viele RSS-Abonnements von unterschiedlichen Seiten an einem zentralen Ort übersichtlich im Blick behalten, hier z.B. mit dem RSS-Reader feedly.com. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Wie kann man RSS nutzen?

Um RSS nutzen zu können, benötigen Sie lediglich einen RSS-Reader, wie z.B. Feedly (siehe Infokasten weiter unten). Damit können Sie die RSS-Angebote (sog. RSS-Feeds) von großen Nachrichtenseiten, von Blogs, aber auch von Podcasts oder Twittersuchen abonnieren. Ein solcher RSS-Feed hat eine eindeutige Adresse (URL), die Sie in einem RSS-Reader eingeben müssen, z.B. in der Form http://pb21.de/feed oder http://suche.sueddeutsche.de/?query=klimawandel&output=rss

Welche Inhalte kann man mit RSS abonnieren?

Das Internet steckt voller Inhalte. Es gibt unzählige Texte, Bilder, Videos und auch Podcasts (Radio zum Mitnehmen). Viele dieser Inhalte können Sie auch als RSS abonnieren. Sobald Ihr Lieblingspodcaster eine neue Folge veröffentlicht, werden Sie, wenn sie seinen RSS-Feed abonniert haben, automatisch von Ihrem RSS-Reader darauf aufmerksam gemacht.
Wenn Sie auf der Seite z.B. der Süddeutschen Zeitung nach dem Begriff „Bildungspakt“ suchen, können Sie die Ergebnisliste als RSS abonnieren. Mit anderen Worten: Wenn ein neuer Artikel mit diesem Suchwort dort veröffentlicht wird, erfahren Sie davon in Ihrem RSS-Reader. So verpassen Sie keine für Sie persönlich interessante News mehr.
Auch die meisten Blogs bieten automatisch einen RSS-Feed an. Der ist entweder am RSS-Icon auf der Webseite zu erkennen oder manchmal auch an einem ähnlichen Icon innerhalb der Adresszeile Ihres Browsers.

Kommentare abonnieren mit RSS

Kommentare sind für BloggerInnen wie der Applaus für SchauspielerInnen. Und immer mehr Menschen nutzen diese Möglichkeit, Feedback zu geben und sich in einer öffentlichen Diskussion Gehör zu verschaffen. Die weit verbreitete Blogging-Software WordPress bietet zum Beispiel zusätzliche RSS-Feeds nur für die Kommentare zu einzelnen Blogbeiträgen an. Das ist hilfreich, wenn Sie unter einem Blogartikel kommentieren und darüber informiert werden möchten, wenn weitere Kommentare hinzukommen. So sparen Sie sich die Mühe, in regelmäßigen Abständen selbst nachzuschauen, ob neue Kommentare hinzukamen und ob Sie wieder reagieren möchten oder müssen. Der Kommentarfeed zu diesem Beitrag hat übrigens die Adresse http://pb21.de/2013/07/mit-rss-das-eigene-wissensmanagement-im-web-2-0-in-den-griff-bekommen/feed

RSS-Reader
Es gibt unzählige RSS-Leseprogramme. Diese können auf dem eigenen Gerät installiert werden. Ein Beispiel dafür ist die freie Software Thunderbird, die sowohl E-Mail als auch RSS beherrscht. Sehr verbreitet sind inzwischen Cloud-Anbieter, bei denen das RSS-Sammeln und Lesen über den Browser funktioniert. Außerdem gibt es viele verschiedene Apps für mobile Geräte. Weit verbreitet ist z.B. feedly.com, das es für den Webbrowser, aber auch für iPhone und Android gibt. http://feedly.com
Eine ausführliche Überischt über RSS-Leseprogramme finden Sie unter http://www.rss-readers.org/

Suchergebnisse abonnieren

In diesem Blog bieten wir zum Beispiel die Artikel-Serie „Webschau – darüber spricht das Netz!“ an, in der wir monatlich netzpolitische Neuigkeiten zusammenstellen. Wenn Sie über neue Beiträge in dieser Serie automatisch informiert werden wollen, können Sie zum Beispiel in der Suche nach „Webschau“ suchen und dann die Suchergebnisse auch als RSS-Feed abonnieren (oder Sie nutzen diesen Direktlink: http://pb21.de/feed?s=webschau) So verpassen Sie keine zukünftige Webschau mehr.
Solches Abonnieren von Suchergebnissen funktioniert auf vielen Blogs, aber auch auf großen Nachrichtenseiten wie z.B. der Süddeutschen Zeitung. Schauen Sie doch auf der Webseite Ihrer Lokalzeitung nach, ob Sie dort auch einen RSS-Feed finden.
Sie müssen übrigens nicht immer das Gesamtangebot abonnieren, meist können Sie auch nur einzelne Rubriken, wie z.B. den Regionalsport oder Bildungsthemen als RSS-Feed auswählen.

Fazit

Wenn Sie normalerweise im Internet nach Informationen suchen, tippen Sie einen oder mehrere genau definierte Suchbegriffe in ein Suchfeld ein und erhalten sofort die Ergebnisliste. Bei RSS entscheiden Sie sich für viele konkrete Anbieter (z.B. Blogs, Nachrichtenseiten oder YouTube-Kanäle). Immer wenn dort neue Beiträge hinzugefügt werden, erhalten Sie darüber eine Nachricht, worüber Sie in Ihrem RSS-Reader komfortabel an einer zentralen Stelle den Überblick behalten können.
Mit Hilfe von RSS rückt das Internet ein bisschen näher zusammen und die Informationsflut wird etwas kanalisiert. Das erleichtert es Ihnen, den Überblick zu behalten über Themen, die Sie persönlich interessieren.


Creative Commons Lizenzvertrag Inhalte auf pb21.de stehen i.d.R. unter freier Lizenz (Informationen zur Weiterverwendung).
Der Artikel (Text) auf dieser Seite steht unter der CC BY 3.0 DE Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Thomas Pfeiffer für pb21.de.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken finden sich direkt bei den Abbildungen.

Thomas Pfeiffer ist Diplom-Pädagoge und Programmierer. Er schrieb die Bücher „Social Media“ und „Mein Kind ist bei Facebook – Tipps für Eltern“. Zudem entwickelt er Facebook-Spiele und programmiert für Blogs und Twitter. Pädagoge erklärt er jungen und alten Menschen das Internet und engagiert sich im Bereich Netzpolitik und Digitaler Wandel. Er bloggt unter http://tomro.seund lebt und arbeitet in München.

Kategorien: Artikel, Audio & Podcasting, Bloggen & Twittern, Dienste & Werkzeuge, Sonstiges Schlagworte: , , , ,