Interaktive und multimediale E-Books mit iBooks Author erstellen …

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

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… und warum OER und EPUB3 sich (noch) nicht vertragen

Im Oktober 2011 wurde der E-Book-Standard EPUB3 von der Handels- und Standardisierungsorganisation „International Digital Publishing Forum“ (IDPF) veröffentlicht. Die 3. Version des EPUB-Dateiformats weckte die Hoffnung, dass E-Books nun zum Leben erwachen und mit Videos, Audio-Dateien sowie mit Elementen wie Quiz-Abfragen, Karten oder weiteren interaktiven Elementen erweitert werden können. Im Jahr 2013 hat sich EPUB3 immer noch nicht flächendeckend durchgesetzt, aber es gibt Anzeichen dafür, dass sich dies bald ändern könnte.

#OERde13
Open Educational Resources
Themenschwerpunkt zur OER-Konferenz 2013 mehr dazu

Auf pb21 haben wir deshalb die aktuellen Informationen zum E-Book-Standard EPUB3 zusammengestellt  und geprüft, ob sich damit E-Books  auch als Open Educational Resources (OER) herstellen lassen. Anschließen zeigen wir an Hand von Apples E-Book-Editor „iBooks Author“, was im E-Book der Zukunft möglich sein könnte.

EPUB3 und OER?
Ausgangspunkt der Recherche zu diesem Artikel war die Frage, ob sich zum jetzigen Zeitpunkt (August 2013) auch interaktive E-Books der neuesten Generation als OER produzieren lassen. Der bereits 2011 verabschiedete E-Book-Standard EPUB3 sollte das ermöglichen. Bis dato existiert allerdings noch kein benutzerfreundlicher Editor für die Erstellung von „echten“ EPUB3-Publikationen.
Der EPUB3-Standard wird bisher vor allem von Apple genutzt – allerdings nicht in seiner ursprünglichen Form: Apple nutzte den EPUB3-Standard als Grundlage und entwickelte darauf seinen Editor „iBooks Author“ sowie das dazugehörige proprietäre Dateiformat „.iBooks“, welches nur mit der Applikation „iBooks“ auf Apple-Geräten lesbar ist. Ein Export in das offene „EPUB3“-Format ist mit iBooks Author ebenfalls nicht möglich.
Dateien im „iBooks“-Format sind dementsprechend nicht mit der Grundidee von OER (Open Educational Resources) vereinbar, nach der die Weiterverbreitung von Materialien mit möglichst niedrigen Einschränkungen und die Weiterverarbeitung mit offenen Standards möglich sein sollen.
Im Artikel wird dennoch iBooks Author näher vorgestellt, um die grundsätzlichen Möglichkeiten der audiovisuellen und interaktiven Gestaltung von E-Books vorzustellen, wie sie in der Zukunft (wahrscheinlich) auch mit offenen Standards und Programmen möglich sein wird.

Was ist EPUB3?

EPUB („electronic publication“) ist ein offener und verbreiteter Standard für E-Book-Dateien. Mit Hilfe solcher Standards können Hersteller von E-Reader-Geräten oder Entwickler von E-Book-Applikationen ihre Geräte und Anwendungen so programmieren, dass sie ein bestimmtes Datei-Format anzeigen und verarbeiten können. Im Fall von EPUB sind dies Dateien mit der Endung „.epub“.

HTML5
Die Auszeichnungssprache HTML (Hypertext Markup Language) wird für die Programmierung von Internetseiten benutzt. Die aktuelle Version 5 des HTML-Standards ist inzwischen weit verbreitet.

