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	<title>#PB21 &#124; Web 2.0 in der politischen Bildung &#187; politische Bildung</title>
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	<description>ein gemeinsames Projekt der Bundeszentrale für politische Bildung und des DGB Bildungswerks</description>
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		<title>#PB21 | Web 2.0 in der politischen Bildung</title>
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	<itunes:author>Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem DGB Bildungswerk</itunes:author>
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		<title>Partizipation im und mit dem Social Web – Herausforderungen für die politische Bildung</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 09:45:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jöran Muuß-Merholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politische Bildung im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Expertise]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir dokumentieren eine Expertise für die Bundeszentrale für politische Bildung, erstellt von Ulrike Wagner, Peter Gerlicher und Niels Brüggen vom  JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, München im Oktober 2011. Die Expertise ist in voller Länge (45 Seiten) und als Kurzfassung (5 Seiten) als pdf-Datei verfügbar und im folgenden als Kurzfassung dokumentiert. Ziel und Auftrag der]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><a href="http://pb21.de/files/2012/01/internet.jpg"><img src="http://pb21.de/files/2012/01/internet-200x200.jpg" alt="Foto unter CC-by-nc-Lizenz by Mike Lee, mikeleeorg, http://www.flickr.com/photos/35237099579@N01/1474215318" title="Wegweise zum Internet" width="200" height="200" class="alignleft size-thumbnail wp-image-5686" /></a>Wir dokumentieren eine Expertise für die Bundeszentrale für politische Bildung, erstellt von Ulrike Wagner, Peter Gerlicher und Niels Brüggen vom  JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, München im Oktober 2011. Die Expertise ist <a href="http://pb21.de/files/2012/01/bpb-Expertise_Partizipation_im_Social_Web.pdf">in voller Länge (45 Seiten)</a> und <a href="http://pb21.de/files/2012/01/bpb-Expertise_Partizipation_im_Social_Web_Kurzfassung.pdf">als Kurzfassung (5 Seiten)</a> als pdf-Datei verfügbar und im folgenden als Kurzfassung dokumentiert.<span id="more-5635"></span><br />
<hr />
<h3>Ziel und Auftrag der Expertise</h3>
<p>Die Expertise verfolgt das Ziel, mit Blick auf die neueren Medienentwicklungen im Social Web die Potenziale für Partizipation im Rahmen des Online-Medienhandelns von Kindern und Jugendlichen zu eruieren.</p>
<p>Ihre Basis ist eine Definition von Partizipation, die soziale, kulturelle und politische Sphären umfasst und nicht auf die Unterscheidung zwischen Inklusion oder Exklusion an bzw. von Gesellschaft reduziert werden kann. Vielmehr wird Partizipation konzipiert als „politische Beteiligung möglichst vieler über möglichst vieles, und zwar im Sinne von Teilnehmen, Teilhaben, Seinen-Teil-Geben und innerer Anteilnahme am Schicksal eines Gemeinwesens“.<sup>1</sup> Ernstgemeinte Partizipation sichert Bürgerinnen und Bürgern ihren Status als Subjekte mit eigener Entscheidungsgewalt und wird nicht gewährt, sondern sie ist ein fundamentales Recht aller Mitglieder der Gesellschaft in allen sie be­treffenden gesellschaftlichen Bereichen.<sup>2</sup></p>
<p>Den normativen Rahmen der Expertise bildet die Annahme, dass politische Bildungsarbeit diese Subjektwerdung der Individuen befördert. Für die Jugendarbeit konkretisiert meint dies das Ziel, dass Kinder und Jugendliche „sich als Subjekte (Selbstbestimmung) politischen Handelns (gesellschaftliche Mitverantwortung) erfahren, ihre (politischen) Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten erweitern und sich Kompetenzen politisch-demokratischen Handelns und Mitentscheidens aneignen“.<sup>3</sup> Mit dem Begriff der gesellschaftlichen Mitverantwortung<sup>4</sup> ist zu­dem ein weiter Politikbegriff grundgelegt, der offen für die Themen der Lebenswelt und somit für einen sozialraumorientierten Ansatz ist und gleichzeitig das Subjekt und seine Ressourcen in den Mittelpunkt rückt.</p>
<p>Mit dieser Grundkonzeption von Partizipation im und mit dem Social Web kann das demokratische Poten­zial im Medienhandeln untersucht werden. Insbesondere mit Blick auf die neueren Medien­entwick­lungen im Social Web stellen sich daran anschließend Fragen in Bezug auf die Verwirklichung von Mitsprache, Mitwirkung, Mitbestimmung und Selbstbestimmung der Beteiligten, insbesondere mit Blick auf Jugendliche und junge Erwachsene als Zielgruppe politischer Bildung:</p>
<p>Welche medialen Werkzeuge, Kommunikationskanäle und -angebote sind geeignet, um Partizipation im oben genannten Sinne zu verwirklichen?</p>
<p>Welche (medialen) Räume können von den Beteiligten in welcher Form gestaltet werden? Welche Anforderungen ergeben sich daraus für die politische Bildungsarbeit im und mit dem Social Web?</p>
<p>Zentrale Grundbedingungen sowie Thesen und Kriterien für die politische Bildungsarbeit im und mit dem Social Web sind in dieser Kurzfassung gebündelt:</p>
<h3>I Grundbedingungen für die politische Bildungsarbeit</h3>
<p>Partizipation im und mit dem Social Web wird im Verständnis dieser Expertise folgendermaßen ge­fasst und impliziert damit bestimmte Grundbedingungen für pädagogisches Handeln:</p>
<p>1. Partizipation</p>
<ul>
<li>sichert den Subjektstatus der Einzelnen und ihrer Entscheidungsmacht</li>
<li>hat ihre Grundlage in der alltäglichen Lebensführung, in welcher Teilhabeinteresse und Teilhabefähigkeiten entwickelt werden</li>
<li>ist verankert in der Lebenswelt der Subjekte, in der sowohl Potenziale als auch Beschränkungen liegen können</li>
<li>nimmt Bezug auf persönliche, soziale und kulturelle Voraussetzungen und Ressourcen der Beteiligten (z.B. Entwicklungsstand und Verstehensfähigkeiten)</li>
<li>entfaltet ‚Wirkung‘ im Sinne von Einflussnahme auf und Gestaltung von Entscheidungsprozessen</li>
<li>ist zu differenzieren in unterschiedliche Formen der Online-Beteiligung, deren Spektrum von Mitwirkung über Mitbestimmung bis hin zur Selbstbestimmung reicht</li>
</ul>
<p>2. Die Qualität von Partizipation ist über die Möglichkeiten und Grenzen zu bestimmen, die sich in den Angebotsformen differenzieren lassen, und zwar in Bezug auf</p>
<ul>
<li>Zugangsmöglichkeiten</li>
<li>Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten (z.B. Kommunikationskanäle)</li>
<li>Reichweite der Entscheidungen</li>
<li>Transparenz</li>
<li>notwendige Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit Social Web-Angeboten</li>
</ul>
<p>Entlang dieser Aspekte sind Partizipationsangebote im Social Web einzuschätzen. Mit der Expertise liegt nun eine exemplarische Analyse unterschiedlicher Partizipationsangebote vor.</p>
<h3>II Thesen und Kriterien für die politische Bildungsarbeit im und mit dem Social Web</h3>
<p>Partizipationsprojekte im und mit dem Social Web müssen sich der Frage stellen, wie die Prinzipien der Orientierung am Subjekt und seinen Ressourcen im Rahmen handlungsorientierten Lernens umge­setzt werden können. Dabei werden unter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen Heraus­forderungen offenkundig, die in Form von fünf Thesen zusammengefasst werden:</p>
<ol>
<li>Politische Bildung im Social Web muss Individualisierungstendenzen im Medienhandeln aufgrei­fen und hinterfragen.</li>
<li>Die kommerziellen Entwicklungen im Social Web müssen von der politischen Bildung als Thema aufgegriffen werden und zugleich muss politische Bildungsarbeit nicht-kommerzielle Alternativen bereithalten.</li>
<li>Transparenz durch den Einsatz digitaler Dienste ist zum einen Voraussetzung für die Realisierung von Partizipation, birgt zum anderen aber auch die Gefahr der Kontrolle über die Beteiligten. Dieses Spannungsfeld muss von politischer Bildung berücksichtigt und für ihre Ziel­gruppen er­fahrbar gemacht werden.</li>
<li>Prozesse der Entgrenzung von öffentlichen und privaten Sphären müssen Gegenstand politischer Bildungsarbeit werden.</li>
<li>Projekte der politischen Bildungsarbeit müssen sich am normativen Ziel, den Beteiligten mög­lichst viel Selbstbestimmung zu ermöglichen, messen lassen.</li>
</ol>
<p>Pädagogische Partizipationsprojekte, deren Leitlinien handlungsorientiertes Lernen und Ressourcenorientierung bilden und die sozialräumliche Aneignungsprozesse von Heranwachsenden berück­sichtigen, ermöglichen es, Heranwachsende in der Entwicklung ihrer Fähigkeiten und Kompetenzen zu begleiten, um gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen.</p>
<p>Bei der politischen Arbeit im Social Web haben diese Leitlinien weiterhin Gültigkeit. Geschärft werden müssen aber die Kriterien, an denen Projekte der politischen Bildungsarbeit zu messen sind, die sich dieser medialen Werk­zeuge bedienen. Im Sinne der Verwobenheit von On- und Offline-Inter­aktionen in den Sozial­räumen werden die Projekte im Folgenden als ‚Partizipationsprojekte‘ bezeich­net.</p>
<h4><span><strong>1. Partizipationsprojekte brauchen ein klares Profil.</strong></span></h4>
<p>Zentral ist für die Bestimmung der Projektziele zunächst eine Verortung im Spektrum an Partizipationsformen Mitwirkung, Mitbestimmung und Selbstbestimmung. Dabei muss auch geklärt werden, ob und in welcher Form auf Social Web-Angebote eingegangen wird und ob und wie sie im Rahmen des Projekts eingesetzt werden („linking to communities for action“ oder „building communities for action“).</p>
<p>Der Charakter der eingebundenen medialen Strukturen muss von Anfang an geschärft wer­den, um Klarheit darüber zu haben, in welcher Art und Weise Partizipationsräume geschaffen wer­den. Dabei gilt es folgende Fragen zu klären:</p>
<ul>
<li>Dienen Medien als Präsentationsfläche für bestimmte Aktionen?</li>
<li>Sind sie Werkräume für die Arbeit mit Heranwachsenden, in denen eine diskursive Auseinandersetzung und/oder die Produktion eigener Werke stattfindet?</li>
<li>Soll die Vernetzung zwischen den Nutzenden im Vordergrund stehen, also der Interaktion zwischen den Beteiligten Raum gegeben werden?</li>
</ul>
<h4>2. Partizipationsprojekte müssen sich an den Aneignungs- und Handlungsweisen der Einzelnen in ihren Sozialräumen orientieren.</h4>
<p>Das Wissen über die Aneignungs- und Handlungsweisen der Einzelnen in ihren Sozialräumen ist (weiterhin) Voraussetzung, um Projekte der politischen Bildungsarbeit zu konzipieren und umzusetzen. Für Partizipationsprojekte bedeutet dies, sich differenziert mit den anzusprechenden Zielgruppen und ihrem Medienhandeln zu beschäftigen.</p>
<p>Medienhandeln erweist sich als sozial strukturiert und ist eng mit kulturellen Milieus und ihren spezifischen Ausdrucksformen, wie z.B. in bestimmten jugend­kulturellen Szenen, verbunden. Umso wichtiger ist eine fundierte Auseinander­setzung mit der anvi­sierten Zielgruppe und ihren Themen und Interessen sowie den damit verbundenen Motivlagen, den medialen und nicht medialen Interaktions- und Kommunikationsformen in ihren Sozialräumen, vor allem im Peer-to-Peer-Kontakt, den von ihnen gewählten produktiven Ausdrucksweisen (z.B. Videos oder Fotos) sowie ihren ästhetischen Ansprüchen an die mediale Aufbereitung und Gestaltung von Themen.</p>
<p>Die Verwobenheit von On- und Offline-Interaktionen bedeutet, dass Sozialräume zunehmend über Social Web-Angebote, insbesondere Soziale Netzwerkdienste, von den Heranwachsenden struktu­riert werden. Ihre Handlungspraktiken im Alltag sind es, die zunächst den Maßstab für den Einstieg in politische Bildungsarbeit setzen, um sie in der medialen Artikulation ihrer Interessen und Belange zu unterstützen und zu begleiten. Dabei ist insbesondere das Zusammenspiel verschiedener Artikulationsformen (über Text, Bild und Ton) als vernetztes Handeln in den Blick zu nehmen.</p>
<h4>3. Partizipationsprojekte müssen Resonanzräume schaffen, damit Jugendliche Anerkennung und Wirksamkeit erfahren.</h4>
<p>Die Artikulation von Interessen und Belangen impliziert deren Veröffentlichung. Sich Gehör zu ver­schaffen für seine Anliegen ist aber ein schwieriges Unterfangen, da mit dem Prinzip, dass im Social Web potenziell jede/r senden und empfangen kann, es auch schwieriger geworden ist, Öffentlich­keit(en) anzusprechen und zu erreichen.</p>
<p>Damit ePartizipationsprojekte sich nicht nur mit einem ‚So-tun-als-ob‘ begnügen, bei dem Partizipation auf einer Spielwiese erprobt wird, sondern die Stimmen der Jugendlichen auch gehört werden und sie die Wirksamkeit ihres Handelns erfahren können, sind Resonanzräume erforderlich. Diese Resonanzräume müssen in Projekten politischer Bildungsarbeit bewusst gestaltet werden, dabei sind insbesondere die Spezifika der Social Web-Angebote, z.B. Feedback-Kanäle, kooperative Arbeitsweisen etc. in den Blick zu nehmen.</p>
<p>Diese ermöglichen zum einen Resonanz in Bezug auf das subjektive Kompetenzerleben der Einzelnen, die Rückmeldung auf ihre Handlungen bekommen. Zum anderen ist aber auch Resonanz über das aktive Einbinden von relevanten Teilöffentlichkeiten anzustreben, in dem z.B. der Kontakt zu relevanten Entscheidungsträ­gern oder zu anderen im selben Themenfeld engagierten Gruppierungen on- und offline gesucht wird.</p>
<p>So kann eine diskursive Auseinandersetzung stattfinden, die über den engen Projektkontext hinausreicht und Partizipationserfahrungen in einem (wenn auch medial vermittelten) sozialen Aus­tausch ermöglicht.</p>
<h4>4. Partizipationsprojekte müssen ihre Unterstützungsleistungen differenzieren, die sie über medial gestützte Strukturen anbieten.</h4>
<p>Heranwachsende erfahren vielfältige Unterstützung über ihre Peergroup und insbesondere in Sozialen Netzwerkdiensten in Form von sozialer Einbettung, Erleben von Kompetenz und Erfahrung von Autonomie. Für Partizipationsprojekte ist es wichtig, Unterstützung im Peer-to-Peer-Kontext als auch angeleitete oder mediale Unterstützungsangebote zu differenzieren. Dabei ist zu klären,</p>
<ul>
<li>in welchen Bereichen Heranwachsende Unterstützung erfahren können und</li>
<li>in welcher Form Social Web-Strukturen dafür herangezogen werden.</li>
</ul>
<p>Information, Hilfestellungen und Materialien sind dabei ein wichtiger Bestandteil, um thematische Anknüpfungspunkte zu bieten. Zentral ist aber, die Beteiligungsmöglichkeiten zu differenzieren und je nach Zielstellung des Projekts ihren Einsatz zu überlegen. Die Kategorien der Mitwirkung, Mitbe­stimmung und Selbstbestimmung sollten dabei leitend sein.</p>
<p>Je nach Vorerfahrungen brauchen Jugendliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner für ihre Fragen. Insbesondere Gleichaltrige werden dabei besonders geschätzt. Dem Ideal der Selbstbestimmung am nächsten kommen Projekte, die auf die Expertise unter Gleichaltrigen setzen (Peer-to-Peer-Lernen). Insbesondere jene Jugendlichen, die weniger Erfahrung mit Social Web-Angeboten mitbringen, brauchen gezielte Unter­stützungsangebote zu den Zielen des Projekts, zur Erläuterung der Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten und dazu, wie sie ihre Ansprechpersonen bei Fragen finden können.</p>
<h4>5. Partizipationsprojekte müssen die Rollen der beteiligten pädagogischen Fachkräfte reflektieren.</h4>
<p>Partizipationsprojekte, die in den Strukturen des Social Web durchgeführt werden, stellen auch An­forderungen an die pädagogischen Fachkräfte und ihre Medienkompetenz. Eine Orientierung an der Selbstbestimmung aller Beteiligten eines Projektes impliziert dabei auch, dass die pädagogischen Fachkräfte bestimmte Aufgaben abgeben oder zumindest arbeitsteilig mit anderen Beteiligten realisieren können/müssen.</p>
<p>Dies ist insbesondere in zwei Bereichen denkbar bzw. im Sinne der Förde­rung von Selbstbestimmung und einer Partizipationskultur geradezu not­wendig: (gegenseitige) Unterstützung und Bereitstellen von Information.</p>
<p>Unterstützende Angebote sind für Partizipationsprojekte mit Medien unverzichtbar. Im Sinne der Selbstbestimmung wäre hier als Strategie denkbar, die Heranwachsenden als ‚Medienexpertinnen und -experten‘ einzubeziehen, die ihr Wissen an andere Mitwirkende (ggf. auch an die Fachkräfte) weitergeben.</p>
<p>Auch bei der Aufbereitung von Themen und dem Zusammenstellen einer gemeinsamen Informationsgrundlage ist angesichts individualisierter Informationszugänge die Einbindung der Beteiligten notwendig, so dass kooperativ und kollektiv relevante Informationsquellen zusam­mengestellt und bewertet werden. Aspekte von Medienkompetenz wie Quellenkritik können hierbei in der gemeinsamen Bewertung erworben werden, bedürfen aber der Unterstützung durch pädagogische Fachkräfte.</p>
<p>Heranwachsenden die Rolle von Expertinnen und Experten zuzuerkennen, hat zur Folge, dass die Fachkräfte den Teilnehmenden größere Handlungsräume gewähren müssen. Für sie bedeutet bspw. die Abgabe von Souveränität über die Inhalte einen ‚Kontrollverlust‘, der für die beteiligten Heran­wachsenden mehr Selbstbestimmung und damit verbunden auch mehr Verantwortung im pädagogi­schen Prozess mit sich bringt.</p>
<p>Diese Veränderung der Rollen im pädagogischen Prozess kann das Projekt an sich ‚demokratisieren‘ und ermöglicht zugleich vielfältige Lernprozesse im Hinblick auf Autonomieerfahrungen und Selbstwirksamkeit als wichtige Bedingungen für Teilhabeinteresse und Teilhabefähigkeiten. Dies impliziert allerdings auch, Ressourcen bereitzustellen, mit denen haftungs­rechtliche Fragen gelöst werden können (z.B. regelmäßiges ‚Screening‘ der Inhalte).</p>
<p><small><sup>1</sup> Schmidt, Manfred G. (2008): Demokratietheorien. Eine Einführung. 4. überarbeitete und erweiterte Auflage. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften. S. 236.<br />
<sup>2</sup> Vgl. z.B. Knauer, Raingard; Sturzenhecker, Benedikt (2005): Partizipation im Jugendalter. In: Hafeneger, Benno; Jansen, Mechthild M.; Niebling, Torsten (Hg.): Kinder- und Jugendpartizipation: Im Spannungsfeld von Interessen und Akteuren. Opladen: Leske + Budrich, S. 63–94.<br />
<sup>3</sup> Sturzenhecker, Benedikt (2007): „Politikferne“ Jugendliche in der Kinder- und Jugendarbeit. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, H. 32-33, S. 9.<br />
<sup>4</sup> Dieser Begriff ist auch im Sozialgesetzbuch VIII als Ziel von Jugendarbeit verankert (Sturzenhecker 2007, S. 9).</small></p>
<hr />
<p><em>Die Expertise ist <a href="http://pb21.de/files/2012/01/bpb-Expertise_Partizipation_im_Social_Web.pdf">in voller Länge (45 Seiten) als pdf-Datei</a> verfügbar. Eine Übernahme von <a title="zur Quelle auf bpb.de" href="http://www.bpb.de/methodik/5HXOM1,0,0,Partizipation_im_und_mit_dem_Social_Web.html">bpb.de</a>.</em></p>
<hr />
<table style="text-align: left; width: 100%;" border="0" cellspacing="2" cellpadding="2">
<tbody>
<tr>
<td align="undefined" valign="undefined"><a title="Details zu dieser Lizenz auf creativecommons.org" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/"><img style="border-width: 0;" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-nd/3.0/88x31.png" alt="Creative Commons Lizenzvertrag" /></a></td>
<td align="undefined" valign="undefined"><small>Dieser Artikel steht unter der <a title="zu den Lizenzbestimmungen auf creativecommons.org" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/">CC-by-nc-nd 3.0 Lizenz</a>. Der Autor soll dabei wie folgt genannt werden: Ulrike Wagner, Peter Gerlicher und Niels Brüggen, JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb).</small></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<div class="shr-publisher-5635"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<title>Webschau Dezember 2011</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 11:54:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ute Demuth</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die neue JIM-Studie ist veröffentlicht, ein neuer Verein gegründet, das Europa-Haus Marienberg ist ausgezeichnet worden und einen Adventskalender gibt es auch - dies und mehr in der Dezember-Webschau: Lesetipp: JIM-Studie 2011 Die traditionellen Medien stehen hoch im Kurs: Die jährlich durchgeführte Untersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger hat u.a. ergeben, dass 44% der Jugendlichen regelmäßig Bücher]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Die neue JIM-Studie ist veröffentlicht, ein neuer Verein gegründet, das Europa-Haus Marienberg ist ausgezeichnet worden und einen Adventskalender gibt es auch - dies und mehr in der Dezember-Webschau:</p>
<h3><a title="JIM Studie 2011" href="http://www.mpfs.de/fileadmin/JIM-pdf11/JIM2011.pdf">Lesetipp: JIM-Studie 2011</a></h3>
<p>Die traditionellen Medien stehen hoch im Kurs: <span id="more-5589"></span>Die jährlich durchgeführte Untersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger hat u.a. ergeben, dass 44% der Jugendlichen regelmäßig Bücher lesen, Tageszeitungen wird bei widersprüchlicher Berichterstattung das größte Vertrauen geschenkt und es wird gerne die Tagesschau geguckt. 72% der jugendlichen Internetnutzer sind bei Facebook aktiv, vier Fünftel von ihnen schützen über die Privatsphäre-Einstellungen ihre Daten vor Dritten.<br />
<small>#jimstudie2011</small></p>
<hr />
<h3>Kurzmeldungen</h3>
<h4><a title="Digitale (Un-)Kultur und Demokratie" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Konrad-Adenauer-Stiftung-diskutiert-ueber-Digitale-Un-Kultur-und-Demokratie-1387794.html">&#8220;Digitale (Un-)Kultur und Demokratie&#8221;</a></h4>
<p>Jeff Jarvis und Hans-Peter Friedrich sprachen neben anderen Ende November in Berlin bei einer Tagung der <a title="„Digitale (Un)Kultur und Demokratie“" href="http://www.kas.de/wf/de/17.47279/">Adenauer-Stiftung</a> zur politischen und gesellschaftlichen Bedeutung der Digitalisierung. Was die Chancen betrifft, wird auf <a title="Konrad-Adenauer-Stiftung diskutiert über &quot;Digitale (Un-)Kultur und Demokratie&quot;" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Konrad-Adenauer-Stiftung-diskutiert-ueber-Digitale-Un-Kultur-und-Demokratie-1387794.html">heise.de</a> der Berliner Pirat Martin Delius zitiert: &#8221;Alle unsere schönen Entwicklungen wie Liquid Feedback funktionieren natürlich nicht, wenn wir keine politische Bildung haben. Aber wir müssen dafür sorgen, dass es mehr Menschen gibt, die diese Möglichkeiten nutzen können.&#8221;<br />
<small>#politischebildung #kas</small></p>
<h4><a href="http://thinkeurope21.blogspot.com/2011/12/think-europe-projekt-als-good-practice.html">&#8220;think europe&#8221;-Projekt als Good Practice durch BpB ausgezeichnet</a></h4>
<p>&#8220;Europa digital &#8211; Europa Web 2.0: Facebook, Twitter &amp; Co. &#8211; Partizipation und bürgerschaftliches Engagement im digitalen Europa des 21. Jahrhunderts&#8221;: So heißt das Projekt einer multinationalen Jugendbegegnung, durchgeführt von Karsten Lucke und Anselm Sellen vom Europa-Haus Marienberg. Es ist von der Bundeszentrale als eines der <a title="Beispiele guter Praxis aus der Trägerarbeit" href="http://www.bpb.de/partner/WX7LV5,0,0,Beispiele_guter_Praxis_aus_der_Tr%E4gerarbeit.html">Beispiele guter Praxis</a> aus der Trägerarbeit ausgezeichnet worden. Glückwunsch!<br />
<small>#marienberg #europa #bpb</small></p>
<h4><a title="&quot;Find my Face&quot;" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,802557,00.html">&#8220;Find my Face&#8221;</a></h4>
<p>Der <a title="Google startet Gesichtserkennung" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,802557,00.html">Spiegel</a> schreibt zu Googles neuer Funktion: &#8220;Nach Facebook bekommt nun auch Googles soziales Netzwerk Google+ eine automatische Gesichtserkennung. Wohl nicht zuletzt deshalb, weil die Aktivierung einer Gesichtserkennung bei Facebook ohne vorherige Zustimmung der Nutzer von Datenschützern scharf kritisiert worden war, überlässt Google die Entscheidung zur Teilnahme den Nutzern.&#8221;<br />
<small>#google #gesichtserkennung</small></p>
<h4><a title="Identität im Netz" href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/geisteswissenschaften/identitaet-im-netz-wo-ist-zuhause-mama-11553085.html">Viele globale Dörfer</a></h4>
<p>Die <a title="Wo ist zuhause, Mama?" href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/geisteswissenschaften/identitaet-im-netz-wo-ist-zuhause-mama-11553085.html">FAZ</a> schreibt zur Frage nach der Identität im Netz: &#8220;Trägt das Internet dazu bei, nationale Identitäten auszulöschen? Soziologen haben herausgefunden, dass Patriotismus und Weltläufigkeit sich überhaupt nicht ausschließen.&#8221; Auf einer Tagung Anfang Dezember in Wien waren Formen nationaler Identifikation, deren Wandel und die Rolle der Medien bei diesem Prozess diskutiert worden.<br />
<small>#identitaet</small></p>
<h4><a title="Rettet das Netz die Bildung?" href="http://wissen.dradio.de/netz-reporter-xl-rettet-das-netz-die-bildung.126.de.html?dram:article_id=13851">Rettet das Netz die Bildung?</a></h4>
<p>Was für&#8217;s Ohr: Am 1. Dezember veranstaltete <a title="Rettet das Netz die Bildung?" href="http://wissen.dradio.de/netz-reporter-xl-rettet-das-netz-die-bildung.126.de.html?dram:article_id=13851">DRadio Wissen</a> in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung das zweite SpeedLab zum Thema &#8220;Digitalisierung und Bildung&#8221;. In der Podiumsdiskussion (u.a. mit Lisa Rosa und Martin Lindner) wurde z.B. darüber diskutiert, wie sich Schule weiterentwickeln muss, um in einer digitalisierten Gesellschaft ihre Aufgabe erfüllen zu können.<br />
