Aus lang mach kurz – URL-Verkürzungsdienste

So funktioniert ein URL-Shortener: Man nennt seinem Server eine lange Adresse, der merkt sich diese Adresse und gibt als „Alias“ eine kurze Adresse aus. Umgekehrt landen die Anfragen über die Kurz-URL beim gleichen Server, der die Anfrage nun wie bei einem Nachsendeauftrag zum richtigen Ziel weiterleitet. Grafik „URL Shortener“ von Ralf Rappelt unter CC BY 3.0.

So funktioniert ein URL-Shortener: Man nennt seinem Server eine lange Adresse, der merkt sich diese Adresse und gibt als „Alias“ eine kurze Adresse aus. Umgekehrt landen die Anfragen über die Kurz-URL beim gleichen Server, der die Anfrage nun wie bei einem Nachsendeauftrag zum richtigen Ziel weiterleitet. Grafik „URL Shortener“ von Ralf Rappelt unter CC BY 3.0.

So lassen sich lange Web-Adressen für E-Mails, Twitter und Papier abkürzen.

Manche Web-Adressen (URLs) gehen auf keine Kuhhaut – und passen auch nicht in eine E-Mail, weil sie länger als eine Zeile sind. Oder sie eignen sich nicht für gedruckte Veröffentlichungen, ob Flyer oder Arbeitsblatt, weil das Abtippen zu aufwändig ist. Hier helfen sogenannte URL-Verkürzer, die quasi eine „Abkürzung” für lange URL anbieten. pb21.de stellt einige dieser „URL-Shortener“-Dienste vor, warnt aber auch vor dem Risiko, das solche Dienste mit sich bringen.

Das Problem

Einige Programme können Links in E-Mails nur dann korrekt darstellen, wenn sie nicht länger als eine Zeile sind. Lautet die Adresse dagegen z.B. „http://www.meinwebserver.de/termine-detailseite/calview/event/callastview/view-list%7Cpage_id-779%7C%7Cview-list%7Cpage_id-1171/caldatum/2012/03/22/caltype/termin/flaniermeile_innerhalb_des_altstadtrings/“ kann es leicht passieren, dass der Link schon nach der Hälfte in die zweite Zeile rutscht und damit nicht mehr direkt angeklickt werden kann. Oder Sie wollen einen Link auf Papier drucken und ahnen bereits beim Schreiben, dass jede/r Leser/in beim Abtippen von über 100 Zeichen verzweifeln wird. Wir stellen in diesem Artikel einige Dienste vor, die aus langen Adressen kurze Adressen machen. Das ist praktisch – aber auch riskant.

Tinyurl.com

Das ist einer der ältesten URL-Verkürzer überhaupt. Spannend daran ist der Name – er erklärt sogar noch, was der Dienst macht: tiny steht für winzig, klitzeklein. Erdacht wurde er im Umfeld von Twitter, weil man da für seine Botschaften nur 140 Zeichen zur Verfügung hat, allein der Beispiel-Link aus der Einleitung hat aber schon 204 Zeichen — zuviel für Twitter. Allein „tinyurl.com” sind auch elf Zeichen, zu viel für jemanden, der oder die jedes einzelne Zeichen zählen muss.

bit.ly – einer der ältesten URL-Verkürzer im Internet. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

bit.ly – einer der ältesten URL-Verkürzer im Internet. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Bit.ly und j.mp

Bit.ly bzw. j.mp sind ein und derselbe Dienst. Um eine lange URL zu verkürzen, gehen Sie einfach auf http://bitly.com und tragen dort die lange Web-Adresse ein. Nach einem Klick auf „Shorten“ erhalten Sie eine verkürzte Version, die Sie problemlos z.B. in E-Mails oder auf Arbeitsblättern verwenden können.