EPUB3 stellt eine grundlegende Überarbeitung der vorherigen Versionen dar und bietet interaktive und audiovisuelle Möglichkeiten der Gestaltung. Der EPUB3-Standard nutzt die Auszeichnungssprache HTML5  und unterstützt einige CSS3-Features. So können nun dank HTML5-Unterstützung Video- und Audio-Elemente eingebunden werden. Außerdem unterstützt EPUB3 die dynamische Skriptsprache Javascript. Mit dieser sind interaktive Elemente möglich, wie z.B. ein Quiz oder eine Landkarte. All diese Funktionen waren in den Vorgängerversionen EPUB 1.0 und EPUB 2.0 nicht oder nur teilweise möglich.
Des Weiteren gibt es für E-Book-Produzent/innen Layout-Erweiterungen in EPUB3, wie z.B. statische Layouts (Fixed Layouts). Diese können genutzt werden, um Texte auf Hintergrundbildern so zu positionieren, dass sie auf allen Lesegeräten und Applikationen identisch dargestellt werden und nicht mehr verrutschen.
Welche Anbieter unterstützen EPUB3 bisher?

  • Das auf dem E-Book-Markt sehr aktive Unternehmen Amazon bietet im Amazon Kindle Store sowie auf den Lesegeräten der Kindle-Serie keine direkte Unterstützung für EPUB3-Dateien. Für das von Amazon entwickelte E-Book-Format „Kindle Format 8“ (KF8) gibt es jedoch Tools, die EPUB3-Dateien in KF8-Dateien umwandeln können (kindlegen).
  • Apple unterstützt EPUB3 im Apple iBook-Store und in der dazugehörigen Lese-App „Apple iBooks“.
  • Google fügte erst kürzlich die Hochlade-Funktion für EPUB-Dateien in seinem Store „Google Play Books“ ein. Man darf also gespannt sein inwieweit Google nun den EPUB3 Standard in seiner App „Google Play Books“ unterstützen wird.
  • Eine ausführlichere Liste von E-Book-Marktplätzen, Lesegeräten sowie Software zum Lesen und Erstellen von EPUB3-E-Books findet sich auf lesen.net.

Wieso dauert die Einführung von EPUB3 so lange?

Die Veröffentlichung des Standards EPUB3 ist nun schon über ein Jahr her. Allerdings hat sich der Standard immer noch nicht flächendeckend etabliert. Es existieren mehrere Erklärungsversuche und verschiedene Positionen für die langsame Verbreitung:
Betreiber von E-Book-Stores wie Amazon oder Apple wollen ihr E-Book-Ökosystem (E-Book-Marktplatz und Lesegeräte) möglichst gewinnbringend „abschotten“ und setzen daher wohl lieber auf eigene Datei-Formate, die dann auch nur auf Lese-Geräten und Lese-Applikationen des Betreibers gelesen werden können.
Eine weitere Ursache für die fehlende Durchsetzungskraft von EPUB3 könnte auch sein, dass die Entwicklung einer EPUB3-Unterstützung in der Software für Hersteller und Entwickler sehr zeitaufwendig und somit auch sehr teuer ist. Ein Umstand, der es kleinen und mittleren Unternehmen schwer macht eine EPUB3-Unterstützung in ihren Produkten zu implementieren. Das freie Entwickler-Kit Readium, welches den Entwicklern die Arbeit der EPUB3-Implementierung deutlich erleichtert, wird derzeit noch entwickelt und ist wohl vor Herbst 2013 nicht offiziell verfügbar. Sobald Readium verfügbar ist, könnten weitere Hersteller nachziehen und EPUB3 in ihre Geräte und Applikationen einbinden. Readium wird nach Angaben der Entwickler/innen unter einer Open Source Lizenz veröffentlicht.

Hürden sind auch bei der Erstellung von EPUB3 zu finden, da zur Zeit noch wenig Softwareangebote für die EPUB3-Erstellung gibt.

