Texte mit Wortwolken visualisieren

Screenshot einer wordle-Wortwolke (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Screenshot einer wordle-Wortwolke (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Von der Schlagwortwolke zur Wortwolke

„Tagclouds“ waren zu Hochzeiten des Web 2.0 ein „Must have“ auf allen Weblogs da draußen. Insbesondere die animierten Varianten sollten die Themenvielfalt des Blogs zum Ausdruck bringen. Auch auf anderen Web 2.0-Diensten fand man sie – kein Wunder, so entstanden sie ja quasi von alleine beim Verschlagworten jeder Art von Inhalten. Daneben gibt es Wortwolken, die sehr einfach zu erstellen sind und visuelles Leben in Textwüsten bringen können.

Neben reinen Schlagwortwolken, die durch gezielte Verwendung von ausgewählten Schlagworten (Tags) für Blogbeiträge, Links, Videos, etc. entstehen, gibt es eben auch Wortwolken, die durch die automatische Analyse ganzer Texte oder Websites mit Diensten wie Wordle entstehen. Sie können damit genutzt werden, um Texte zu analysieren und zu visualisieren.

Ähnlich der Schlagwortwolke wird die Größe einzelner Wörter in einer Wortwolke durch ihre Verwendungshäufigkeit repräsentiert. In Webdiensten wie Wordle oder Tagxedo lassen sich anschließend unterschiedlichste Parameter anpassen, um ganz nach dem eigenen Geschmack Wortwolken zu kreieren.

Wortwolken zur Analyse und Visualisierung umfangreicher Texte

Dienen Schlagwortwolken noch eher dem Zweck durch entsprechende Verlinkungen thematisch ähnliche Inhalte schneller zu finden, dienen die Wortwolken vorrangig der Verschönerung eines Beitrags, zur Auflockerung oder zum Einstieg ins Thema.

Möchte man sich z.B. in einem Artikel mit einem eher umfangreichen Text befassen, kann mit Hilfe dieser i.d.R. kostenlosen Webdienste eine ansprechend visualisierte erste Textanalyse erfolgen, die natürlich ausschließlich etwas über die Häufigkeit im Text verwendeter Wörter aussagt, aber damit immerhin mögliche Schwerpunkte widerspiegelt.

In Präsentationen lässt sich durch Wortwolken elegant auf einen umfangreichen Text verweisen. Außerdem bieten einige Dienste (z.B. Tagxedo) die Möglichkeit bestimmte Wörter zu gewichten oder typisch überpräsentierte Wörter (wie der, die, das) herauszufiltern. Auch Schablonen lassen sich einsetzen, um z.B. ein kreatives Logo zu erzeugen (s.u.).

Eines der bekannteren Webdienste in diesem Bereich ist Wordle. Daneben gibt es aber noch eine Reihe weiterer Dienste, wie das bereits erwähnte Tagxedo, die im folgenden mit ihren Funktionen und Unterschieden vorgestellt werden sollen.

Wortwolken-Tools in der Übersicht

Wordle

Tagxedo

Tagul

Many Eyes

Anmeldung

nein

nein

ja

ja

Ausgangs-

material

Text per C&P, URL oder Feed

Text per C&P, URL oder Textdatei

Text per C&P, URL oder CSV

Data Sets von Many Eyes selbst oder eigenes Material uploadbar

Formen / Schablonen

nein

ja

ja

nein

Läuft mit

Java

Silverlight

Flash

Java

Ergebnis

drucken (PDF), per Screenshot oder öffentliche Gallerie

PNG oder JPEG in beliebiger Qualität

PNG oder verlustfreie Vektorgrafik (SVG)

PNG

Datenschutz

Texte werden lokal verarbeitet; bei Veröffentlichung wird nur Wortwolke nicht der Text online gestellt keine Angaben sowohl Daten als auch Wortwolken sind öffentlich Texte müssen öffentlich eingestellt werden; auch Ergebnisse sind öffentlich

Lizenz

CC BY 3.0 US (siehe auch hier) CC-Lizenz BY-NC-SA 3.0 bei kommerzieller Nutzung 5 Dollar je Wortwolke  keine Angaben

Kurzübersicht / Vergleich der Wortwolken-Generatoren

Screenshot einer wordle.net-Wortwolke (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Screenshot einer wordle.net-Wortwolke (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Dienste im Detail

Wordle

Anmeldung: nicht notwendig, läuft lokal im Browser

Ausgangsmaterial: Text per Copy and Paste, URL oder Feed

Einstellungsmöglichkeiten: Sprache (z.B. englische Wörter herausfiltern), Schriftart, Layout (alphabetisch, Ausrichtung, Ecken), Farbe (verschiedene Presets oder eigene Auswahl)

Ergebnis: drucken (z.B. als PDF), per Screenshot oder zu öffentlicher Gallerie hinzufügen

Kurzfazit: Sehr einfach und liefert schnelle Resultate. Eingegebene Texte werden nur lokal verarbeitet; wenn allerdings ein Wordle in öffentliche Gallerie abgelegt wird, kann es nicht mehr gelöscht werden.

