PB021: „Bildung für Alle“ ist nicht nur eine Frage des Zugangs

Foto „Markus Deimann im Gespräch mit Guido Brombach“ von Jöran Muuß-Merholz unter <a title="Zum Lizenztext" href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/">CC by 3.0 DE</a>.

Foto „Markus Deimann im Gespräch mit Guido Brombach“ von Jöran Muuß-Merholz unter CC by 3.0 DE.

#pb21-Podcast mit Markus Deimann, Fernuniversität Hagen

Markus Deimann hat auf der OER-Konferenz 2013 in Berlin zwei Vorträge gehalten. Der erste beschäftigte sich mit der Frage, warum die Fernuni Hagen kein Vorreiter in Sachen OER ist, der andere unter dem Titel MOOCs oder Murks mit dem Bildungsansatz der sogenannten xMOOCs. pb21 hat das Gespräch mit dem Mitarbeiter im Lehrgebiet Mediendidaktik der Fernuni Hagen gesucht.

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Markus Deimann erklärt im Podcast mit Guido Brombach, die Fernuni Hagen sei ein Medienunternehmen, das Lernmaterialien produziert, distribuiert und evaluiert. Einem solchen Unternehmen fällt es schwer, sich so umzustellen, dass die Studienbriefe kostenlos im Internet veröffentlicht werden können und der Wert des Studiums im Support und der Betreuung liegt. Deimann sagt, OER sei nicht einfach umzusetzen, sondern erzeuge Brüche im System. Die Fernuni Hagen versuche deshalb, jenseits der routinisierten Infrastruktur, Nischen zu finden, in denen mit offenen Bildungsmaterialien und öffentlicher Lehrer experimentiert werden kann. So hat die Fernuni Hagen zum Beispiel einen MOOC zu wissenschaftlichem Arbeiter veranstaltet, an dem auch Interessierte teilnehmen konnten, die nicht an der Fernuni studieren.

Auf die Frage, was die MOOCs der großen amerikanischen Anbieter wie Coursera von denen der Uni Hagen unterscheidet, hebt Deimann auf den Betreuungsaufwand vor dem Beginn eines Studiums ab. Die Studierenden werden über Zeitbudgets und Lernanforderungen aufgeklärt und es gibt vorab und studienbegleitend Beratungsangebote. So etwas suche man bei herkömmlichen xMOOCs vergeblich.

Markus Deimann beklagt, dass MOOCs häufig das Narrativ, „Education is broken“ nähren und sich selbst als Heilsbringer einer neuen Zeit sehen. Darüber hinaus räsoniert Deimann den Technikdeterminismus a la „Wir haben jetzt die Technik, die Bildung für alle möglich macht.“ Das wecke die Erwartung der interessierten Studierenden, dass in jedem ein graduierter Professor schlummern würde.

Deimann konstatiert abschließend, dass sich hinter dem MOOC Hype die generelle Unsicherheit der Universitäten, wie sie sich für das digitale Zeitalter aufstellen sollen, verbirgt.


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Guido Brombach arbeitet als Bildungsreferent für das DGB Bildungswerk. Dort ist er verantwortlich für den Bereich Digitale Kommunikation, Lernen und Medien. Er bemüht sich um die Harmonisierung zwischen der analogen und der digitalen Welt.

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