Der WYSIWYG-Editor BlueGriffon EPUB Edition. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Der WYSIWYG-Editor BlueGriffon EPUB Edition. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Der kostenpflichtige WYSIWYG-Editor BlueGriffon EPUB Edition (95,00 € für eine Einzelnutzer-Lizenz) unterstützt den EPUB3-Standard. Der Vorteil: Der Editor ist für die Betriebssysteme Windows, Linux und Mac OSX verfügbar. Die Software BlueGriffon ist eigentlich ein Web-Entwicklungstool. Die EPUB-Edition wurde nun für die E-Book-Erstellung im EPUB-Dateiformat optimiert. Für Nutzer/innen, die nicht mit der Web-Entwicklung vertraut sind, erfordert der Editor allerdings eine gewisse Einarbeitungszeit.
Der kostenfreie EPUB-Editor Sigil unterstützt Video- und Audio-Elemente im EPUB2-Format, jedoch keine weiteren EPUB3-Features.
Eine weiteres Werkzeug für die E-Book-Erstellung ist Inkling Habitat. Mit diesem Online-Dienst können E-Books im EPUB3-Format erstellt und exportiert werden. Derzeit existiert allerdings noch eine Einschränkung: Um alle EPUB3-Features nutzen zu können, muss die dazugehörige Lese-App „Inkling“ verwendet werden. Diese ist zur Zeit nur für Apple iOS-Geräte geeignet. Eine Android-App ist noch im Entwicklungstadium. Die Handhabung ist auf den ersten Blick etwas unübersichtlicher als Apple iBooks Author.
Professionelle und kostenpflichtige Software-Werkzeuge wie Adobes InDesign bieten Export-Schnittstellen für das EPUB3-Format an. Des Weiteren finde sich auch Angebote im Enterprise-Bereich.
Ein einsteigerfreundliches Programm für die Erstellung von interaktiven E-Books im EPUB3-Format existiert jedoch aktuell noch nicht. Inhalts-Produzent/innen im No/Low-Budget-Bereich bleiben beim Erstellen von EPUB3-Books mit interaktiven Features erstmal außen vor.

Was ist der Apple iBooks Author?

Die kostenfreie Software Apple iBooks Author ermöglicht das Erstellen von interaktiven E-Books. Die Software ist nur für das Apple Betriebssystem Mac OSX verfügbar.
Das mit dem iBooks Author generierte Dateiformat („.ibooks“) ist technisch und von den Funktionen her dem EPUB3-Format sehr ähnlich (technische Details finden Sie hier). Es wurde jedoch von Apple so entwickelt, dass es nur mit der Lese-Applikation Apple iBooks gelesen werden kann. Erstellte E-Books können also nur auf den Geräten iPhone, iPod touch und iPad gelesen werden und sind somit keine EPUB3-Dateien, die auf andere Geräte oder Applikationen übernommen werden können.
Apple musste sich bei der Veröffentlichung von iBooks Author den Vorwurf gefallen lassen, das ePub-Format zu sabotieren (golem.de). Ob der Vorwurf gerechtfertigt und diese Einschränkungen gut oder schlecht sind, soll hier nicht bewertet werden. Apple iBooks Author ist derzeitig eine der wenigen Anwendungen, die es Endnutzer/innen ermöglicht, einfach und unkompliziert ein interaktives E-Book zu erstellen. Das proprietäre Format steht aber eine Nutzung unter dem Label OER entgegen. Auf pb21 wollen wir im Folgenden exemplarisch die Möglichkeiten von interaktiven E-Books mit Hilfe von Apples iBooks Author aufzeigen, da es sich derzeit um das bedienungsfreundlichste kostenfreie Produkt handelt.

Wie erstelle ich ein interaktives Ebook mit iBooks Author?

Apple iBooks Author ist kostenfrei im App Store verfügbar. Nach dem Öffnen erwartet uns die Vorlagenauswahl. Hier stehen wie bei Präsentationsprogrammen wie Keynote, Open Office Impress oder Microsoft Powerpoint verschiedene Layouts als Vorlagen zur Verfügung.

Vorlagenauswahl von Apple iBooks Author. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Vorlagenauswahl von Apple iBooks Author. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Nach der Auswahl wird automatisch das erste Kapitel sowie der erste Textabschnitt generiert.