Screenshot einer tagxedo.com-Wortwolke (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Screenshot einer tagxedo.com-Wortwolke (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Tagxedo

Anmeldung: nicht notwendig, läuft lokal im Browser

Ausgangsmaterial: Text per Copy and Paste, URL oder Textdatei

Einstellungsmöglichkeiten: Schriftart (mit Möglichkeit eigene hochzuladen), Layout (Ausrichtung plus Zufallsfunktion „respins“ für alle Optionen), Farbe (zufällig sowie zahlreiche Presets), Formen (klassisch, vordefinierte, selber hochladen sowie aus eigenen Worten), zusätzlich umfangreiche Detaileinstellungen (z.B. um einzelne Wörter auszublenden)

Ergebnis: Twitter, Facebook, PNG oder JPEG in beliebiger Qualität (bis hochauflösend), Shop für Tassen, T-Shirts etc.

Kurzfazit: Das bessere Wordle. Ebenfalls einfach in der Bedienung, aber mit einer Reihe weiterer Einstellungsmöglichkeiten, die wirklich individuelle Wortwolken entstehen lassen. Die automatische CC-Lizenz BY-NC-SA schränkt zumindest die kommerzielle Nutzung ein.

Screenshot einer tagul.com-Wortwolke (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Screenshot einer tagul.com-Wortwolke (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Tagul

Anmeldung: notwendig

Ausgangsmaterial: Text per Copy and Paste, URL oder spzielles CSV-Format

Einstellungsmöglichkeiten: Schriftart, Farbe und Animation, Filterung von gewöhnlichen Wörtern, eigene Wörter können in Tabelle ergänzt und bestehende in ihrer Häufigkeit verändert werden, Formen (7 vordefinierte plus Hochladen eigener)

Ergebnis: PNG oder verlustfreies SVG für Druckaufträge, Embedcode oder Link

Kurzfazit: Trotz Anmeldepflicht nicht schlecht, vergleichbar mit Tagxedo. Insbesondere interessant, wenn das Ergebnis druckbar sein soll (z.B. für Poster). Kommerziell sind die Ergebnisse nur mit Lizenzgebühr nutzbar. Außerdem werden die eingegeben Daten automatisch veröffentlicht.

Screenshot einer ManyEyes-Wortwolke (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Screenshot einer ManyEyes-Wortwolke (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Many Eyes

Anmeldung: notwendig

Ausgangsmaterial: Data Sets von Many Eyes selbst oder eigenes Material uploadbar (Text oder Tabellen), VORSICHT: das hochgeladene Material steht anschließend öffentlich auf der Seite zur Verfügung

Einstellungsmöglichkeiten: Wortwolken-Generator basiert auf Wordle (vgl. Einstellungsmöglichkeiten dort), daneben gibt es aber auch andere Generatoren: Word Tree, Tag Cloud und Phrase Net

Weitere Dienste

Selbstverständlich gibt es zahlreiche Anwendungen über die vorgestellten Dienste hinaus. Wir haben uns für diesen Vergleich auf Dienste beschränkt, die über den Browser zugänglich sind und einen erweiterten Funktionsumfang aufweisen. Deswegen sind z.B. Urim, TagCrowd und WordItOut nicht berücksichtigt worden.

Ergebnis: PNG

Kurzfazit: Wortwolken-Generator basiert auf Wordle (als Modul eingebaut), entweder fertige Data Sets nutzbar oder man lädt Daten für alle öffentlich hoch. Der Dienst wird von IBM angeboten, die sich umfangreiche Nutzungsrechte an den Daten einräumen.

Aufruf zum Selbermachen!

Nun sind Sie dran! Schauen Sie sich die vorgestellten Dienste an, erstellen Sie mit Ihrem Favoriten eine Wortwolke und verlinken Sie zu ihr in den Kommentaren. Der Kreativität sind eigentlich keine Grenzen gesetzt!


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Der Artikel (Text) auf dieser Seite steht unter der CC BY 3.0 DE Lizenz. Der Name des Autors soll wie folgt genannt werden: Thomas Bernhardt für pb21.de.
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Dipl.-Medienwiss. Thomas Bernhardt ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Promotionsstudent im Arbeitsgebiet Didaktische Gestaltung multimedialer Lernumgebungen an der Universität Bremen. Er beschäftigt sich mit dem Einsatz von Social Software im Bildungskontext und dem Konzept der persönlichen Lernumgebung (PLE).

Kategorien: Artikel, Dienste & Werkzeuge, Fotos & Grafiken Schlagworte: , , , , , , , , , , ,