Statistiken

Das Besondere bei bitly-Links: Wenn Sie hinter einen solchen Link ein Pluszeichen setzen, können Sie eine Statistik zu einem Shortlink ansehen. Sie sehen also recht leicht, wie oft ein Link geklickt wurde. Das funktioniert übrigens auch mit jedem anderen bit.ly- oder j.mp-Link, also nicht nur mit Ihren eigenen: Einfach ein Pluszeichen anfügen und schon sehen Sie, wie oft und an welchen Tagen ein Link geklickt wurde. Hier finden Sie ein Beispiel: https://bitly.com/wbfkuN+

Individuelle Kurz-Links

Wenn Sie ein Benutzerkonto bei bit.ly haben, können Sie den Teil hinter bit.ly/ auch individuell verändern. Das ist hilfreich, wenn Sie Links ausdrucken und bspw. auf Arbeitsblättern, Infobroschüren oder Ähnlichem verwenden wollen. Aus http://bitly.com/wbfkuN kann so http://bit.ly/pb21 werden. Vorraussetzung ist allerdings, dass der Kurz-Link noch frei ist und nicht bereits von irgendjemand anderem verwendet wurde. Zudem möchten Sie in einigen Fällen auch Ihre eigene Webseite nicht in den Hintergrund treten lassen, weshalb sich ein URL-Verkürzer nur dann lohnt, wenn die lange URL tatsächlich sehr lange und kryptisch ist.

bit.ly-Links können auch individuell bezeichnet werden – wenn man einen bit.ly-Account besitzt. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

bit.ly-Links können auch individuell bezeichnet werden – wenn man einen bit.ly-Account besitzt. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Wenn Sie ein Benutzerkonto bei bit.ly haben, finden Sie hinter jedem von Ihnen verkürzten Link den Button „Customize“. Wenn Sie hier drauf klicken, können Sie einen freien Text hinter das bit.ly schreiben.

Bit.ly-Werkzeuge

Bit.ly bietet auch eine Reihe von Werkzeuge an, mit denen Sie schnell und unkompliziert Links verkürzen können. Darunter sind Erweiterungen für die Browser Firefox und Chrome und Bookmarklets, also eine Zeile Code, die Sie als normales Lesezeichen (Favorit) abspeichern können, um die Adresse jeder besuchten Seite verkürzen zu können, ohne die Seite verlassen zu müssen.

https://bitly.com/pages/tools

Auch Google bietet einen URL-Verkürzer an: Goo.gl. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Auch Google bietet einen URL-Verkürzer an: Goo.gl. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Goo.gl

Goo.gl funktioniert ähnlich wie bit.ly, was oben näher beschrieben wurde. Sie können den Dienst mit und ohne Google-Konto nutzen. Auch hier haben Sie zu jedem verkürzten Link eine Statistik, für die Sie nicht angemeldet oder Besitzer/in eines Links sein müssen. Um die Statistik ansehen zu können, fügen Sie zwischen das „goo.gl“ und z.B. „894lkl“ ein „/info/“ ein. Aus http://goo.gl/AhnxR wird http://goo.gl/info/AhnxR. Das funktioniert bei jedem Goo.gl-Link, auch wenn Sie ihn nicht selbst erstellt haben.

Individuelle Domains

Kennen Sie die nyti.ms? Sicherlich haben Sie schon einmal von der New York Times gehört. Nur passt das nicht immer in einen Tweet. Eine eigene Kurz-Domain ist nicht nur ein lustiger Marketing-Gag, sie hilft auch, schon vor dem Klicken zu zeigen, wo man landet, wenn man einem Link folgt. Mit bit.ly haben Sie die Möglichkeit, sogar das „bit.ly“ in Ihren Kurz-URLs zu verändern, wenn Sie die entsprechende Domain besitzen. Der gemeinnützige Verein Twittwoch e.V., der unter twittwoch.de erreichbar ist, nutzt bswp. die Kurzform twtw.ch, also die Schweizer Domainendung „ch“, die auch als Teil des Namens verwendet wird.