<small>#schule #klimawandel</small></p>
<h4><a title="Das Twitter-Debakel von Bielefeld" href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35958/1.html">Das Twitter-Debakel von Bielefeld</a></h4>
<p>Hart ins Gericht geht Axel Krommer auf <a title="Das Twitter-Debakel von Bielefeld" href="http://www.heise.de/tp/artikel/35/35958/1.html">telepolis.de</a> mit den twitternden Teilnehmerinnen und Teilnehmern des educamps 2011 in Bielefeld. Er sagt, die These, dass Twittern während einer Veranstaltung dem klassischen Mitschreiben ähnlich ist, sei falsch, denn die Aufmerksamkeit liege bei den Mit-Twitterern und nicht beim Vortrag. Zudem sei es ein Sich-aus der Verantwortung stehlen, wenn auf die Filtersouveränität hingewiesen würde (&#8220;Du musst mir ja nicht folgen&#8221;).<br />
<small>#twittern #educamp</small></p>
<h4><a title="Adventskalender 2011" href="http://mms.uni-hamburg.de/2011/12/05/adventskalender-2011/">Adventskalender 2011</a></h4>
<p>Von der Maus, die das Internet erklärt bis zum Microlearning: Das der Uni Hamburg zugeordnete mms-eLearning-Büro veröffentlicht bzw. verlinkt bis zum 24.12. jeden Tag einen Film rund um das Thema Lernen mit Medien. Viel Spaß!<br />
<small>#advent</small></p>
<hr />
<h3>Debatte: Der neue Verein D64<a title="Anonymität im Netz" href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,778727,00.html"><br />
</a></h3>
<p>Anfang Dezember wurde die bereits zweite Neugründung eines Internet-Vereins in diesem Jahr bekannt gegeben. Der Start des <a title="D64" href="http://d-64.org/">&#8220;D64&#8243;</a> genannten Thinktanks wird von kritischen Stimmen begleitet: Kai Biermann schreibt auf <a title="zeit.de" href="http://www.zeit.de/">zeit.de</a> unter dem Titel <a title="Die SPD bekommt netzpolitische Nachhilfe" href="http://www.zeit.de/digital/internet/2011-12/spd-thinktank-d64">„Die SPD bekommt netzpolitische Nachhilfe“</a>: „Der neue Thinktank D64 will sich Gedanken um die digitale Zukunft machen. Vor allem scheint er eine Plattform für frustrierten SPD-Nachwuchs zu sein. […] Damit diese auch Schlagkraft entwickelt, wurden mit Google und Facebook von Anfang an die Großen der Industrie eingebunden. Beide Firmen wird es gefreut haben, suchen sie derzeit doch ebenfalls Wege, um die Politik in ihrem Sinne zu beeinflussen.“</p>
<p>Auch auf dem Blog <a title="D64" href="http://wirres.net/article/articleview/6047/1/6/">wirres.net</a> wird der Einfluss der Unternehmen kritisch beäugt: „aber wenn sich ein think tank gründet, der die digitalisierung unserer gesellschaft begleiten, bedenken und in die politik hineinwirken möchte, warum sind dann jeweils die presssprecher von facebook und google gründungsmitglieder? sind die da als privatleute drin? oder als vertreter ihrer firmen?“</p>
<p>Der Mitgründer des Vereins <a title="Digitale Gesellschaft" href="https://digitalegesellschaft.de/">„Digitale Gesellschaft“</a> Markus Beckedahl schreibt auf <a title="D64 – Zentrum für digitalen Fortschritt" href="https://netzpolitik.org/2011/d64-zentrum-fur-digitalen-fortschrit/">netzpolitik.org</a>: „Der neue Verein dürfte mit dem Fokus irgendwo zwischen dem Politcamp e.V. und dem von Google initierten Collaboraty einzuordnen sein. Wir wünschen der Gruppe D64 ein gutes Händchen beim Bearbeiten der SPD!“<br />
<small>#d64 #spd #lobbyismus</small></p>
<div class="shr-publisher-5589"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ist der Beutelsbacher Konsens noch zu retten?</title>
		<link>http://pb21.de/2011/11/ist-der-beutelsbacher-konsens-noch-zu-retten/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 04:00:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido Brombach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politische Bildung im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Beutelsbacher Konsens]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>

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		<description><![CDATA[Digitale Werkzeuge zur Partizipation &#8211; Teil III (zu Teil I, zu Teil II) Zum Abschluss der dreiteiligen Reihe zu Partizipationssystemen möchten wir auf pb21 mit Ihnen über aktionsorientierte politische Bildung diskutieren. Sie lässt sich nur schwer mit dem Beutelsbacher Konsens vereinbaren, so unser Autor Guido Brombach. Wie soll politische Bildung mit dem Widerspruch umgehen? Wir]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><div id="attachment_5235" class="wp-caption alignleft" style="width: 360px"><a href="http://pb21.de/files/2011/10/4461390413_0ef1fb991f_b-1.jpg"><img class="size-medium wp-image-5235" title="Partizipation aber wie?" src="http://pb21.de/files/2011/10/4461390413_0ef1fb991f_b-1-350x233.jpg" alt="Partizipation aber wie?" width="350" height="233" /></a><p class="wp-caption-text">CC by-nd 2.0 by Adam Tinworth (flickr)</p></div>
<p><strong>Digitale Werkzeuge zur Partizipation &#8211; Teil III</strong> (zu <a title="Bürgerbeteiligung im Online-Zeitalter" href="http://pb21.de/2011/10/partizipation-teil-1/">Teil I</a>, zu <a title="Demokratie lernen mit Liquid Feedback" href="http://pb21.de/2011/11/partizipationswerkzeuge-teil-2/">Teil II</a>)</p>
<p><strong></strong>Zum Abschluss der dreiteiligen Reihe zu Partizipationssystemen möchten wir auf pb21 mit Ihnen über aktionsorientierte politische Bildung diskutieren. Sie lässt sich nur schwer mit dem Beutelsbacher Konsens vereinbaren, so unser Autor <a title="Guido Brombach" href="http://pb21.de/2010/01/guido-brombach/">Guido Brombach</a>. Wie soll politische Bildung mit dem Widerspruch umgehen? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.</p>
<p><span id="more-4967"></span></p>
<p>In der <a href="http://www.adb.de/aktuelles/start/2011_AB2_11.php">Zeitschrift</a> &#8220;Außerschulische Bildung. Materialien zur politischen Jugend- und Erwachsenenbildung&#8221;, Heft 2-2011, wird die aktionsorientierte politische Bildung im Zusammenhang mit dem Beutelsbacher Konsens diskutiert. Zwar liegt der Schwerpunkt des Beitrags auf neuen Lernformaten und dem Lernen mit digitalen Medien. Doch der damit verbundene schwer aufzulösende Widerspruch zwischen Beutelsbach und praktischen Partizipationserfahrungen wird nicht diskutiert. An dieser Stelle möchten wir ansetzen.</p>
<p>Die allgemein offene politische Bildung, die zumeist von den Landeszentralen oder der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert wird, unterliegt dem <a href="http://www.bpb.de/die_bpb/88G2RH,0,Beutelsbacher_Konsens.html">Beutelsbacher Konsen</a><a href="http://www.bpb.de/die_bpb/88G2RH,0,Beutelsbacher_Konsens.html">s</a>. Der Beutelsbacher Konsens ist eine Vereinbarung politischer Bildner_innen aus den 70-er Jahren. In drei Sätzen wird für die politische Bildung ein Überwältigungverbot, ein Kontroversitätsgebot und Partizipationsbefähigung gefordert.</p>
<p>Das Überwältigungsverbot sichert die Pluralität der politischen Strömungen. Das Kontroversitätsgebot schafft die Grundlage für die Abwägung unterschiedlicher Positionen: &#8220;Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers diskutiert werden&#8221;. Im dritten Satz wird gefordert, dass politische Bildung die Befähigung zur Partizipation fördern soll. Praktische Erfahrungen der Partizipation werden nicht erwähnt.</p>
<p>Der Leitfaden aus den 70ern war vor allem für die schulische politische Bildung formuliert worden. Aber auch die außerschulische Bildung hat die Leitsätze für ihre Arbeit anerkannt.</p>
<h3>Digitale Medien sind Partizipationsmaschinen</h3>
<p>Laut Beutelsbacher Konsens soll politische Bildung den politischen Willensbildungsprozess vorbereiten. Diese Zielsetzung schließt „in sehr starkem Maße die Betonung operationaler Fähigkeiten ein“. Gleichzeitig darf politische Bildung aber selbst nicht zu einer Entscheidung für eine konkrete Handlungsoption beitragen. Aber wie sollen die nötigen Kompetenzen vermittelt werden, wenn sie nicht auch praktisch angewandt werden können?</p>
<p>Benedikt Widmaier schreibt dazu in der oben zitierten <span style="text-decoration: underline;">Veröffentlichung</span> (Link): &#8220;Dass entsprechende praxisorientierte Trainingskonzepte in der Politischen Bildung kaum existieren, hat eben auch mit der Schere &#8216;Beutelsbacher Konsens&#8217; in den Köpfen der politischen Bildner/-innen zu tun.&#8221;</p>
<p>In der prä-digitalen Zeit dienten das Planspiel und die Simulation als handlungsorientierte Methoden bei der Vermittlung von Partizipationskompetenz. Widmaier zitiert eine Studie von Biedermann, der zufolge &#8220;partizipativem Erleben in alltäglichen Lebenswelten […] in keiner Weise eine direkte Hinführung zum Politischen zugesprochen werden kann.&#8221; D.h. politische Partizipation schlummert weniger im Facebook-Like-Button, sondern setzt ein Interesse am Politischen selbst voraus. Die Frage ist, ob in Zeiten digital gestützter politischer Teilhabe und deren Einzug in die Seminare der politischen Bildung am Beutelsbacher Konsens in aller Konsequenz festgehalten werden kann.</p>
<p>Der Einsatz des Internets in den Seminaren beschränkt sich längst nicht mehr darauf, Quellen für den Meinungsbildungsprozess zu recherchieren. Das Netz ist vielmehr gleichzeitig Medium der Artikulation politischer Interessen. Das heißt, die Auseinandersetzung mit den Inhalten ist in vielen Fällen mit einer Positionierung des Lesenden verbunden. Der Einsatz der hier im Blog thematisierten Werkzeuge geht geradezu davon aus, dass im Social Web bzw. „Web 2.0“ eine Trennung in Rezipieren und Handeln oft gar nicht mehr möglich ist – und wenn doch, dann sind die Handlungsoptionen nur einen Klick entfernt.</p>
<h3>Ist politisches Handeln im Seminar denn wirklich Teufelszeug?</h3>
<p>Gehen wir davon aus, dass der politische Sachverhalt von allen Seiten beleuchtet wird, gehen wir weiter davon aus, dass die Teilnehmenden die unterschiedlichen Positionen diskutieren und dabei abwägen, sich vielleicht sogar positionieren. Kann man dann Partizipationskompetenz vermitteln ohne zu operationalisieren? Kann man das Politische ohne den öffentlichen Raum, in dem es sich manifestiert, überhaupt vermitteln?</p>
<p>Die Integration der Partizipation in die politische Bildungsarbeit setzt voraus, dass auch politische Einflussnahme seitens der Teilnehmenden in das Seminar integriert wird. Diese Handlungsorientierung kann auch dazu beitragen, die in Seminaren häufig verbreitete postmodernen Beliebigkeit zu benden, d.h. Diskussionsbeiträge wie: &#8220;Das muss doch jeder selber wissen&#8221;. Die politische Handlung vollzieht sich öffentlich im Seminar. Für den Diskurs und den damit verbundenen Meinungsbildungsprozess ergibt sich die Pflicht, Verantwortung für die eigene Entscheidung zu übernehmen.</p>
<p>Als Beispiel soll das <a href="https://epetitionen.bundestag.de/">Petitionswerkzeug des Bundestags</a> angeführt werden. Es bleibt natürlich jedem Teilnehmenden im Seminar überlassen, eine Petition mitzuzeichnen oder nicht. Es zeitigt aber direkte Auswirkungen für den gesellschaftlichen Diskurs. Alle, die eine Petition mitzeichnen, sind anschließend öffentlich über die Webseite des Bundestags einsehbar. Im Gegensatz zur geheimen Wahl steht also hier der Name öffentlich für eine politische Positionierung, und diese ist als solche auch im Seminar diskutierbar. Durch die konkrete Partizipation wird auch die Enthaltung als eine politische Meinungsäußerung artikuliert. Aus dem &#8220;das muss ja jeder selber wissen&#8221; ist politisches Handeln geworden und nicht bloß graue, im Seminar diskutierte Theorie.</p>
<p>Die oben skizzierte Argumentation wirft Fragen auf. Zum Beispiel: Wo sind die Grenzen der konkreter politischer Handlungen im Rahmen einer Bildungsveranstaltung? Insbesondere wenn sie durch Steuermittel gefördert wird?</p>
<p>Der Besuch einer Demo wäre als Teil einer öffentlich geförderten politischen Bildungsveranstaltung undenkbar, weil sie dem Überwältigungsverbot und dem Kontroversitätsgebot widerspricht. Hier werden die Teilnehmenden als Teil der Veranstaltung zu einer politischen Positionierung gezwungen.</p>
<p>Sich im Seminar als Fan einer Partei auf Facebook zu bekennen wäre dagegen sicherlich unproblematisch – oder? Wie sieht es bei der Unterstützung einer Online-Petition beim Deutschen Bundestag aus? Sicherlich käme es auf die Rahmenbedingungen an. Welche Formen des politischen Handelns sind ihrer Meinung nach bedenkenlos in ein Seminar der politischen Bildung integrierbar?</p>
<pre><a title="Guido Brombach" href="http://pb21.de/2010/01/guido-brombach/">Guido Brombach</a> ist Bildungsreferent für den Bereich Computer und Medien beim DGB Bildungswerk. Er ist Betreiber des <a href="http://dotcomblog.de">Dotcomblogs</a> und Mitinitiator von <a href="http://pb21.de/" target="_blank">pb21.de</a>.</pre>
<hr />
<p>In der Reihe &#8220;Digitale Werkzeuge zur Partizipation&#8221; erschien als Teil I der Artikel &#8220;<a title="Bürgerbeteiligung im Online-Zeitalter" href="http://pb21.de/2011/10/partizipation-teil-1/">Bürgerbeteiligung im Online-Zeitalter</a>&#8221; und als Teil II &#8220;<a title="Demokratie lernen mit Liquid Feedback" href="http://pb21.de/2011/11/partizipationswerkzeuge-teil-2/">Demokratie lernen mit Liquid Feedback</a>&#8220;.</p>
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<p><img style="position: absolute !important; z-index: -1 !important; right: 1px !important; top: -20px !important; cursor: pointer !important; -webkit-border-radius: 20px; background-color: rgba(200, 200, 200, 0.3) !important; padding: 3px 5px 0 !important; margin: 0 !important;" onclick="document.location.href='http://translate.google.com/';" src="http://www.google.com/uds/css/small-logo.png" alt="" /></div>
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		</item>
		<item>
		<title>Revolutionsplattform Facebook?</title>
		<link>http://pb21.de/2011/10/revolutionsplattform-facebook/</link>
		<comments>http://pb21.de/2011/10/revolutionsplattform-facebook/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 26 Oct 2011 15:44:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jöran Muuß-Merholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[NetzWelt & NetzPolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Bildung im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Agenda-Setting]]></category>
		<category><![CDATA[Arabischer Frühling]]></category>
		<category><![CDATA[bpb]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medientage München]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Rede]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Krüger]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie das Internet politische Umbrüche beeinflusst &#8230; &#8230; und was das mit politischer Bildung zu tun hat, erklärte Thomas Krüger, Präsident der bpb, zur Eröffnung des &#8220;Content Gipfels&#8221; bei den  25. Medientagen München am 21.10.2011. Nach eine 20minütigen Keynote diskutierte Krüger unter der Überschrift &#8220;Meinungsbildung heute: Wer setzt die Themen auf die politische Agenda?&#8220; mit Christoph]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><h3>Wie das Internet politische Umbrüche beeinflusst &#8230;</h3>
<p>&#8230; und was das mit politischer Bildung zu tun hat, erklärte Thomas Krüger, Präsident der bpb, zur Eröffnung des &#8220;Content Gipfels&#8221; bei den  <a title="MEDIENTAGE MÜNCHEN" href="http://www.medientage.de/programmdetail.php?panel=700010">25. Medientagen München</a> am 21.10.2011.</p>
<p>Nach eine 20minütigen Keynote diskutierte Krüger unter der Überschrift &#8220;<em>Meinungsbildung heute: Wer setzt die Themen auf die politische Agenda?</em>&#8220; mit</p>
<ul>
<li>Christoph Keese, Konzerngeschäftsführer Public Affairs, Axel Springer, Berlin</li>
<li>Dr. Wolfram Weimer, Publizist, München</li>
<li>Markus Beckedahl, Chefredakteur netzpolitik.org, Berlin</li>
<li>Michael Spreng, Politikberater und Blogger, Berlin</li>
<li>Dr. Heiner Geißler, Bundesminister a.D. und Autor, Rodalben</li>
<li>Detlef Esslinger, Süddeutsche Zeitung, München</li>
</ul>
<p>Wir dokumentieren Rede als Manuskript und Video sowie die Diskussion.</p>
<p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/ZdDCjw8le_E?rel=0" frameborder="0" width="560" height="315"></iframe></p>
<hr />
<h3>Manuskript</h3>
<p><span id="more-5190"></span></p>
<h3>Teil I: Digitale Revolution?</h3>
<p><strong></strong>Meine sehr verehrten Damen und Herren,</p>
<p>wir haben in den letzten Monaten viel von &#8220;Facebook-Protesten&#8221;, &#8220;Twitter-Bewegungen&#8221;, &#8220;Handy-Revolutionen&#8221; oder &#8220;Blackberry-Aufständen&#8221; gelesen. Den digitalen Graswurzelmedien wird bei den Protestbewegungen in Teheran, Kairo, Stuttgart, London, New York oder neuerdings Frankfurt eine zentrale Rolle zugeschrieben. Zwei Grundannahmen, die gerne auch für den digitalen Wandel in anderen Teilen der Gesellschaft genutzt werden, sind dabei sehr beliebt: Entweder wird impliziert, dass da etwas ganz Neues gekommen sei und alles Alte ersetze, so nach dem Motto: &#8220;Im Zeitalter von Facebook und YouTube braucht es Zeitungen und Fernsehen gar nicht mehr.&#8221; Oder es wird davon ausgegangen, dass das Alte durch etwas Neues ergänzt werde, quasi als &#8220;Add-On&#8221;, als Anbau an das Bestehende. Beide Grundannahmen sind falsch: Im digitalen Wandel wird das Bestehende nicht ersetzt oder ergänzt. Das Neue verändert das Bestehende. Wir kennen das aus der Mediengeschichte bereits. Schauen Sie sich die Entwicklung von Kinofilm und Fernsehen an. Aber das macht eben den digitalen Wandel viel gewichtiger und komplexer, als es manche Diskussionen vermuten lassen.</p>
<p>Schauen wir uns einmal um: Die Akteure des Wandels in Ägypten sprechen nicht von einer Facebook-Revolution. Der Kairoer Blogger Basem Fathy meint, &#8220;es war mehr eine Revolution der Füße als der Sozialen Netzwerke.&#8221; Natürlich verändert die Nutzung von Social Media die Kommunikation, die Organisation, die Struktur, vor allem auch die Geschwindigkeit und die Öffentlichkeit von Protesten. Aber der Einsatz von Facebook &amp; Co für soziale Bewegungen ist heute nicht mehr der Sonder-, sondern der Normalfall. Spätestens seit sich auch die Tea Party in den USA mithilfe des Internets organisiert hat, dürfte auch den letzten strukturkonservativen Netzmuffeln klar geworden sein, dass die Social Media im Mainstream angekommen sind. Dadurch werden aber die bisher wichtigen Elemente von Protest oder Revolution weder ersetzt noch überflüssig. Weiterhin bedarf es der Präsenz auf der Straße. Verabredungen wurden im Iran, in London, Kairo und Stuttgart online getroffen und die digitale Vernetzung wirkte bisweilen wie ein Brandbeschleuniger. Aber ihre Kraft entfalteten die Proteste auf den Dächern von Teheran, auf den Straßen von Tottenham, auf dem Tahrir-Platz in Kairo und eben im Schlossgarten.</p>
<p>Außer der Straße braucht Protest auch immer noch Öffentlichkeit durch die Massenmedien. Im Arabischen Frühling reichten die Handy-Videos auf YouTube allein nicht aus, um eine so große Wirkung zu erzielen. Entscheidend war vielmehr, dass Al-Jazeera oder Al-Arabia die YouTube-Videos über das Satelliten-TV zu den Offlinern und in den Rest der Welt gebracht haben. Wenn wir uns Al-Jazeeras Arbeit, die Symbiose zwischen Publikum und Sender anschauen, sehen wir, dass der digitale Wandel die Arbeit des Fernsehens weder ersetzt noch einfach ergänzt, sondern grundlegend verändert.</p>
<p>Unser Blick von außen (also vor allem der der Medien) reicht meist nur bis zu der Frage nach der Rolle von Social Media für einen Umsturz. Spannend ist aber erst recht, was nach dem Beginn der Umbrüche passiert. In den Tagen und Wochen nach der Revolution in Ägypten haben sich sehr schnell auch Ministerien und Politiker bis hin zum Militärrat Facebook-Accounts angelegt, so dass dort für Ägypten ganz neue Formen der Diskussion zwischen Bürger und Staat stattfinden. Eine Statusmeldung des ägyptischen Militärrats kann auf Facebook schon mal zu mehr als 100.000 Kommentaren führen. Das alles ändert aber nichts daran, dass gleichzeitig Blogger wie Maikel Nabil Sanad für ihre Kritik an der Militärführung in den Knast gesteckt werden.</p>
<p>Auch andernorts hat der Arabische Frühling vielversprechende Projekte hervorgebracht, etwa in Marokko, wo z.B. auf der Crowdsourcing-Website www.reforme.ma Änderungsvorschläge zur Verfassungsreform zusammen getragen wurden.</p>
<p>Meine sehr verehrten Damen und Herren,</p>
<p>von Revolutionen und Verfassungsreformen sind wir in Deutschland 22 Jahre nach dem Mauerfall wieder weit entfernt. Wir verfügen über etablierte Institutionen und Prozesse, was wir als Hinweise für eine stabile Demokratie deuten dürfen. Andererseits sind die Zeichen der Unzufriedenheit und der Unzulänglichkeit des politischen Prozederes nicht zu übersehen und mit Händen zu greifen. Transparenz, Partizipation, Internet – mit diesem Dreiklang gelang einer bis vor kurzem noch belächelten Partei gerade der größte Wahlerfolg, den Deutschland in den letzten Jahren gesehen hat.</p>
<p>Partizipation mithilfe des Internets erfolgt in Deutschland, wenn überhaupt, noch nach alten Mustern: Der Staat ruft, die Bürgerinnen und Bürger dürfen mitmachen. Meist handelt es sich bei solchen Beteiligungsformen nur um die &#8220;Digitalisierung&#8221; von bewährten Partizipationsformaten wie Bürgerhaushalt oder Konsultationsverfahren. Bei diesen Formen der Partizipation 1.0 gibt es analog zum Web 1.0 ein klares Oben und Unten, eine Trennung in Initiator und Teilnehmer. Auch hier finden wir wieder das einleitend angesprochene Muster: Der digitale Wandel wird als Add-On an bestehende Institutionen und Prozesse angedockt, ergänzt und optimiert ein bisschen, aber verändert nicht grundlegend.</p>
<p>Da ist die Zivilgesellschaft schon weiter. Ihre Akteure verstehen sich auf Partizipation 2.0, also Beteiligung, die nicht von oben initiiert wird, sondern von den Bürgerinnen und Bürgern ausgeht und auf den Staat oder direkt in die Gesellschaft zielt. Die Parallelen zum Web 2.0 bedeuten: Jeder ist gleichzeitig Konsument und Produzent, jeder kann auch senden, initiieren, sich engagieren, einmischen und Gehör verschaffen, ohne dass er darauf wartet, gefragt zu werden. Aus der repräsentativen Demokratie wird eine Mitmachdemokratie, eine diskursive Demokratie, die Repräsentanten nicht ersetzt, sondern verändert.</p>
<p>Mit neuen Formen der demokratischen Entscheidungsfindung, die unter dem Begriff Partizipation 3.0 zirkulieren, experimentiert zum Beispiel die Piratenpartei. Mit Liquid Feedback, Delegated Voting und Liquid Democracy werden – nicht ohne heftige innere Kontroverse – Formen zwischen direkter und repräsentativer Demokratie erprobt: Parteimitglieder können über eine speziell entwickelte Liquid Feedback-Software eigene Anträge einbringen, zur Diskussionen stellen und bei ausreichender Unterstützung zur Abstimmung bringen. Zu dem Konzept gehört aber nicht nur die Möglichkeit, sich direkt einzubringen, sondern vor allem auch, seine Stimme zu delegieren, wenn man jemand anderes in einer Frage für kompetenter hält. Damit fließen – daher &#8220;liquid&#8221; – direkte und repräsentative Demokratie ineinander. Der periodische Wahlakt auf der Basis umfangreicher Gesamtprogramme wird hier zugunsten eines ständigen, öffentlichen Diskurses mit themenspezifischen Abstimmungen überwunden. Schließlich soll sich in einer Liquid Democracy jeder flexibel an Entscheidungen beteiligen können und Mehrheiten organisieren.</p>
<p>Das ist nun im Prinzip nichts Neues, sondern die digitalisierte Version der alten basisdemokratischen Idee – eine diskursive Aushandlung von Positionen im (so weit wie möglich) herrschaftsfreien Raum. Das Volk gibt sich dabei seine Regeln unmittelbar selbst. Dieses Rousseau&#8217;sche Demokratieverständnis haben zuletzt die Grünen in den 80er Jahren für die politische Praxis wiederbelebt. Was dieses Mal aber – nicht nur bei den Piraten, sondern generell – den entscheidenden Unterschied für den Erfolg ausmachen könnte, ist, dass die technischen Möglichkeiten potenziell den Zugang und die Reichweite dieses Aushandlungsprozesses vereinfachen. Bisher konnten Skeptiker gewichtige praktisch-logistische Gegenargumente ins Feld führen – heute geht es vor allem um die Frage, ob wir das alles wirklich wollen oder nicht.</p>
<p>Das Netz bietet zweifellos nicht nur für die politische, sondern auch für die kulturelle Teilhabe großartige Möglichkeiten jenseits der etablierten Formen und Institutionen. Allerdings scheint mir dieses &#8220;jenseits&#8221; oder &#8220;abseits&#8221; bisweilen eher zwangsläufig als selbstgewählt. Öffentlicher Raum, der für unser Verständnis von Kultur konstitutiv ist, bedeutet im Internet 2011 meistens die von Apple, Google, Facebook oder Twitter kontrollierte Öffentlichkeit. Hier gewinnen Quasi-Monopole die Oberhand mit einem Geschäftsmodell, das darauf setzt, sich möglichst umfangreich die Daten von möglichst vielen Nutzern und deren Kontakten einzuverleiben und diese mit möglichst wenig Transparenz und Beeinflussbarkeit zu verarbeiten und möglichst teuer weiterzugeben. Wir füttern also den global agierenden, den globalen Gesetzen der Märkte folgenden und auf den Bermuda- und Fidschiinseln steuerzahlungsverweigernden Datenfresser. Anstatt uns um die Rückgewinnung unserer digitalen Mündigkeit zu kümmern, verlieren wir uns in Deutschland in Gefechten zwischen privaten Medienunternehmen und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, wobei es nicht um demokratische Öffentlichkeit, sondern in erster Linie um Profite und Quoten geht.</p>
