PB032: Plötzlich Gamedesignerin!

Screenshot von „Don’t fry the fly“ (nicht unter freier Lizenz).

Screenshot von „Don’t fry the fly“ (nicht unter freier Lizenz).

#pb21-Podcast mit Lea Hofer, die in einem internationalen Team von Jugendlichen ein Computerspiel entwickelte

Lea Hofer hatte Lust, am Computer zu experimentieren. Das dabei entstandene Produkt erhielt einen Medienpreis – und dann war sie plötzlich in einem internationalen Team an der Entwicklung eines Computerspiels beteiligt. Wie eins zum anderen kam und was es mit dem Spiel „Don’t fry the fly“ auf sich hat, erzählt Lea im Gespräch mit Jöran Muuß-Merholz.

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Ein kleines Glühwürmchen möchte zu seiner Freundin. Doch in der mit Licht verschmutzten Stadt fällt es ihm schwer sie zu sehen und auf direktem Weg zu ihr zu finden. Überall wird er von Lichtquellen abgelenkt.

Auf dieser kleinen Geschichte basiert das Computerspiel von Lea Hofer und dem sechsköpfigen internationalen Team von Jugendlichen, in dem sie arbeitete. Dass Lea ein Spiel entwickeln würde, hätte die 18-jährige Schweizerin noch vor kurzem selbst nicht erwartet.

Aus Lust am Experimentieren hatte Lea die 3D-Animationssoftware Blender ausprobiert und mit dieser einen Film erstellt. Ihr Film wurde mit dem bugnplay.ch, dem Schweizer Medien- und Roboterwettbewerb für Kinder und Jugendliche ausgezeichnet. Lea und die Preisträger von ähnlichen Jugendmedienpreisen aus Deutschland, Österreich und Ungarn wurden zur Ars Electronica, dem Festival für neue Medien in Linz eingeladen. Dort durfte sie nicht nur ihren Film vorstellen, sondern wurde auch Teil des Open Game Lab, das während der Festivalwoche drei Schülergruppen die Erstellung von Computerspielen mit professioneller Unterstützung der Zürcher Hochschule der Künste und unter den Blicken der Besucher/innen ermöglichte.

mb21
mb21
ist ein gemeinsames Projekt des Medienkulturzentrums Dresden e.V. und dem Kinder- und Jugendfilmzentrum in Deutschland. Als einziger bundesweit ausgeschriebener Multimediapreis für Kinder- und Jugendliche soll er die Medienkompetenz fördern und eine kreative und reflektierte Teilhabe an der digitalen Medienwelt unterstützen. Trotz der Namensähnlichkeit steht mb21 nicht in Verbindung mit pb21.de.

Das Team um Lea überlegte sich zur Vorgabe ein Serious Game zu entwickeln: die Geschichte des kleinen firefly, einem Glühwürmchen. Obwohl die Gruppe bisher wenig Erfahrungen im Bereich Gamedesign hatte, konnte sie am Ende der Woche den Prototypen von Don’t fry the fly präsentieren. Während zwei Teammitglieder die Grundstrukturen des Spiels programmierten, kümmerten sich die anderen um grafische Umsetzung und Sounds. „In den ersten zwei Tagen habe ich vor allem den anderen über die Schulter geblickt.“, berichtet Lea. Sie hat zunächst Einblicke ins Programmieren erhalten und sich dann die kniffligen Level ausgedacht und umgesetzt.

Lea hat während der Woche in Linz jede Menge über die Entwicklung eines Computerspiels gelernt, besonders gern erinnert sie aber auch die internationale Zusammenarbeit: Zum einen konnte sie ihre Englischkenntnisse aus der Schule endlich praktisch verwenden. Darüberhinaus berichtet Lea: „Es war sehr spannend für mich, auch einmal in andere Kulturen zu schauen.“

Die Gruppe hat nach dem Festival noch weiter an ihrem Spiel gearbeitet und erhielt im November 2013 den mb21-Sonderpreis in der Kategorie Games. Im Dezember haben sie die aktuelle Version schließlich auch als Android-Variante im Google Play Store veröffentlicht. Die Versionen für Linux, Mac OS X und Windows sind weiterhin frei zugänglich. Weitere Infos zum Projekt veröffentlichen die jungen Gamedesigner auf ihrer Facebook-Seite. Außerdem gibt es ein Porträt ihrer Arbeit auf migros-kulturprozent.ch.


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Tessa hat im August 2013 ihr Lehramtsstudium mit den Unterrichtsfächern Mathematik und Sport an der Universität Hamburg abgeschlossen. Sie hat sich während des Studiums insbesondere mit alternativen Formen von Schule und Lernen auseinandergesetzt. Die Verbindung von Lernen und Digital gehörte zu ihren liebsten Themen, was im Experiment gipfelte, das Studium papierfrei und iPad-zentriert abzuschließen. Tessa beschäftigt sich nun ohne Uni und Schule weiter mit diesen Themen.

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