Noch vor einger Zeit stand bit.ly in der Kritik, weil die Top-Level-Domain .ly für Libyen steht und man nicht wisse, ob die politische Lage in Libyen so stabil sei, dass Kurz-URLs mit bit.ly auch noch in zwei oder drei Jahren funktionieren werden. Zwar ist die Lage in Nordafrika immer noch nicht stabil, aber mit der alternativen Domain j.mp hat der Dienstleister bit.ly vorgesorgt: .mp steht für das US-amerikanische Außengebiete der Nördlichen Marianen.

URL-Verkürzer funktionieren wie ein Nachsendeauftrag. Sie bilden eine Brücke zwischen den Menschen, die eine Adresse kennen, und dem Ziel, das unter einer anderen Adresse zu finden ist. Insofern sind sie eine Brücke zum Ziel … Grafik „URL Shortener“ von Ralf Rappelt unter CC BY 3.0.

URL-Verkürzer funktionieren wie ein Nachsendeauftrag. Sie bilden eine Brücke zwischen den Menschen, die eine Adresse kennen, und dem Ziel, das unter einer anderen Adresse zu finden ist. Insofern sind sie eine Brücke zum Ziel … Grafik „URL Shortener“ von Ralf Rappelt unter CC BY 3.0.

… dumm nur, wenn diese Brücke ausfällt – im wahrsten Sinne des Worte. Dann laufen Links ins Leere und das Ziel ist für all diejenigen nicht mehr erreichbar, die nur die kurze Adresse kennen. Grafik „URL Shortener“ von Ralf Rappelt unter CC BY 3.0.

… dumm nur, wenn diese Brücke ausfällt – im wahrsten Sinne des Worte. Dann laufen Links ins Leere und das Ziel ist für all diejenigen nicht mehr erreichbar, die nur die kurze Adresse kennen. Grafik „URL Shortener“ von Ralf Rappelt unter CC BY 3.0.

Risiko

Ein bedeutender Unsicherheitsfaktor bei URL-Verkürzern ist die Tatsache, dass nicht jedes Internet-Start-Up dauerhaft Erfolg hat. Geht ein Unternehmen in Konkurs, könnte es passieren, dass alle bisherigen verkürzten URLs ihre Gültigkeit verlieren und nicht mehr zu gebrauchen sind. So kann es also sein, dass Ihre Inhalte zwar noch im Internet zu finden sind, aber an 100 anderen Stellen nicht auf die eigentliche Adresse, sondern auf die verkürzte Adresse verwiesen wird, also ab sofort ins Leere laufen.

Wofür eigenen sich verkürzte Links noch?

QR-Codes eignen sich, um mit Smartphones gelesen zu werden.

QR-Codes eignen sich, um mit Smartphones gelesen zu werden.

Verkürzte Links eignen sich nicht nur, um auch in E-Mail klickbar zu bleiben und auf Arbeitsblättern leichter ausgedruckt zu werden. Auch wenn Sie einen QR-Code verwenden, sind diese Codes für Smart-Phones umso leichter lesbar, je weniger Zeichen sie enthalten. Machen Sie aus einer langen URL einen solchen Code, muss er unter Umständen relativ groß ausgedruckt werden und das Einscannen kann fehleranfällig sein. Hier lohnt es sich, lange URLs vor dem Übersetzen in einen QR-Code mit einem Link-Shortener zu kürzen. Die beiden oben vorsgestellten Dienstleister bit.ly und goo.gl bieten einen automatisch generierten QR-Code auf ihren Statistik-Seiten an.