<p>Zurück zu den Möglichkeiten, die der digitale Wandel für unsere Kultur bedeuten könnte: Mir scheint, dass die Akteure der öffentlich-rechtlichen Institutionen sich hierzulande in bewahrpädagogischer Duldungsstarre üben. Hier und da ein wenig digitales Add-On ist zwar inzwischen schick und angesagt, die anstehende Neujustierung des Bildungs- und kulturpolitischen Raums bleibt jedoch aus. Dabei steht die Öffnung der öffentlichen (der Name sagt es doch schon!) Institutionen gleich in dreifacher Hinsicht an: Sie müssen sich 1. für die digitalen Medienwelten, 2. für ihre Nutzer und 3. für eine gesellschaftliche Debatte über den öffentlichen Raum im 21. Jahrhundert öffnen. Wie lautet im digitalen Raum eigentlich die Begründung dafür, dass öffentliche Archive und Depots noch verschlossen bleiben? Warum stehen öffentlich finanzierte Inhalte nicht frei zugänglich im Netz? Mehr noch: Wie kann man gar auf den grotesken Gedanken kommen, dass öffentlich finanzierte Inhalte sogar wieder de-publiziert, der Allgemeinheit, die sie bezahlt hat, wieder genommen werden müssen? Und wenn Apple eine schöne neue Welt der cloud (Datenwolke) baut, und Google und wer sonst auch immer – wo ist eigentlich die deutsche, europäische oder weltweite nicht kommerzielle, freie Datenwolke der Bildung und Kultur? Wer baut daran? Und wer warum nicht?</p>
<p>Der digitale Wandel bietet die Chance, wenn nicht sogar die Notwendigkeit für eine Renaissance der öffentlichen Kultur, die im öffentlich-rechtlichen Rundfunk beginnt und bei Forschungsdaten, Museen, Musik und Literatur noch nicht endet. Es geht um die Sicherung von Gemeingütern und nicht um ihre Verramschung. Erste Versuche wie die Europeana und die Deutsche Digitale Bibliothek sind lobenswert, aber marginal. Der Etat für den Aufbau der Deutschen Digitalen Bibliothek, in der die Inhalte von 30.000 deutschen Bibliotheken, Museen und Archiven vernetzt und zugänglich gemacht werden sollen, beträgt pro Jahr 2,6 Millionen Euro. Übrigens: Dieser Etat entspricht den Werbeeinnahmen, die Google in einer Stunde umsetzt, oder einem Viertel des Budgets, welches die ARD dem Vernehmen nach pro Jahr für Günter Jauchs Talkshow ausgibt.</p>
<h3>Teil II: Die gesellschaftlichen Akteure im digitalen Wandel</h3>
<p><strong></strong>Werfen Sie mit mir einen Blick auf die gesellschaftlichen Akteure, die an der Debatte über den digitalen Wandel beteiligt sind.</p>
<p>Der digitale Wandel hat inzwischen die allermeisten gesellschaftlichen Bereiche erfasst. Die Geschäfte von Musikindustrie und Buchhandel, die Arbeit der Journalistin und des Politikers, die Anbahnung von Partnerschaften und sogar unser Verständnis des Wortes &#8220;Freund&#8221;. Aber eine für unsere Gesellschaft ganz entscheidende Sphäre beginnt gerade erst, den digitalen Wandel zu erfassen bzw. von ihm erfasst zu werden: der Bildungsbereich. Erlauben Sie mir darum bitte einen kurzen Exkurs in eigener Sache:</p>
<p>Die politische Bildung ist vom digitalen Wandel gleich in dreifacher Hinsicht betroffen:</p>
<p>1. Auch wir suchen Wege, der sich verändernden Kultur der Mediennutzung zu begegnen.</p>
<p>Wie sehen unsere Publikationen und unsere Veranstaltungen in Zukunft aus? Werden wir vom Produktherausgeber zum Serviceanbieter? Steht statt reinen Informationsangeboten künftig mehr Interaktion im Mittelpunkt? Wie gestalten wir das Verhältnis zu unseren Zielgruppen, wenn sie nicht mehr nur Kunden, sondern Mitwirkende sein können? Hinter all dem erproben wir uns an der Frage: &#8220;Wie wollen wir die Kommunikationsräume unserer Gesellschaft gestalten?&#8221;</p>
<p>Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb ist auf Facebook und Twitter aktiv. Nicht, weil wir Facebook für ein besonders unterstützenswertes Unternehmen halten. Aber die politische Bildung beansprucht für sich, zu den Menschen zu kommen, sich mitten im Leben abzuspielen. Und das Leben findet nun mal für deutlich mehr Menschen auf Facebook statt, als in Tagungshäusern und Seminarräumen, im Rathaus oder auch im politischen Feuilleton. Neben der Nutzung der derzeit vorherrschenden Netzwerke kommt es darauf an, dass wir unsere eigenen solitären Angebote zu attraktiven Plattformen für Debatten, Beteiligungen und sozialen Aktivitäten ausbauen. Wir können dabei mit offenen Standards, mit klarem Daten- und Persönlichkeitsschutz, mit Transparenz und demokratischer Kontrolle wirkliche soziale Medien schaffen.</p>
<p>2. Die Befähigung zur Partizipation ist zentrale Aufgabe unserer Arbeit.</p>
<p>Sie alle kennen Brechts Radiotheorie, die sich heute, 80 Jahre nach ihrer Niederschrift, liest wie eine Beschreibung des Internets. Brechts Forderung &#8220;Hörer sollen zum Mitspieler werden&#8221; könnte sich auch die politische Bildung zu eigen machen: Bürger sollen mitreden und mitmachen! Gleichzeitig sind mit dem Internet die Möglichkeiten größer als je zuvor. &#8220;Medienkompetenz&#8221; heißt für die politische Bildung: mittels Medien die Gesellschaft verstehen und selber gestalten können.</p>
<p>3. Die Debatte über den Wandel braucht öffentliche Räume jenseits der Massenmedien.</p>
<p>Der digital getriebene Wandel greift in alle Bereiche des beruflichen, des privaten und des öffentlichen Lebens ein. Eine aufgeklärte und demokratische Gesellschaft darf nicht von der Technik getrieben werden. Sie darf sich auch nicht in dem Versuch aufreiben, alle neuen Entwicklungen mit tradierten Regeln und Verfahrensweisen fassen zu wollen. Das betrifft das Verhältnis zwischen Öffentlichkeit und Privatheit, zwischen Staat und Individuum, zwischen Beteiligung und Ausschluss, um nur einige Stichworte zu nennen. Gesellschaftliche Veränderungen brauchen gesellschaftliche Debatten. Wer, wenn nicht die politische Bildung, sollte Plattformen für Debatten bieten, an der nicht nur die Meinungsführer, sondern der Souverän, also die Bürgerinnen und Bürger selber teilnehmen?</p>
<p>Werfen wir jetzt aber einen Blick auf eine für unsere Demokratie existentielle Frage: Wo konstituiert sich eigentlich &#8220;öffentliche Meinung&#8221;? Die agora der polis spielt dabei wohl nur noch eine untergeordnete Rolle. Agenda-Setting erfolgt von oben und zwar durch ein schmales und miteinander verwobenes Geflecht der Elite. Ein Thema, das wir später im Panel noch diskutieren werden. Selbstmedialisierung ist in diesem Zusammenhang zur zentralen Strategie politischen Handelns geworden. Journalisten, Politiker, Lobbyisten, Wissenschaftler … – wir alle sind Profis darin, die Diskursthemen für die übrigen 99 Prozent der Bevölkerung vorzugeben.</p>
<p>2011 haben die meisten Journalisten das Internet verstanden. Auf ihre Produkte hat das aber meist nur Konsequenzen in dem Sinne, dass der bisherige Modus optimiert und erweitert wird. Die klassischen Medien präsentieren stolz den Hausblogger auf der eigenen Website, den &#8220;Tweet des Tages&#8221; in der Zeitung und die &#8220;Netzschau&#8221; im Fernsehen. Aber sobald irgendwas im Internet nicht zum bisherigen Geschäftsmodell passt, wird es bejammert, verbannt, verschwiegen oder gleich einmal verklagt. Von Öffnung und Transparenz sehe ich bisher allenfalls einzelne Vorzeigeprojekte – und die nicht in Deutschland.</p>
<p>Ganz anders versteht sich die Netzwelt. Auf Blogs, Twitter und Google+ ist man überzeugt, Avantgarde für die gesamte Gesellschaft zu sein. Dort betitelt man alles Gedruckte gerne als &#8220;die Holzmedien&#8221;. Fernsehen und Presse sind von gestern. Die gegenseitige Abgrenzung ist sehr beliebt und scheint der Identitätsbildung derjenigen förderlich, die offen, bunt und transparent, aber keine &#8220;Community&#8221; sein wollen. Wenn man sich aber anschaut, welche Themen bei Twitter am liebsten diskutiert und verlinkt werden, so sind das merkwürdigerweise die Werke traditioneller Medienmacher: Fernsehen von Talkshow bis Tatort und Texte von Heise, Spiegel oder dem Zentralorgan der deutschen Nerds, der FAZ.</p>
<p>Dennoch gibt es erstaunliche Ähnlichkeiten zwischen Bloggern und Journalisten. Anerkennung wird am wechselseitigen Bezug aufeinander gemessen. Was dem Print-Journalisten sein PMG Presse-Monitor ist, sind dem Blogger Rivva oder die Blogcharts. Die Themenvielfalt der beliebtesten Blogs ist durchaus ausbaufähig. Auch in einer anderen Frage stehen die Onliner den Offlinern in nichts nach: Frauen haben in beiden Welten, vorsichtig gesagt, nicht gerade die Meinungsherrschaft inne. Gefühlt ist das so, als würde man bei google den Suchbegriff &#8220;Chefredakteurin&#8221; eingeben und würde sofort die Frage zurück gespielt bekommen: &#8220;Did you mean Chefredakteur?&#8221;</p>
<p>Nicht viel besser als den Journalisten geht es den Politikern. Man hat fast den Eindruck, das Netz hat gar keinen Bedarf mehr an ihnen. Wenn einzelne MdBs sich dann im Twittern versuchen oder Ministerien den Dialog online suchen, werden sie entweder ignoriert oder verhöhnt.</p>
<p>Mit der Netzcommunity sieht die Politik sich mit einer Gruppe von Menschen konfrontiert, die hervorragend die Klaviatur der öffentlichen Kommunikation 2.0 bespielen kann. So schnell wie die Crowd Argumente prüfen, Videos produzieren, Demonstrationen organisieren und Unterschriften sammeln kann, kann der schwerfällige Apparat in Parteizentralen und Ministerien gar nicht reagieren. Aber was rückt an ihre Stelle? Droht uns anstelle von Gleichheit, Transparenz und Meinungsvielfalt gar eine Diktatur der Gut-Vernetzten?</p>
<p>Auch die Wissenschaft scheint dem digitalen Wandel eher abwartend zu begegnen. Damit meine ich gar nicht die &#8220;Netzwissenschaftler&#8221;, sondern vor allem die Geisteswissenschaftler wie Literaturwissenschaftler, Politikwissenschaftler, Historiker oder Philosophen, deren Disziplinen sämtlich vom digitalen Wandel betroffen sind, die das aber offensichtlich kaltlässt. Entweder sie ignorieren den digitalen Wandel oder sie sehen ihn als &#8220;Sonderforschungsbereich&#8221;. Aber auch hier gilt: Der digitale Wandel ist kein &#8220;Add-On&#8221;, dessen Untersuchung den Netzwissenschaften überlassen werden kann. Findet denn im Netz keine Literatur, keine Politik, keine Identitätsbildung statt?</p>
<p>Mein Fazit: Das Digitale ist nicht Ergänzung oder Ersetzung des Bestehenden, es verändert die Grundlagen. Oder wie es Gunter Dueck von der IBM beschreibt: Das Internet wird zum Betriebssystem der Gesellschaft, auf dem alle Anwendungen aufsetzen müssen.</p>
<p>Uns allen wünsche ich für die kommenden Medientage ertragreiche Diskussionen! Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!</p>
<p><em>- Es gilt das gesprochene Wort -</em></p>
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<p><img style="position: absolute !important; z-index: -1 !important; right: 1px !important; top: -20px !important; cursor: pointer !important; -webkit-border-radius: 20px; background-color: rgba(200, 200, 200, 0.3) !important; padding: 3px 5px 0 !important; margin: 0 !important;" onclick="document.location.href='http://translate.google.com/';" src="http://www.google.com/uds/css/small-logo.png" alt="" /></p>
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		<title>Politische Bildung muss nach Facebook!</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 04:00:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thomas Pfeiffer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dienste & Werkzeuge]]></category>
		<category><![CDATA[Politische Bildung im Netz]]></category>
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		<category><![CDATA[Beutelsbacher Konsens]]></category>
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		<description><![CDATA[Facebook gilt inzwischen für viele gesellschaftliche Akteure als &#8220;unvermeidbar&#8221; &#8211; egal was man von der Plattform und dem dahinter stehenden Unternehmen hält. Gilt das auch für die politische Bildung? Die #pb21-Redaktion hat zwei Experten um ihre Meinung gebeten. Im Folgenden plädiert Thomas Pfeiffer pro Facebook. Die Gegenposition vertritt Christiane Schulzki-Haddouti: &#8220;Nur Facebook-Abstinenz überzeugt!&#8221; Wir laden]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><div id="attachment_4194" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-thumbnail wp-image-4194 " src="http://pb21.de/files/2011/06/facebook-daumen-hoch-200x200.jpg" alt="Hand mit Daumen nach oben" width="200" height="200" /><p class="wp-caption-text">Bild unter CC by-nd 2.0 by MailChimp</p></div>
<p>Facebook gilt inzwischen für viele gesellschaftliche Akteure als &#8220;unvermeidbar&#8221; &#8211; egal was man von der Plattform und dem dahinter stehenden Unternehmen hält. Gilt das auch für die politische Bildung? Die #pb21-Redaktion hat zwei Experten um ihre Meinung gebeten. Im Folgenden plädiert Thomas Pfeiffer pro Facebook. Die Gegenposition vertritt Christiane Schulzki-Haddouti: &#8220;<a title="Nur Facebook-Abstinenz überzeugt!" href="http://pb21.de/2011/06/nur-facebook-abstinenz-uberzeugt/">Nur Facebook-Abstinenz überzeugt!</a>&#8221;</p>
<p>Wir laden zur Diskussion &#8211; nicht auf Facebook, sondern in unseren Kommentaren. <span id="more-4125"></span></p>
<hr />
<p>Nur 20 Kilometer liegt das schwäbische Beutelsbach vom Stuttgarter Hauptbahnhof entfernt. In dem kleinen <del>Weinheimer</del> Stadtteil von Weinstadt wurde 1976 der sogenannte <a title="Beutelsbacker Konsens" href="http://www.lpb-bw.de/beutelsbacher-konsens.html">Beutelsbacher Konsens</a> zur Politischen Bildung vereinbart. Neben dem Überwältigungsverbot („Es ist nicht erlaubt, den Schüler – mit welchen Mitteln auch immer – im Sinne erwünschter Meinungen zu überrumpeln und damit an der »Gewinnung eines selbständigen Urteils« zu hindern“) und dem Gebot der Kontroversität („Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen“) verständigte man sich auch auf das Ziel politischer Bildung, die Schüler und Schülerinnen in die Lage zu versetzen, die politische Situation der Gesellschaft sowie ihre eigene Position zu analysieren und sich<strong> aktiv am politischen Prozess zu beteiligen</strong>, indem der Lernende »nach Mitteln und Wegen [zu] suchen, die vorgefundene politische Lage im Sinne seiner Interessen zu beeinflussen«“.</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 490px">
<p style="text-align: center"><img class="size-full wp-image-4128 aligncenter" src="http://pb21.de/files/2011/06/marschfacebook.jpg" alt="Ägyptische Demonstranten feiern Facebook. (Bild: Richard Gutjahr)" width="480" height="271" /></p>
<p class="wp-caption-text">Ein ägyptischer Demonstrant feiert Facebook.<br />
Februar 2011, Tahrir-Platz, Kairo (Bild: <a title="Gutjahrs Bericht von der Revolution in Ägypten" href="http://gutjahr.biz/blog/2011/02/kairo-millionen/">Richard Gutjahr</a>)</p>
</div>
<p>35 Jahre später und 20 Kilometer weiter entbrennt ein erbitterter Streit über den Tiefbahnhof Stuttgart 21, der nicht nur auf der Straße, sondern auch auf Facebook ausgetragen wird: Gut <a title="Facebook-Page gegen S21" href="http://www.facebook.com/keinstuttgart21">100.000 Fans sind gegen das Projekt</a>, <a title="Facebook-Page der Befürworter von S21" href="http://www.facebook.com/fuer.s21">167.000 sind dafür</a>. Facebook ist damit mehr als ein Fotoalbum peinlicher Partybilder und mehr als Gedanken-Kloake von Jugendlichen ohne realen Freundeskreis. Auf Facebook wird Politik gemacht. Daneben, wer Deutschlands Superstar werden soll und was die Tatort-Kommissare Batic und Leitmayr richtig und falsch gemacht haben, wird eben auch über gesellschaftliche und politische Themen diskutiert und gestritten. Es gibt Facebook-Gruppen, die <a title="Facebook-Page zuGuttenBack" href="http://www.facebook.com/zuGuttenBACK">Karl Theodor zu Guttenberg zurück</a> haben wollen, andere wollen <a title="Facebook-Page Wir wollen Guttenberg nicht zurück" href="http://www.facebook.com/pages/Wir-wollen-Guttenberg-nicht-zur%C3%BCck/173650972680817">ihn nicht zurück</a>. Es gibt Verlinkungen zu Medienberichten z.B. zu Spiegel Online oder der Süddeutschen Zeitung, die Menschen kommentieren die Berichte, regen sich darüber auf oder unterstützen deren inhaltliche Aussage. Kurzum: Facebook ist zu einem ernst zu nehmenden Raum politischer Diskussion geworden. Annähernd 20 Millionen Menschen nutzen allein in Deutschland dieses soziale Netzwerk, die Hälfte davon ist unter 21 Jahren. Wie auch immer man zu Facebook steht, hier findet <a title="Wikipedia zu politics" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Politics"><em>politics</em> (prozesshafte Dimension von Politik)</a> statt. Politische Bildung, die den Beutelsbacher Konsens ernst nimmt, muss dort vertreten sein, wo politische Prozesse stattfinden. Sie ist zwar nicht teilnehmende Akteurin an diesen Prozessen (im Sinne des Überwältigunsver- und des Kontroversitätsgebots), aber sie muss Anlaufstellen schaffen und ansprechbar sein für fragende Schülerinnen und Schüler und zwar dort, wo sich die Menschen aufhalten.</p>
<p>Politische Bildung findet in Deutschland in der Schule statt, in Museen und Gedenkstätten, in Bildungshäusern, im Fernsehen und in Büchern und Zeitschriften. Man erreicht damit Menschen, die entweder nicht ausweichen können (Schule) und sog. bildungsnahe Schichten, die in Museen gehen oder die <a title="bpb - Schriftenreihe" href="http://www.bpb.de/publikationen/BZUMW6,0,0,Schriftenreihe.html">Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung</a> kennen. Das soziale Netzwerk, das sich auf Facebook abbildet, bietet hervorragende Chancen, speziell mit denjenigen Menschen in Kontakt zu kommen, die kein Zeitungsabonnement haben und Arte nur vom Durchzappen her kennen. Politische Bildung muss sich nicht anbiedern oder aufzwingen, aber sie muss Angebote machen, die von der Zielgruppe auch als solche wahrgenommen werden (können). Sie muss, möchte sie nicht nur eine spezielle Schicht gebildeter Bürgerinnen und Bürger erreichen, auch niederschwellige Angebote unterbreiten und „dem Volk auf&#8217;s Maul schauen“, wie es weiland Martin Luther ausdrückte. Eine politische Bildung, die am Volk vorbei bildet, verdient ihren Namen nicht.</p>
<p>Facebook ist auch deshalb so schnell so erfolgreich geworden, weil sich Menschen darin schnell und einfach untereinander austauschen können und weil sie eine Fülle von Artikulationsmöglichkeiten auf Facebook vorfinden: Man kann Bilder hochladen, Kurzmitteilungen an alle seine Kontakte („Freunde“) versenden, sog. Statusupdates, man kann die Aktivitäten anderer mögen („liken“) und auch kommentieren. Diese Fülle an unmittelbaren Interaktionsmöglichkeiten gibt es sonst im Internet nur selten. An manchen Stellen im Internet kann man Beiträge von anderen kommentieren, manchmal kann man Sternchen vergeben („Fanden Sie diesen Kommentar hilfreich?“). Aber nur Facebook stellt im Internet die Werkzeuge bereit, auf vielfältige Art und Weise mit anderen zu kommunizieren. Von solch einem breiten, kontinuierlichen und hierarchiearmen Diskursansatz konnte die politische Bildung bisher nur träumen. Jede/r Facebook-Nutzer/in hat prinzipiell eine „gleich laute“ Stimme, jede/r kann die Meldungen anderer kommentieren, ihnen zustimmen, sich ablehnend äußern oder erweitern. Facebook ist damit ein ideales Werkzeug, um mit vielen Menschen in leichten Kontakt zu treten. Und dieser Kontakt kann, je nach Thema und damit verbundenen Emotionen, durchaus intensiv sein. Aus Individuen werden Gruppen, aus Kollektiven können soziale Bewegungen werden. Facebook ist eine Plattform, die Beteiligung und demokratische Mitbestimmung fördert, nicht nur in arabischen Ländern.</p>
<p>Facebook ist aus unserer heutigen Medienwelt nicht mehr wegzudenken. Man kann dazu stehen, wie man will, aber man darf davor nicht die Augen verschließen und sich nicht in seinem Elfenbeinturm verschanzen. Politische Bildung, die ihren Auftrag ernst nimmt, muss zu den Menschen gehen und mit ihnen ins Gespräch kommen. Und immer mehr dieser Gespräche finden auf Facebook statt.</p>
<hr />
<p><a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/" rel="license"><img style="border-width: 0" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/88x31.png" alt="Creative Commons Lizenzvertrag" /></a> Dieser Artikel steht unter der <a title="zu den Lizenzbestimmungen auf creativecommons.org" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">CC-by-nc-sa-Lizenz</a>.</p>
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		<title>Nur Facebook-Abstinenz überzeugt!</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Jun 2011 04:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christiane Schulzki-Haddouti</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politische Bildung im Netz]]></category>
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		<description><![CDATA[Facebook gilt inzwischen für viele gesellschaftliche Akteure als &#8220;unvermeidbar&#8221; &#8211; egal was man von der Plattform und dem dahinter stehenden Unternehmen hält. Gilt das auch für die politische Bildung? Die #pb21-Redaktion hat zwei Experten um ihre Meinung gebeten. Im Folgenden plädiert Christiane Schulzki-Haddouti für eine Abstinenz gerade der politischen Bildung. Die Gegenposition wird von Thomas]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><div id="attachment_4197" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-thumbnail wp-image-4197" src="http://pb21.de/files/2011/06/facebook-daumen-runter-200x200.jpg" alt="Hand mit nach unten gestreckten Daumen" width="200" height="200" /><p class="wp-caption-text">Bild unter CC by-nd 2.0 by MailChimp</p></div>
<p>Facebook gilt inzwischen für viele gesellschaftliche Akteure als &#8220;unvermeidbar&#8221; &#8211; egal was man von der Plattform und dem dahinter stehenden Unternehmen hält. Gilt das auch für die politische Bildung? Die #pb21-Redaktion hat zwei Experten um ihre Meinung gebeten. Im Folgenden plädiert Christiane Schulzki-Haddouti für eine Abstinenz gerade der politischen Bildung. Die Gegenposition wird von Thomas Pfeiffer vertreten: &#8220;<a title="Politische Bildung muss nach Facebook!" href="http://pb21.de/2011/06/politische-bildung-muss-nach-facebook/">Politische Bildung muss nach Facebook!</a>&#8221;</p>
<p>Wir laden zur Diskussion &#8211; nicht auf Facebook, sondern in unseren Kommentaren.<span id="more-4162"></span></p>
<hr />
<p>Keine Frage: Viele Menschen sind inzwischen bei Facebook als Mitglied registriert. Weltweit sind es über 600 Millionen. In Deutschland ist inzwischen fast jeder Fünfte bei Facebook. Was also liegt näher, als Menschen für Themen der politischen Bildung nicht auch direkt in dem sozialen Netzwerk anzusprechen? Dafür sprechen einige Argumente. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass ein entsprechendes Engagement bei Facebook eher kontraproduktiv sein könnte.</p>
<h2>Erst analysieren, dann klicken</h2>
<p><strong>Klicken statt Diskutieren</strong>: Der Gefällt-mir-Button verführt die Nutzer dazu, nicht mehr zu kommentieren, die eigenen Gedanken explizit zu artikulieren, sondern über einen einfachen Klick etwas zu „mögen“. Die Option, etwas ähnlich einfach „nicht zu mögen“ gibt es nicht. Facebook fördert damit eine Akklamationskultur – also das Gegenteil einer Diskussionskultur, wie sie für eine funktionierende Demokratie wichtig wäre. Ein Angebot der politischen Bildung riskiert damit diese demokratiekritische Entwicklung weiter zu befördern.</p>
<p><strong>Der Gefällt-mir-Button:</strong> Facebook setzt mit dem Gefällt-mir-Button Cookies auf die Rechner der Besucher und verfolgt sie damit quer durch das Netz. Wenn die Besucher gleichzeitig bei Facebook sind, kann Facebook erfahren, was sie im Netz sonst so tun. Informiert ein Anbieter, der auf seiner Website den Gefällt-mir-Button einbaut, seine Besucher nicht ausführlich über dieses Praxis, verstößt er gegen den Datenschutz. Außerdem zwingt er seinen Besuchern eine fragwürdige Technik auf, da sie, wenn sie die Cookies nicht wollen, diese selbst in ihrem Browser sperren müssen.</p>
<p><strong>Geschlossene Veranstaltung: </strong>Facebook erstellt über den Button außerdem eine alternative Bewertungsstruktur im Netz. Da nicht alle Suchmaschinen diese Links auswerten können, wird sich nach und nach die Gewichtung der Relevanz von Artikeln verschieben. Facebook seinerseits bestimmt darüber, wer die Links auswerten darf und wer nicht. Bing zum Beispiel darf, Google nicht. Das verstößt gegen das Prinzip der Offenheit, das für die Architektur des Internets wesentlich ist. Die Frage ist daher, ob man als Organisation der politischen Bildung auf der Plattform eines Anbieters engagieren möchte, der die Offenheit des Netzes und damit ein Grundprinzip der Wissensgesellschaft korrumpiert.</p>
