Skizze zu OER by Ralf Appelt (Ausschnitt) unter CC BY-NC-SA 3.0

Skizze zu OER by Ralf Appelt (Ausschnitt) unter CC BY-NC-SA 3.0

Ein Dossier zu freien und offenen Bildungsmaterialien

Das Bearbeiten und Weitergeben von Lehr-Lern-Unterlagen ist im Sinne des kollegialen Austauschs eine verbreitete Praxis, ob in der Schule oder in der Bildungsarbeit, ob auf Papier oder digital. Mit digitalen Werkzeugen und digitalen Inhalten ist das Bearbeiten und Weitergeben viel einfacher geworden. Gleichzeitig setzt das Urheberrecht im digitalen Bereich rigidere Grenzen. (Was erlaubt und was verboten ist, dokumentieren die Websites kopier-regeln.de für die Erwachsenenbildung und schulbuchkopie.de für die Schule.) Anlässlich der Open Education Week 2014, die weltweit von 10. bis 15. März 2014 stattfindet, haben pb21.de und werkstatt.bpb.de ihr Dossier rund um offene Bildungsressourcen erneuert.

Als Alternative entdecken immer mehr Menschen Materialien, deren Lizenzen das Kopieren und Weitergeben, häufig auch das Bearbeiten und bisweilen sogar das Verkaufen ausdrücklich gestatten. Solchen sogenannten OER – Open Educational Resources, also freien oder offenen freien Bildungsmaterialien widmet sich dieses Dossier mit Artikeln, Video-Interviews und Podcasts von pb21.de und werkstatt.bpb.de. Darin finden Sie Einführungen ins Thema, Gespräche mit Praktikern und Berichte aus anderen Ländern zum Thema OER.

Die OER-Konferenz im September 2013

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Logo der OER-Konferenz 2013 by Markus Büsges via wikimedia unter CC BY-SA 3.0

Lehrende sind Remix-Künstlerinnen und -Künstler. Sie suchen nach guten Bildungsmaterialien, produzieren selbst welche und stellen daraus wieder neue Kombinationen zusammen, um Lernenden optimale Ressourcen zu bieten. Die OER-Konferenz 2013 (#OERde13) der Wikimedia Deutschland e.V. fand am 14. und 15. September 2013 in Berlin statt und brachte deutschsprachige und internationale Akteure rund um das Thema Open Educational Resources (OER), also freie Bildungsmaterialien, zusammen. pb21.de und werkstatt.bpb.de waren Veranstaltungspartner und berichteten über die OER-Konferenz:

Die Berichterstattung und Experteninterviews zur OER-Konferenz 2013 von werkstatt.bpb.de

Auf pb21.de wurde zur OER-Konferenz live gebloggt und im WebTalk diskutierten Guido Brombach von pb21.de und Oliver Baumann von werkstatt.bpb.de mit weiteren Akteuren zu den Themen der Konferenz. Einen visuellen Eindruck der OER-Konferenz geben die 50 besten Fotos.

Open Educational Development – Einfach mal machen?

Gemeinsam mit Lehrenden der schulischen und außerschulischen Bildung sowie Experten und Expertinnen im Bereich Open Educational Resources entwickelte die Werkstatt der Bundeszentrale für politische Bildung im Jahr 2013 freie Bildungsmaterialien zu den Themen „Rechtsextremismus“ und „Erster Weltkrieg“ – interaktiv, kollaborativ und offen. Das Ziel war, am Ende modellhaft offenes Unterrichtsmaterial zu beiden Themen entwickelt und auf dem Weg dahin möglichst viel gelernt zu haben. Das Gelernte haben wir transparent gemacht. Nach viel Theorie und Diskussion hieß es: Einfach mal machen! Wie das mit dem Entwickeln funktioniert hat und was im Verlauf des Prozesses passiert ist, erfahren Sie hier:

Open Educational Development: OER entwickeln

Das eBook „OER für alle!" by werkstatt.bpb.de unter CC BY-SA 3.0

Das eBook „OER für alle!“ by werkstatt.bpb.de unter CC BY-SA 3.0

OER für alle!

Nachdem die Schwesterprojekte pb21.de und werkstatt.bpb.de im vergangenen Jahr viel über offene Bildungsressourcen berichtet haben, entstand die Idee, ein eBook aus ausgewählten Inhalten der beiden Projekte aufzusetzen. OER für alle!Positionen zu „Offenen Bildungsmaterialien“ hat es die Werkstatt der bpb getauft.