Einen eigenen Link-Verkürzer installieren

Mit Yourls können Sie Ihren eigenen URL-Verkürzer anbieten – einfache Programmierkenntnisse vorausgesetzt. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Mit Yourls können Sie Ihren eigenen URL-Verkürzer anbieten – einfache Programmierkenntnisse vorausgesetzt. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

pb21.de ist in der glücklichen Lage, selber eine sehr kurze Domain zu besitzen: Vier Buchstaben und das .de sind nur schwer zu schlagen. Es gibt kostenlose Software, die man auf dem eigenen Server installieren kann, um einerseits die volle Kontrolle über die verkürzten Links zu behalten und andererseits den eigenen Firmennamen weiterhin zu transportieren. Solche Dienste bauen z.B. auf der kostenlosen Software http://yourls.org/ auf, die man kostenlos auf dem eigenen Server installieren kann. Fragen Sie Ihre/n EDV-Verantwortliche/n, wenn Sie so etwas bei sich installieren wollen.

Fazit

Link-Verkürzer eigenen sich dann, wenn Sie lange, kryptische URLs in E-Mails verschicken, auf Arbeitsblättern ausdrucken oder in QR-Codes übersetzen wollen. Mit ein wenig Programmierkenntnissen und einer passenden Ultra-Kurz-Domain wie z.B. nytim.es können Sie sich einen eigenen Link-Verkürzer zurechtlegen, der anderen schon vor dem Klicken anzeigt, wohin man geführt wird.

Allerdings sollte man darauf achten, dass an wichtigen Orten, die längerfristig auf eine Website verweisen sollen, die ungekürzte Adresse verwendet wird. Sonst kann es passieren, dass die verkürzte Adresse irgendwann plötzlich nicht mehr funktioniert.


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JugendPolitCamp voraus!

Logo, nicht unter freier Lizenz.

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Zum Abschluss des pb21-Themenschwerpunkts Partizipation geht es um das JugendPolitCamp, eine Veranstaltung für junge Menschen, die im Barcamp-Format stattfinden wird. pb21 fragte die Organisatorin Birte Frische, worum es dabei geht, welche Rolle die neuen Medien spielen werden und wie man sich für die kostenlose Veranstaltung anmelden kann.
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Webschau Mai 2012

Grafik „Webschau“ von Ralf Appelt für pb21.de unter CC BY 3.0 DE.

Grafik „Webschau“ von Ralf Appelt für pb21.de unter CC BY 3.0 DE.

Auch die Webschau widmet sich im Mai dem Schwerpunkt Partizipation. Es gibt eine kleine re:publica-Nachlese unter diesem Aspekt, das „offene Parlament“ und eine kritische Betrachtung der digitalen Bürgerbeteiligung auf europäischer Ebene. Als Gegenpol zu den Forderungen nach mehr Beteiliungsmöglichkeiten über das Netz fordert Laszlo Trankovits zum „Weniger Demokratie wagen“ auf.
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PB010: Politische Bildung in der Digitalen Gesellschaft

Foto „Experiment Twitterwall“ von Jöran Muuß-Merholz unter <a title="Zum Lizenztext" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/">CC BY 3.0 DE</a>.

Foto „Experiment Twitterwall“ von Jöran Muuß-Merholz unter CC BY 3.0 DE.

Im Workshop 39 des Bundeskongress’ Politische Bildung wurde über das Thema „Politische Bildung in der Digitalen Gesellschaft“ diskutiert. Ein Podcast.
Eine Übernahme von der Website aktionstage-politische-bildung.net.
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„Weitermachen und nicht kirremachen lassen“

Foto „Podium" von Jöran Muuß-Merholz unter CC BY 3.0 DE.

Foto „Podium” von Jöran Muuß-Merholz unter CC BY 3.0 DE.

 Web 2.0 – Demokratie 2.0?