<p><strong>Respektloser Umgang mit Nutzern:</strong> In der Vergangenheit hat Facebook wiederholt Features eingeführt, die gegen die informationelle Selbstbestimmung der Nutzer verstoßen. Auf Proteste hat Facebook zwar immer wieder, mit teils monatelanger Verzögerung reagiert, um bald darauf mit weiteren einschlägigen Vorstößen aufzufallen. Die jüngste Neuerung der automatischen Gesichtserkennung kann von Nutzern zwar „gesperrt“ werden, korrekt wäre jedoch kein Opt-out-, sondern ein Opt-in-Verfahren gewesen. Diese Methode, die Nutzer grundsätzlich ihrer Privatsphäre zu berauben, damit diese sie wieder in mühevollen Schritten zurückerobern können, widerspricht dem Weltbild des mündigen Bürgers, mit dem respektvoll verhandelt werden muss.</p>
<h2>Erst überlegen, dann engagieren</h2>
<p>Hinzu kommen einige grundsätzliche Überlegungen, die vor einem Engagement im Bereich Social Media angestellt werden sollten.</p>
<p><strong>Relevante Inhalte:</strong> Es können nur dann viele Menschen erreicht werden, wenn die Inhalte auf großes Interesse stoßen. Netzwerkeffekte entstehen nämlich nur dann, wenn Menschen Informationen als wichtig, relevant oder irgendwie besonders einstufen. Eine Facebook-Seite ist daher kein Selbstläufer, sondern muss kontinuierlich mit interessanten Informationen bestückt werden. Diese müssen kontinuierlich recherchiert, aufbereitet und auf verschiedenen Kanälen verbreitet werden. Ansonsten tritt rasch Langeweile ein – und neue Nutzer können nicht gewonnen werden.</p>
<p><strong>Glaubwürdiges Engagement: </strong>Das Engagement für die Seite muss glaubwürdig sein. Das ist es in einem Sozialen Netzwerk nur, wenn es auch „sozial“ ist, wenn also hinter der Seite Personen erkennbar sind, die sich engagieren. Diese müssen ständig ansprechbar sein, besser noch: Sie müssen selbständig und eigenverantwortlich in Foren und Kommentaren agieren können. Anderenfalls erscheint das Angebot rasch unglaubwürdig.</p>
<p><strong>Kommunikationskonzept: </strong>Ein Facebook-Auftritt erfordert ein überzeugendes Kommunikationskonzept. Denn die jeweils Verantwortlichen treten nicht als Privatpersonen, sondern als Vertreter einer Institution auf. Deshalb muss auch überlegt werden, wer kommuniziert, wenn die jeweiligen Personen im Urlaub oder krank sind. Wird dies nicht geregelt, erscheint der Auftritt wenig professionell.</p>
<p><strong>Effektive Organisation</strong>: Das Engagement in einem sozialen Netzwerk erfordert aufgrund der stark personenbezogenen Kommunikation eine effektive Organisation hinter den Kulissen. Hier müssen Präsentations- und Moderationskonzepte erarbeitet werden. Arbeitsabläufe innerhalb der Organisation müssen analysiert und in Einklang mit den Anforderungen der sozialen Netzwerke gebracht werden. Sie müssen außerdem so aufeinander abgestimmt werden, dass die Kommunikation in den sozialen Netzwerken nicht zur organisatorischen Belastung wird. Lange Reaktionszeiten können nämlich rasch an der Glaubwürdigkeit bzw. Authentizität kratzen.</p>
<p><strong>Social Media Policy</strong>: Ein Engagement in sozialen Netzwerken bedeutet für Organisationen, dass auf Facebook nichts kommuniziert werden sollte, was der offiziellen Kommunikation des Hauses widerspricht. Eine interne Abstimmung ist daher wichtig. Außerdem sollte überlegt werden, wie lang die Leine sein darf, an der die Mitarbeiter agieren dürfen. Diese befinden sich ansonsten in einem permanenten Konflikt: Sprechen sie als Privatperson, die sie ja vielleicht ebenfalls auf Facebook sind, oder sprechen sie als Vertreter einer Institution? Bei Mitarbeitern könnte dies ansonsten zu einer permanenten Belastungssituation führen.</p>
<p><strong>Recht:</strong> Auch auf Facebook gilt es rechtliche Regelungen wie etwa die Impressumspflicht oder das Recht auf Gegendarstellungen einzuhalten. Wer meint, auf Facebook ginge alles schneller und unkomplizierter, lässt sich von der spielerischen Fassade blenden.</p>
<h2>Fazit</h2>
<p>Abgesehen von grundsätzlichen konzeptionellen Erwägungen, die ein erfolgreiches Engagement in Facebook erfordert, stellt sich angesichts zahlreicher Eigenheiten der Plattform die Frage, ob überhaupt ein glaubwürdiger Auftritt im Rahmen eines Dienstes möglich ist, der grundlegende Rechte seiner Nutzer ignoriert. Eine bewusst gewählte Abstinenz wäre meiner Meinung für eine Organisation der politischen Bildung im Fall von Facebook angemessen.</p>
<hr />
<p><a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/"><img style="border-width: 0;" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/88x31.png" alt="Creative Commons Lizenzvertrag" /></a> <small>Dieser Artikel steht unter der <a title="zu den Lizenzbestimmungen auf creativecommons.org" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">CC-by-nc-sa-Lizenz</a>.</small></p>
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		<title>Perspectives of Web 2.0 for Citizenship Education in Europe</title>
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		<pubDate>Thu, 26 May 2011 05:00:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Anita Baschant</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politische Bildung im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[bpb]]></category>
		<category><![CDATA[civic education]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[NECE]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>

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		<description><![CDATA[ein Tagungsbericht aus Brno Weltweit beeinflussen die neuen Medien Politik und Gesellschaft und haben zahlreiche neue Formen der Partizipation entstehen lassen. Vor diesem Hintergrund müssen Akteure der politischen Bildung nicht nur reflektieren, wie sie diese Entwicklungen kritisch begleiten können. Sie müssen sich auch damit auseinandersetzen, welche Auswirkungen diese Veränderungsprozesse auf die Institutionen der politischen Bildung]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><h3><a href="http://pb21.de/files/2011/05/DSC_0023_Keynote_Andy-Williamson-Hansard-Society-UK.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3928" title="Keynote Andy Williamson Hansard Society UK" src="http://pb21.de/files/2011/05/DSC_0023_Keynote_Andy-Williamson-Hansard-Society-UK-200x200.jpg" alt="Andy Williamson Hansard Society UK by Anita Baschant" width="200" height="200" /></a>ein Tagungsbericht aus Brno</h3>
<p>Weltweit beeinflussen die neuen Medien Politik und Gesellschaft und haben zahlreiche neue Formen der Partizipation entstehen lassen. Vor diesem Hintergrund müssen Akteure der politischen Bildung nicht nur reflektieren, wie sie diese Entwicklungen kritisch begleiten können. Sie müssen sich auch damit auseinandersetzen, welche Auswirkungen diese Veränderungsprozesse auf die Institutionen der politischen Bildung sowie deren Arbeitsweise, Formate und Methoden, haben. Zu dieser Fragestellung hatte die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)  im Rahmen ihrer <em>NECE – Networking European Citizenship Education Initiative</em> im April 2011 zu einem Workshop zum Thema „<em>Perspectives of Web 2.0 for Citizenship Education in Europe</em>” eingeladen. 40 Experten/innen aus 15 verschiedenen europäischen Ländern kamen nach Brno, darunter Netzaktivisten, Blogger, politische Bildner und Multiplikatoren politischer Bildung, und disktuierten über die Chancen und Herausforderungen von Web 2.0 für die politische Bildung in Europa.<span id="more-3922"></span></p>
<h4>7-9 April 2011 in Brno, Czech Republic</h4>
<p>40 participants, among them net activists, Web 2.0 experts and practitioners from the field of citizenship education, came together to identify the specific interactions of Web 2.0 and citizenship education and discussed current tasks, challenges and opportunities for citizenship education in a digitalised world.<a href="http://pb21.de/files/2011/05/DSC_0015_Opening-Event_Audience.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-3929" title="Opening Event Audience" src="http://pb21.de/files/2011/05/DSC_0015_Opening-Event_Audience-200x200.jpg" alt="Opening Event Audience by Anita Baschant" width="200" height="200" /></a></p>
<p>First, <a href="http://www.andywilliamson.com/">Andy Williamson</a>, Head of the “Digital Citizenship” department at the <a href="http://www.hansardsociety.org.uk/">Hansard Society</a>, UK, introduced the workshop topic by considering the fundamental change in our underlying social processes through Web 2.0. He stated that the internet is becoming a &#8216;business as usual&#8217; tool for how we live, work, socialise and participate and that Web 2.0 is a timely tool to support radical new ways of socially organising for effective change. Subsequently, in the discussion panel <a href="http://homepage.univie.ac.at/axel.maireder/">Axel Maireder</a>, University of Vienna (Austria), <a href="http://www.ulrikereinhard.com/">Ulrike Reinhard</a>, author (Germany), <a href="http://www.inepa.si/index.php?lang=en">Simon Delakorda</a>, Institute for Electronic Participation, INePA (Slovenia) and Andy Williamson lively discussed with the audience the opportunities and risks of Web 2.0 as a tool for politics, participation and active citizenship from different perspectives.</p>
<p>In a world café the participants intensively exchanged their experiences with Web 2.0 and mentioned, amongst others, the following aspects as being important for the relation of citizenship education and Web 2.0: the development of Web 2.0 strategies for active citizenship, the changed meaning of citizenship through Web 2.0, digital and political literacy, making Web 2.0 campaigns sustainable, the limitations of Web 2.0 for citizenship education, can online go offline, inclusion using Web 2.0 in citizenship education etc. In his contribution, <a href="http://www.icts.sbg.ac.at/content.php?id=1629&amp;m_id=1009&amp;ch_id=1401&amp;persid=2255">Stefan Huber from the ICT&amp;S Center of the University of Salzburg</a> (Austria) tried to clarify the difference between New Social Media adoption and New Social Media capabilities. He identified “the development of New Social Media capabilities as crucial for active online participation and collaboration, (…) because the times when political education was complacent with the teaching of factual knowledge are gone”.</p>
<p><a href="http://pb21.de/files/2011/05/DSC_0071_WorldCafé.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3930" title="WorldCafé" src="http://pb21.de/files/2011/05/DSC_0071_WorldCafé-200x200.jpg" alt="WorldCafé by Anita Baschant" width="200" height="200" /></a>The participants also discussed different aspects of the subject in three parallel working groups. One of it dealt with the question whether there are differences regarding the use of Web 2.0 and the reflections about the consequences for citizenship education in different European countries.</p>
<p>Jochum de Graaf, host of this group, summarised that of course, in accordance with the different historical developments in all European countries, there are big differences. Referring to this, Tit Neubauer from Slovenia pointed out, “(…) that Western European models of citizenship education cannot simply be adopted in other European countries, and this also holds for Web 2.0. We have to adapt all tools to fit our shape of democracy.”</p>
<p>Another group focused on the question whether Web 2.0 offers an innovative and interesting toolbox for citizenship education. Jöran Muuß-Merholz (<a href="http://www.joeran.de/">joeran &amp; konsorten, Germany</a>) presented an overview of the Web 2.0 Map of Educational Events and thereby explained which social media formats be suitable in which educational contexts. For him “(…) all of Web 2.0 is about creativity, participation, connecting and sharing – that’s why Web 2.0 and citizenship education should be best friends.”</p>
<p>Whether new forms of online participation increase the empowerment of certain groups of citizens and whether this might reinforce exclusion of already educationally disadvantaged people, was a question discussed by the third working group. Based on the World Internet Project 2009 UK data<sup>(1)</sup> <a href="http://www2.lse.ac.uk/media@lse/whosWho/AcademicStaff/EllenHelsper.aspx">Ellen Helsper</a> (London School of Politics and Economics, UK) showed, that 21% of internet users had participated in some way civically online and 34% of them offline<sup>(2)</sup>. Of those who had undertaken civic engagement activities online, about 70% (11% of the population) had also done this offline, 30% (4% of the population) had participated online only. The result regarding the group of disabled persons was really surprising. Disabled people were less likely to be online and less skilled and confident in using the internet. However, if they managed to overcome these barriers they were more likely than other internet users to have participated civically online<sup>(3)</sup>. Finally, based on the <a href="http://www2.lse.ac.uk/media@lse/research/EUKidsOnline/Home.aspx">EUKidsOnline II</a> study, Ellen Helsper underlined that educationally disadvantaged young people are not completely disengaged or unskilled in the online world but that they have different patterns of participation and engagement. The main problem is that at the moment we do not understand how to explain these differences and nuances well enough, she stressed.<a href="http://pb21.de/files/2011/05/DSC_0079_WorldCafé.jpg"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-3931" title="WorldCafé" src="http://pb21.de/files/2011/05/DSC_0079_WorldCafé-200x200.jpg" alt="WorldCafé by Anita Baschant" width="200" height="200" /></a></p>
<p>The workshop was organised by the German <a href="http://www.bpb.de/">Federal Agency for Civic Education</a>/bpb together with the recently founded <a href="http://www.obcanskevzdelavani.cz/english-version">Czech Civic Education Centre</a>, located in Brno, and the <a href="http://www.democratie-rechtsstaat.nl/English/About">Dutch House for Democracy and the Rule of Law</a>, formerly known as the Institute for Political Participation, and was kindly supported by the <a href="http://www.bosch-stiftung.de/content/language2/html/index.asp">Robert Bosch Stiftung</a>, Germany and the <a href="http://www.erstestiftung.org/">ERSTE Foundation</a> in Austria.</p>
<p><em> </em></p>
<p><em>More information at: </em><em><a href="http://www.bpb.de/veranstaltungen/PAJZMN">www.nece.eu</a></em></p>
<h4>References:</h4>
<p><small>(1) Dutton, W.H., Helsper, E.J. &amp; Gerber, M. (2009) The Internet in Britain: 2009. Oxford Internet Institute. Oxford (UK): <a href="http://www.oii.ox.ac.uk/microsites/oxis">www.oii.ox.ac.uk/microsites/oxis</a><br />
(2) These are UK figures and are likely to be lower in most EU countries<br />
(3) Helsper, E.J. (2007), PhD Thesis: <a href="http://www2.lse.ac.uk/media@lse/alumni/PhDAlumni/Helsper.aspx">www2.lse.ac.uk/media@lse/alumni/PhDAlumni/Helsper.aspx</a><br />
Footnote: disabled users tend to be older than the general population and age is probably related to civic participation so some of this might be an age effect.</small></p>
<p><strong>Author and Photos</strong>: Anita Baschant, <a href="http://www.lab-concepts.de/">lab concepts</a> (Germany)</p>
<hr />
<p><a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/"><img style="border-width: 0;" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/88x31.png" alt="Creative Commons Lizenzvertrag" /></a> <small>Dieser Artikel steht unter der <a title="zu den Lizenzbestimmungen auf creativecommons.org" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">CC-by-nc-sa-Lizenz</a>.</small></p>
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		<title>#pb21-Webtalk: Eine Landkarte der Web 2.0-Dienste für den Einsatz in der politischen Bildung</title>
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		<pubDate>Mon, 23 May 2011 10:13:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Blanche Fabri</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am Freitag, 27.5.2011, von 11 bis 12 Uhr findet der nächste #pb21-Webtalk statt. Der Diplom-Pädagoge Jöran Muuß-Merholz entwirft in einem Online-Vortrag eine &#8220;Landkarte der Web 2.0-Dienste für den Einsatz in der politischen Bildung&#8221;. Darin werden verbreitete Werkzeuge und Dienste des Web 2.0 mit typischen Einsatzmöglichkeiten in Bildungsveranstaltungen verbunden. PS: Für die technisch Interessierten: Wir werden]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><div id="attachment_3955" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-thumbnail wp-image-3955  " title="Jöran Muuß-Merholz | Foto by Ralf Appelt" src="http://pb21.de/files/2011/05/Joeran-2011-beim-Educamp-2-by-Ralf-Appelt-800x600-200x200.jpg" alt="Jöran Muuß-Merholz" width="200" height="200" /><p class="wp-caption-text">Jöran Muuß-Merholz | Foto by Ralf Appelt</p></div>
<p>Am Freitag, 27.5.2011, von 11 bis 12 Uhr findet der nächste <em>#pb21-Webtalk</em> statt.</p>
<p>Der Diplom-Pädagoge Jöran Muuß-Merholz entwirft in einem Online-Vortrag eine &#8220;Landkarte der Web 2.0-Dienste für den Einsatz in der politischen Bildung&#8221;. Darin werden verbreitete Werkzeuge und Dienste des Web 2.0 mit typischen Einsatzmöglichkeiten in Bildungsveranstaltungen verbunden.<br />
PS: Für die technisch Interessierten: Wir werden am Freitag <a href="http://www.edudip.com/">edudip.com</a> als neue Plattform testen. Auch hier ist die Teilnahme wieder ohne Voranmeldungen und ohne Installation von Software möglich.</p>
<div class="shr-publisher-3951"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<title>Web 2.0 in der politischen Bildung – wie es weiterging</title>
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		<pubDate>Fri, 06 May 2011 06:20:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cornelia Schmitz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politische Bildung im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis & Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Auswertungsworkshop]]></category>
		<category><![CDATA[bpb]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>
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		<category><![CDATA[Trägerförderung]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Vortag der re:publica ludt die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb Träger der politischen Bildung zu einem Workshop ein, um gemeinsam solche Seminarprojekte vorzustellen und auszuwerten, die seit dem Kick-Off-Workshop im September 2010 in den Einrichtungen durchgeführt worden waren. Die bpb beschäftigt sich seit der Fachtagung zur politischen Bildung „Web 2.0. Akteure, Potenziale, Methoden“ im Februar]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><a href="http://pb21.de/files/2011/05/pb21-workhshop-berlin.jpg"><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-3694" title="pb21-workhshop-berlin" src="http://pb21.de/files/2011/05/pb21-workhshop-berlin-200x200.jpg" alt="" width="200" height="200" /></a>Am Vortag der re:publica ludt die <a title="Bundeszentrale für politische Bildung" href="http://www.bpb.de/" target="_blank">Bundeszentrale für politische Bildung/bpb</a> Träger der politischen Bildung zu einem Workshop ein, um gemeinsam solche Seminarprojekte vorzustellen und auszuwerten, die seit dem Kick-Off-Workshop im September 2010 in den Einrichtungen durchgeführt worden waren.</p>
<p>Die bpb beschäftigt sich seit der Fachtagung zur politischen Bildung <a title="Programm" href="http://pb21.de/2010/02/programm/">„Web 2.0. Akteure, Potenziale, Methoden“</a> im Februar 2010 intensiv mit der Frage, wie die Anwendungen des Web 2.0 in der politischen Bildungsarbeit eingesetzt werden können. Nach einer <a title="Kick off Workshop" href="http://pb21.de/projekte/">Kick-Off-Veranstaltung im September 2010</a> sind einige Anbieter politischer Bildung in die praktische Erprobungsphase mit Seminarteilnehmenden in ihren Organisationen gegangen.  <span id="more-3693"></span>Zum 12. April 2011 waren 23 Vertreter und Vertreterinnen von Einrichtungen nach Berlin gekommen und haben eine große Vielfalt an Heransgehensweisen, Themen, Einsatzmöglichkeiten oder Zielgruppen präsentiert. Gezeigt hat sich, dass das Web 2.0 mit seinen interaktiven und partizipativen Möglichkeiten in der politischen Bildungsarbeit durchaus sinnvoll genutzt werden kann und genutzt wird. Von Weblog, über Etherpads, Twitter, Blogs oder Podcasts sind in den vorgestellten Projekten bereits viele Anwendungen des Web 2.0 zum Einsatz gekommen. Sie wurden zur Kommunikation dezentral miteinander arbeitender Gruppen ebenso genutzt, wie zur Dokumentation, zur (internen) Veröffentlichung von Ergebnissen,  zur Vernetzung oder zur Erprobung der eigenen Kreativität.</p>
<p>Der Auswertungs-Workshop am 12.4.2011 sollte einen Zwischenstand in der weiteren Arbeit mit dem Web 2.0 in der politischen Bildung sein. So sind hier viele Fragen offen geblieben, die wir mit unserer fortlaufenden Arbeit gemeinsam bearbeiten wollen: &#8220;Ist das Web 2.0 eine Methodenerweiterung?&#8221;; &#8220;Welches Tool für welchen Inhalt?&#8221;; &#8220;Mehr Schulungen von Multiplikatoren/innen für den Einsatz des Web 2.0 als Methode der Bildungsarbeit?&#8221;; &#8220;Wo sind die Grenzen des &#8220;Web 2.0 Ausprobierens&#8221; im Seminar?&#8221;; &#8220;Was passiert mit den Inhalten, nach dem Seminar? Wer hat die Rechte?&#8221; &#8211; um nur einige Fragen zu nennen.</p>
<p>Damit Sie an den bisherigen Ergebnissen teilhaben können, hat der renommierte Podcaster <a href="http://www.pritlove.org/">Tim Pritlove</a> mit insgesamt 15 Akteuren der politischen Bildung vor Ort über ihre Erfahrungen mit Web 2.0 in ihrer Arbeit Gespräche geführt, die nun anlässlich der <a title="Aktionstage politische Bildung" href="http://www.bpb.de/veranstaltungen/V4LKMK,0,Aktionstage_politische_Bildung_2011.html" target="_blank">Aktionstage politische Bildung</a> (05.-23.05.2011)  auf pb21.de in einer sechsteiligen Podcast-Reihe veröffentlicht werden. <a title="Die #pb21-podcast-Wochen" href="http://pb21.de/2011/05/pb21-podcast-wochen/">Zu den Details &#8230;</a></p>
<p>Falls Sie für Ihre Einrichtung Fragen in diesem Kontext haben, falls Sie ein Seminar planen und Web 2.0 darin einsetzen möchten und dazu noch Beratung benötigen, und falls Sie ein bei der bpb anerkannter Träger sind, dann zögern Sie bitte nicht, folgenden Kontakt zu nutzen: Cornelia Schmitz, Fachbereich Förderung, Bundeszentrale für politische Bildung: <a href="javascript:DeCryptX('dpsofmjb/tdinju{Acqc/cvoe/ef')">cornelia [dot] schmitz [at] bpb [dot] bund [dot] de</a></p>
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<hr size="1" />
</div>
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<p><a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/"><img src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/88x31.png" alt="Creative Commons Lizenzvertrag" /></a> <small>Dieser Artikel steht unter der <a title="zu den Lizenzbestimmungen auf creativecommons.org" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">CC-by-nc-sa-Lizenz</a>.</small></p>
</div>
<div class="shr-publisher-3693"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<title>Die #pb21-podcast-Wochen</title>
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		<pubDate>Mon, 02 May 2011 15:53:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jöran Muuß-Merholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[#pb21 Podcasts]]></category>
		<category><![CDATA[Podcasts]]></category>
		<category><![CDATA[Porträts & Profile]]></category>
		<category><![CDATA[best practice]]></category>
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		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Praxiserfahrung]]></category>
		<category><![CDATA[Tim Pritlove]]></category>

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		<description><![CDATA[Anlässlich der Aktionstage politische Bildung (5.-23.5.) veröffentlichen wir auf pb21.de eine sechsteilige Podcast-Reihe. Der renommierte Podcaster Tim Pritlove führt Gesprächsrunden mit insgesamt 15 Akteuren der politischen Bildung über ihre Erfahrungen mit Web 2.0 in ihrer Arbeit. Außerdem hat Tim Pritlove eine ausführliche Einführung verfasst, die wir in zwei Teilen veröffentlichen: Was brauche ich als Einsteiger,]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><img class="size-thumbnail wp-image-2180 alignright" title="#pb21-Podcast" src="http://pb21.de/files/2010/12/podcast-200x200.jpg" alt="#pb21 Podcast" width="200" height="200" />Anlässlich der Aktionstage politische Bildung (5.-23.5.) veröffentlichen wir auf pb21.de eine sechsteilige Podcast-Reihe. Der renommierte Podcaster <a title="www.pritlove.org" href="http://www.pritlove.org">Tim Pritlove</a> führt Gesprächsrunden mit insgesamt 15 Akteuren der politischen Bildung über ihre Erfahrungen mit Web 2.0 in ihrer Arbeit.</p>
<p>Außerdem hat Tim Pritlove eine ausführliche Einführung verfasst, die wir in zwei Teilen veröffentlichen: Was brauche ich als Einsteiger, wenn ich selber podcasten will?</p>
<p>Die Details:<span id="more-3638"></span></p>
<ul>
<li>6.5.: <a title="Web 2.0 in der politischen Bildung – wie es weiterging" href="http://pb21.de/2011/05/web-2-0-in-der-politischen-bildung-%e2%80%93-wie-es-weiterging/">Das Making-of: Wo entstanden die Podcasts?</a></li>
