Lehren und Lernen mit Sketchnotes (3) – Ausstattung

Foto von Ralf Appelt unter <a title="Zur Lizenz" href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/">CC BY 3.0 DE</a>.

Foto von Ralf Appelt unter CC BY 3.0 DE.

In Teil 3 unserer Artikelreihe bleibt es praktisch: Welche Ausstattung hilft dabei, Sketchnotes auch in digitaler Form zu erstellen? Welche Apps gibt es für Tablet-Computer zum digitalen Zeichnen oder zum Einscannen? Wo finde ich Anregungen und weitere Tipps für Visualisierungen?

Aber zunächst geht um Stifte für das iPad und Co.

Stifte

Die Teile dieser Reihe:
Thema 1: Grundlagen
Thema 2: How-To
Thema 3: Ausstattung

Wer Sketchnotes auf Papier erstellt arbeitet ganz selbstverständlich mit unterschiedlichen Stiften. Die Apps der Tablets bieten hierzu verschiedene Werkzeugspitzen an die unterschiedliche Stifte imitieren. Die Haptik ist jedoch eine ganz andere wenn man mit dem Finger zeichnet. Deshalb gibt es für die Tablets meist auch Stifte die einem eine vergleichbare Handhaltung ermöglichen wie mit normalen Stiften. Meist müssen diese Stifte separat erworben werden. Die Qualität der Stiftspitze die auf dem Display aufliegen, sowie die Größe der Stifte variieren zum Teil ebenso erheblich wie der Preis und die Zusatzfunktionen. Wenn möglich sollten die Stifte vorab getestet werden.

Apps zum Digitalisieren

Wer seine Sketchnotes lieber analog erstellt, hat im Anschluß noch den Aufwand diese zu digitalisieren. Hierbei kommt es häufig zu Schatten auf dem Bild oder zu Problemen bei der Darstellung von Farben und Kontrast.
Wenn man seine Sketchnotes sehr kontrastreich und mit wenig Farben erstellt hat, können Apps wie Scanner Pro (iOS) oder Droid Scan Pro PDF (Android) behilflich sein, die Ergebnisse zu digitalisieren. Wer Wert auf eine hohe Abbildungsqualität legt, kommt um eine Digitalisierung mittels Flachbettscanner in der Regel nicht herum.

Apps zum Zeichnen

Der große Vorteil beim Erstellen von Sketchnotes auf dem Tablet ist, dass man sich keine Sorgen um die Materialverfügbarkeit machen muss. Lediglich Strom ist noch erforderlich. Hinzu kommt, dass beim Erstellen von digitalen Sketchnotes die Nachbearbeitung wegfällt, bevor sie weiterverwendet werden können. Eine Anpassung der Farben, damit die Sketchnotes z.B. ohne Übergänge in eine weiße Seite eingefügt werden können, entfällt. Diese ist bei der Onlinenutzung, aber auch beim Ausdrucken gut.

Paper

Die ist die wohl schlichteste App zum Erstellen von Sketchnotes. Ihre große Beliebtheit lässt sich vermutlich über die leichte Bedienbarkeit durch den geringen Funktionsumfang erklären. In der Grundversion ist auch diese App kostenlos, nach der Installation lassen sich weitere Farben und Pinselspitzen hinzu kaufen. Zoom und Ebenen werden bei dieser App, die ausschliesslich für die iOS Plattform verfügbar ist, in keinem Fall unterstützt.

Sketchbook Express / Sketchbook Pro

Eine der anspruchsvolleren, aber weit verbreiteten Apps zum Sketchnoting ist Sketchbook. Hier findet man eine Vielzahl von Stiftspitzen, Ebenen werden unterstützt und man kann sich in die Arbeitsfläche hereinzoomen. Diese Software ist sowohl für Android, als auch für iOS verfügbar. Es ist jeweils die kostenlose Version Sketchbook Express und die von den Funktionen umfangreichere Version Sketchbook Pro verfügbar. Die kostenlose Express Variante ist darüber hinaus auch für Geräte mit dem Betriebssystem Windows 8 verfügbar.

Adobe Ideas

Etwas übersichtlicher vom Funktionsumfang ist die App Adobe Ideas. Auch dieses Programm unterstützt Ebenen und Zoom, hat jedoch deutlich weniger Werkzeugspitzen und glättet die gezogenen Linien nachträglich. Diese App ist nur für die Plattform iOS verfügbar.

Infinite Design

Diese Android App ist ebenfalls in einer kostenlosen Version und einer kostenpflichtigen Version verfügbar. Auch hier werden die Fuktionen Zoom, Ebenen und verschiedene Pinselspitzen unterstützt.