Bericht von Sektion 1 des Bundeskongress’ Politische Bildung am 22.05.2012
Eine Übernahme von der Website aktionstage-politische-bildung.net.
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„… schauen, dass man gemeinsam weiterkommt.“

E-Government und E-Partizipation

Bericht von Sektion 6 des Bundeskongress’ Politische Bildung am 22.05.2012
Eine Übernahme von der Website aktionstage-politische-bildung.net.
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Bundeskongress Partizipation live

Von Montag bis Mittwoch findet in Berlin der Bundeskongress Politische Bildung – Zeitalter der Partizipation statt. Das Programm ist umfangreich, fast 1.000 Gäste werden erwartet. Online wird der #BuKo2012 vielfältig begleitet. Sowohl die Website bundeskongress-partizipation.de als auch aktionstage-politische-bildung.net werden live berichten, zum Teil auch als Videostream. Auf pb21.de wird es anschließend Berichte zu den Themen des BuKo geben, die die Bedeutung von Web 2.0 beinhalten. pb21-Autor Jöran Muuß-Merholz wird am Montag ab 15.45 Uhr live von der Eröffnung des BuKo bloggen.

Update 24.05.2012

Der Kongress wird auf www.bundeskongress-partizipation.de dokumentiert. Dort findet sich zum Beispiel die Aufzeichnung der Eröffnungsveranstaltung. Der Eröffnungstag wurde auch live gebloggt, was hier nachzulesen ist.


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Dossier „Partizipation“

Foto „Participation Inequality 90 9 1“ von Christopher Allen unter <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" title="Zum Lizenztext">CC BY 2.0</a>.

Foto „Participation Inequality 90 9 1“ von Christopher Allen unter CC BY 2.0.

Der Bundeskongress Politische Bildung steht 2012 unter dem Titel „Zeitalter der Partizipation“. Aus diesem Anlass gibt es eine Premiere auf pb21.de und werkstatt.bpb.de: In einem gemeinsamen Dossier beider Websites finden Sie eine umfangreiche Sammlung von Artikeln rund um das Leitmotiv der politischen Bildung: Wie können Bürgerinnen und Bürger das politische und gesellschaftliche Leben mitgestalten?

Die Schwerpunkte:


Schule als Lernort von Mitgestaltung und Teilhabe

Kinder wollen lernen oder die demokratische Kultur beginnt in der Schule!

Demokratische Schulen gehen davon aus, dass Kinder lernen wollen, dass Kinder ihre Welt verstehen wollen und daran interessiert sind, wie alles miteinander zusammenhängt. Andrea Adamopoulos, Journalistin und Mitarbeiterin im Projekt Omnibus für Direkte Demokratie, erörtert in einem Artikel, wie durch ein demokratisches Schulkonzept eine demokratische Kultur etabliert werden kann, die Jugendliche motiviert ihre Meinung zu äußern und an Entscheidungen teilzuhaben. zum Artikel

„Open School“ – Mitbestimmung in der Bildung!

Die „Kluft“ zwischen Schülerinteressen und Unterrichtsinhalten wächst. Wie wäre es da mit neuen Rollenzuschreibungen? Können im digitalen Zeitalter die Lehrenden als Wissensmonopolisten von den ‘Digital Natives’, den Schülern und Schülerinnen, abgelöst werden? Waldemar Palmowski, Pädagoge und Sozialmanager, wirft einen Blick zurück auf die zentralen Thesen des SpeedLabs „Migration und Geschichtsvermittlung – Digitale Bildung im multikulturellen Klassenzimmer“. Im Fokus: das Thema Partizipation. zum Artikel

Mehr Demokratie wagen?

Das System Schule basiert auf strukturierten Hierarchien, in denen Lernenden meist wenig Spielraum für eigene Interessen und Ideen eingeräumt wird. Soll das demokratische Bewusstsein der Jugendlichen ausgebildet und gestärkt werden, bedarf es jedoch partizipativer Strukturen. Boris Brokmeier, Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V., erklärt, warum außerschulische Bildungseinrichtungen dabei helfen, Jugendliche für ihre Rechte und Chancen zu sensibilisieren. zum Artikel