<li>9.5.: <a title="#pb21 Podcast 01 mit Susanne Wolf und Dr. Martin Dabrowski" href="http://pb21.de/2011/05/pb21-podcast-01-mit-susanne-wolf-und-dr-martin-dabrowski/">#pb21-Podcast 01 mit Susanne Wolf (Evangelische Akademie Bad Boll) und Dr. Martin Dabrowski (Franz Hitze Haus)</a></li>
<li>11.5.: <a title="#pb21 Podcast 02 Anne Brülls, Anselm Sellen, Michaela Rüffert" href="http://pb21.de/2011/05/pb21-podcast-02-anne-brulls-anselm-sellen-michaela-ruffert/">#pb21-Podcast 02 mit Anne Brülls (Arbeit und Leben), Anselm Sellen (Europa-Haus Marienberg) und Michaela Rüffert (Gemeindeverwaltung Ginsburg-Gustavsburg)</a></li>
<li>12.5.: <a title="Podcasting für Einsteiger – Teil I: Grundlagen und Geräte" href="http://pb21.de/2011/05/podcasting-fur-einsteiger-1/">Podcasting für Anfänger: das richtige Equipment für meine Zwecke &#8211; Teil I</a></li>
<li>13.5.: <a title="#pb21 Podcast 03 mit Schirin Shahed und Nina Keim" href="http://pb21.de/2011/05/pb21-podcast-03-mit-schirin-shahed-und-nina-keim/">#pb21-Podcast 03 mit Schirin Shahed (Anne Frank Zentrum) und Nina Keim (Atlantische Initiative)</a></li>
<li>16.5.: <a title="#pb21 Podcast 04 mit Martin Kurth und Heinz-Hermann Peitz" href="http://pb21.de/2011/05/pb21-podcast-04-mit-martin-kurth-und-heinz-hermann-peitz/">#pb21-Podcast 04 mit Martin Kurth (Haus Neuland) und Heinz-Hermann Peitz (Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart)</a></li>
<li>18.5.: <a title="#pb21 Podcast 05 – mit Jürgen Ertelt und Frank Hofmann" href="http://pb21.de/2011/05/pb21-podcast-5-mit-juergen-ertelt-und-frank-hofmann/">#pb21-Podcast 05 mit Jürgen Ertelt (IJAB e.V.) und Frank Hofmann (Bildungswerk Blitz)</a></li>
<li>19.5.: <a title="Podcasting für Einsteiger – Teil II: Planung und Produktion" href="http://pb21.de/2011/05/podcasting-fur-einsteiger-%e2%80%93-teil-ii-planung-und-produktion/">Podcasting für Anfänger: das richtige Equipment für meine Zwecke &#8211; Teil II</a></li>
<li>20.5.: <a title="#pb21 Podcast 06 mit Annette Ullrich, Henning Wötzel-Herber und Hendrik Giese" href="http://pb21.de/2011/05/pb21-podcast-06-mit-annette-ullrich-henning-wotzel-herber-und-hendrik-giese/">#pb21-Podcast 06 mit Annette Ullrich (wannseeFORUM), Henning Wötzel-Herber (ABC Bildungs- und Tagungszentrum) und Hendrik Giese (Jugendbildungsstätte Kurt Löwenstein)</a></li>
</ul>
<div class="shr-publisher-3638"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Praxisbeispiel Opendata: Eine Landkarte der politischen Bildung</title>
		<link>http://pb21.de/2011/04/praxisbeispiel-opendata-eine-landkarte-der-politischen-bildung/</link>
		<comments>http://pb21.de/2011/04/praxisbeispiel-opendata-eine-landkarte-der-politischen-bildung/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 Apr 2011 05:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido Brombach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dienste & Werkzeuge]]></category>
		<category><![CDATA[Sonstiges]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
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		<category><![CDATA[Wissen]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; und wie sie entstanden ist Politische Bildung heißt Informationen unter verschiedenen Perspektiven zu bewerten. Dabei spielt bekanntlich die Darstellung und der Zusammenhang, in den die Informationen gestellt werden, eine erhebliche Rolle für die Intepretation. In diesem Artikel soll anhand der Landkarte zur politischen Bildung deutlich werden, wie sich die Interpretation der Daten verändert, wenn]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><strong><a href="http://pb21.de/files/2011/04/Bildschirmfoto-2011-04-15-um-09.17.49.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-3182" title="Karte der Träger politischer Bildung und Partner der BpB" src="http://pb21.de/files/2011/04/Bildschirmfoto-2011-04-15-um-09.17.49-218x250.png" alt="Karte der Träger politischer Bildung und Partner der BpB" width="218" height="250" /></a>&#8230; und wie sie entstanden ist</strong></p>
<p>Politische Bildung heißt Informationen unter verschiedenen Perspektiven zu bewerten. Dabei spielt bekanntlich die Darstellung und der Zusammenhang, in den die Informationen gestellt werden, eine erhebliche Rolle für die Intepretation. In diesem Artikel soll anhand der Landkarte zur politischen Bildung deutlich werden, wie sich die Interpretation der Daten verändert, wenn sie in den Kontext einer Karte gestellt werden. Was bringt die Auseinandersetzung mit den Daten in Seminaren der politischen Bildung, und wie kann dies sogar einen gesellschaftlichen Mehrwert ermöglichen. Im Praxisbeispiel stellen wir vor, wie aus einer Liste eine interaktive Karte entsteht. Einige Grundlagen zu Opendata im Seminareinsatz haben wir auf pb21 bereits beschrieben.<span id="more-2963"></span></p>
<p>Solche Datenanalysen bieten sich für Seminare an, in denen statistische Quellen zur Untermauerung von Thesen herangezogen werden. Neben einem PC mit Internetanschluss kann eine installierte Tabellenkalkulation (Calc oder Excel) hilfreich sein und die Daten bearbeiten zu können. Denkbare Themen könnten <a title="Interaktive Grafik bei der Zeit zu Todesopfer rechter Gewalt" href="http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/todesopfer-rechter-gewalt">Extremismus in Deutschland</a> sein, oder auch Kinderarmut im europäischen Vergleich. Entscheidend ist aber nicht nur die Daten entsprechend aufzubereiten, sondern auch zu intepretieren.</p>
<h3>Praxisbeispiel: Wie aus einer Liste mit Veranstaltern der politischen Bildung eine Landkarte wird</h3>
<ol>
<li><a href="http://pb21.de/files/2011/03/Bildschirmfoto-2011-03-31-um-15.37.25.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-2964" title="Buchstabenräume der Veranstalter pB auf der Webseite bpb" src="http://pb21.de/files/2011/03/Bildschirmfoto-2011-03-31-um-15.37.25-350x179.png" alt="Buchstabenräume der Veranstalter pB auf der Webseite bpb" width="350" height="179" /></a>Die Datengrundlage ist zum einen die <a title="Übersicht der Veranstalter politischer Bildung in Deutschland" href="http://www.bpb.de/veranstaltungen/ITC55F,0,0,%DCbersicht_der_Veranstalter.html">Übersicht der Veranstalter</a> der politischen Bildung in Deutschland und zum anderen <a title="Träger der politischen Bildung" href="http://www.bpb.de/veranstaltungen/ITC55F,0,0,%DCbersicht_der_Veranstalter.html">die der Träger </a>auf der Webseite der bpb. Dort sind die Daten allerdings nach Anfangsbuchstabenräumen geclustert worden. Es wird jedoch eine Liste aller Anbieter benötigt. Also müssen von allen Bereichen die Veranstalterdaten per copy und paste in einen Editor kopiert werden. In der Wikipedia wurde eine <a title="Liste mit Texteditoren für Windows, MacOS und Linux" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Texteditoren">Liste mit unterschiedlichen Anbietern einer solchen Editor-Software</a> zusammengestellt. Anschließend müssen die Daten in ein sog. cvs-Format konvertiert werden. Hierzu ist ein wenig Handarbeit erforderlich.</li>
<li>Eine csv-Datei ist eine Tabelle, die in einem Texteditor lesbar und bearbeitbar ist. Statt einzelner Zellen, werden hier die Daten mit einem Textzeichen voneinander getrennt. Das kann ein Komma, ein Strichpunkt oder auch eine Raute sein. Das Dateiformat ist damit allgemein gültig und nicht nur von einer bestimmten Software zu lesen. Bei der Umwandlung einer Text- in eine csv-Datei kann in dem vorliegenden Beispiel sehr vieles mit &#8220;Suchen und Ersetzen&#8221; automatisiert werden. Ein Beispiel (es wurde hier der erste Datensatz beispielhaft ausgewählt) statt<br />
<blockquote><p>AABF-Alevitische Gemeinde Deutschland<br />
Stolberger Str. 317<br />
50933 Köln<br />
Tel.: 0221 94985622<br />
E-Mail: ismail [dot] kaplan [at] alevi [dot] com<br />
Internet: www.alevi.com</p></blockquote>
<p>soll dort im Ergebnis</p>
<blockquote><p>AABF-Alevitische Gemeinde Deutschland;Stolberger Str. 317, 50933 Köln;0221 94985622;ismail [dot] kaplan [at] alevi [dot] com;www.alevi.com</p></blockquote>
<p>stehen, also soll z.B. &#8220;Tel.: &#8221; jedesmal durch &#8220;;&#8221; ersetzt werden. Ausserdem müssen alle Umbrüche entfernt werden. Für jeden der Buchstabenblöcke muss diese Arbeit gemacht werden, anschließend müssen alle Ergebnisse zu einer Datei zusammenkopiert werden. Dabei entsteht eine <a title="csv-Datei mit allen Anbietern der politischen Bildung in Deutschland" href="http://pb21.de/files/2011/04/bpb_einrichtungen_liste_alle_traeger.csv" target="_blank">Textdatei mit 389 Zeilen in der alle Anbieter politischer Bildung zu  finden sind</a>.</li>
<li><a href="http://pb21.de/files/2011/03/Bildschirmfoto-2011-03-31-um-16.16.24.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-2966" title="Dateneingabe bei Batchgeo" src="http://pb21.de/files/2011/03/Bildschirmfoto-2011-03-31-um-16.16.24-350x130.png" alt="Dateneingabe bei Batchgeo" width="350" height="130" /></a>Die Datei wurde für einen Dienst namens Batchgeo optimiert. Wir hatten diesen schon im Zusammenhang mit <a title="Opendata im Seminareinsatz" href="http://pb21.de/2010/12/opendata-im-seminareinsatz/">&#8220;Opendata im Seminareinsatz&#8221;</a> vorgestellt. Der Dienst nutzt die Adressen um diese massenhaft auf einer Karte zu verorten. Dazu muss die vorher erstellte csv-Datei in den Textbereich kopiert werden. Danach werden die Daten überprüft. Man kann dann noch den einzelnen Spalten Überschriften zuordnen, damit die anschließend auf der Karte erscheinenden Sprechblasen übersichtlich gegliedert sind.</li>
<li><a title="Karte mit allen Veranstaltern politischer Bildung in Deutschland" href="http://batchgeo.com/map/veranstalter_politischer_bildung" target="_blank"></a><a href="http://pb21.de/files/2011/03/Bildschirmfoto-2011-03-31-um-16.50.13.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-2970" title="Screenshot der Batchgeokarte mit allen Veranstaltern politischer Bildung in Deutschland" src="http://pb21.de/files/2011/03/Bildschirmfoto-2011-03-31-um-16.50.13-179x250.png" alt="Screenshot der Batchgeokarte mit allen Veranstaltern politischer Bildung in Deutschland" width="179" height="250" /></a>Als Ergebnis werden dann alle Datensätze auf einer Karte ausgegeben. Die Kreise deuten darauf hin, das dort besonders viele Veranstalter politischer Bildung verortet wurden. Je weiter man in die Karte zoomt, umso konkreter werden die Ergebnisse. Im Suchfeld oben rechts können Einrichtungen in ihrer Nähe gesucht werden. Wenn einzelne Fähnchen sichtbar werden, können durch einen Klick die in der csv-Datei hinterlegten Daten angezeigt werden. Im Fall der aufbereiteten bpb-Liste sind Adresse, Telefonnummer des Veranstalters, E-Mail und die entsprechende Webseite hinterlegt.</li>
</ol>
<h3>Was ist zu beachten?</h3>
<ul>
<li>Es sollten keine personenbezogene Daten verwendet werden.</li>
<li>Die Daten müssen Zeile für Zeile überprüft werden, häufig werden durch das automatisierte &#8220;Suchen und Ersetzen&#8221; in inkonsistenten Datenbeständen Zeichen gelöscht, die den Datensatz unverständlich machen. Wird z.B. keine Webadresse angegeben, kann es in diesem Beispiel zu Problemen führen.</li>
<li>Beim Ersetzen muss der Zeilenumbruch mit gelöscht werden, da ein Zeilenumbruch immer einen neuen Datensatz einleitet. Da der Ausgangsdatensatz aus recht vielen Zeilenumbrüchen besteht, muss darauf geachtet werden, dass all diese gelöscht werden.</li>
<li>Die Karten beruhen auf den Karten von Google Maps und unterliegen somit auch entsprechenden <a title="Lizenzen, die bei der Nutzung der Google Maps zu beachten sind" href="http://www.google.com/intl/de_de/help/terms_maps.html" target="_blank">Lizenzen</a>.</li>
</ul>
<h3>Was kann gelernt werden?</h3>
<p>Während der Produktion einer eigenen Karte findet eine intensive Beschäftigung der Teilnehmenden mit jedem einzelnen Datensatz statt. Sie bekommen ein Gespür für die Unterschiede und Gemeinsamkeiten. So wird z.B. schnell klar, dass es sich bei den Veranstaltern der politischen Bildung keineswegs nur um die durch die bpb geförderten Einrichtungen handelt, sondern auch um alle politischen Stiftungen und sonstigen Institutionen in der politischen Bildungslandschaft. Man kann alle Landeszentralen finden und bemerken, dass nicht jedes Bundesland eine Landeszentrale für politische Bildung hat. Es fällt auch auf, dass unter den Veranstaltern sehr viele zu finden sind, die sich explizit nur an Jugendliche richten. Die Auseinandersetzung befördert also auch das Verständnis der Struktur der politischen Bildung in Deutschland. Man wird aber auch eine ganz Reihe an hoch spezialisierten Instituten kennenlernen. Was die Benennung politischer Bildungseinrichtungen angeht, kann man grob 3 Blockbuster resümieren: Akademien, Bildungsstätten, Bildungswerke.</p>
<p>Während der Kontextualisierung der Datensätze fangen die Teilnehmeden auch an, weitergehende Fragen zu formulieren:</p>
<ul>
<li>Wieviele Veranstalter gibt es pro Bundesland? Wie sind diese verteilt?</li>
<li>Wie ist das Verhältnis von dezidierten Jugendeinrichtungen zu denen der Erwachsenenbildung?</li>
<li>Welche dieser Einrichtungen werden von der bpb finanziell unterstützt?</li>
</ul>
<p>So entsteht ein exploratives Lernfeld, in dem die digitale Umsetzung nur ein Teil des Erkenntnisgewinns sind, ein weit größerer sind die weitergehenden Fragen, die die Teilnehmenden zu einem Telefongespräch motivieren oder auch nur eine Mail an einen Verantwortlichen zur Beantwortung erfordert.</p>
<h3>Mehrwert für die Gesellschaft</h3>
<p>Würden die im Seminar erstellten Karten öffentlich zur Verfügung gestellt, könnten die Teilnehmenden somit ihre Erkenntnisse den Bürgern zur Verfügung stellen. So kann die neu erzeugte Primärquelle für andere zur Grundlage für weitere Interpretationen und Erkenntnisse genutzt werden. Zum Beispiel führt der Link <a title="Landkarte zur politischen Bildung" href="http://batchgeo.com/map/landkarte_politische_bildung">http://batchgeo.com/map/landkarte_politische_bildung</a> bei der Eingabe in ein Smartphone in Kombination mit dem aktuellen Standort seiner Besitzerin zur Angabe politischer Veranstalter in der Umgebung.</p>
<p>Durch die Livesuche können auch die Einrichtungen gefunden werden, dessen Name vage bekannt ist. Es können z.B. alle Niederlassungen der Konrad-Adenauer-Stiftung gefunden werden, die auch als Veranstalter von der bpb gelistet werden, ebenso alle Einrichtungen des Anbieters Arbeit und Leben.</p>
<h3>Weiteres Beispiel: Der Guardian</h3>
<p>Das Opendata-Blog des Guardian veröffentlicht in regelmäßigen Abständen nicht nur interessante Analysen sondern auch die zugrundeliegenden Datensätze. So wurde nach der AKW-Katastrophe in Japan eine <a title="Datensatz des Guardian mit allen AKWs weltweit" href="http://www.guardian.co.uk/news/datablog/2011/mar/18/nuclear-reactors-power-stations-world-list-map" target="_blank">Liste mit allen AKWs weltweit veröffentlicht</a>. Diese Daten lassen sich auf Deutschland reduzieren und dort mit weiteren Informationen anreichern, sicherlich auch ein interessantes Seminarprojekt, von dem wiederum die Bürger profitieren könnten.</p>
<p>Über ihre Meinungen, Erfahrungen und Ideen aber auch Ergänzungen und weiteren Fragen zum Beitrag freuen wir uns sehr.</p>
<p>Der gesamte hier vorgestellte Datensatz kann als <a title="csv Datei mit allen Veranstaltern der politischen Bildung, gelistet bei der bpb, Stand 02/2011" href="http://pb21.de/files/2011/04/bpb_einrichtungen_liste_alle_traeger.csv" target="_blank">csv-Datei</a> oder als <a title="kml-Datei für den Import z.B. bei Google-Maps" href="http://pb21.de/files/2011/04/landkarte_politische_bildung.kml" target="_blank">kml-Datei</a> (für z.B. Googlemaps und Google Earth importierbarer Dateistandard) für weitere Analysen heruntergeladen werden.</p>
<div class="shr-publisher-2963"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Webschau März 2011</title>
		<link>http://pb21.de/2011/03/webschau-marz-2011/</link>
		<comments>http://pb21.de/2011/03/webschau-marz-2011/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 14 Mar 2011 11:53:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ute Demuth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Webschau]]></category>
		<category><![CDATA[Ägypten]]></category>
		<category><![CDATA[Bürgerbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
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		<category><![CDATA[eidg]]></category>
		<category><![CDATA[Evgeny Morozov]]></category>
		<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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		<category><![CDATA[Internetzensur]]></category>
		<category><![CDATA[Libyen]]></category>
		<category><![CDATA[Markus Beckedahl]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsbildung]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Robin Meyer-Lucht]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Visualisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Vorratsdatenspeicherung]]></category>
		<category><![CDATA[Web2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[In der jetzt monatlich erscheinenden Webschau haben wir diesmal folgende Themen für Sie aus dem Netz gefischt: Protest in Nordafrika, Bürgerbeteiligung in Deutschland, die Wechselwirkung zwischen Internet und Politik und schließlich: Wie Algorithmen das Baden im eigenen Meinungssaft fördern. Lesetipp Vorgefiltertes Web: Die ganze Welt ist meiner Meinung Bei Facebook, Google oder Amazon entscheidet Software, was der Nutzer zu]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>In der jetzt monatlich erscheinenden Webschau haben wir diesmal folgende Themen für Sie aus dem Netz gefischt: Protest in Nordafrika, Bürgerbeteiligung in Deutschland, die Wechselwirkung zwischen Internet und Politik und schließlich: Wie Algorithmen das Baden im eigenen Meinungssaft fördern.</p>
<h3>Lesetipp</h3>
<h4><a title="Vorgefiltertes Web: Die ganze Welt ist meiner Meinung" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,750111,00.html" target="_blank">Vorgefiltertes Web: Die ganze Welt ist meiner Meinung</a></h4>
<p>Bei Facebook, Google oder Amazon entscheidet Software, was der Nutzer zu sehen bekommt und was nicht. Nur wenigen ist bewusst, wie stark Algorithmen inzwischen unser Bild von der Wirklichkeit bestimmen &#8211; was nicht passt, schluckt der Filter. (Artikel auf <a title="Vorgefiltertes Web" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,750111,00.html" target="_blank">spiegel.de</a>)<br />
<small>#meinungsbildung #filter</small></p>
<p><span id="more-2631"></span></p>
<hr />
<h3>Kurzmeldungen</h3>
<h4><a title="Das Internet und die Proteste in Ägypten" href="http://www.politik-digital.de/Aegypten-Internet-Social-Media-Twitter-Facebook" target="_blank">Das Internet und die Proteste in Ägypten</a></h4>
<p>Protestierende in Ägypten sprayen &#8220;twitter&#8221; und &#8220;facebook&#8221; an Hausmauern: Wie bedeutend war das Internet beim Volksaufstand in Ägypten? Das Ergebnis: Gerade vor den Protesten entfaltete das Netz eine Wirkung, die viele Menschen zum Handeln ermutigte. (Eine Zusammenstellung von <a title="politik-digital.de sammelt Stimmen und Zahlen" href="http://www.politik-digital.de/Aegypten-Internet-Social-Media-Twitter-Facebook" target="_blank">politik-digital.de</a>)<br />
<small>#aegypten #proteste #internet</small></p>
<h4><a href="http://www.heise.de/netze/meldung/Internet-Abschaltung-Libyen-hat-von-Aegypten-gelernt-1206016.html" target="_blank">Internet-Abschaltung: Libyen hat von Ägypten gelernt</a></h4>
<p>Libyen ist, wie vor einigen Wochen Ägypten, seit Tagen vom Internet abgeschottet. Doch hat dies während der laufenden Aufstände in dem arabischen Land international viel weniger Aufsehen erregt. (Meldung auf <a title="Internet-Abschaltung in Libyen" href="http://www.heise.de/netze/meldung/Internet-Abschaltung-Libyen-hat-von-Aegypten-gelernt-1206016.html" target="_blank">heise.de</a>)<br />
<small>#aegypten #libyen #internetabschaltung</small></p>
<h4><a title="Datenschutz: Facebook spricht Klartext" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Datenschutz-Facebook-spricht-Klartext-1202182.html" target="_blank">Datenschutz: Facebook spricht Klartext</a></h4>
<p>&#8220;Wir erhalten Daten immer dann, wenn du ein Spiel, eine Anwendung oder Webseite nutzt, welche/s die Facebook-Plattform verwendet, oder wenn du eine Webseite besuchst, auf der eine Facebook-Funktion vorhanden ist.&#8221; (Meldung auf <a title="Internet-Abschaltung in Libyen" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Datenschutz-Facebook-spricht-Klartext-1202182.html" target="_blank">heise.de</a>)<br />
<small>#facebook #datenschutz</small></p>
<h4><a title="Aufbruch in die Diaspora" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Aufbruch-in-die-Diaspora-1162036.html" target="_blank">Aufbruch in die Diaspora</a></h4>
<p>Das quelloffene und datenschutzfreundliche Facebook-Alternativprojekt Diaspora im Praxistest: &#8220;Anders als bei Facebook und der Konkurrenz kann man verschiedene soziale Kreise leicht voneinander trennen.&#8221; (Meldung auf <a title="Internet-Abschaltung in Libyen" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Aufbruch-in-die-Diaspora-1162036.html" target="_blank">heise.de</a>)<br />
<small>#diaspora #datenschutz</small></p>
<h4><a title="Hier tagt der 18. Sachverständige der Enquete-Kommission &quot;Internet und digitale Gesellschaft&quot;!" href="https://www.enquetebeteiligung.de/" target="_blank">Hier tagt der 18. Sachverständige der Enquete-Kommission &#8220;Internet und digitale Gesellschaft&#8221;!</a></h4>
<p>Neue Formen der Beteiligung: Alle Bürger/innen sind eingeladen als &#8220;18. Sachverständiger&#8221; ihr Wissen und ihre Vorstellungen über gute Internetnutzung einzubringen. (<a title="Enquetebeteiligung" href="https://www.enquetebeteiligung.de/" target="_blank">enquetebeteiligung.de</a>)<br />
<small>#eidg #bürgerbeteiligung</small></p>
<h4><a title="Vorratsdatenspeicherung: Selbstversuch eines Politikers" href="http://www.zeit.de/datenschutz/malte-spitz-vorratsdaten" target="_blank">Vorratsdatenspeicherung: Selbstversuch eines Politikers</a></h4>
<p>Malte Spitz, Mitglied im Bundesvorstand der Grünen, hat die ihm vom Mobilfunkbetreiber T-Mobile ausgehändigten Vorratsdaten in einer interaktiven Karte visualisieren und auf Zeit online veröffentlichen lassen. (Artikel auf <a title="Visualisierung der Malte-Spitz-Vorratsdaten" href="http://www.zeit.de/datenschutz/malte-spitz-vorratsdaten" target="_blank">zeit.de</a>)<br />
<small>#vorratsdatenspeicherung #visualisierung</small></p>
<h4><a title="Der Studien-Rückblick 2010" href="http://www.ikosom.de/2011/01/11/der-studien-ruckblick-2010/" target="_blank">Der Studien-Rückblick 2010</a></h4>
<p>Überblick über die wichtigsten Social Media Studien des Jahres 2010 u.a. zu den Themen: Jugend, Senioren, Politik/Governance und Nutzungsverhalten. (Artikel beim <a title="Studien-Rückblick bei Ikosom" href="http://www.ikosom.de/2011/01/11/der-studien-ruckblick-2010/" target="_blank">ikosom-Institut</a> für Kommunikation in sozialen Medien)<br />
<small>#studien #sozialemedien</small></p>
<hr />
<h3><span style="font-size: small;"><span style="font-size: 13px; line-height: 19px;"><span style="font-size: x-large;"><span style="font-size: 21px; line-height: 23px;">Welchen Einfluss hat das Netz auf die Politik</span></span></span></span>?</h3>
<p>Karl-Theodor zu Guttenbergs Rücktritt wird auch intensiv unter dem Aspekt der Macht des Internet diskutiert: In einem <a title="Guttenplag" href="http://de.guttenplag.wikia.com/wiki/Plagiate" target="_blank">Wiki</a> hatten Netznutzer/innen in gemeinsamer Arbeit die Dissertation des Ex-Ministers untersucht. Er ist der erste Minister, den das Internet gestürzt hat, sagt Robin Meyer-Lucht auf <a title="zu Guttenberg: Der erste Minister, den das Internet gestürzt hat" href="http://carta.info/38719/zu-guttenberg-der-erste-minister-den-das-internet-gestuerzt-hat/" target="_blank">carta.de</a>. <a title="Guttenberg: Der erste Minister, den das Internet gestürzt hat? " href="http://www.netzpolitik.org/2011/guttenberg-der-erste-minister-den-das-internet-gesturzt-hat/" target="_blank">Markus Beckedahl </a>setzt ein Fragezeichen hinter die These: Das Netz hat nur das fortgeführt, was die traditionellen Medien ans Licht gebracht haben und viel spannender ist es, das Wechselspiel zwischen vierter und fünfter Gewalt anzuschauen: &#8220;Denn wir sehen eine gewachsene vernetzte neue Öffentlichkeit, wo das Internet nicht mehr wegzudenken ist. Und wir sehen hier auch das große Ende einer unsäglichen Debatte &#8216;Blogs vs. Journalisten&#8217;, wo selbst den letzten Journalisten aufgefallen sein sollte, dass sich beide Gruppen sehr gut ergänzen.&#8221;</p>
<h3>Welchen Einfluss hat die Politik auf das Netz?</h3>
<p>Das wird in in deutschen Medien regelmäßig in Zusammenhang mit neuen Gesetzesvorhaben (z.B. der Vorratsdatenspeicherung) oder auch immer wieder im Rahmen der Enquete-Kommission &#8220;Internet und digitale Gesellschaft&#8221; (s.o.) diskutiert, ohne auch nur annähernd ein so großes Medienecho hervorzurufen wie die umgekehrte Frage.</p>