Die Kapitel des eBooks:

1. OER – Grundlagen

2. OER – rechtliche Grenzen und Möglichkeiten

3. Aktuelle OER-Initiativen

4. Freie Bildungsmaterialien herstellen

OER für alle!

Einen Überblick über das Thema „Rechte klären“ beim Erstellen einer eigenen App unter freier Lizenz gibt die Artikelreihe auf pb21.de:

Inwiefern das Konzept der „Offenen Bildungsmaterialien“ aber auch weiterhin irreführend ist, greift der Artikel OER ist alles. Oder ist im Web alles OER? auf.

 

Creative Commons als Urheberrecht 2.0?

In dieser dreiteiligen Artikelreihe gibt pb21-Autor Thomas Bernhardt, Vorstand des EduCamp e.V., eine Einführung in das Thema „freie Lizenzen“:

Nach den Creative-Commons-Lizenzen 2.0 kamen die Versionen 3.0 und 4.0. Was die Aktualisierung der Lizenzen für OER bedeutet ist im pb21-Artikel „Diese Version soll die endgültige sein“ – Was kommt mit CC-4.0? zusammengefasst. Um Inhalte, die unter CC-Lizenzen veröffentlicht wurden, effizient kennzeichnen, organisieren und finden zu können bietet es sich an, nicht nur einen Hinweis zur verwendeten Lizenz unter den Beitrag oder das Foto zu setzen, sondern die CC-Lizenzen auch für Maschinen lesbar zu machen. Was genau das bedeutet und wie sich dies allgemein und im besonderen in WordPress umsetzen lässt zeigen diese beiden How-Tos:

Der Artikel „Von Sammlern und Suchenden: Wie Edutags das Organisieren von Lehr-Lern-Materialien erleichtern will“ stellt den Social-Bookmarking-Dienst Edutags vor, eine Möglichkeit OERs gemeinschaftlich zu organisieren und zu verbreiten. Im #pb21-WebTalk – Edutags und Maschinenlesbare CC-Lizenzen wurden beide Themen vorgestellt und diskutiert.

 

OER in der Praxis

Der Lehrer Felix Schaumburg, einer der Autoren des Whitepapers „Open Educational Resources (OER) für Schulen in Deutschland“, gibt Hinweise für den praktischen Einstieg: 10 nützliche Tipps, um mit OER zu starten. Schließlich startete pb21.de im März 2013 ein Experiment: Inwieweit vertragen sich die Ansprüche an offene Standards und freie Lizenzen mit dem aktuellen E-Book-Markt? Zunächst wurde gezeigt, wie man in 10 Schritten ein eigenes E-Book erstellen kann. In Teil 2 der Artikelreihe prüften wir dann, wie sich unsere Ansprüche und die Bedingungen der großen Stores von Amazon, Apple und Google miteinander vertragen.

Auch bei YouTube lassen sich Videos mittlerweile unter einer freien Lizenz veröffentlichen. Ganz nach dem Motto der CC-Lizenzen bieten sich diese Videos zum Remix an. Was genau damit gemeint ist und wie der Video-Remix funktioniert erklärt die Aufforderung zum Remix!

Seit der letzten Aktualisierung dieses Dossiers sind in 2013 MOOCs in Deutschland angekommen. Martin Lindner beschreibt in Massenkurse im Internet: Wirklich eine Bildungsrevolution? die Rolle von OERs in diesen Massive Open Online Courses.

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Rip-Mix-Copy-Materialien by Jöran Muuß-Merholz unter CC BY 3.0

Gespräche mit Praktikern und anderen Experten

Impressionen aus den Video-Interviews zu OER by Lutz Berger unter CC BY 3.0

Impressionen aus den Video-Interviews zu OER by Lutz Berger unter CC BY 3.0

pb21.de und werkstatt.bpb.de waren im September 2012 an der Uni Bremen vor Ort, als das OERcamp, das erste BarCamp zu digitalen und offenen Lehr-Lern-Materialien stattfand. In mehreren Videos und Podcasts wurden Eindrücke und Gespräche dokumentiert. Auch nach dem OERcamp gingen die Diskussionen um offene Bildungsmaterialien weiter. pb21.de und werkstatt.bpb.de haben sie in Interviews, Podcastreihen und Berichten dokumentiert:

Auf der OER-Konferenz hat pb21.de mit den anwesenden Experten und Expertinnen das Videoprojekt 8×8-Fragen zu OER durchgeführt. 8 zentrale Fragen zu OER wurden 8 Akteuren aus der OER-Debatte gestellt. Die 64 Antworten bieten einen Querschnitt zu grundsätzlichen und aktuellen Diskussionen um OER und können in der 8×8-Video-Matrix durchstöbert werden.