Mitbestimmung nach Schulschluss

Die Möglichkeit, Inhalte und Lernziele im Schulkontext selbst zu bestimmen, erhöht Motivation und Eigeninitiative Lernender. Das Projekt „Schule plus“ bietet Jugendlichen Beteiligungsmöglichkeiten außerhalb des Unterrichts. Werkstatt.bpb.de sprach mit Petra Jurkowitsch, Programmleiterin des Projekts bei der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. zum Interview

„Der Mensch soll lernen, nur die Ochsen büffeln!“*

Klassenzimmer ohne Türen, Lernmaterial auf den Gängen und von Raum zu Raum wandernde Lehrkräfte. Das Albrecht-Ernst-Gymnasium Oettingen beschreitet neue Wege. Die Grundlage bildet das pädagogische Konzept offener Lernlandschaften. Der Lernwille der Schülerinnen und Schüler soll durch eine offene, selbstbestimmte Lernatmosphäre gestärkt werden. Günther Schmalisch, stellvertretender Schulleiter des Gymnasiums, erklärt die wesentlichen Prinzipien des neuen Lehr- und Lernformats und warum sich die Lehrerrolle vom Belehrenden zum Helfer wandeln muss. (* Zitat von Erich Kästner) zum Artikel

Dialogmoderation – Balanceakt zwischen Offenheit und Beständigkeit

Vertrauen – ein wertvolles Gut und Fundament menschlicher Beziehungen: Das bemerken Siamak Ahmadi und Hassan Asfour in ihrem Alltag als Dialogmoderatoren an Schulen mit sehr heterogener Schülerschaft häufig. Im Rahmen des Projekts „Dialog macht Schule“ möchten sie Jugendlichen politische Themen näher bringen, um ihnen gesellschaftliche und politische Teilhabe zu ermöglichen. Ein Bericht aus ihrem Arbeitsalltag. zum Artikel


Partizipation für alle

Meinung statt Ghetto-Gehabe

Heterogene Gesellschaften äußern sich mit unterschiedlichen Stimmen zu aktuellen Debatten oder Ereignissen. Häufig überrascht aber auch ein gemeinsamer Tenor, so der Islamwissenschaftler Götz Nordbruch. Er beschreibt in einem Beitrag, wie viele junge Migrantinnen und Migranten durch ihre Meinungsäußerung über Online-Magazine an gesellschaftlichen Debatten partizipieren. zum Artikel

Medienkompetenz durch praktische Partizipation

Das ABC Bildungs- und Tagungszentrum e.V. im niedersächsischen Drochtersen-Hüll will bildungsferne Jugendliche zur politischen Partizipation mit Unterstützung von Social Media befähigen und ermutigen. Ein Interview mit der Projektleiterin Birte Frische. zum Interview


Digitale Partizipationswerkzeuge in der Bildungsarbeit

Eine Landkarte als Übersicht und fünf Beispiele

Wie können Web 2.0 Werkzeuge in Angebote bzw. Formate der Bildungsarbeit integriert werden? Diese Frage beantwortet eine Expertise, die Jöran Muuß-Merholz für die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) verfasst hat. Der Text erörtert die Grundlagen des digitalen Umbruchs im Bildungsbereich, zeichnet eine Landkarte der Web 2.0-Werkzeuge für die Bildungsarbeit und beschreibt fünf Fallbeispiele. zum Artikel

BarCamp konkret – Partizipative Veranstaltungsformate

Das „EduCamp Bremen“ ist ein Beispiel für höchst intensiven Einsatz von Web 2.0 zur gemeinsamen Gestaltung einer Veranstaltung. Der Organisator des EduCamps Thomas Bernhardt erklärt die Eigenschaften von BarCamps im Allgemeinen, dem EduCamp im Besonderen und vor allem die Möglichkeiten zur partizipativen Gestaltung von Veranstaltungen. zum Video


Partizipation im Zeiten des digitaler Wandels

Politische Bildung 2.0 – Neue gesellschaftliche Beteiligungsformen durch neue Medien – Herausforderungen für die Institutionen