<p>Der <a title="Welttag gegen Internetzensur" href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Welttag-gegen-Internetzensur-10-Feinde-des-Internet-am-Pranger-1206788.html" target="_blank">&#8220;Welttag gegen Internetzensur&#8221;</a> soll Anlass sein, über die Grenzen zu schauen. Die Ereignisse in Nordafrika zeigen, wie sich der Umgang mit dem Netz wandelt: <a title="Das Internet wird überschätzt" href="http://www.taz.de/1/leben/taz-medienkongress-2011/artikel/1/das-internet-wird-ueberschaetzt-1/">Evgeny Morozov</a> stellt in der Süddeutschen Zeitung (12./13.03.11, Seite 13) die These auf, dass nicht Zensur oder das Abschalten des Internet (wie in Ägypten und Libyen geschehen) die wahre Gefahr für die Demokratie sei, sondern seine Beherrschung durch repressive Regime. Kritiker/innen werden nicht abgewürgt, sondern vorgeblich eingebunden, soziale Netzwerke werden intensiv beobachtet, nicht abgeschaltet. Soziale Medien sind trotzdem &#8220;das größte Online-Problem&#8221;. In Vietnam hat die Regierung nach dem Facebook-Verbot ein <a title="goonline.vn" href="http://goonline.vn" target="_blank">eigenes soziales Netzwerk</a> aufgesetzt, das inzwischen das populärste im Land ist. Abschließend appelliert Morozov an die Verantwortung der westlichen Demokratien. Unterdrückungsmechanismen würden von westlichen Firmen und Beratern auf den neuesten Stand gebracht: &#8220;Ob diese neue Ära der internetgetriebenen Demokratisierung wirklich andauert, hängt deswegen nicht zuletzt davon ab, ob wir lernen, die raffinierten Methoden auszuhebeln, mit denen diese Bewegungen erstickt werden.&#8221;</p>
<p><small>#guttenberg #beckedahl #meyer-lucht #internetundpolitik #internetzensur #evgenymorozov</small></p>
<hr />
<div class="shr-publisher-2631"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Lernen aus der Geschichte</title>
		<link>http://pb21.de/2011/01/lernen-aus-der-geschichte/</link>
		<comments>http://pb21.de/2011/01/lernen-aus-der-geschichte/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 24 Jan 2011 12:03:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Blanche Fabri</dc:creator>
				<category><![CDATA[Porträts & Profile]]></category>
		<category><![CDATA[Bildungsportal]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Projekte]]></category>
		<category><![CDATA[Steckbrief]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit gut 6 Jahren gibt es das Bildungsportal &#8220;Lernen aus der Geschichte&#8220;, seit dem Relaunch im Jahre 2009 setzt das Portal auch verstärkt auf Social Media. Worum geht es inhaltlich beim Portal? Welche Zielgruppe hat es? Und wie werden Web 2.0 Tools eingebunden? Diese und weitere Fragen hat uns Birgit Marzinka vom Bildungsportal im Interview]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><div class="mceTemp">
<dl id="attachment_2419" class="wp-caption alignleft" style="width: 283px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-full wp-image-2419" title="Lernen aus der Geschichte - Logo" src="http://pb21.de/files/2011/01/LaG-logo-hidef.gif" alt="Lernen aus der Geschichte - Logo" width="273" height="51" /></dt>
</dl>
</div>
<p>Seit gut 6 Jahren gibt es das Bildungsportal &#8220;<a title="zur Website" href="http://lernen-aus-der-geschichte.de/">Lernen aus der Geschichte</a>&#8220;, seit dem Relaunch im Jahre 2009 setzt das Portal auch verstärkt auf Social Media. Worum geht es inhaltlich beim Portal? Welche Zielgruppe hat es? Und wie werden Web 2.0 Tools eingebunden? Diese und weitere Fragen hat uns Birgit Marzinka vom Bildungsportal im Interview beantwortet.<span id="more-2417"></span></p>
<p><em>Worum geht es beim Bildungsportal Lernen aus der Geschichte?</em></p>
<p>Unsere Themenschwerpunkte sind: Nationalsozialismus, Holocaust, die Geschichte des 20. Jahrhunderts, Entwicklung und Präsentation von innovativen Methoden, historisch-politische Bildung in der Einwanderungsgesellschaft, historisches Lernen mit digitalen Medien, historisch-politische Bildung auf internationaler Ebene. Insofern behandeln wir inhaltlich zeithistorische Themen. Außerdem ist der Blick über den Tellerrand für uns sehr wichtig, aus diesem Grund spielen der Bereich „International Diskutieren“, die englischsprachige Version und die spanischsprachigen Beiträge bei uns eine gewichtige Rolle. Ein weiteres wichtiges Thema, das sich aus der Geschichte des Portals erklärt, ist die (internationale) Projektarbeit. So sind auf dem Portal weit über 150 Projektbeschreibungen zu finden.</p>
<p><em>Was will das Bildungsportal?</em></p>
<p>Wir möchten mit unseren Beiträgen und Diskussionen die historisch-politische Bildung fördern und eine aktive Teilnahme unserer Zielgruppen am Portal ermöglichen. Die Vernetzung sowie Möglichkeiten der Weiterbildung aufzuzeigen sind wichtige Bestandteile des Portals. Ein weiteres Ziel ist die Förderung eines zeitgemäßen Verständnisses von Lernen. Hierfür sollen Lehrende Möglichkeiten finden und selbst dazu beitragen können. Für uns enthält ein Lernen über die Geschichte immer Vergangenheitsdeutungen, Gegenwartswahrnehmungen und Zukunftserwartungen. Eine gute historisch-politische Bildung vermittelt deshalb nicht nur Informationen über Ereignisse, Namen und Daten. Vielmehr regt sie Lernende an, sich mit der Geschichtskultur auseinander zu setzen, Wissen zu reflektieren und es sinnbildend mit ihrer Gegenwart und ihren Zukunftserwartungen und -wünschen zu verbinden. Um Lehrende in diesen Herausforderung zu unterstützen, werden entsprechende Bildungsangebote auf dem Portal dargestellt bzw. Methoden und Material besprochen.</p>
<p><em>Das Portal besteht aus vier Bereichen, mögen Sie diese bitte kurz beschreiben?</em></p>
<p>„Lernen &amp; Lehren“ bietet eine große Sammlung an Unterrichtsmaterialien, Methodenvorschlägen, Projektvorstellungen, Rezensionen von Fachbüchern und Diskussionsbeiträgen für Lehrer/innen und Pädagog/innen. Über die beiden Filter – Themen- und Didaktikfilter – können die über 2.000 Beiträge durchstöbert werden und eine gezielte Suche wird ermöglicht. Darüber hinaus können eigene Projekte vorgestellt und Rezensionen veröffentlicht werden. Über aktuell relevante Themen und Fragestellungen aus der historisch-politischen Bildungsarbeit informiert in diesem Bereich unser &#8220;Magazin&#8221;, das Sie als Newsletter abonnieren können. Das monatlich erscheinende &#8220;Magazin&#8221; enthält zu einem jeweiligen Schwerpunkt Diskussionsbeiträge, Berichte aus der Praxis und Rezensionen von Materialien für die Bildungsarbeit.</p>
<p>In „Teilnehmen &amp; Vernetzen“ können Fragen und Ideen aus der Bildungsarbeit eingebracht werden. Es besteht die Möglichkeit, sich bundesweit und international zu vernetzen und andere Mitglieder zu kontaktieren, Veranstaltungen anzukündigen, Tipps und Tricks weiterzugeben und Wettbewerbe und Förderprogramme vorzustellen oder zu suchen. Um sich aktiv zu beteiligen ist eine Registrierung notwendig.</p>
<p>&#8220;Online Lernen&#8221; präsentiert unsere aufgezeichneten Web-Seminare mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis zu relevanten Themen der historisch-politischen Bildung. Zusätzlich bieten wir Podcasts an, die historische Themen oder solche aus der Bildungsarbeit aufgreifen. Zusätzlich zeigen wir Ihnen durch Beispielkurse, wie das Lernmanagementsystem Moodle im Unterricht eingesetzt werden kann.</p>
<p>„International Diskutieren“ ist ein hauptsächlich englischsprachiger Bereich, der durch internationale Fachbeiträge und Projektvorstellungen vielseitige Perspektiven eröffnet. Hier sind alle eingeladen, die eigene Perspektive zu erweitern und Ansätze der historisch-politischen Bildungsarbeit auf internationaler Ebene zu diskutieren und auszutauschen.</p>
<p><em>Sind die Web-Seminare kostenlos und für jeden zugänglich?</em></p>
<p>Die Web-Seminare werden von uns kostenlos angeboten und sind für zum Seminar angemeldete NutzerInnen frei zugänglich. Die Anmeldung ist notwendig, damit ein Link zum Web-Seminar verschickt werden kann. Ein Web-Seminar ist ein virtuelles Klassenzimmer, in dem ein Thema präsentiert und diskutiert werden kann. Hierfür steht eine Audio- und eine Videofunktion zur Verfügung, damit die BesucherInnen für alle „sichtbar“ werden können. Aktuell können bis zu 50 Personen an einem Web-Seminar teilnehmen. Wir hoffen mit diesem Angebot über die Orts- und Staatsgrenzen hinweg Themen und Ansätze der Bildungsarbeit zu diskutieren. Bisher ist dies in der historisch-politischen Bildungsarbeit noch ein eher unbekanntes und daher wenig genutztes Format; wir sind bislang die ersten, die Web-Seminare für diesen Bereich anbieten.</p>
<p><em>An wen richtet sich das Bildungsportal hauptsächlich?</em></p>
<p>Unsere Zielgruppen sind Lehrkräfte aus Schulen, PädagogInnen aus Museen, außerschulischen Einrichtungen, Institutionen und Stiftungen sowie wissenschaftliche MitarbeiterInnen und ProfessorInnen aus Universitäten und Hochschulen. Wir richten uns somit an PraktikerInnen der Bildungsarbeit und WissenschaftlerInnen, die über die Geschichtsdidaktik und historisch-politische Bildung forschen und lehren.</p>
<p><em>Wie &#8220;Web-Zweinullig&#8221; ist das Angebot? Also: Inwiefern können einerseits BürgerInnen nicht nur Informationen abrufen, sondern sich selber einbringen? Wie gehen Sie andererseits mit dem Kontrollverlust um, denn auf Ihrer Website tauchen sicher auch Inhalte Dritter auf, die nicht immer mit Ihren Positionen übereinstimmen?</em></p>
<p>Auf dem Portal kann man sich registrieren und somit Beiträge kommentieren und selbst einreichen, hierfür werden entsprechende Formulare bereitgestellt. Aktuell haben sich mehr als 600 Personen registriert, die aktive Teilnahme könnte aber weitaus höher sein. Auch das LaG-Magazin ist mit seinem Call for Papers für die NutzerInnen offen und es können Beiträge eingereicht werden; diese Möglichkeit wird inzwischen auch sehr gerne genutzt. Weiterhin möchten wir mit unseren Web-Seminaren die NutzerInnen direkt einbeziehen. Wie bei anderen Bildungsportalen auch, unterliegen die Beiträge vor ihrer Freigabe einer redaktionellen Kontrolle. Hinsichtlich der Position der Beitragenden veröffentlichen wir diese, sofern sie nicht Menschen oder soziale Gruppen diskriminieren. Als Bildungsportal verstehen wir uns als ein überinstitutionelles Angebot, das Kontroversen und verschiedene Meinungen zulässt. Bisher hatten wir in dieser Hinsicht auch kaum negative Erfahrungen.</p>
<p><em>Interessant für unsere LeserInnen ist natürlich auch der Blick hinter die Kulissen: Wie organisieren Sie Ihre Arbeit? Mit welchen Tools, welchem CMS arbeiten Sie?</em></p>
<p>Wir sind ein recht kleines Team von insgesamt vier Personen; zwei wissenschaftliche MitarbeiterInnen und zwei studentische arbeiten mit. Die Arbeitsstunden zusammen gerechnet ergeben kaum mehr als eine volle Stelle. Der insgesamt geringe Stundenumfang macht sich an manchen Punkten wie dem Support und der Weiterentwicklung immer wieder bemerkbar. Wir haben uns 2009 beim Relaunch für das Drupal Content Management System entschieden, da dieses die Communityfunktionen sehr gut unterstützt und es sich wie in einem Baukastensystem je nach Bedarf zusammensetzen lässt. Bei der Grafik haben wir uns für einen gezielten Einsatz von Bildern entschieden, d. h. die Bilder tauchen nur dort auf, wo sie auch wirklich zusätzliche Informationen anbieten und nicht nur ein grafisches oder schmückendes Element sind. Dadurch wirkt das Portal eher textlastig, diese Gestaltung wird aber von NutzerInnen immer wieder positiv hervorgehoben, da sie auch eine gewisse „Ruhe“ in das Portal hineinbringt. Ein weiteres wichtiges Angebot, neben unseren Textbeiträgen, sind die Podcasts, hauptsächlich aus Beiträgen des öffentlich-rechtlichen Hörfunks zusammengetragen und in geringerem Maße auch durch eingebettete Videopodcasts ergänzt. Manchmal führen wir auch selbst Audio-Interviews zu Themen der historisch-politischen Bildung und veröffentlichen diese als LaG-Podcasts. Podcasts stellen eine zeitgemäße und zunehmend genutzte Informationsquelle dar und bieten hervorragende Möglichkeiten der informellen Weiterbildung  &#8211; ein für uns wichtiges Angebot.</p>
<p><em>Wie halten Sie es mit externen Diensten wie Twitter, Facebook, Youtube etc?</em></p>
<p>Durch den Relaunch im letzten Jahr haben wir begonnen, verstärkt soziale Netzwerke einzubinden. Wir bewegen uns hauptsächlich auf <a title="zum Account von @lerngesch auf twitter" href="http://twitter.com/lerngesch">Twitter</a> und <a title="zur Seite bei Facebook" href="http://www.facebook.com/pages/Lernen-aus-der-Geschichte/115312628515771">Facebook</a> und veröffentlichen dort all unsere neu geposteten Beiträge. Youtube verwenden wir weniger, da wir keine Videofilme produzieren, sondern nur Audios. Ansonsten veröffentlichen wir unsere LaG-Magazine noch auf <a title="zu den Präsentationen bei Slideshare" href="http://www.slideshare.net/LernenGeschichte">Slideshare</a>. Andere soziale Netzwerke bedienen wir bisher nur wenig, möchten aber diesen Bereich gern ausbauen. Für ein überinstitutionelles Webportal, denke ich, reicht es inzwischen nicht mehr aus, sich auf das eigene Angebot zu beschränken, sondern die Einbindung von sozialen Netzwerken wird immer wichtiger. Doch auch die Präsenz bei professionellen Netzwerken im Internet wird wichtiger und es werden weitere entstehen. Die historisch-politische Bildung steht diesem Medium bisher eher kritisch gegenüber, doch meines Erachtens wird sich dies in den nächsten fünf Jahren verändern.</p>
<p><em>Wenn Sie sich in punkto politische Bildung und Web 2.0 etwas wünschen könnten, was wäre das?</em></p>
<p>Das Web 2.0 bietet viele Möglichkeiten der kreativen Bildung und weitere Kommunikationsmöglichkeiten an, die oft nicht genutzt werden, dies gilt für die historische Bildung stärker als für die politische. Hier wünsche ich mir mehr Aufgeschlossenheit und aktive Teilnahme. Dies bedeutet nicht, dass Präsenzveranstaltungen an Bedeutung verlieren, sondern, dass digitale Medien verstärkt in die Bildungsarbeit einbezogen werden sollten. Ein großes Problem in der Bildungsarbeit mit digitalen Medien sind die Urheberrechte, die ein gezieltes Einbinden von Medien oft verhindern. Meines Erachtens sollten Medienprodukte und -angebote öffentlicher Einrichtungen bzw. aus öffentlich geförderten Projekten für die Bildungsarbeit frei zugänglich sein und mit der <a href="http://de.creativecommons.org/was-ist-cc/" target="_blank">Creative Commons Licence</a> versehen werden. Dies würde die Erstellung didaktischen Materials im Internet, wie Webquests. um einiges erleichtern.</p>
<hr />
<p><a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/"><img style="border-width: 0;" src="http://i.creativecommons.org/l/by-nc-sa/3.0/88x31.png" alt="Creative Commons Lizenzvertrag" /></a> Dieser Artikel steht unter der <a title="zu den Lizenzbestimmungen auf creativecommons.org" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">CC-by-nc-sa-Lizenz</a>.</p>
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		<title>Preis politische Bildung 2011</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Jan 2011 08:54:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jöran Muuß-Merholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politische Bildung im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[bap. bpb]]></category>
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		<description><![CDATA[Politische Bildung und politische Partizipation lautet das Motto des Wettbewerbs Preis politische Bildung 2011. Das hört sich doch an, als würde es auf einige Projekte im Bereich Internet passen. Projekte können sich bis zum 28.2.2011 selber bewerben, müssen aber bereits durchgeführt worden sein. Der Preis Politische Bildung wird vom Bundesausschuss Politische Bildung (bap) mit finanzieller]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><em>Politische Bildung und politische Partizipation </em>lautet das Motto des Wettbewerbs <em>Preis politische Bildung 2011</em>. Das hört sich doch an, als würde es auf einige Projekte im Bereich Internet passen. Projekte können sich bis zum 28.2.2011 selber bewerben, müssen aber bereits durchgeführt worden sein.</p>
<p>Der Preis Politische Bildung wird vom <a title="zur Ankündigung des Wettbewerbs auf der Website des bap" href="http://www.bap-politischebildung.de/DE/3698/PreisPolitischeBildung.php">Bundesausschuss Politische Bildung (bap)</a> mit finanzieller und ideeller Förderung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) vergeben. Die ersten beiden Plätze sind mit 10.000 € und 5.000 € dotiert.</p>
<p><a href="http://pb21.de/files/2011/01/ppb_2011_web_k.pdf">Details stehen in diesem Flyer (pdf).</a></p>
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		<title>Politische Bildung und die Wikipedia</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Dec 2010 06:05:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jöran Muuß-Merholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politische Bildung im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[cpov]]></category>
		<category><![CDATA[Konferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Kontroversitätsgebot]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Das Kontroversitätsgebot und anderes, was politische Bildung und Wikipedia voneinander lernen können&#8220;, lautete der Titel eines Vortrags von Ute Demuth. Der Vortrag war Teil der Konferenz &#8220;Wikipedia &#8211; Ein kritischer Standpunkt (CPoV)&#8221;, die im September 2010 stattfand. Ziel der Tagung war es, Wikipedia-ForscherInnen, KritikerInnen und Community-MitgliederInnen für eine produktive, interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Mainstream-Wissensmedium Wikipedia]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>&#8220;<em>Das Kontroversitätsgebot und anderes, was politische Bildung und Wikipedia voneinander lernen können</em>&#8220;, lautete der Titel eines Vortrags von <a href="http://pb21.de/2010/01/ute-demuth/" title="Porträt von Ute Demuth auf dieser Website">Ute Demuth</a>.<br />
<iframe src="http://player.vimeo.com/video/16088428?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0&amp;color=ff9933" width="601" height="338" frameborder="0"></iframe><span id="more-2307"></span><br />
Der Vortrag war Teil der Konferenz &#8220;Wikipedia &#8211; Ein kritischer Standpunkt (CPoV)&#8221;, die im September 2010 stattfand. Ziel der Tagung war es, Wikipedia-ForscherInnen, KritikerInnen und Community-MitgliederInnen für eine produktive, interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Mainstream-Wissensmedium Wikipedia zusammenzubringen.<br />
Weitere Informationen bieten die <a href='http://pb21.de/files/2010/12/Demuth-Wikipedia_und_politische_Bildung.pdf'>Folien (pdf)</a> zum Vortrag und die ausführliche Dokumentation der gesamten Tagung auf <a href="http://www.cpov.de/">http://www.cpov.de/</a>.</p>
<div class="shr-publisher-2307"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<title>Kollaboratives Schreiben IV: Google Text und Tabellen</title>
		<link>http://pb21.de/2010/11/kollaboratives-schreiben-iv-google-text-und-tabellen/</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Nov 2010 13:53:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Guido Brombach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dienste & Werkzeuge]]></category>
		<category><![CDATA[Kollaboratives Schreiben / Wikis]]></category>
		<category><![CDATA[Evaluation]]></category>
		<category><![CDATA[Google]]></category>
		<category><![CDATA[Google Docs]]></category>
		<category><![CDATA[Kollaboratives Schreiben]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>

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		<description><![CDATA[1. Die Welt von Google Text und Tabellen Google Docs ist ein kostenloser Google Dienst, der es ermöglicht, Dokumente zu erstellen und (kollaborativ) zu bearbeiten. Für die Erstellung von Google Dokumenten ist ein Google-Konto erforderlich. Unter Angabe eines Nutzernamens, einer Mailadresse und einem Passwort kann das Konto erstellt werden. Neben Google Text und Tabellen gibt]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><h2><a href="http://pb21.de/files/2010/11/Bildschirmfoto-2010-11-30-um-14.52.00.png"><img class="alignleft size-full wp-image-2176" title="Google Text und Tabellen Logo" src="http://pb21.de/files/2010/11/Bildschirmfoto-2010-11-30-um-14.52.00.png" alt="Google Text und Tabellen Logo" width="213" height="33" /></a>1. Die Welt von Google Text und Tabellen</h2>
<p>Google Docs ist ein kostenloser Google Dienst, der es ermöglicht, Dokumente zu erstellen und (kollaborativ) zu bearbeiten.<br />
Für die Erstellung von Google Dokumenten ist ein Google-Konto erforderlich. Unter Angabe eines Nutzernamens, einer Mailadresse und einem Passwort kann das Konto erstellt werden. Neben Google Text und Tabellen gibt es eine Reihe von Alternativen, die wir hier im Einzelnen nicht vorstellen werden. <a href="http://www.zoho.com/">Zoho</a> stellt ebenfalls ein komplettes Office Packet im Internet zur Verfügung. <a href="http://member.thinkfree.com/member/goLandingPage.action">Think Free</a> ist auch eine nennenswerte Alternative. Aber auch <a href="http://www.officelive.com/de-DE/">Microsoft</a> hat eine eigene Plattform entwickelt.<span id="more-2166"></span></p>
<p>Google Text und Tabellen ist vergleichbar mit dem Office Packet, dass bei Microsoft erworben werden kann. Neben einer Textverarbeitung findet man eine Tabellenkalkulation und ein Präsentationsprogramm vor. Entscheidend ist allerdings, dass all diese Programme nicht auf dem eigenen Rechner installiert werden, sondern im Internet zur Verfügung gestellt werden. Der Zugriff erfolgt über einen Internet-Browser. Die Art der Software nennt man <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Software_as_a_Service">Software as a Service</a>. Der Vorteil ist, dass sich der Nutzer nicht mehr um die Verfügbarkeit kümmern muss. Diese Aufgabe übernimmt der Anbieter und sorgt dafür, dass der Nutzer immer mit der aktuellsten Version der Anwendung arbeitet. In der Regel kosten solche Angebote Geld, Google bietet seinen Dienst bisher kostenfrei an. Google ermöglicht mit diesem Dienst einer Gruppe collaborativ an einem Dokument zu arbeiten.</p>
<p>Ich möchte mich hier auf zwei Teile des Google Office Pakets beschränken, von denen ich glaube, dass dazu die meisten Anwendungsbeispiele für die Praxis beschrieben werden können. Zum einen möchte ich die Textverarbeitung zum anderen die Tabellenkalkulation in Verbindung mit dem Formularassistenten beleuchten.</p>
<h2>2. Google Dokument</h2>
<p><a href="http://pb21.de/files/2010/11/Bildschirmfoto-2010-11-30-um-11.28.58.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-2167" title="Google Dokument Screenshot" src="http://pb21.de/files/2010/11/Bildschirmfoto-2010-11-30-um-11.28.58-350x91.png" alt="Google Dokument" width="350" height="91" /></a></p>
<p>Die Textverarbeitung von Google bringt eine Reihe uns bekannter Formatierungshilfen mit. Google ist jedoch kein Layout Programm wie es viele uns bekannte Offline-Textverarbeitungen schon lange sind. In sofern fallen die Editierfunktionen recht mäßig aus. Was z.B. die Integration von Tabellen in Textdokumente angeht, sind die Möglichkeiten sehr eingeschränkt. Im Gegensatz zum <a href="http://pb21.de/2010/11/kollaboratives-schreiben-ii-etherpad/">Etherpad</a> bringt es jedoch wesentlich mehr Bearbeitungsfunktionen mit, so dass hier auch deutlich komplexer formatierte Texte entstehen können. Gerade die Tabellenfunktion wird im Etherpad schmerzlich vermisst, auch das Einbinden von Bildern oder das Einbringen von Links ist bei Google deutlich komfortabler.</p>
<h3><a href="http://pb21.de/files/2010/11/Bildschirmfoto-2010-11-30-um-11.31.49.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-2168" title="Dokumente importieren und Ordner" src="http://pb21.de/files/2010/11/Bildschirmfoto-2010-11-30-um-11.31.49-125x250.png" alt="Dokumente importieren und Ordner" width="125" height="250" /></a>2.1. Import und Verwaltung von Texten und Tabellen</h3>
<p>Neben dem Erstellen neuer Texte, gibt es auch die Möglichkeit, bestehende Dokumente hochzuladen. Formate wie doc, docx, csv, xls, pdf, jpg usw. können mit einem Datenvolumen von bis zu 1024 MB bei Google Text &amp;Tabellen hochgeladen und bearbeitet werden. Darüber hinaus können Ordner angelegt werden, in denen sich Dokumente platzieren lassen. Diese Ordner können wiederum einem bestimmten Nutzerkreis verfügbar gemacht werden (siehe Zugriffsverwaltung).</p>
<h3>2.2. Zugriffsverwaltung</h3>
<p>Im Gegensatz zum Etherpad bietet Google allerdings einen viel detallierteren Zugriffsschutz. So ist ein Dokument grundsätzlich nur vom Ersteller zu lesen und zu bearbeiten. Erst wenn der Eigentümer eine Datei anderen Nutzern freigibt, können diese die Datei lesen oder bearbeiten, je nachdem welche Rechte vergeben wurden. Das Dokument kann auch einzelnen Nutzern durch eine E-Mail Einladung freigegeben werden. Dokumente können aber auch, wie schon vom Etherpad bekannt, veröffentlicht werden. In diesem Fall kann der Link zum Dokument verschickt werden. Um an den Dokumenten mitzuarbeiten ist kein eigener Google Account notwendig. Nur wer selbst Dokumente erstellen will, muss sich bei dem Suchmaschinenriesen anmelden.</p>