„Open Education – Wem gehört die Bildung?“ – SpeedLab

Am 30. November 2012 lud werkstatt.bpb.de zur Veranstaltung “Open Education – Wem gehört die Bildung?”. Es ging um Fragen rund um freie Lehr- und Lernmaterialien. Dazu gab es zwei Input-Referate zu den Themen „OER – Was ist das? Was kann das?“ und Urheberrechtsfragen im Zusammenhang mit offenenBildungsmaterialien. Anschließend fanden vier Kurzworkshops und eine Podiumsdiskussion statt:

  • OER – Was ist das? Was kann das? (Video) – Zusammenschnitt des Input-Vortrags von Jan Neumann, Hochschulbibliothekszentrum NRW, Blogger und UNESCO-Beobachter auf dem UNESCO Weltkongress OER
  • Wenn nicht sein darf, was doch sein sollte (Video)– Zusammenschnitt des Input-Vortrags von Matthias Spielkamp, Gründungsmitglied von iRights.info und Journalist
  • Impressionen aus den LernLabs (Video) – Statements von Referenten und Teilnehmern zu den Workshops
  • Drei Akteure, drei Meinungen, eine Zukunft? (Video) – Podiumsdiskussion zur Zukunft von OER mit Jöran Muuß-Merholz, Bildungsagentur Jöran und Konsorten, Tilo Knoche, Sprecher der Geschäftsführung des Klett-Verlags und Lothar Palm, learn:line NRW und Medienberatung NRW unter der Moderation von Markus Heidmeier, Kooperative Berlin.

 

Internationale Rundschau: OER in anderen Ländern

Auf werkstatt.bpb.de wird in loser Reihenfolge vorgestellt, was in anderen Ländern in Sachen OER geschieht. Bisher sind folgende Artikel erschienen:

  • Polnische Pioniere Polen investiert in den OER-Gedanken, initiiert Projekte und Plattformen und stattet Schulen mit digitalen Endgeräten aus. Dr. Jochen Thermann, Autor und Referendar in Berlin, blickt auf eine Bildungsreform im polnischen Nachbarland, während die Diskussion hierzulande nur selten über Schultrojaner und Urheberrechtsverletzungen hinausgeht.
  • Open Education in den USA: Viele Akteure für ein Ziel Die Entwicklung von Open Educational Resources ist in den USA dezentral durch unterschiedliche Akteure und Initiativen gesteuert. Leonhard Dobusch, Juniorprofessor am Institut für Management der Freien Universität Berlin und Blogger, fasst die Lage in den USA zusammen und gibt seine Handlungsempfehlung für Deutschland.
  • “Lehrer 2.0” – Norwegen Einen Vortrag beim Hamburger SpeedLab hielt Marion Federl, Lehrerin und Fachredakteurin für die National Digital Learning Arena, ein norwegisches Open Source-Projekt für Unterrichtsmaterialien. Sie erklärte, wie es möglich ist qualitativ hochwertige Unterrichtsmaterialien frei zugänglich und nutzbar zu machen, ohne Urheberrechte zu verletzen. Der Vortrag ist als gespeicherter Stream abrufbar.

 

Haben Sie Fragen rund um das Thema OER? Wünschen Sie sich weitere Artikel? Wir freuen uns über Kommentare, Kritik und Themenwünsche. Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion unten oder nehmen Sie Kontakt mit den Redaktionsteams von werkstatt.bpb.de oder pb21.de auf.

 


Creative Commons Lizenzvertrag Dieser Artikel steht unter der CC-by-Lizenz (mehr dazu). Die Namen der Autoren / Rechteinhaber sollen wie folgt genannt werden: CC-by-Lizenz, Autor: Jöran Muuß-Merholz, Tessa Moje und Jaana Müller für pb21.de und werkstatt.bpb.de

Tessa hat im August 2013 ihr Lehramtsstudium mit den Unterrichtsfächern Mathematik und Sport an der Universität Hamburg abgeschlossen. Sie hat sich während des Studiums insbesondere mit alternativen Formen von Schule und Lernen auseinandergesetzt. Die Verbindung von Lernen und Digital gehörte zu ihren liebsten Themen, was im Experiment gipfelte, das Studium papierfrei und iPad-zentriert abzuschließen. Tessa beschäftigt sich nun ohne Uni und Schule weiter mit diesen Themen.