PB045: „In der Schule mehr ins Internet reinschreiben!“

Stephan Noller, Hilli Knixibix, Maxim Loick im Gespräch. Foto von Jöran Muuß-Merholz unter <a title="Zum Lizenztext" href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">CC BY 4.0</a>.Stephan Noller, Hilli Knixibix, Maxim Loick im Gespräch. Foto von Jöran Muuß-Merholz unter <a title="Zum Lizenztext" href="https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/">CC BY 4.0</a>.

Stephan Noller, Hilli Knixibix, Maxim Loick im Gespräch. Foto von Jöran Muuß-Merholz unter CC BY 4.0.

#pb21-Podcast mit mit bloggenden Lehrern und Eltern

Ins Internet kann man reinschreiben. Man kann das Netz mitgestalten, sich vernetzen und austauschen. Das ist aber selten Thema, wenn das Internet in der Schule genutzt wird. Die Blogger Stephan Noller, Hilli Knixibix und Maxim Loick wollen das ändern. Über ihre Erfahrungen mit dem Ins-Internet-reinschreiben, ob in der Psychiatrie oder im Lehrerzimmer, sprechen sie im #pb21-Podcast mit Jöran Muuß-Merholz.

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re:publica

Stephan Noller, Hilli Knixibix und Maxim Loick auf der re:publica 2014:

Video „re:publica 2014 – Wildnis in der Wildnis: Digitaler Auf…“ von re:publica, nicht unter freier Lizenz.

Und Hilli Knixibix in der netzdebatte der bpb:

Video „re:publica 14 – Interview mit Hilli Knixibix“ von re:publica, nicht unter freier Lizenz.

Der Psychologe und Internetunternehmer Stephan Noller, die Lehrerin Hilli Knixibix und der Blogger und IT-Berater Maxim Loick haben zwei Dinge gemeinsam: Alle drei schreiben gern und viel ins Internet, und alle drei fragen sich, warum das in der Schule so wenig passiert. Die Kinder wachsen zu Hause mit dem Internet auf und finden sich mit dem morgenlichen Schulanfang in einer Parallelwelt wieder. Wenn das Internet überhaupt Thema in der Schule ist, geht es meist um Risiken und Vorsichtsmaßnahmen. Gelegentlich wird das Web zur Recherche genutzt. Selten geht es darum, wie man das Netz mitgestalten kann.

Das Internet präge die Zukunft unserer Kinder, vielleicht sogar mehr als physikalische Gesetzmäßigkeiten. Während letztere aber selbstverständlich im Lehrplan der Schulen fest verankert sind, müsse man nach Internetkompetenzen lange suchen. „Wir müssen den Kindern dabei helfen, sich vernünftig im Netz zurechtzufinden“, meint Stephan Noller. Genauso, wie wir sie dabei unterstützen sich im Straßenverkehr zu orientieren – als aktive Teilnehmer, nicht nur als Zuschauer.

Bloggen in der Psychiatrie-Schule

Hilli Knixibix, die unter diesem Pseudonym über ihren Alltag an einer Psychiatrie-Schule schreibt, erzählt wie befreiend es sein kann, Dinge in die Welt hineinzuschreiben, sich auszutauschen und zu vernetzen. Einer ihrer Twitter-Kontakte half ihr zum Beispiel dabei, eine minimale Grundausstattung an Computern für ihren Unterricht zu beschaffen. Seitdem erlebt sie immer wieder, welche Reaktionen das Schreiben im Netz auch bei ihren Schülern und Schülerinnen auslösen kann. Auf dem Blog seelenkonfettis.wordpress.com schreiben Jugendliche über ihre Erfahrungen in der Psychiatrie und ihre ganz persönlichen Geschichten. Über Kommentare treten sie mit Menschen in Kontakt, die sie motivieren, ihnen Mut zusprechen, sich für sie interessieren. Hilli Knixibix erzählt beeindruckt, dass ihr nicht bewusst war, wie viel etwas eigentlich so kleines bei Schülern bewirken kann.

Blogger in die Schulen?

Wie lässt sich das ins-Internet-reinschreiben als ganz normales Element in den Schulalltag integrieren, fragen sich auch Stephan Noller und Maxim Loick. Ausgelöst von einem Aufruf von Kai Biermann auf zeit.de waren die beiden Väter als „Nachhilfe für Lehrer“ in eine Schule gegangen. In einem Projekt mit Grundschülern haben sie selbst erfahren, welche positiven Aspekte bei Kindern ausgelöst werden, die auf das Mitmachen im Netz gestoßen werden. „Die Kinder fingen an kreativ zu werden, die waren richtig aktiviert”, erzählen die beiden Freizeit-Lehrer und berichten von Kooperation untereinander, interessegeleitetem Lernen und hoher Motiviation – pädagogischen Wunschvorstellungen.

Bisher scheinen sich einzelne persönlich interessierte Lehrer und Lehrerinnen in der Wildnis von Schule und Internet zurecht zu finden. Hilli Knixibix machte die Erfahrung, dass weniger affine Kollegen mit einer geduldigen Hartnäckigkeit immer wieder zum Mitmachen angeregt werden müssen. Maxim Loick ermutigt noch vorsichtige Internetnutzer: „Habt keine Angst, nutzt das Internet, die Gefahren sind Nebenschauplätze. Das wirklich Faszinierende am Internet ist sehr positiv!“


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Tessa hat im August 2013 ihr Lehramtsstudium mit den Unterrichtsfächern Mathematik und Sport an der Universität Hamburg abgeschlossen. Sie hat sich während des Studiums insbesondere mit alternativen Formen von Schule und Lernen auseinandergesetzt. Die Verbindung von Lernen und Digital gehörte zu ihren liebsten Themen, was im Experiment gipfelte, das Studium papierfrei und iPad-zentriert abzuschließen. Tessa beschäftigt sich nun ohne Uni und Schule weiter mit diesen Themen.

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