<h3>2.3. Beispiele für den Einsatz von Google Dokument</h3>
<h4>2.3.1. Erstellung eines Themenplans</h4>
<p>Einen Teil der Themenpläne, die ich bei der BpB einreichen muss, werden zusammen mit Freien Mitarbeiter_innen entwickelt. Früher haben wir uns Open Office Dokumente (eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Source">Open Source</a> Alternative zu Microsoft Office) zugeschickt. Dort haben wir die Änderungen mitprotokolliert, damit der jeweils Andere wußte, an welchen Teilen gekürzt oder erweitert wurde. Nach jeder Änderung mußte das Dokument unter einem neuen Namen abgespeichert werden, damit nicht die alten mit den neuen Versionen verwechselt werden konnten. Das System war recht fehleranfällig. In vielen Fällen entwickeln wir jetzt die Themenpläne direkt online. Dabei gibt in der Regel der für das Dokument Hauptverantwortliche die Struktur vor und fügt seine Überlegungen in den Plan ein. Anschließend läd er per Mail die Mitarbeitenden ein, um an der Entstehung des Plans mitzuwirken. Wenn eine beantragungswürdige Version vorliegt, wird das Dokument exportiert, in einer Textverarbeitung an die Standarts der BpB angepasst und verschickt. Der Seminarplan wird jedoch weiterhin dem aktuellen politischen Geschehen angepasst, so dass bis zum Schluss Änderungen am Plan möglich sind. Zum Seminarbeginn werden häufig nur noch  marginale Änderungen an den Teilnehmer_innen vorgenommen, sodass der Plan verteilt werden kann.</p>
<h4>2.3.2. Linksammlung während des Seminars</h4>
<p>Nicht nur in Seminaren, die medien- und netzpolitische Themen ansprechen, sondern auch in allen anderen politischen Themenschwerpunkten werden wahrscheinlich über das Seminar hinweg eine Reihe an Links benannt, die auf Quellen im Internet verweisen. Wenn diese schon während des Seminars, ähnlich einer stetig offenen Fragewand, in ein Dokument geschrieben werden und das Dokument auch allen anderen Teilnehmer_innen zugänglich gemacht wird, kann ein sehr hilfreicher Quellenpool entstehen, um die Themen auch von zu Hause weiterverfolgen zu können. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, die Linkliste ab einer bestimmten Menge zu clustern, also mit Überschriften zu versehen. Damit wird die Liste überschaubarer und benutzbarer. Natürlich kann die Liste am Ende des Seminars auch ausgedruckt, kopiert und den Seminarmaterialien beigelegt werden.</p>
<h4>2.3.3. Schreiben eines Seminarberichts</h4>
<p>In der Regel muss ein Seminarbericht angefertigt werden. Auch dieser kann direkt in der online-Textverarbeitung realisiert werden. So wird auch gegenüber den Teilnehmenden Transparenz geschaffen und es entsteht eine recht gute Zusammenfassung der Inhalte und Diskussionsrunden des Seminars. Natürlich bleibt es nach wie vor wichtig, einen Seminarbericht auch mit etwas Abstand zum Seminar zu schreiben und zu reflektieren, aber wie oft entgleiten die Diskussionszusammenhänge und die entsprechenden Ergebnisse.</p>
<h2>3. Google Tabellen</h2>
<p>Google Tabellen ist eine abgespeckte Version einschlägiger Tabellenkalkulationen, die in den meisten Officepaketen enthalten ist. Dadurch dass es sich um ein Onlineangebot handelt, wird die Tabellenkalkulation erst durch die Erstellung von Formularen zu einem interessanten Werkzeug für die (politische) Bildung. Im folgenden möchte ich kurz erläutern, wie man selbst ein solches Onlineformular erstellen kann und wozu man es nutzen kann.</p>
<h3><a href="http://pb21.de/files/2010/11/formular1.png"><img class="alignleft size-medium wp-image-2169" title="Formularassistent in Google" src="http://pb21.de/files/2010/11/formular1-272x250.png" alt="Formularassistent in Google" width="272" height="250" /></a>3.1. Anleitung: Erstellen einer Umfrage</h3>
<p>Formulare bieten die Möglichkeit, standardisierte Abfragen zu erstellen. Die Formulareinträge werden in einer Tabelle gesammelt und können von dort aus ausgewertet oder exportiert und beliebig weiterverarbeitet werden. Um ein Formluar zu erstellen, klickt man auf<br />
neu erstellen &gt; Formular<br />
Es öffnet sich ein neues Fenster. Dort wird man zu Beginn aufgefordert dem Formular einen Namen und einen erklärenden Text geben. Anschließend kann man die einzelnen Abfrageelemente definieren. Diese bestehen immer aus einer Frage, einer näheren Erläuterung, dem Fragentyp (Text, Textabsatz, Auswahlfrage, ankreuzen, aus einer Liste wählen, Skala und Gitter) und den Antwortoptionen. Ich habe <a href="https://spreadsheets.google.com/viewform?formkey=dGhDVVZTR251b2h3NTBPN25ITElwRUE6MQ">hier ein Formular erstellt</a>, welches jeden der Fragentypen exemplarisch vorstellt.</p>
<p>Wird dieses Formular ausgefüllt, erstellt Google eine Tabelle, in der pro Datensatz eine Zeile gefüllt wird. Anschließend sind die vorliegenden Daten, wie schon aus Excel oder Calc gewöhnt, in Torten-, Fluss und anderen Diagrammen darstellbar und auswertbar.</p>
<h3>3.2. Praxisbeispiele</h3>
<h4>3.2.1. Erwartungsabfrage</h4>
<p>Häufig liegen die E-Mailadressen der Teilnehmenden vor, dennoch wird eine erste Abfrage der Erwartungen erst zu Seminarbeginn vorgenommen. Dann ist es meist zu spät auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden ernsthaft einzugehen. Wir haben gute Erfahrungen damit gemacht eine Woche vor dem Seminar die Teilnehmenden per Mail persönlich anzuschreiben, ihnen den Seminarplan noch einmal mitzuschicken und auf die Erwartungsabfrage hinzuweisen. Die letzten Monate haben gezeigt, dass die Beteiligung zwischen 60% und 90% liegt. Für die Teilnehmenden ist es die erste, sehr konkrete Beschäftigung mit dem Seminar. In der Regel geben sie uns eine Reihe sehr wichtiger Hinweise, wie der Seminarplan verstanden wurde, aber auch eine Reihe an Anforderungen, weswegen sie dieses Seminar besuchen. Ein entsprechendes Formular zu erstellen ist schnell erledigt. Die Auswertung läßt sich anschließend über die Tabellenkalkulation automatisieren. Zum Seminareinstieg sind die entsprechenden Ergebnisse der Befragung vorgestellt worden und boten dadurch einen interessanten Einstieg in das Seminar, in dem die Teilnehmenden von Beginn an einen Teil der Verantwortung übernommen haben.</p>
<h4>3.2.2. Evaluation eines Seminars</h4>
<p>Um während einer Veranstaltung das Feedback der Teilnehmenden auswerten zu können, können entsprechend formulierte Formulare helfen das Seminar zu steuern. Wir machen jeden Abend eine solche Evaluation zum Ende eines Seminars und werten anschließend mit den Teilnehmenden die aggregierten Zahlen aus. Sie schaffen Anlässe kritisch würdigend den Seminarverlauf zu reflektieren, aber auch zusammen mit den Teilnehmenden zu steuern. Am Ende eines 5-tägigen Seminars sind bei immer gleichen Fragen Kurven entstanden, die subjektiv für dieses Seminar vergleichbare Werte sammeln, die aber auch die Dynamik des Seminars abbilden.</p>
<h4>3.2.3. Gemeinsame Erarbeitung einer Kalkulation</h4>
<p>Jenseits der Formularfunktion können auch Kalkulationen für Projekte mit anderen Kooperationspartnern erstellt werden. Das schafft Transparenz für alle an dem Projekt beteiligten.</p>
<h4>3.2.4. Gemeinsame TN-Verwaltung bei Onlineprojekten</h4>
<p>Für ein größeres Online-Projekt haben wir die Tabellen dazu verwendet, die Teilnehmenden zu organisieren. In diesem Fall kamen immer wieder neue Teilnehmende hinzu, die vom Kooperationspartner eingegeben wurden. Es handeltete sich hierbei nur um Benutzernamen, Mailadressen, Vornamen und Nachnamen. Da die Daten zu jedem Zeitpunkt für alle berechtigten Nutzer exportierbar sind, war es möglich, Serienbriefe per Mail zu verschicken, um auf die entsprechenden Aufgaben wärend des Onlineprojektes hinzuweisen.</p>
<h2>4.Weitere Hinweise zum Umgang mit Google Text und Tabellen</h2>
<p>Angesichts vieler Diskussionen in den öffentlichen Medien über Datenschutz und Privatsphäre stehen viele Menschen dem Unternehmen Google sehr kritisch gegenüber. Beeinflusst durch die Presse fürchten sie einen Missbrauch ihrer persönlichen Daten und Dokumente. Die Unsicherheit der Teilnehmer und Googles Image können Aspekte sein, die sich negativ auf die Arbeit mit diesem online-Werkzeug auswirken.</p>
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		<title>Webschau 44-2010</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Nov 2010 11:04:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jöran Muuß-Merholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Themen]]></category>
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		<description><![CDATA[Lese-Tipp der Woche Medienkompetenz wird durch politische Bildung gefördert Der aktuelle Evaluationsbericht der Landeszentrale für politische Bildung NRW für 2009 liegt vor. Das Kernfeld Lebendige Demokratie &#8211; Partizipation &#8211; Medienkompetenz hat einen Zuwachs von 5% auf 25% zu verzeichnen. #politischebildung #medienkompetenz #evaluation mit freundlichen Empfehlungen Das Internet ist politisch &#8220;Während Barack Obama in den USA]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><h3>Lese-Tipp der Woche</h3>
<h4><a title="Blogbeitrag auf www.forum-politische-bildung.de" href="http://www.forum-politische-bildung.de/forum/news/medienkompetenz-wird-durch-politische-bildung-gefoerdert">Medienkompetenz wird durch politische Bildung gefördert</a></h4>
<p>Der aktuelle Evaluationsbericht der Landeszentrale für politische Bildung NRW für 2009 liegt vor. Das Kernfeld Lebendige Demokratie &#8211; Partizipation &#8211; Medienkompetenz hat einen Zuwachs von 5% auf 25% zu verzeichnen.<br />
<small>#politischebildung #medienkompetenz #evaluation<br />
</small><span id="more-1945"></span></p>
<hr />
<h3>mit freundlichen Empfehlungen</h3>
<h4><a title="Manuskript beim Deutschlandfunk" href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dlfmagazin/1201506/">Das Internet ist politisch</a></h4>
<p>&#8220;Während Barack Obama in den USA vormachte, wie erfolgreicher Netzwahlkampf funktioniert, schienen sich deutsche Politiker im Regulieren und Verbieten gegenseitig übertreffen zu wollen. Doch im Netz regt sich Widerstand: Netzaktivisten kämpfen für ihren Raum &#8211; auch im realen Leben.&#8221; Ein Radiobeitrag im DLF-Magazin aus dem Juni 2010 zum <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dlfmagazin/1201506/">Nachlesen</a> und <a href="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/06/10/dlf_20100610_1944_c2a0ac79.mp3">Nachhören (mp3)</a>.<br />
<small>#politik #parteien #netzpolitik #aktivismus</small></p>
<h4><a title="zum Wiki des Educamps in Aachen 2010" href="http://educamp.mixxt.de/networks/wiki/index.berichterstattung-ec10-6">Educamp Aachen</a></h4>
<p>Am 6./7. November 2010 fand in Aachen ein &#8220;EduCamp&#8221; statt. Christian Ebel berichtet darüber: &#8220;<a title="Blogbeitrag auf www.vielfalt-lernen.de" href="http://www.vielfalt-lernen.de/2010/11/08/das-educamp-in-aachen-heise-diskussionen-uber-bildung-im-web-2-0/">Das EduCamp in Aachen: Heiße Diskussionen über Bildung im Web 2.0</a>&#8220;. Die Dokumentation der Veranstaltung erfolgt so dezentral wie ein Barcamp selber: In einem <a title="zur Veranstaltungsdoku im mixxt-Wiki" href="http://educamp.mixxt.de/networks/wiki/index.berichterstattung-ec10-6">Wiki</a> tragen die Teilnehmenden Berichte und Ergebnisse zusammen.</p>
<p><small>#barcamp #educamp #veranstaltungsformate #veranstaltungsdokumentation</small></p>
<hr />
<h3>zum Weiterlesen</h3>
<h4><a href="http://www.joeran.de/materialsammlung-eperso/">Materialsammlung &#8220;ePerso / Digitaler Personalausweis&#8221;</a></h4>
<p>Gesammelte Empfehlungen sowohl zum konkreten Thema ePerso als auch zum größeren Feld Digitale Demokratie. Beide Bereiche sind in Materialen 1. zum Einstieg, 2. zur Vertiefung und 3. zum Weiterlesen untergliedert.<br />
<small>#ePerso #ePA #Personalausweis #politikdigital #digitaledemokratie</small></p>
<hr />
<h3>Und weiteres &#8230;</h3>
<p>Interessantes und Wichtiges sammelt die #pb21-Redaktion auf <a href="http://www.delicious.com/tag/pb21">delicious</a>. Die neuesten Lesezeichen finden Sie auch auf der Startseite von <a href="http://pb21.de/">pb21.de</a> unten in der rechten Spalte. Sie können eigene Hinweise beitragen, wenn Sie diese bei delicious zusammen mit dem Schlagwort <em>pb21 </em>speichern. Auch über Hinweise per E-Mail an <a href="javascript:DeCryptX('sfeblujpoAqc32/ef')">redaktion [at] pb21 [dot] de</a> freuen wir uns.</p>
<div class="shr-publisher-1945"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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			<enclosure url="http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2010/06/10/dlf_20100610_1944_c2a0ac79.mp3" length="2809344" type="audio/mpeg" />
	</item>
		<item>
		<title>Herausforderungen des Web 2.0 an die politische Bildung</title>
		<link>http://pb21.de/2010/10/herausforderungen-des-web-2-0-an-die-politische-bildung/</link>
		<comments>http://pb21.de/2010/10/herausforderungen-des-web-2-0-an-die-politische-bildung/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Oct 2010 10:46:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jöran Muuß-Merholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politische Bildung im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[Lernen]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Präsentation]]></category>
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		<category><![CDATA[Vortrag]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Vortrag von Thomas Bernhardt (bloggender Wissenschaftler an der Uni Bremen und #pb21-Coach) Unter dem Motto &#8220;Prepared to share&#8221; fand im Juni 2010 in Nürnberg das 3. Netzwerkforum Politische Bildung Bayern statt. In seinem Eröffnungsvortrag sprach Thomas Bernhardt über die Chancen des Web 2.0 für die Wissensvermittlung und die politische Partizipation. Die Aufzeichnung steht als Video]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><h3>Vortrag von Thomas Bernhardt</h3>
<p>(<a title="zum Blog von Thomas Bernhardt unter elearning2null.de" href="http://www.elearning2null.de/">bloggender Wissenschaftler an der Uni Bremen</a> und <a href="http://pb21.de/?p=283">#pb21-Coach</a>)</p>
<p>Unter dem Motto &#8220;<em>Prepared to share</em>&#8221; fand im Juni 2010 in Nürnberg das <a title="zur Ankündigung auf politische-bildung-bayern.net" href="http://www.politische-bildung-bayern.net/content/view/725/134/">3. Netzwerkforum Politische Bildung Bayern</a> statt. In seinem Eröffnungsvortrag sprach Thomas Bernhardt über die Chancen des Web 2.0 für die Wissensvermittlung und die politische Partizipation.</p>
<p>Die Aufzeichnung steht als Video (32 min.) zur Verfügung (man sieht die Präsentation und hört den Vortrag):</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="601" height="338" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=12857035&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=ff9933&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="601" height="338" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=12857035&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=ff9933&amp;fullscreen=1&amp;autoplay=0&amp;loop=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><span id="more-1751"></span>Der Vortrag geht kurz auf die <strong>Prinzipien des Web 2.0</strong> ein (u.a. visualisiert mit Brandon Schauer’s Grafik zu “<a title="Experience Attributes: Crucial DNA of Web 2.0" href="http://www.adaptivepath.com/ideas/essays/archives/000547print.php">Crucial DNA of Web 2.0</a>“), verdeutlicht anhand der aktuellen <a title="www.ard-zdf-onlinestudie.de" href="http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/">ARD/ZDF-Onlinestudie</a> die zunehmende <strong>Bedeutung des Internets</strong> für alle Teile der Gesellschaft und welche Rolle hierbei das Web 2.0 spielt.</p>
<p>Potentiale zur Auseinandersetzung der politischen Bildung mit Web 2.0 identifiziert Bernhardt bei der <strong>Wissensvermittlung </strong>(Schlagwort: E-Learning 2.0) sowie beim Einsatz der Web-2.0-Instrumente zur Ermöglichung von <strong>politischer Partizipation</strong>. Letzteres erläutert er anhand der Kandidatur<strong>Joachim Gaucks</strong> als Bundespräsident und die damit verbundene Welle der Sympathie im Netz innerhalb eines WebRecordings*.</p>
<p>Der Vortrag kommt zu folgendem <strong>Fazit für die politische Bildung</strong>:</p>
<ol>
<li>Web 2.0 bietet Chancen bei der Wissensvermittlung zum Aufbau politischer Urteils- und Handlungsfähigkeit, u.a.
<ul>
<li>da Grenze zwischen Autor &amp; Nutzer aufgebrochen werden,</li>
<li>selbstgesteuertes und ubiquitäres Lernen gefördert wird sowie</li>
<li>Verarbeitungsprozesse transparent gemacht werden können.</li>
</ul>
</li>
<li>Web 2.0 bietet Chancen zur politischen Partizipation, u.a. durch
<ul>
<li>geringe Einstiegsbarrieren (z.B. „gefällt mir“) und</li>
<li>schnelle Vernetzungsmöglichkeiten, bis hin zur Mobilisierung (z.B. Flashmobs).</li>
</ul>
</li>
</ol>
<p>*Die verwendeten <strong>Internetseiten des WebRecordings</strong> lauten:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.wir-fuer-gauck.de/">http://www.wir-fuer-gauck.de/</a></li>
<li><a href="http://www.petitiononline.com/171027WM/petition.html">http://www.petitiononline.com/171027WM/petition.html</a></li>
<li><a href="http://www.mein-praesident.de/">http://www.mein-praesident.de/</a></li>
<li><a href="http://der-gute-tweet.de/mygauck/">http://der-gute-tweet.de/mygauck/</a></li>
<li><a href="http://screenr.com/ZSK">http://screenr.com/ZSK</a> – Aufzeichnung von <a href="http://isparade.jp/">http://isparade.jp/</a></li>
<li><a href="http://www.buerger-fuer-gauck.de/_rubric/index.php?rubric=STARTSEITE">http://www.buerger-fuer-gauck.de/_rubric/index.php?rubric=STARTSEITE</a></li>
<li><a href="http://www.facebook.com/group.php?gid=123621417671515">http://www.facebook.com/group.php?gid=123621417671515</a></li>
<li><a href="http://www.demos-fuer-gauck.de/jg/index.php">http://www.demos-fuer-gauck.de/jg/index.php</a></li>
<li><a href="http://www.youtube.com/watch?v=tX_XpwAcgos">http://www.youtube.com/watch?v=tX_XpwAcgos</a></li>
<li><a href="http://www.joachim-gauck.de/index.html">http://www.joachim-gauck.de/index.html</a></li>
</ul>
<hr />Dieser Beitrag und der Vortrag von Thomas Bernhardt stehen unter der <a title="zu den Lizenzbestimmungen auf creativecommons.org" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/3.0/de/">CC-by-nc-sa-Lizenz</a>.</p>
<div class="shr-publisher-1751"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic -->]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Politische Bildung 2.0</title>
		<link>http://pb21.de/2010/10/politische-bildung-2-0/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 11:56:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jöran Muuß-Merholz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politische Bildung im Netz]]></category>
		<category><![CDATA[bpb]]></category>
		<category><![CDATA[Kontrollverlust]]></category>
		<category><![CDATA[NetzWelt]]></category>
		<category><![CDATA[politische Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Rede]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas Krüger]]></category>
		<category><![CDATA[Web2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Neue gesellschaftliche Beteiligungsformen durch neue Medien &#8211; Herausforderungen für die Institutionen Wir dürfen die Chancen des Web 2.0 nicht vergeben. &#8220;Mehr Kontrollverlust wagen!&#8221; könnte eine Maxime für die politische Bildung sein, die Partizipation auch für ihre eigene Arbeit ernst nimmt. Thomas Krüger, Präsident der BpB, hielt am 10.09.2010 die Keynote zur Tagung &#8220;Mitmachen ohne dabei zu]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><h2>Neue gesellschaftliche Beteiligungsformen durch neue Medien &#8211; Herausforderungen für die Institutionen</h2>
<blockquote><p>Wir dürfen die Chancen des Web 2.0 nicht vergeben. &#8220;Mehr Kontrollverlust wagen!&#8221; könnte eine Maxime für die politische Bildung sein, die Partizipation auch für ihre eigene Arbeit ernst nimmt.</p></blockquote>
<p>Thomas Krüger, Präsident der BpB, hielt am 10.09.2010 die Keynote zur <a title="Ankündigung der Tagung" href="http://www.slpb.de/veranstaltungen_einzel.php?id=1272284815">Tagung &#8220;Mitmachen ohne dabei zu sein &#8211; Neue Beteiligungsformen durch Web 2.0&#8243;</a>, die von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung veranstaltet wurde. Wir veröffentichen das Manuskript und freuen uns über Diskussionsbeiträge via Kommentar am Ende des Textes.<span id="more-1676"></span></p>
<h4>Wo stehen wir?</h4>
<p>Der Vortragstitel, den man mir vorgeschlagen hat, spricht von &#8220;neuen Medien&#8221;. 2010 ist das Internet kein &#8220;neues Medium&#8221; mehr. Schauen wir uns z.B. die 12- bis 19jährigen an, dann kann man sogar von einem sehr etablierten Medium sprechen. Das Internet ist auch nicht mehr nur ein Medium, sondern ein Ort, an dem man sich aufhält und mit anderen austauscht, ein Kulturraum, in dem Vergesellschaftung stattfindet. Das Netz ist dabei gar nicht mehr von der materiellen Welt zu trennen, sondern durchdringt den Alltag.</p>
<p>&#8220;Neu&#8221; ist, dass mit den sogenannten Web 2.0- oder Social-Media-Diensten eine besondere Kultur der Mediennutzung eine Verbreitung gefunden hat, die noch vor wenigen Jahren niemand vorhergesagt hätte. Dienste des Web 2.0 machen ernst mit dem Prosumenten, dem Nutzer, der nicht nur empfängt, sondern selber Inhalte veröffentlicht. Schauen Sie sich auf Facebook, YouTube, Twitter, Flickr, Geocaching, Delicious oder auch der Wikipedia um: Sie werden keine Inhalte finden, die Redakteure in einer Zentrale erstellt haben, sondern millionenfach Inhalte von den Nutzenden selber. Diese Websites werden von ihrer Community mit Leben gefüllt. Dabei geht es nicht nur um die Veröffentlichung von Inhalten, sondern immer auch um Kommunikation. Alle genannten Plattformen leben vom Austausch der Nutzer untereinander.In der politischen Bildung suchen wir nach Wegen, wie Bürgerinnen und Bürger stärker an ihrer Gesellschaft teilhaben. Es geht uns um Auseinandersetzung und Engagement, Aktivierung und Partizipation, im Großen wie im Kleinen, kurz: um Beteiligung.</p>
<p>Wir brauchen weniger brave Untertanen oder zahme Schäflein, wir brauchen mehr aktive Bürgerinnen und Bürger, die das Gemeinwesen als ihre eigene Sache verstehen. Mehr Beteiligung schafft mehr Freiheit für den Einzelnen und fördert Legitimation, Zusammenhalt und Stabilität des Ganzen.</p>
<p>Wenn wir also von unserer Warte aus auf Internet und Politik schauen, dann interessieren wir uns besonders dafür, was das Internet für die Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger an gesellschaftlichen Fragen bedeutet. Teilweise beobachten wir im Netz ganz erstaunliche Phänomene: Da finden wir selbstorganisierte Gemeinschaften von ehrenamtlichen, hochengagierten Menschen, die sich über Grenzen wie formellen Status, Geschlecht, Alter und Geographie hinweg zusammenfinden. Die Ergebnisse ihrer Aktivitäten sind zum Teil atemberaubend. 73% aller Onliner nutzen die Wikipedia als Informationsquelle. Eine Millionen Menschen sind bei Facebook angemeldet – alleine in Berlin! Bei YouTube werden weltweit 24 Stunden Videomaterial neu eingestellt – pro Minute! Und wir sehen ungezählte Blogger, die ihre Meinung zu den Themen veröffentlichen, die ihnen wichtig sind – höchst motiviert von der Sache an sich und losgelöst davon, ob sie damit 1.000 oder 100.000 oder auch nur 10 Menschen erreichen.</p>
<p>Entsteht im Internet also eine neue Agora – ein Ort, an dem sich alle Individuen aktiv um das Gemeinwesen kümmern, an dem die Meinungsbildung nicht mehr von Massenmedien, sondern von bloggenden Bürgerinnen und Bürgern ausgeht, an dem Streit und Konsensfindung sich zu einer neuen Debattenkultur bilden?</p>
<p>Es empfiehlt sich, bei allen Zahlen und Berichten genau hinzuschauen. Auch heute noch ist der ganz überwiegende Teil der Onliner eher passiv – da macht es keinen Unterschied, ob man sich Jugendliche oder ältere Menschen anschaut. Viele Wikipedia-Leser wissen gar nicht, dass sie selber die Autoren des Artikels sein könnten, den sie gerade lesen. Das Niveau in den Kommentaren der meisten YouTube-Videos ist, freundlich gesagt, entwicklungsfähig. Der Anteil der aktiven Twitter-Nutzer an der deutschen Bevölkerung liegt im Promillebereich. 30% der Bevölkerung sind sogar noch ganz und gar offline.</p>
<p>Das Internet begünstigt die Bildung von Teilöffentlichkeiten, möglicherweise sogar die Spaltung in eine digitale Kommunikationselite und die digital abgehängten &#8220;Analogen&#8221;. Social Media macht nicht aus jedem User einen Citoyen. Nicht jeder, der hinter einer politischen Forderung auf Facebook den &#8220;Gefällt mir&#8221;-Button geklickt hat, darf als politischer Aktivist gelten. Auch hat der Wandel, den das Internet mit sich bringt, an manchen Stellen gerade erst begonnen. Die Dinge ändern sich, noch während wir über sie sprechen. Wer sich erst einmal an ein iPhone oder ein anderes Smartphone gewöhnt hat, kann ahnen: Die mobile Internetnutzung wird unseren Umgang mit Raum und Zeit tiefgreifend verändern. Das Internet liegt dann wie eine Folie über der materiellen Welt, ergänzt sie mit Informationen und verbindet uns mit anderen Orten und anderen Zeiten. Es klingt ein bisschen wie Science-Fiction, aber es ist das, was einige Millionen Menschen bereits hier und heute erleben.</p>