Thomas Krüger, Präsident der BpB, hielt am 10.09.2010 die Keynote zur Tagung „Mitmachen ohne dabei zu sein – Neue Beteiligungsformen durch Web 2.0“, die von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung veranstaltet wurde. zum Artikel

Digitale Werkzeuge zur Partizipation

In einer dreiteiligen Reihe beschäftigt sich pb21.de mit Grundsätzen und Anwendungen von digitaler Partizipation:

  • Teil I: Bürgerbeteiligung im Online-Zeitalter. Ein Überblick über die derzeitigen Partizipationsangebote. zum Artikel
  • Teil II: Demokratie lernen mit Liquid Feedback. Eine Einführung in die Software „Liquid Feedback“ zum Artikel
  • Teil III: Ist der Beutelsbacher Konsens noch zu retten? Ein Diskussionsbeitrag zur aktionsorientierte politische Bildung zum Artikel

„Alle können mitmachen“

Die Möglichkeiten für Partizipation seien ideal – die Politik dürfe nur nicht den Fehler machen, jetzt Barrieren zu schaffen. Das sagt der Netzaktivist Markus Beckedahl im Video-Interview mit pb21. zum Video

„Mitmach-Wahlkampf ja, Mitmach-Regieren nein?“

Video mit einem Kurzvortrag des Politikwissenschaftlers Prof. Dr. Christoph Bieber, aufgezeichnet in Hattingen am 9. Februar 2010 am Rande eines pb21-Workshops. zum Video


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Der Artikel (Text) auf dieser Seite steht unter der CC BY 3.0 DE Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Jaana Müller und Jöran Muuß-Merholz für pb21.de und werkstatt.bpb.de.
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Schwerpunkt Partizipation: BarCamp konkret – Partizipative Veranstaltungsformate

In dem Artikel „Eine Landkarte der Web 2.0-Dienste“ hat Jöran Muuß-Merholz typische Einsatzmöglichkeiten verschiedener Web-2.0-Werkzeuge in Bildungsveranstaltungen eingeordnet. Anhand des Beispiels „EduCamp Bremen“, das für höchst intensiven Einsatz von Web 2.0 zur gemeinsamen Gestaltung der Veranstaltung steht, kann das konkretisiert werden. Dafür hat sich pb21.de mit dem Organisator des EduCamps Thomas Bernhardt getroffen und über BarCamps im Allgemeinen, das EduCamp in Bremen und die Möglichkeiten zur partizipativen Gestaltung von Veranstaltungen gesprochen.

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Der Artikel (Text) auf dieser Seite steht unter der CC BY 3.0 DE Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Blanche Fabri für pb21.de. Das Video steht unter der CC BY 3.0 DE Lizenz. Der Name des Urhebers soll wie folgt genannt werden: Blache Fabri für pb21.de.
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Das VoteEurope Parlament – Ein europäisches Partizipationsprojekt

Logo, nicht unter freier Lizenz.

Logo, nicht unter freier Lizenz.

Das VoteEurope Parlament ist eine Netzinitiative, in dessen Zentrum ein virtuelles europäisches Parlament steht. Über die Website www.vote-europe.net haben europäische Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich über europäische Themen, die im Zusammenhang mit der „Europa 2020-Strategie“ stehen, zu informieren und diese zu diskutieren. VoteEurope ermöglicht Partizipation und aktive Auseinandersetzung mit komplexen europäischen Fragestellungen. Registrierte Nutzer haben auf der Internet Plattform die Möglichkeit über konkrete Themen abzustimmen und selbst themenbezogene Beiträge, Materialien und meinungsbildende Texte, Videos und Bilder einzustellen. Das VoteEurope Parlament wurde von der KAB Deutschland in einem Projektverbund mit europäischen Partnern entwickelt und, unterstützt durch das EU-Programm „Europe for Citizens“, in den Sprachen deutsch, englisch, französisch, spanisch, portugiesisch und niederländisch realisiert.

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