YouTube in der Jugendarbeit

Eiko Theermann. Ausschnitt aus dem Interview (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Eiko Theermann. Ausschnitt aus dem Interview (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

#pb21-Interview mit Eiko Theermann

YouTube ist derzeit DAS Jugendmedium schlechthin – und gleichzeitig ein Musterbeispiel für das Web 2.0, in dem man nicht nur nach eigener Auswahl konsumiert, sondern sich auch mit anderen austauscht und Inhalte selbst veröffentlicht. Also muss sich auch die Bildungsarbeit mit YouTube beschäftigen. Der Medienpädagoge Eiko Theermann berichtet im Interview von begeisterten und kreativen Reaktionen in der Jugendarbeit.

Video „Eiko Theermann“ von Blanche Fabri, Melanie Kolkmann und Tessa Moje unter CC BY 3.0.

Eiko Theermann

Eiko Theermann arbeitet als Medienpädagoge im ServiceBureau Jugendinfo.de. In seinen Workshops erlernen Jugendliche Medienkompetenzen und erarbeiten, wie sie sich auf YouTube, WhatsApp und Facebook präsentieren und wie sie damit reflektiert umgehen können.

Besonders YouTube hat bei den Jugendlichen eine enorme Reichweite. Nach Theermanns Beobachtungen kennen alle Schüler die YouTube-Stars: „Wenn ich die Frage stelle, wer kennt den oder die, dann gehen alle, alle, wirklich alle Finger hoch“ beschreibt er seine Erfahrungen. Mehrere Stunden täglich verbringen Schüler auf der Videoplattform. YouTube hat einen großen Stellenwert und eine hohe Präsenz im Leben der Schüler.

Gefahren sichtbar machen, Kreativität fördern

Nach Theermann ist es für die Jugendbildung relativ einfach, hier Anknüpfungspunkte zu finden und mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. Die Jugendlichen wollen über YouTube sprechen, sich austauschen und diskutieren. Und immer mehr Jugendliche nutzen YouTube als Raum, in dem sie ihre eigene Kreativität umsetzen. Der Wunsch einen YouTube-Kanal zu eröffnen und zu bespielen wächst. In den Workshops wollen sie zeigen, was sie machen und was sie können. Der Medienpädagoge greift das direkt auf und zeigt ihnen, wie sich vor Gefahren schützen können.

Lernort YouTube

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

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Die Jugendlichen sind dankbar für Tipps und Hilfe. Sie lernen, wie sie ihre Videos verbessern und sich selbst schützen können. Theermann möchte ihnen ihre Naivität nehmen, nicht aber den Spaß am Ausprobieren. Sein Ziel ist es, das Bewusstsein für die Gefahren zu wecken und die Jugendlichen zu unterstützen. Damit YouTube eine Bühne sein kann, die Schüler gefahrlos nutzen können, müssen sie die Funktionen kennen und brauchen Regeln im Umgang mit YouTube.

Eine Altersgrenze für Jugendliche, die sich auf YouTube präsentieren können, hält Theermann nicht für sinnvoll: „Das muss man individuell sehen, je nachdem wie reif der Schüler ist.“ Umso wichtiger sei es, die Eltern mit ins Boot zu holen. Der Medienpädagoge veranstaltet daher nach seinen Workshops einen Elternabend, wo die Jugendlichen ihre neuen Videos präsentieren.

Wie die Entwicklung weiter geht? Darauf hat Theermann keine Antwort, aber die Entwicklung wird spannend bleiben und die Medienpädagogik muss mit tollen Herausforderungen rechnen.

PS: Danke an die Fachtagung „Ich zeig’s Dir… – YouTube-Fachtag“ des Bremer ServiceBureau Jugendinformation, an deren Rand wir dieses Interview aufzeichnen durften.


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