Ansicht nach der Auswahl einer Vorlage in iBooks Author. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Ansicht nach der Auswahl einer Vorlage in iBooks Author. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Die Bedienung funktioniert wie bei den eben angesprochenen Präsentationsprogrammen: Text-Boxen können hinzugefügt, formatiert, verschoben und gelöscht werden. Elemente wie Tabellen, Formen und Diagrammen stehen ebenfalls zur Verfügung.
Identisch mit Präsentations-Software ist auch das Hinzufügen von neuen Kapiteln, Abschnitten oder Seiten. Hierfür stehen verschiedene Layout-Vorlagen zur Verfügung, bspw. 2- oder 3-spaltiges Design:

Neue Seite hinzufügen und Layout-Auswahl. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Neue Seite hinzufügen und Layout-Auswahl. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Sonderlich spannend sind diese Features sicherlich nicht. Jedoch sollte man im Hinterkopf behalten, dass ein solch anwenderfreundliches Programm zur Erstellung von E-Books bisher in dieser Form noch nicht existierte. Wirklich interessant wird es beim Blick auf die interaktiven Elemente. Diese sind im Menü „Widgets“ untergebracht. Hier stehen die Elemente Galerie, Medien, Wiederholung, Keynote, Interaktives Bild, 3D, Scrollbalken, Popover und HTML zur Auswahl.

Die Widget-Auswahl von Apples iBooks Author. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Die Widget-Auswahl von Apples iBooks Author. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Das Widget „Galerie“ kann mehrere Bilder mit separaten Bildunterschriften anzeigen. Über Navigationspfeile kann der/die Leser/in zwischen den Bildern hin- und herwechseln:

Das Galerie-Widget mit den Einstellungsmöglichkeiten. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Das Galerie-Widget mit den Einstellungsmöglichkeiten. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Ein vollständig konfiguriertes Galerie-Widget. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Ein vollständig konfiguriertes Galerie-Widget. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Video- und Audio-Dateien können mit dem Widget „Medien“ eingebunden werden. Hierzu wird zuerst das Medien-Widget eingefügt. Anschließend kann über das Medien-Icon die Medien-Bibliothek angezeigt werden. Die gewünschte Datei kann dann per Drag and Drop auf das Medien-Widget gezogen werden.

Das Medien-Widget mit Einstellungsmöglichkeiten. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Das Medien-Widget mit Einstellungsmöglichkeiten. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Unter dem Titel „Wiederholung“ ist ein Widget zur Erstellung von simplen Lernerfolgskontrollen hinterlegt. Hier können Multiple-Choice-Fragen sowie Zuordnungsaufgaben erstellt werden, die mit Bildern angereichert werden können. Mehrere richtige Antworten beim Multiple-Choice-Test können durch Gedrückthalten der CMD-Taste und einen Klick in den Kreis neben der Antwortmöglichkeit realisiert werden. Auch wenn diese Widget sicherlich interaktive Möglichkeiten eröffnet, so sind die Möglichkeiten derzeit doch stark begrenzt.

Das Widget Wiederholung inkl. diverser Einstellungsmöglichkeiten Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Das Widget Wiederholung inkl. diverser Einstellungsmöglichkeiten Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Ein eingebundener Film im Medien-Widget. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Ein eingebundener Film im Medien-Widget. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Das Widget „Interaktives Bild“ ermöglicht es dem/r Produzent/in ein Bild mit Text-Anmerkungen zu versehen, die vom Leser ausgeklappt werden können. Über die Option „Transportsteuerung einblenden“ im „Informationen“-Fenster kann der/die Leser/in gezielt durch die verschiedenen Anmerkungen geführt werden.

Das Widget Interaktives Bild inkl. diverser Einstellungsmöglichkeiten. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Das Widget Interaktives Bild inkl. diverser Einstellungsmöglichkeiten. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

 

Beispiel für eine interaktive Grafik mit Beschriftungen. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Beispiel für eine interaktive Grafik mit Beschriftungen. Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Das Widget „HTML“ eignet sich eher für Programmier/innen. Mit dem HTML-Widget können HTML-, CSS- und Javascript-Dateien ins iBook eingebunden werden. Dies eröffnet Entwickler/innen prinzipiell unzählige Möglichkeiten für interaktive Elemente und eine große kreative Freiheit. Denn möglich ist theoretisch alles, was auch auf einer normalen Webseite möglich ist. Dies umfasst Spiele, interaktive Formulare, komplexe Lernerfolgskontroll-Module und viele weitere Anwendungsfälle.
Für Endnutzer/innen könnte dies aber auch den Vorteil haben, dass in Zukunft eine Vielzahl von erweiterten Widgets zur Verfügung stehen, die über das HTML-Widget eingebunden werden können. Der Dienst bookry ermöglicht bereits das Hinzufügen von kostenfreien, interaktiven Widgets, die u.a. mit Google Maps, Soundcloud oder Twitter interagieren.