Inspiration

Wer auf der Suche nach Inspiration für einzelne Bildvokabeln ist, kann sich z.B. der App „Rocket Pics“ (iOS) bedienen. Sie ist eine Art visuelles Wörterbuch mit Schlagwortregister. Alternativ kann hier die Bildersuche der bekannten Suchmaschinen genutzt werden, um seine Gedanken beflügeln zu lassen.

Literatur

Es gibt auch einige Bücher, die sich mit Bildsprache, Bildvokabeln und dem Sketchnoting als solches beschäftigen. Eine Auswahl soll hier vorgestellt werden:

  • The Sketchnote Handbook: The illustrated guide to visual Notetaking, Rhode, Mike, 2012
    In sieben Kapiteln wird erklärt, was Sketchnotes sind und worin sie ihre Berechtigung haben. Wie man seine Aufnahmefähigkeit beim Zuhören verbessert, wie der Prozess des Sketchnotings aussieht und welche Typen von Sketchnotes es gibt, ist ebenfalls Thema. Zum Ende des Buches werden Herangehensweisen und Techniken beschrieben.
    Das Buch steckt voller wertvoller Ratschläge, egal ob es darum geht wie man analoge Sketchnotes weiterverarbeitet und in Social Networks zur Verfügung stellt, oder wie einzelne Elemente visualisiert und kombiniert werden können.
  • Bikablo 2.0: Neue Bilder für Meeting, Training & Learning / New Visuals for Meeting, Training & Learning, Haussmann, Martin & Scholz, Holger, 2009
    Das Bikablo orientiert sich eher an der Gestaltung von Flipcharts und Pinnwänden. Hier sind aber eine Vielzahl von Bildvokabeln enthalten, die über ein Schlagwortregister gefunden werden können. Das Buch ist als Klassiker in diesem Bereich anzusehen.
  • Bildsprache: Formen und Figuren in Grund­ und Aufbauwortschatz, Nitschke, Petra, 2012
    Auch dieses Buch ist ein Nachschlagewerk für Bildvokabeln. Wer sich an den Bikablo Visualisierungen satt gesehen hat, findet hier etwas Abwechslung. Außerdem werden einige Vokabeln nicht nur gezeigt, sondern auch in die einzelnen Elemente zerlegt und der Erstellungsprozess erläutert.
  • Der Wegweiser für den Graphic Facilitator, Agerbeck, Brandy, 2013
    Dieses Buch wendet sich an Menschen, die nicht für sich selbst (wie bei Sketchnotes), sondern für und vor Gruppen visualisieren. Die Prozesse Zuhören ­ Denken ­ Malen und der qualitative Anspruch sind aber deckungsgleich mit dem Ansatz von Sketchnotes. Insofern beinhaltet auch dieses Werk viele hilfreiche Anregungen für Sketchnoter und solche, die es werden wollen.

Fazit

Grafik von Ralf Appelt unter<a title="Zur Lizenz" href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> CC BY 3.0 DE</a>.

Grafik von Ralf Appelt unter CC BY 3.0 DE.

In erster Linie dienen Sketchnotes dazu, Themen leichter zugänglich zu machen, dem Verständnis beizutragen und das erneute Abrufen von bereits aufgenommenen Informationen zu erleichtern. Gleichzeitig lassen sie sich nutzen, um neue Gedanken zu entwickeln.
Wer sich über das Visuelle Alphabet einen bildsprachlichen Wortschatz aufbaut, kann diese Kommunikationsform für sich nutzbar machen. Besondere zeichnerische Kenntnisse sind nicht erforderlich, wenngleich die Berücksichtigung einiger Tipps und viel Üben zum Gelingen beitragen.
Ob man Sketchnotes lieber analog oder digital erstellt, bleibt jedem selbst überlassen. Beide Verfahren haben ihre Stärken und Schwächen.
Wer seine Sketchnotes in Social Media Kanäle einstellt, hat die Chance, inhaltliche und methodische Anschlusskommunikation anzustoßen ohne Probleme mit dem Urheberrecht herbei zu führen.
Bringen Sie Ordnung in ihre Gedanken, machen Sie diese sichtbar! Was zählt sind „IDEAS, NOT ART“!
In diesem Sinne

Grafik von Ralf Appelt unter<a title="Zur Lizenz" href="https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/"> CC BY 3.0 DE</a>.

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Ralf Appelt ist, als Diplom Pädagoge und Master of Arts, unterwegs an den Schnittstellen von Medien, Bildung und Design. Darüber hinaus beschäftigt er sich mit Organisationsentwicklung, Moderation und Visualisierung. Foto von privat, nicht unter freier Lizenz.

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