Webschau November 2013

Grafik „Webschau“ von Ralf Appelt für pb21.de unter <a title="Zum Lizenztext" href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/">CC BY 3.0 DE</a>.

Grafik „Webschau“ von Ralf Appelt für pb21.de unter CC BY 3.0 DE.

Darüber spricht das Netz …

Die November-Webschau wirft einen netzpolitischen Blick auf die Koalitionsverhandlungen, beschäftigt sich mit der Transparenz von Algorithmen und fragt nach, was aus „alten“ Webschauthemen wie Leistungsschutzrecht und Facebook-Verbot für LehrerInnen geworden ist.

Lesetipp: Was bisher geschah – Zeitleiste zum NSA-Überwachungsskandal

Der Lesetipp ist zugleich ein Guck-Tipp: 

Unter dem Titel „Was bisher geschah: Zeitleiste zum NSA-Überwachungsskandal“ hat heise.de „alle Meldungen, Artikel und Kommentare zusammengestellt, die es seit dem 6. Juni zum NSA-Überwachungsskandal gegeben hat.

Die Einträge sind verschiedenen Kategorien (Deutschland, USA, Kommentar, Edward Snowden etc.) zugeordnet, abhängig von dem Hauptthema des verlinkten Artikels. Die Zeitleiste, die mit dem Angebot von Tiki-Toki erstellt wurde, wird periodisch aktualisiert werden, um immer einen möglichst aktuellen Rückblick auf die Entwicklungen zu liefern.“

#zeitleiste #ueberwachung


Kurzmeldungen

Wer kontrolliert die Kontrolleure?

Als Reaktion auf einen Beitrag des MDR-Magazins „Fakt“ sind einige Artikel erschienen, die über kürzlich bekannt gewordene Abhöraktionen berichten und sie einzuordnen versuchen. Es berichtet u.a. spiegel.de:
„An einem der größten Internet-Knotenpunkte der Welt, dem De-Cix in Frankfurt am Main, klinkt sich der Bundesnachrichtendienst (BND) in Datenverbindungen ein. In Frankfurt kommen alle möglichen Daten zusammen, auch die von Deutschen. Eigentlich sollte zumindest diese Kommunikation tabu für den Auslandsgeheimdienst sein.“ Auf internet-law.de ist zu lesen, dass dort auch Metadaten erfasst worden sind und das Parlamentarische Kontrollgremium darüber nicht unterrichtet worden sein soll.
#bnd #de-cix

#UADA

Unter diesem Hashtag wird zur Unterarbeitsgruppe „Digitale Agenda“ der Koalitionsverhandlungen getwittert. „Im Gegensatz zu anderen Koalitionsthemen sind die Verhandlungen zur Netzpolitik geräuschlos abgelaufen. Die Netzpolitiker von Union und SPD wollen ein Bekenntnis zu Netzneutralität und Breitbandausbau im Regierungsprogramm einer großen Koalition verankern. Die Gruppe fordert einen ständigen Internetausschuss im Bundestag. Darüber, ob es einen Internetminister oder nur einen Internetstaatssekretär geben wird, sollen die Parteispitzen entscheiden.“ schreibt golem.de.
#koalitionsverhandlungen #uada

Peinlicher Fehler deckt die Unterwanderung von Windows durch die NSA auf

„Ein unbedachter Fehler von Microsoft-Programmierern hat offengelegt, dass spezielle Zugriffscodes, die von der US-amerikanischen National Security Agency präpariert worden waren, heimlich in das Windows-Betriebssystem eingebaut worden sind. Das Zugriffssystem der NSA wurde in jede Windows-Version eingebaut, die derzeit benutzt wird.“ heißt es in einem Telepolis-Artikel von – 1999.
#nsa #windows #1999

Drei Monate Leistungsschutzrecht: Wer kassiert für die Verlage?

Das Thema ist ein bisschen aus dem Blick geraten: Seit Anfang August ist das umstrittene Leistungsschutzrecht in Kraft. „Die Verlage haben noch kein Konzept dafür vorlegen können, wie sie ihre im Gesetz festgeschriebenen Ansprüche wahrnehmen wollen. Die Presseverleger brauchen noch eine Instanz, die Lizenzen verhandelt, Gebühren einsammelt, verwaltet und ausschüttet, kurz: eine Verwertungsgesellschaft für Verlage. Till Kreutzer, Mitbegründer des Informationsportals irights.info dazu: ‘Ich glaube, am Ende kommt überhaupt nichts dabei raus. Nachdem kurze Textpassagen seit der Änderung des Leistungschutzrechtes erlaubt sind, werden die großen Suchmaschinen die Vorschautexte wohl kaum so gestalten, dass sie kostenpflichtig werden.’“
#lsr

Lehrer und Facebook(-verbote)