<p>Eins bleibt festzuhalten: Social Media ist da und wird nicht wieder verschwinden. Die neuen Kulturen der Mediennutzung haben Ansprüche auf Seiten der Nutzenden geschaffen, die diese nicht einfach wieder vergessen werden. Das Netz birgt Herausforderungen und Chancen für die politische Bildung. Nicht zuletzt müssen wir aufpassen, dass wir nicht eine große Gruppe von interessierten und engagierten Menschen für die politische Bildung verlieren, wenn sie ins Netz abwandert.</p>
<h4>Gesellschaftliche Partizipation online</h4>
<p>Sehen wir uns an, wie Beteiligung im Netz aussehen kann. Wer sich verschiedene Beispiele anschaut, wird große qualitative Unterschiede finden. Insbesondere wenn man vergleicht, was sich Politik und Verwaltung unter &#8220;E-Democracy&#8221; vorstellen und was engagierte Netzbürger bereits praktizieren.</p>
<h4>Netzbasierte Partizipation 1.0</h4>
<p>&#8220;E-Government&#8221; oder &#8220;E-Democracy&#8221; – diese Begriffe kursieren schon seit einiger Zeit. Was die öffentliche Verwaltung darunter versteht, hat sich seit Beginn der Debatte kaum geändert. Zugespitzt formuliert: Bürgerinnen und Bürger dürfen und sollen sich beteiligen, wenn sie zur Beteiligung gerufen werden. Bei dieser &#8220;Partizipation 1.0&#8243; wird die Beteiligung von staatlichen Institutionen initiiert und der Bürger dazu gebeten.<br />
Schon relativ häufig findet man formelle Beteiligungsverfahren im Rahmen von Planungsprozessen, z.B. im Planfeststellungsverfahren. An einigen Stellen wird auch mit informellen Verfahren gearbeitet. Hier geht es eher um Diskussion und Meinungsbildung im Vorfeld von Gesetzesvorhaben oder bei der Haushaltsplanung. Die Bürgerinnen und Bürger geraten dabei auch untereinander in den Dialog.</p>
<p>Bei diesen Formen der Partizipation 1.0 gibt es ein klares Oben und Unten, eine Trennung in Initiator und Mitmachende. Meist handelt es sich bei solchen Beteiligungsformen um die Digitalisierung von bewährten Partizipationsformaten. Häufig wird das Internet eingesetzt, um Kosten zu sparen. Allerdings ist auch der qualitative Mehrwert der Digitalisierung nicht zu verkennen: Die Hürden für Bürgerinnen und Bürger sinken, weil sie sich zeit- und ortsunabhängig ein Bild machen und eigene Standpunkte einbringen können. Wir kennen in Deutschland zum Beispiel Bürgerhaushalte, bei denen die Online-Beteiligung inzwischen eine wichtige Rolle spielt &#8211; eine Übersicht über die deutschen Bürgerhaushalte bekommt man übrigens auf der von der bpb mitinitiierten Plattform www.buergerhaushalt.org.</p>
<p>Ein Verfahren für einen etwas anderen und weitergehenden &#8220;Bürgerhaushalt&#8221; können wir derzeit in Großbritannien beobachten: Im Juni 2010 veröffentlichte die britische Regierung Coins – Combined Online Information System, eine riesige Datenbank, die die gesamten Ausgaben der Regierung mit Inhalt und Empfängern transparent macht – insgesamt 24 Mio. Einträge. Nun ist es an zivilgesellschaftlichen Organisationen und Journalisten, ein System zu entwickeln, wie diese Flut von Informationen gesichtet und bewertet werden kann.</p>
<h4>Netzbasierte Partizipation 2.0</h4>
<p>Partizipation 2.0 meint Beteiligung, die nicht von oben initiiert wird, sondern vom Bürger ausgeht. Die Parallelen zum Web 2.0 bedeuten: Jeder ist gleichzeitig Konsument und Produzent, jeder kann auch senden, initiieren, sich engagieren, einmischen und Gehör verschaffen, ohne dass er oder sie darauf wartet, gefragt zu werden. Das kann ganz unterschiedliche Formen und Größenordnungen annehmen.</p>
<h4>Ein-Klick-Partizipation</h4>
<p>Mit Twitter und Facebook verändern sich die kleinsten Bausteine der gesellschaftlichen Partizipation: die öffentliche oder halb-öffentliche Meinungsäußerung. Wenn ich heute auch nur 140 Zeichen twittere, so erreicht dies potentiell die ganze Welt, und es bleibt in der Regel im Internet auf Dauer dokumentiert.<br />
Mit wenig Aufwand – oft mit einem Klick – kann ich mich auch formell einer politischen Forderung anschließen. Ein Beispiel sind Petitionen an den Deutschen Bundestag, die seit 2005 auch via Internet eingereicht und mitgezeichnet werden können. Als zivilgesellschaftliche Plattformen hat sich 2004 campact gegründet, nach dem US-Vorbild MoveOn. Die Plattform bündelt im Vorfeld politischer Entscheidungen für gezielte Kampagnen die Stimmen einzelner Bürgerinnen und Bürger.</p>
<h4>Kampagnen</h4>
<p>Erfahrene Akteure der Zivilgesellschaft können über das Internet &#8220;eine Welle machen&#8221;, also die Aufmerksamkeit durch gezielte Aktionen auf einen bestimmten Sachverhalt lenken. Die Kampagne von Greenpeace gegen Nestlé lieferte 2010 ein Beispiel. Greenpeace veröffentlichte online ein Video, das die Werbung für den Schokoriegel &#8220;Kitkat&#8221; imitierte. Darin machte die Organisation mit drastischen Bildern darauf aufmerksam, dass Nestlé Palmöl verwendet, für dessen Produktion Regenwälder abgeholzt werden – und somit laut Greenpeace der Lebensraum von Orang Utans vernichtet wird. Aufmerksamkeit erregte diese Aktion vor allem, nachdem eine intensive Debatte auf der Facebook-Seite des Unternehmens Nestlé entbrannte. Facebook-Mitglieder, die sich im Netzwerk eigentlich als &#8220;Fans&#8221; von Kitkat registriert hatten, machten sich die Kritik von Greenpeace zu eigen und tauschten ihre Profilbilder gegen ein verfremdetes Kitkat-Logo. Tagelang waren die Nestlé-Seiten mit dem Schriftzug &#8220;Killer&#8221; statt &#8220;KitKat&#8221; gepflastert. Unter dem großen Druck der Öffentlichkeit gab das Unternehmen schließlich bekannt, zu anderen Lieferanten zu wechseln.</p>
<h4>Dezentrale Netzwerke</h4>
<p>Das Internet eignet sich ausgesprochen gut dazu, verstreute Akteure miteinander zu verbinden und schlagkräftige Netzwerke zu bilden. Ein lehrbuch-geeignetes Beispiel lieferte 2009 die Debatte um das Zugangserschwerungsgesetz, das zum Ziel hatte, den Aufruf von Kinderporno-Websites zu verhindern. Im Internet formierte sich eine Protestbewegung gegen das Gesetz, da dieses nach Meinung der Kritiker auch zu Zensurzwecken genutzt werden könnte. Die Kritiker-Bewegung organiserte sich selbst, ohne eine koordinierende Zentrale. Sie formierte sich als diffuses, aber schlagkräftiges Netzwerk alleine dadurch, dass die Einzelakteure aufeinander verlinkten und ein gemeinsam Schlagwort in allen ihren Veröffentlichungen verwendeten: #Zensursula.</p>
<h4>Netzbasierte Partizipation 3.0</h4>
<p>Die genannten Beispiele sind häufig innovativ, aber sie gehen meist in Richtung Optimierung oder Ergänzung der bisherigen Ansätze von gesellschaftlicher Partizipation. Oft kreisen sie zudem um Themen, die für die Netz-Community relevant sind. Doch das Internet inspiriert Menschen auch dazu, sich ganz grundsätzliche Gedanken zur Demokratie zu machen. Auch mit diesen Ideen, nennen wir sie bis auf weiteres pauschal Partizipation 3.0, muss sich die politische Bildung beschäftigen. Schon jetzt wird diskutiert, ob die Netzgemeinschaft insgesamt sich als eine Macht etabliert, die den Staat und die öffentlichen Angelegenheiten kritisch begleitet und kontrolliert. Das Internet wäre dann die Fünfte Macht im Staat &#8211; oder je nach Zählweise die Sechste Macht, wenn man die etablierten Lobbyisten als Fünfte Macht hinzurechnet. In Ergänzung – oder nach einzelnen Meinungen sogar als Ersetzung – der Presse können Informationen auch von Bürgerinnen und Bürgern selber geprüft und eigene Positionen veröffentlicht werden.</p>
<p>An anderen Orten wird mit neuen Formen der demokratischen Entscheidungsfindung experimentiert – zum Beispiel bei der Piratenpartei. Unter Stichwörtern wie Delegated Voting, Liquid Feedback oder Liquid Democracy werden Formen zwischen direkter und repräsentativer Demokratie erprobt. Der Einsatz des Internets senkt die Hürden, die durch den Koordinationsaufwand solcher Verfahren entstehen.</p>
<h4>Was ändert sich für die politische Bildung?</h4>
<p>Vor welchen Aufgaben stehen wir? Was muss politische Bildung in den kommenden Jahren leisten? Ich möchte diesbezüglich vier Vorschläge in die Debatte einbringen, auf die wir gegebenenfalls in den nächsten Tagen noch zurück kommen können:</p>
<p>1. Förderung von Fertigkeiten neu denken!<br />
Gerade im Zusammenhang mit Medien hat die politische Bildung immer schon das capacity building als ihre Aufgabe gesehen. Bürgerinnen, Bürger und ihre bürgergesellschaftlichen Institutionen sollen in die Lage versetzt werden, sich aktiv verschiedener Medien zu bedienen, um darüber ihre Interessen vertreten zu können.</p>
<p>Ein solches empowerment sind wir häufig als Schulung in der Bedienung von Kommunikationstechnologien angegangen. Dieser Ansatz greift zu kurz. Die Bedienung von Technik und das Veröffentlichen eigener Inhalte werden heute immer einfacher. Auch hier ist methodisches Know-How selbstverständlich weiterhin wichtig. Zusätzlich gibt es aber einen enormen Bedarf an Orientierungswissen: Wie kann ich mich selber kritisch informieren, konfrontiert mit unüberschaubar vielen Quellen? Wie kann ich meinen eigenen Standpunkt in die Welt bringen und einordnen, in Anbetracht des chaotischen Nebeneinanders unüberschaubar vieler anderer Positionen? Wie kann ich mich austauschen und vernetzen, angesichts der rasanten Geschwindigkeit und Unübersichtlichkeit? Dies sind Fragen, die Schülerinnen und Schüler genauso wie Erwachsene betreffen.<br />
Philipp Müller von der Salzburg Business School schlägt vor: &#8220;Vielleicht braucht es eine Art Alphabetisierungskampagne, vielleicht sollten wir den Bürgern zeigen, wie sie die Neuen Medien sinnstiftend nutzen können – in ihrem und im Interesse der Allgemeinheit&#8221; (&#8220;Bürger machen Staat 2.0&#8243; – Interview mit Philipp Müller in Economy am 25.06.2010</p>
<p>Die politische Bildung darf sich nicht zurücklehnen und abwarten. Ansonsten droht uns eine (noch tiefere) Spaltung der Gesellschaft in eine Kommunikationselite und eine breite, vom digitalen Diskurs ausgeschlossene Schicht.</p>
<p>2. Gesellschaftliche Relevanz von Partizipation herausstellen!<br />
Für die Politik kann (netzbasierte) Partizipation eine Brücke zwischen direkter und repräsentativer Demokratie bilden. Sie kann helfen, das Verständnis für gesellschaftliche Sachverhalte zu verbessern. Sie kann die Qualität und die Legitimation von Entscheidungsprozessen erhöhen. Sie kann Transparenz schaffen und das Vertrauen in politische Prozesse und Institutionen stärken.</p>
<p>Gesellschaftliche Partizipation ist zu einer Zeit, in der das Vertrauen in die Demokratie und die Gestaltungsfähigkeit von Politik zurückgeht, noch wichtiger geworden. Gleichzeitig sind mit dem Internet die Möglichkeiten größer als je zuvor. Die politische Bildung muss es als ihre Aufgabe sehen, die Relevanz von gesellschaftlicher Beteiligung herauszustellen und als Lobbyist und Katalysator für mehr Bürgerbeteiligung zu wirken.</p>
<p>3. Plattformen für gesellschaftlichen Diskurs anbieten!<br />
Der digital getriebene Wandel greift in weite Bereiche des beruflichen, des privaten und des öffentlichen Lebens ein. Eine aufgeklärte Gesellschaft darf nicht von der Technik getrieben werden. Das heißt: Social Media ist nicht ein neutrales Werkzeug für unsere Arbeit, sondern muss auch selber Gegenstand der kritischen Reflexion sein. Die Entscheidung, eigene Inhalte kommerziellen Unternehmen wie Facebook anzuvertrauen, ist nicht nur eine technische. Wir dürfen uns dabei auch nicht im Versuch aufreiben, alle neuen Entwicklungen mit tradierten Regeln und Verfahrensweisen fassen zu wollen. Das betrifft das Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit, von Staat und Individuum, von Beteiligung und Ausschluss, um nur einige Stichworte zu nennen. Gesellschaftliche Veränderungen brauchen gesellschaftliche Debatten. Wer, wenn nicht die politische Bildung, sollte Plattformen für solche Debatten bieten? Die politische Bildung muss Diskurse anschieben, Akteure zusammenbringen und Auseinandersetzungen kultivieren.</p>
<p>4. Politische Bildung muss ins Netz!<br />
All das können politische Bildner nur leisten, wenn sie das Internet verstehen. Sie müssen dafür nicht zur Speerspitze der digitalen Avantgarde werden. Aber politische Bildung muss ins Netz, muss die Möglichkeiten des Web 2.0 selber nutzen und die jahrelang praktizierte und erprobte Debattenkultur aus unzähligen Veranstaltungen auch im Netz praktizieren.</p>
<h4>Vermittlungsformen der politischen Bildung</h4>
<p>Nimmt man diese vier Vorschläge ernst, dann wird sich auch die Instrumenten-Batterie der Vermittlungsformen der politischen Bildung grundsätzlich ändern.</p>
<h4>Publikationen</h4>
<p>Nehmen wir zum Beispiel den Bereich der Publikationen. Bisher hieß Publizieren für die politische Bildung in der Regel: Informationsverbreitung. Wir sendeten, die Bürgerinnen und Bürger empfingen. Manchmal bekamen wir einen Brief oder eine E-Mail zurück. Mehr Partizipation bedeutet, dass Publizieren keine Einbahnstraße sein darf, sondern Rückkanäle vorsehen muss. Aus einer Website wird eine Plattform mit Ergänzungen, Widersprüchen, Diskussionen, Kritik und Unsinn. Es geht nicht mehr nur um Information, sondern um Austausch, Dialog, Gespräch.</p>
<p>Gleichzeitig heißt es auch, die &#8220;aufsuchende politische Bildung&#8221; um die Komponente Social Media weiter zu denken, also auch digital dorthin zu gehen, wo sich viele, vor allem jüngere Menschen aufhalten. Wenn die politische Bildung Facebook oder Twitter nutzt, dann bisher meist nur, um die Zielgruppe auf die eigene Website zu locken. Aber die Zielgruppe will meist gar nicht ge- oder verführt werden. Sie ist auf Facebook, weil sie dort Informationen und Austausch findet. Sie will dort diskutieren, wo sie gerade ist. Die Diskussion findet auf jeden Fall dort statt. Wir können nur entscheiden, ob wir uns mit unseren Methoden und Informationen in diesen Austausch einklinken oder ob die Diskussion ohne uns stattfindet.</p>
<p>Eine solche Dezentralisierung der eigenen Inhalte und Aktivitäten bedeutet auch, dass meine Inhalte möglicherweise von anderen weiterverbreitet werden. Ich muss mich entscheiden, was mir wichtiger ist: die volle Kontrolle über meine Inhalte oder die möglichst weite Verbreitung. Wenn ich mich für letzteres entscheide, muss ich z.B. meine Videos von anderen Websites einbetten lassen. Wenn ich möchte, dass meine Essays und Bücher weitergegeben werden und mit ihnen gearbeitet wird, dann muss ich sie unter eine freie Lizenz stellen, die dem Nutzer genau das erlaubt. Dann gebe ich meine Souveränität und die Kontrolle darüber auf, wer was mit diesen Inhalten macht und wo sie wie veröffentlicht werden.</p>
<p>Noch größer wird der Kontrollverlust, wenn ich nicht nur Rückkanäle etabliere und Inhalte freigebe, sondern auch Nutzerinnen und Nutzer selber auf meiner Plattform Inhalte generieren lasse. Mit solchen kollaborativen Projekten haben wir kaum Erfahrungen. Wir können viel von ad-hoc- und open-source-Prozessen lernen. Auch wenn wir redaktionelle Souveränität aufgeben, müssen wir nach neuen Mechanismen, Regeln, Sanktionen, Definitionen und Abgrenzungen für unsere Arbeit suchen. Die politische Bildung muss auch in dieser Hinsicht zunehmend Sortierungs- und Moderationsfunktionen übernehmen. An manchen Stellen wird sie sich als Community Manager erproben müssen, an anderen Stellen als Schiedsrichter und bisweilen als Kontrolleur.</p>
<p>Gleichzeitig kann politische Bildung auch Entschleunigungsangebote machen: Im rasanten Informations- und Kommunikationsstrom kann sie Angebote unterbreiten, die bewusst Konzentrationsinseln für einen Schwerpunkt setzen. In den ohrenbetäubenden Messehallen der letzten gamescom haben wir in diesem Sinne z.B. auf dem bpb-Stand Ohrenschützer aufgehängt um zu verdeutlichen: für manche Inhalte von uns braucht man einfach Zeit, Konzentration und Ruhe. Also: die eben geschilderten Veränderungen ersetzen nicht die bisherigen Aktivitäten und Aufgaben. Sie ergänzen sie.</p>
<h4>Veranstaltungen</h4>
<p>Auch auf unsere Veranstaltungen wird das Internet gravierende Auswirkungen haben – ob wir wollen oder nicht. Die allgegenwärtige Vernetzung überwindet Raum und Zeit. Bei einer Vortragsveranstaltung muss nur eine einzige Person Handy oder Laptop mit Videokamera und Internetzugang anschalten, und schon kann er oder sie die Veranstaltung nicht nur als Live-Video an die Weltöffentlichkeit senden, sondern gleichzeitig im Netz für die Zukunft archivieren. Oder jemand twittert Zitate aus einem Seminar. All das passiert schon heute und wird wohl auch auf absehbare Zeit so bleiben.</p>
<p>Wir brauchen in dieser Hinsicht Konventionen, wann und wie wir einen geschützten Raum definieren, dessen Öffentlichkeit eine gewisse Übersichtlichkeit hat, und wann das nicht geht. Bei vielen Veranstaltungen braucht es diesen bewussten Schutz nicht. Dann kann mit verhältnismäßig wenig Aufwand über einen Video-Livestream ein Vortrag oder eine Diskussion in die Welt gesendet werden und erreicht so Menschen, die nicht zum Veranstaltungsort kommen können oder wollen.</p>
<p>Über einen Chat oder eine Twitterwall kann zusätzlich ein Rückkanal aufgebaut werden, mit dem sich interessierte Menschen von anderen Orten aus in die Diskussion einbringen können. Bei neuen Veranstaltungsformaten, die in der Netzwelt beliebt sind, kann die politische Bildung schon eigene Erfahrungen vorweisen. Offene Formate wie barcamps kennen wir bereits. Auch ad-hoc-Angebote aus aktuellen Anlässen sind uns nicht fremd. Hier können politische Bildung und die Netzwelt viel voneinander lernen.</p>
<h4>Organisation, Rahmenbedingungen</h4>
<p>Auch vor den Rahmenbedingungen, unter denen die politische Bildung arbeitet, wird der Wandel nicht haltmachen. Wie können wir innovative Akteure und Aktivitäten fördern, auf die die etablierten Förderrichtlinien nicht zutreffen? Wie messen wir Resonanz, wenn eine Veranstaltung gleichzeitig in einem Seminarraum und im Netz stattfindet? Wie gehen wir mit der Internationalisierung um, die im (zumindest deutschsprachigen) Netz unvermeidlich ist? Was machen wir, wenn Seminarpläne nicht eingehalten werden können, wenn die Partizipation der Teilnehmer so groß wird, dass sie alle Planungen überwinden? Wie gehen wir damit um, wenn die Grenze zwischen politischer Bildung und politischer Aktion aufweicht? Es geht nicht mehr nur darum, unsere Zielgruppen ernst zu nehmen und mit ihnen und für sie Angebote zu entwickeln. Es geht darum, dass wir uns den Nutzenden radikal zur Verfügung stellen, dass wir uns für sie öffnen, dass wir kollaborieren. Es geht um die Einbeziehung der Nutzenden in die Wissens- und Bildungsproduktionen. Jetzt bricht die Nutzerzeit an.</p>
<h4>Fazit</h4>
<p>Mut zum Kontrollverlust</p>
<p>Die politische Bildung muss die neuen Möglichkeiten auf ihre eigenen Formate übertragen, sowohl was Veranstaltungen und Publikationen als auch was die eigene Organisation betrifft. Wir brauchen Mut zu einem Experiment mit offenem Ausgang. Eine zentrale Aufgabe der politischen Bildung ist es, neue Formen der demokratischen Teilhabe und Auseinandersetzung anzuregen, zu moderieren und auch selber zu erproben. Uns steht eine Öffnung bevor – eine Öffnung ins Ungewisse, ins Offene. Das verlangt zunächst ein ausgeprägtes und kooperativ bestimmtes Selbstbewusstsein für unsere Aufgaben.</p>
<p>Wenn politische Bildung sich selbst, Partizipation und das Internet ernst nehmen will, dann muss sie mobiler werden. Die Rolle der klassischen Bildungsstätte erweitert sich: Die politische Bildung muss mit einem Stand- und einem Spielbein agieren. Auch weiterhin braucht es den geschützten Raum und die Gelegenheit zum Rückzug, um sich intensiv und konzentriert mit einem Thema beschäftigen zu können. Aber die politische Bildung muss auch mitten rein ins Leben! Und das Leben spielt sich nun mal inzwischen für mehr Menschen auf Facebook ab statt, pardon, in einem Seminarraum oder dem Rathaus.<br />
Niemand verspricht uns, dass das leicht wird. Mit mehr Partizipation, mehr Transparenz und mehr Experiment geht ein deutlicher Kontrollverlust einher. Wir werden mehr aushalten müssen und brauchen ein dickes Fell. Vieles wird neu sein, und an vielen Stellen wird die Unordnung sichtbar werden, in der wir leben.</p>
<p>Wenn Sie Inhalte bei YouTube veröffentlichen, dann stehen Ihre Videos zur Politik neben Porno und Propaganda. Wenn alle ihre Meinung dazu sagen können, dann hört sich das mitunter ungemütlich an. Schauen Sie sich einmal die Kommentare an, die Nutzer z.B. unter den YouTube-Videos der Landeszentrale für politische Bildung in NRW hinterlassen. So sieht Meinungsvielfalt aus, wie sie in unseren Seminaren sicher bisweilen gedacht, aber selten geäußert wird. Aber bis heute sind die Videos der Landeszentrale 130.000 mal angeklickt worden. Vermutlich von Menschen, die wir mit unseren traditionellen Formaten selten erreichen. Besinnung auf unsere Kompetenzen als politische Bildung</p>
<h4>Kernbereiche und Kernkompetenzen</h4>
<p>Das Internet, insbesondere mit den Möglichkeiten des Web 2.0, eröffnet uns neue Möglichkeiten. Die Schwellen für Beteiligung sind dramatisch gesunken – die technischen Schwellen. Wir haben keinen Anlass zur Euphorie. Die technischen Rahmenbedingungen schaffen nicht automatisch mehr Teilhabe und mehr Demokratie. Um sich in der Netzwelt zurechtzufinden, braucht es mehr denn je Angebote in Sachen Orientierung, Handwerkszeug, Diskussion, Reflexion. Das alles sind zentrale Themen politischer Bildung. Auch und gerade in Zeiten, wo die technische Entwicklung uns täglich neue Werkzeuge anbietet, muss die politische Bildung sich auf ihre Kernkompetenzen besinnen: Sie muss nüchtern abwägen und auswählen, mit welchen Werkzeugen und über welche Kanäle sie welche Angebote macht. Sie muss kritisch prüfen, ob sie mit ihrer Arbeit erfolgreich ist, was sie verbessern kann, wie sie die Nutzenden schon in der Themen- und Formatauswahl teilhaben lässt.</p>
<h4>Internet und Präsenz</h4>
<p>Alle genannten Beispiele für Partizipation haben eines gemeinsam: Sie haben früher oder später den Sprung in die materielle Welt unternommen. Erfolgreiche Initiativen wurden früher oder später auch von den Massenmedien aufgenommen. Aus der Netzgemeinde wird auch immer wieder Protest auf die Straße getragen. So findet morgen in Berlin die Demonstration „Freiheit statt Angst“ statt. Sie hat ihre Ursprünge in der Netzwelt und wird seit 2006 jährlich veranstaltet, zuletzt mit Zigtausend Menschen und einem Bündnis von 167 Organisationen.</p>
<p>&#8220;Erst reisen die Daten, dann reisen die Menschen&#8221;, ist ein beliebter Ausspruch in der Netzwelt. Auch für den Bildungsbereich muss gelten: Das Internet unterstützt und verändert unsere Arbeit. Aber nach wie vor braucht es auch die direkte Auseinandersetzung, das Treffen von Angesicht zu Angesicht. Internet und materielle Welt sind kein Entweder-Oder. Ein Blog oder ein Diskussionsforum kann eine gute Ergänzung zu einem Seminar bilden, aber es kann das Seminar nicht ersetzen.</p>
<h4>Beidseitige Annäherung</h4>
<p>Die Annäherung der politischen Bildung und der Netzwelt ist keine Einbahnstraße. An vielen Stellen kann das Netz von unseren Erfahrungen profitieren. Mit unserem Grundverständnis, wie es z.B. im Beutelsbacher Konsens festgehalten ist, sind wir auch im Web 2.0 gut aufgestellt. Das beginnt beim Handwerkszeug in Sachen Moderation, geht über die Grundsätze, wie kontroverse Themen zu behandeln sind, und endet noch nicht bei der Durchführung nutzerorientierter Veranstaltungsformate.</p>
<h4>Mehr Kontrollverlust wagen!</h4>
<p>Wenn man die Politik der politischen Bildung gegenüberstellt, so steht letztere noch vergleichsweise komfortabel da. Ihre Reputation in der Gesellschaft ist gut. Dennoch muss sie sich den gleichen Herausforderungen stellen. Ansonsten droht die politische Bildung, nicht nur die politikfernen Schichten nicht zu erreichen, sondern auch die „digitale Avantgarde“ zu verlieren. Was der bereits zitierte Philipp Müller für die Politik sagt, gilt genau so für die politische Bildung: &#8220;Wenn die Institution nicht mitmachen will, dann machen es die Bürger eben allein.&#8221;</p>
<p>Wir dürfen die Chancen des Web 2.0 nicht vergeben. &#8220;Mehr Kontrollverlust wagen!&#8221; könnte eine Maxime für die politische Bildung sein, die Partizipation auch für ihre eigene Arbeit ernst nimmt.</p>
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		<title>Der erste #pb21-Podcast</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 14:43:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jöran Muuß-Merholz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Workshop Sept. 2010]]></category>
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<p>Wir haben uns an unserem ersten Podcast versucht: 24 Minuten Vorstellung des Projektes #pb21 mit Cornelia Schmitz von der BpB und Guido Brombach vom DGB Bildungswerk. Jöran Muuß-Merholz durfte die Fragen stellen.</p>
<p>Die Tonqualität ist leider gruselig, wir bitten um Entschuldigung. Wir üben noch. Bzw. tauschen beim nächsten Mal das Aufnahmegerät aus. <img src='http://pb21.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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