PB053: „Medien- und politische Bildung“

Politik zum Anfassen_e.V. Foto von Bernd Schwabe in Hannover unter CC BY SA 3.0 

Politik zum Anfassen e.V. Foto von Bernd Schwabe in Hannover unter CC BY SA 3.0.

pb21-Podcast mit Friederike Jüsten (19) und Leon Siekmann (19) vom Verein „Politik zum Anfassen“

„Es geht immer darum, die Schülerinnen und Schüler mit Medien an die Politik heranzubringen, mal darum, sie den politischen Prozess selbst erfahren zu lassen“ (Leon Siekmann). Dies bewerkstelligen die Praktikanten und FSJ-ler des Vereins „Politik zum Anfassen“ mit medienpädagogischen Projekten und schlagen eine Brücke zwischen Schule, Politik und Medienbildung.

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Medienbildung als politische Bildung

Durch Videoprojekte und dem Bezug zu realen Problemen und realen Politikern bringt „Politik zum Anfassen“ junge Menschen dazu, sich mit Ernsthaftigkeit und Freude für politische Prozesse zu interessieren und sich an solchen zu beteiligen. Dabei entstehen Filme, die auf YouTube veröffentlicht werden. Die Filme mit den meisten Zuschauern werden dafür vom Verein mit einem Preis belohnt. Die Möglichkeit, einen Film zu erstellen und mit professioneller Technik zu arbeiten, schürt die Motivation der Teilnehmer. Auch dass die Projekte nicht von Lehrern durchgeführt werden, es sich also weniger nach Schule anfühlt, motiviert die Schüler. Dazu meint Leon: „Gerade dadurch, dass man die große Kamera vorne hinstellt, hat man schon ein-zwei Freunde mehr gewonnen.“

„Politik zum Anfassen e.V.“
ist ein Verein aus Hannover, der seit 2006 Medienprojekte mit Kindern und Jugendlichen zur politischen Bildung veranstaltet.
Leon Siekmann
Nach seinem Abitur 2013 war Leon Siekmann bis 2014 Jahrespraktikant beim „Politik zum Anfassen e.V.“.
Friederike Sophie Jüsten
Im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres Politik war Friederike Jüsten nach Ihrem Abitur 2013 bis 2014 bei „Politik zum Anfassen e.V.“.

Die Medienprojekte sind dabei niemals reiner Selbstzweck, dahinter stehen immer politische Fragestellungen und Bezüge. In Planspielen wird der demokratische Entscheidungsfindungsprozess erlebbar gemacht. Beim Projekt „Pimp Your Town“, treffen sich Schüler in Interessengruppen, bilden Fraktionen und Ausschüsse um über Probleme ihrer Stadt zu sprechen. An den originalen Versammlungsorten der Kommunalpolitik treffen sie sich, diskutieren und stimmen ab. Im Projekt „wahlkreisTACKticker“ mit der Bundestagsabgeordneten Kerstin Tack schlüpfen die Schüler in die Rolle von politischen Beratern und setzen sich ihrerseits mit Experten auseinander. Was sagt ein Friseur zum Thema Mindestlohn? Wie sieht es mit der Berufsorientierung der Bürger auf der Straße aus? Darf man die NSA verklagen oder kann man etwas anderes tun? Um diese Experteninterviews zu führen, mussten sich die Schüler gut in die Themen einlesen.

Insgesamt sind dabei 15 Filme entstanden und der Ratschluss an Frau Tack, im Bundestag verstärkt Fragen der Berufsvorbereitung anzusprechen.

Wie kommt es zu Projekten?

Politik zum Anfassen schreibt seine Projekte einerseits auf der Website des Vereins aus, andererseits arbeitet der Verein gezielt mit Klassen und Schulen zusammen. Die Beteiligten sind oftmals Schulklassen aller Altersstufen, aber auch Teilnehmer eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ).

Die Teamer, wie auch Leon und Friederike, gehen in die Klassen und stellen ihre Projekte vor. Darauf folgt eine Planungsphase in der Konzepte mit den Schülern besprochen werden. Die Schüler wählen ihre Themen selbst und entwickeln Ideen für Filme. Vorbereitung, Dreh und Schnitt finden oft nur an einem einzigen Arbeitstag statt. In einer Abschlussveranstaltung werden die Filme und Ergebnisse präsentiert.

Die Interviewten

Friederike und Leon kamen 2013, direkt nach dem Abitur, ohne größere Vorkenntnisse zum Verein „Politik zum Anfassen.“ Kompetenzen für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und das Verwenden der Video- und Tonausrüstung und der Schnittprogramme brachten sie sich selbst und gegenseitig bei. Manchmal ist es schwer sich gegenüber älteren Teilnehmern durchzusetzen, doch für Schüler/innen sei es in der Regel etwas besonderes, mit so jungen Leuten zusammenzuarbeiten.

Durch die Projekte arbeiteten sich die beiden in politische, mediale und pädagogische Felder ein. All das hilft ihnen auch bei der Berufswahl: „Dieses Jahr hat mich darin bestärkt, etwas mit Medien zu machen.“ sagt Leon. „Ich weiß auf jeden Fall, dass ich etwas mit politischer Bildung machen möchte. Man lernt viel und lernt unglaublich viele Menschen kennen“ ist das Fazit von FSJ-lerin Friederike. Die Arbeit mit Medien, Schülern und Politikern ist auch für sie ungemein spannend.

Der Verein sucht immer nach neuen Projektideen, neuen Praktikanten und Gruppen für Projekte.


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