„Rheinland-Pfalz will bei Facebook nichts dem Zufall überlassen. Dienstliche Online-Freundschaften sind ebenso untersagt wie das Nutzen des Netzwerks als Lernplattform. Die Trennung sei auch nötig, weil der Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule mit dem Geschäftsmodell von Facebook – einer Auswertung persönlicher Daten für kommerzielle Zwecke – nicht zu vereinbaren sei.“ In Bayern und Baden-Württemberg gibt es ein dienstliches Facebook-Verbot, andere Bundesländer wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen setzen auf den eigenverantwortlichen Umgang der Lehrerinnen und Lehrer mit Facebook, sie verzichten auf Regelungen. Es berichtete u.a. heise.de.
#lehrer_innen #facebookverbot 

Studie I: „Politiker im Netz“ – Kein Anschluss unter diesem Profil? 

„Soziale Medien werden aktiv in der politischen Kommunikation eingesetzt. Sie führen durchaus zu einer Reihe von Neuerungen, wie etwa einer stark personalisierten Kommunikation an den Massenmedien vorbei. Utopische Hoffnungen auf eine neue Dynamik des Dialogs und der Beteiligungen sind jedoch – noch jedenfalls – nicht angebracht. Die Abgeordneten erweisen sich als Kommunikationsprofis, die über ihre Online-Präsenz vor allem Eigenwerbung betreiben. Sie greifen dabei gerne auf die Unterstützung von Mitarbeitenden und Dienstleistern zurück. Der aktive Austausch mit der Netzgemeinschaft, die Beobachtung von Diskussionen, die Aufnahme von Anregungen spielt derzeit eine nur untergeordnete Rolle.“ Ein Artikel zur Studie ist auf dem Hamburger Wahlbeobachter zu lesen.
#politik #socialmedia

Studie II: Auf der Suche nach digitalen Mentalitäten

„Die digitale Spaltung, der ‘Riss durch die Gesellschaft’ – die vermeintliche Lücke zwischen der sogenannten Netzelite und dem durchschnittlichen Surfer, den ‘Nerds’ und den ‘Anderen’, ist seit Jahren ein Dauerbrenner in der Selbstbespiegelung der Netzszene. Eine Studie hat sich nun wissenschaftlich damit befasst und gefragt, wie sich durchschnittliche deutsche Internetnutzer im Vergleich zu den besonders Aktiven im Netz verhalten. Ähneln sich die Einstellungen von Webaktiven und ‘Durchschnittsnutzern’ oder unterscheiden sie sich fundamental voneinander? Wie bewerten beide Gruppen die Internetkompetenz von Parteien und wie netzpolitische Themen?“ Die Antworten finden sich auf politik-digital.de.
#netzelite #durchschnittssurfer


Debatte: Hinweispflicht auf Algorithmen

In der Reihe „Netzdebatte. Schwerpunkt Überwachung“ der Bundeszentrale für politische Bildung ist ein Interview mit dem Internetunternehmer Stephan Noller auf YouTube zu sehen.

Video „Netzdebatte-Schwerpunkt Überwachung. Der Trailer.“ von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, nicht unter freier Lizenz.

„Algorithmen machen uns nicht nur maßgeschneiderte Musik- und Shoppingvorschläge. Sie bestimmen auf Grundlage individuell gesetzter Parameter auch die Ergebnisse von Google-Suchen, selektieren Nachrichten und ordnen Informationen nach vorprogrammierter Priorität. Wann und vor allem nach welchem Muster selektiert wird, bleibt dabei völlig intransparent. Wie können wir also wissen wann uns möglicherweise Informationen vorenthalten werden? Wer darf entscheiden welche Informationen Priorität haben? Selbstverpflichtung reicht hier nicht aus. Im Interview mit Patrick Stegemann plädiert Stephan Noller deshalb für mehr und vor allem verpflichtende Transparenz beim Einsatz von Algorithmen.“
Weitere Beiträge der Reihe „Schwerpunkt Überwachung“ zeigen u.a. Interviews mit dem Bundesvorsitzenden der Deutschen Polizeigewerkschaft Reiner Wendt, dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz Peter Schaar und mit dem Blogger Michael Seemann. Der Trailer zur Reihe ist hier zu sehen.
#netzdebatte #ueberwachung


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Der Artikel (Text) auf dieser Seite steht unter der CC BY 3.0 DE Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Ute Demuth für pb21.de.
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... interessiert sich dafür, wie sich die wandelnde Mediennutzung und Kultur, Gesellschaft und Politik gegenseitig beeinflussen. Seit Ende der 90er ist sie als Freiberuflerin in der politischen Erwachsenenbildung unterwegs und arbeitet zum Beispiel für das Forum Politische Bildung des DGB Bildungswerks. Außerdem schult und berät sie Betriebs- und Personalräte zum Thema Öffentlichkeitsarbeit und zum Einsatz elektronischer Medien. Sie veröffentlicht regelmäßig zu ihren Themen.

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