PB024: Wie digital ist die Bildungsrevolution?

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Foto „Was bildet ihr uns ein?“, nicht unter freier Lizenz.

#pb21-Podcast mit Susanne Czaja von #brevolt

Junge Bildungsrevolutionäre diskutieren auf ihrem Blog, über Twitter und Facebook die Überwindung der Hürden in unserem Bildungssystem. Susanne Czaja spricht mit Jöran Muuß-Merholz über die Aktivitäten und Ziele der Initiative ‘Was bildet ihr uns ein?’.

Außerdem findet sich unten ein Vortragsvideo von Susanne Czaja zu ihren Aktivitäten.

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#brevolt – unter diesem Schlagwort diskutieren die Aktivisten der Initiative „Was bildet ihr uns ein?“ online mit der jungen Generation. Der Hashtag hat dabei nach Susanne Czaja zweierlei Bedeutungen: Einmal steht er für den Begriff Bildungsrevolution und andererseits lässt er sich als Aufforderung „be revolt” – also „sei Teil einer Revolution” verstehen. Die Initiative der Bildungsrevolutionäre probierte verschiedene Möglichkeiten ihre Forderungen zu verbreiten und mit der „Mitte der Gesellschaft” ins Gespräch zu kommen. Mit Facebook und Twitter haben sie ihren Weg gefunden.

Susanne Czaja
… ist Bildungswissenschaftlerin und arbeitet als wiss. Mitarbeiterin im Bereich Schulentwicklungsforschung an der FU Berlin. Dort promoviert sie zum Thema ‘Schulen in schwieriger Lage’. Sie ist Mitautorin des Buches ‘Was bildet ihr uns ein?’ und engagiert sich in der gleichnamigen Initiative.

Susanne Czaja (Foto privat, nicht unter freier Lizenz).

Susanne Czaja (Foto privat, nicht unter freier Lizenz).

Startpunkt der Revolution war die gemeinsame Arbeit von 32 jungen Autoren und Autorinnen an dem im Herbst 2012 erschienen Buch „Was bildet ihr uns ein?’. In Form eines Hürdenlaufs stellen sie dar, welche Schwierigkeiten junge Menschen auf ihrem Weg durch unser Bildungssystem, beginnend bei der frühkindlichen Bildung bis hin zur Promotion, meistern müssen. Ergänzt werden diese durch wissenschaftliche Erkenntnisse und persönliche Geschichten, die, wie Susanne Czaja feststellt, „tatsächlich oft vom Scheitern handeln”. Ihr Buch sei als Aufschrei gedacht gewesen. „Die junge Generation möchte jetzt mal was sagen. Sie möchte die Ungerechtigkeiten im Bildungssystem aufzeigen und etwas dagegen tun.”

Die von der Initiative entwickelten Ziele einer Bildungsrevolution sind grundsätzlicher Art. Sie fordern keine „Reförmchen” hier und da im System, sondern ein komplettes Neudenken der Bildungslandschaft.

Das Buch, das für jeden zugänglich und leicht verständlich für alle geschrieben sei, erhielt die meiste Resonanz in den Medien. Um mit ihren Forderungen aber all diejenigen zu erreichen, die in unserem derzeitigen Bildungssystem aufwachsen, gründete die Gruppe die gleichnamige Initiative und unternimmt verschiedene Aktivitäten. Ein erster Schritt war ein Brief an zahlreiche Politiker auf Landes-, Bundes- und Europaebene. Auf ihrem Blog berichten die Bildungsrevolutionäre über aktuelle Bildungsthemen und ihre Aktivitäten in der analogen Welt. Ins Gespräch aber kommen sie über die bekannten sozialen Plattformen im Netz.

In Bezug auf die Rolle digitaler Medien in einer solchen Revolution „fordern wir recht viel, aber gar nichts so konkretes” sagt Susanne Czaja. Ein großer Aspekt ist für sie die Bedeutung von Medienkompetenz als Grundlage selbstständigen Handelns. „Das Internet ist wie ein gutes, sehr umfassendes Buch und wenn ich das nicht lesen kann, bringt mir der Inhalt nichts.” Schüler und Schülerinnen müssten dabei unterstützt werden zu lernen, wie sie an dieses Wissen herankommen.

Vortrag #brevolt
Der Podcast entstand im August 2013 am Rande der Konferenz “openmind”. Dort stellte Susanne Julia Czaja #brevolt auch in einem Vortrag vor, der in folgender Aufzeichnung dokumentiert ist.

Video „#om13 – #brevolt (Susanne Julia Czaja)“ von PiratenStreaming, nicht unter freier Lizenz.

Inhaltlich möchte Susanne Czaja digitale Medien in der Arbeit der Initiative nicht in besonderer Weise hervorheben. Für die Art der Revolution, die die Aktivisten von ‘Was bildet ihr uns ein?’ führen, haben sie jedoch eine große Bedeutung. Susanne Czaja macht deutlich, wie Facebook und co. die Kommunikation mit einer großen Anzahl an Menschen überhaupt erst ermöglicht. Viele Menschen hätten offensichtlich noch Hemmungen beispielsweise Artikel als Gastautoren auf dem Blog zu veröffentlichen oder Kommentare zu schreiben. Auf facebook und Twitter sei es einfacher mitzureden. Hier gelingt es mit Jungen und Alten, mit Befürwortern und Kritikern den Diskurs über Bildungsungerechtigkeiten zu führen. Sie ermöglichen Austausch und Vernetzung.

Auch für die interne Redaktionsarbeit nutzt die Initiative verschiedene digitale Hilfsmittel. Über Skype-Video-Konferenzen können weitere Aktivisten an den ansonsten analogen monatlichen Treffen teilhaben und mit Etherpad werden Blogartikel gemeinsam erstellt und korrigiert.

Für 2014 plant die Initiative ihre erste große Aktion. Auf ihrem eigenen Bildungsgipfel wollen sie mit verschiedenen Interessenvertretern daran arbeiten, die Bildungshürden zu überwinden.

UPDATE 31.3.2014: Der Junge Bildungskongress 2014 wird vom 26. bis 27. April 2014 in der Evangelischen Schule Berlin Zentrum stattfinden. Für weitere Informationen siehe Flyer | Website


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Jöran ist Diplom-Pädagoge und freiberuflich in verschiedenen Bildungsbereichen aktiv. Am liebsten mag er Schnittmengen aus 1. Bildung / Lernen, 2. Medien / Kommunikation und 3. Management / Organisation.

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