Gruppen-Bildung IV: WordPress mit BuddyPress zur Community ausbauen

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eine #pb21-Artikelreihe zum Einsatz von digitalen Gruppen für Klassen, Seminare und Projekte – Teil IV

Sich regelmäßig ändernde AGBs oder die fehlende flächendeckende Verbreitung machen die Entscheidung für ein kommerzielles Netzwerk wie Facebook oder Google+ für die Bildungsarbeit nicht einfach – ganz abgesehen von der fernab jeder Kontrolle stattfindenden Datenverarbeitung. Daher liegt es durchaus nahe, sich mit Alternativen zum Aufbau und zur Pflege von Netzwerken auseinanderzusetzen. Neben der dezentralen Netzwerksoftware Diaspora, welche weiterhin ein Schattendasein führt, bietet das Plugin-Bundle BuddyPress eine Erweiterung für alle, die eine Website mit WordPress betreiben (wollen).

BuddyPress vereint eine Reihe von Social Networking-Komponenten, die es ermöglichen, eine auf WordPress basierte Website zu einer flexibel gestaltbaren Community zu erweitern.

Funktionen von BuddyPress

Zu den Komponenten, aus denen sich BuddyPress zusammensetzt, gehören

  • der für Communities unerlässliche Aktivitätenstream,
  • die Verwaltung eines eigenen Profils,
  • ein Benachrichtigungssystem,
  • das Anlegen von Gruppen mit Foren und privaten Nachrichten sowie
  • selbstverständlich das Verbinden mit Freunden.

Außerdem besteht die Möglichkeit, durch das Aufsetzen von BuddyPress auf WordPress (de facto ist BuddyPress ein Plugin für letzteres), dass sich jeder Nutzer einen eigenen Weblog einrichten kann – vergleichbar einer Seite auf Facebook. Darüber hinaus lassen sich mit Hilfe von Plugins weitere Funktionen flexibel hinzufügen (z.B. Dokumentenverwaltung in Gruppen mit dem Plugin BP Group Documents).

BuddyPress aufsetzen (oder mieten)

BuddyPress wurde im Jahr 2008 von Automattic, der Firma hinter WordPress übernommen, wird aber seit dem lediglich als Non-Profit bzw. Open Source-Projekt gefördert. Im Jahr 2009 folgte ein erster offizieller Release der unter einer GPL-Lizenz angebotenen Software, die seit dem durch eine stabile und aktive Community regelmäßig mit Updates und Erweiterungen versorgt wird (vgl. Wikipedia).
Das Content Mangement System WordPress bildet heute die Grundlage für viele kleine bis mittelgroße Websites. Auf pb21.de wird der Einstieg in WordPress in 9 Schritten erklärt.

Im Gegensatz zu kommerziellen Anbietern wie Facebook & Co. benötigt man beim Einsatz solch einer Lösung ein wenig Know-How im Aufsetzen eines eigenen Webservers (oder man nutzt einen Webhoster) mit zumindest rudimentären Kenntnissen in PHP und SQL. Wer also von sich (bzw. von seinem Admininstrator) behaupten kann, WordPress aufsetzen zu können, der ist auch in der Lage dieses mit BuddyPress zu erweitern. Wer es noch einfacher möchte, kann auch eine komplett gehostet, bezahlte Variante bei einem Anbieter wie Siteground oder WPengine wählen. Welche Vor- und Nachteile die einzelnen Installations-Varianten bieten, erklärt dieser Artikel bei bp-tricks.com. Drei weitere gehostete Lösungen werden hier bei wpmatter.com vorgestellt.

BuddyPress einrichten

Nennt man schließlich eine BuddyPress-Installation sein Eigen (der natürlich die Installation eines WordPress vorausgeht), kann man ein Netzwerk ganz nach eigenen Vorstellungen erschaffen. Steht am Beginn wahrscheinlich noch die Frage, welches der zahlreichen Themes passend ist, so kann man anschließend ganz individuell abgestimmt die Komponenten aktivieren, die für das eigenen Netzwerk von Relevanz sind. Somit lassen sich nicht nur Netzwerke für Nischenthemen erschaffen, sondern auch Communities z.B. rund um Veranstaltungsreihen pflegen.

Beispiel für BuddyPress im Bildungsbereich

Durch die Möglichkeit der Datenverwaltung auf dem eigenen Server unter den geltenden Datenschutzbestimmung in Deutschland, war BuddyPress von Beginn an interessant für Bildungseinrichtungen. So besitzt die Universität Bremen seit Ende 2009 eine eigene Blogfarm mit den Netzwerkkomponenten von BuddyPress (UBlogs). Durch die Quelloffenheit ist es zudem möglich, noch fehlende oder benötigte Funktionen über Plugins zu ergänzen. So wurde z.B. in Bremen das Plugin feedbackr von Oliver Oster geschrieben, um die Verwaltung und das Tutoring von Seminaren und Vorlesungen mit individuellen Studentenblogs zu unterstützen. Zentral ist hierbei die Arbeit mit Gruppen, die i.d.R. gleichbedeutend einer Lehrveranstaltung gehandhabt werden (s. Screenshots von UBlogs):

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Vorteile und Nachteile von BuddyPress

Vergleicht man BuddyPress mit kommerziellen Netzwerken, wird man sehr schnell feststellen, dass BuddyPress insbesondere bezüglich der Datenschutzproblematik und der kompletten Individualisierbarkeit seine höchsten Trümpfe ausspielen kann. Größter Nachteil wird sein, dass potentielle Mitglieder des Netzwerkes erst „mühsam“ ins Netzwerk gebracht werden müssen. Allerdings gibt es auch hierfür Plugins, wie z.B. die WordPress-Erweiterung AddThis Social Sign-In, welches die Registrierung über Facebook, Google+ oder Twitter ermöglicht.

Vor diesem Hintergrund empfiehlt sich BuddyPress weniger für kurzlebige Ad-Hoc-Gruppen mit loser Verbindlichkeit. Es eignet sich vielmehr für Gruppen, die längerfristig / wiederholt zusammenarbeiten und durch eine entsprechende Verbindlichkeit auch bereit sind, einen Ort jenseits der vertrauten Sozialen Netzwerke aufzusuchen.

Egal wie man sich letztlich entscheidet, wie bei einem Netzwerk üblich, will dieses gepflegt werden. Und über eine WordPress-Installation mit der Erweiterung BuddyPress muss eben auch diese gewartet werden. Tut man dies regelmäßig, erhält man ein Netzwerk ganz nach seinen Wünschen.

Links für den Einstieg in BuddyPress


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Dipl.-Medienwiss. Thomas Bernhardt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotionsstudent im Arbeitsgebiet Didaktische Gestaltung multimedialer Lernumgebungen an der Universität Bremen. Er beschäftigt sich mit dem Einsatz von Social Software im Bildungskontext und dem Konzept der persönlichen Lernumgebung (PLE).

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