Das HTML-Widget mit Bearbeitungsmöglichkeit Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Das HTML-Widget mit Bearbeitungsmöglichkeit Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Beispiel-Videos für alle Widgets finden sich in der iBooks Author Galerie auf der Apple Webseite.

Wie teste ich mein E-Book?

Über den Button „Vorschau“ kann das iBook auf einem angeschlossenen Apple-Gerät wie dem iPad getestet werden.

Wie kann ich mein E-Book veröffentlichen?

Apple bietet im iBooks Author eine direkte Schnittstelle zur Veröffentlichung im iBook-Store an. Die Veröffentlichung kann als kostenloses oder auch als kostenpflichtiges E-Book erfolgen. Sie können das iBook auch auf Ihrer Webseite anbieten oder an Freunde verschicken. Bedingung hierfür ist, dass sie das iBook ausschließlich kostenfrei anbieten (Quelle: Apple – Häufige Fragen).
Das erstellte E-Book kann mit dem Befehl „Ablage -> Exportieren“ im „.ibooks“-Dateiformat abgespeichert werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit das Buch auch als „PDF“-Datei zu exportieren, hierbei geht jedoch die Funktionalität der interaktiven Widgets verloren.

Fazit

Am Beispiel von Apples iBooks Author sollte erkennbar geworden sein, welches große Potenzial in interaktiven E-Books schlummert. Inhalte können multimedial angereichert und aufgearbeitet werden. Durch HTML-Widgets kann eine Vielzahl von Möglichkeiten abseits der Standardfunktionen genutzt werden, um ein individuelles Leseerlebnis zu ermöglichen.

DRM
Mit DRM (Digital Rights Management) werden Methoden bezeichnet, die digitale Dateien wie Videos im Zugriff beschränken. So soll z.B. sichergestellt werden, dass nur der/die Käufer/in eines Films diesen auch abspielen kann. Des Weiteren sollen durch DRM-Maßnahmen auch unerlaubte Kopien sowie die Übertragung auf andere Geräte vermieden werden.

Die Hoffnung, dass der offene Standard EPUB3 die Mauern zwischen den verschiedenen E-Book-Marktplätzen einreißt und interaktive E-Books auf einer Vielzahl von Apps und Geräten ermöglicht ohne Kompatibilitätsprobleme, könnte sich jedoch als Illusion herausstellen. Zu groß ist das Interesse der Marktführer, den Status quo beizubehalten und Kund/innen an ihre Plattformen zu binden. Und so könnten trotz Etablierung des EPUB3-Formats die Kopierschutzmechanismen eben diese Hoffnung zunichte machen, da die EPUB3-Spezifikation DRM (Digital Rights Management) unterstützt.
Nichtsdestotrotz könnte EPUB3 in Zukunft eine große Rolle bei der Erstellung von interaktiven E-Books spielen, sobald die passenden Software-Werkzeuge für Hersteller, Entwickler/innen sowie für Inhaltsproduzent/innen verfügbar sind. Nicht zuletzt sind hier die Akteur/innen im Bereich OER gefragt, um EPUB3 als offenes und OER-kompatibles Format zu etablieren.


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Der Artikel (Text) auf dieser Seite steht unter der CC BY 3.0 DE Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Matthias Andrasch für pb21.de.
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Matthias Andrasch studiert derzeit "Medienbildung - Audiovisuelle Kultur und Kommunikation" in Magdeburg. Er greift hierbei auf seine Erfahrung als ausgelernter Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung zurück.

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