PB054: „Auf ZUM machen!“ Die Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet macht seit 18 Jahren OER

Foto „Mandy Schütze und Klaus Dautel“ von Jöran Muuß-Merholz unter CC BY 4.0

„Mandy Schütze und Klaus Dautel“ von Jöran Muuß-Merholz unter CC BY 4.0

#pb21-Podcast mit Mandy Schütze und Klaus Dautel

Auf den Seiten der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet, kurz ZUM wird seit 18 Jahren Unterrichtsmaterial zugänglich gemacht, getauscht, heruntergeladen und bearbeitet. Klaus Dautel und Mandy Schütze, beide Lehrer und Mitglieder im ZUM-Vorstand, berichten im Gespräch mit Jöran Muuß-Merholz von 18 Jahren ZUM.

Happy Birthday! Am 8.11.2014 wird ein zentrales ZUM-Projekt – das ZUMwiki 10 Jahre alt. #ZUMwiki10j

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„Banner der ZUM“ von Achim Burgermeister unter <a title="zum Lizenztext" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode">CC BY SA 3.0 DE</a>

„Banner der ZUM“ von Achim Burgermeister unter CC BY SA 3.0 DE

Dr. Klaus Dautel ist Lehrer für Deutsch, Ethik und Englisch in Baden-Württemberg, in der Lehrerfortildung tätig und letztes Gründungsmitglied, welches noch im Vorstand des Vereins tätig ist.

Mandy Schütze ist Lehrerin für Ethik und Erdkunde und betreut die Bereiche Ethik, die Mitgliederverwaltung auf ZUM.de und ZUM-Unity.

OER auf ZUM.de

Lange bevor der Diskurs um Open Educational Resources (OER) Deutschland erreicht hat, wurde bereits auf den Webseiten der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V. Lehr- und Lernmaterial verlinkt, veröffentlicht, getauscht und bearbeitet, alles frei zugänglich. Was als öffentliche Linkliste der Latein- und Geschichtslehrerin Margit Fischbach begann, entwickelte sich zu einer Plattform für den Austausch von Lehr- und Lernmaterialien weiter und nahm neue Formen an und auf. Heute beinhaltet ZUM.de tausende Webseiten, Wikis, Blogs, Lehr- und Lernmaterialien und bietet für kooperatives Schreiben eigene Etherpads und Wikis an. Den Umfang und die Wirkung der ZUM kann man sich in ein paar Zahlen anschauen: Die Wiki-Classic, das eigentliche Haupt-Wiki der ZUM verzeichnet 50.000 bis 70.000 Downloads pro Tag. Lehrer und Schüler legten allein 2014 über 4.000 ZUM-Pads an.

ZUM mit seinen Materialien könnte man heute als OER bezeichnen und auch die ZUM benutzt mittlerweile diese Bezeichnung für viele Inhalte. Eine große Zahl der neuen Inhalte stehen unter Creative Commons-Lizenz, selbst wenn die bisherigen Nutzungsregeln die Weiternutzung der Inhalte schon in ähnlicher Weise ermöglicht hatten. Die Rechtssicherheit der ausgearbeiteten CC-Lizenzen kommt ZUM.de zugute.

Dass die im Vergleich zur ZUM junge OER-Bewegung Materialien zur freien Verfügung stellt, findet Gründungsmitglied Klaus Dautel gut. Das gilt auch für den Gedanken der Verbreitung und des Teilens. Allerdings weiß Dautel nicht, ob der UNESCO-Hintergedanke, Bildung unbürokratisch, kostenlos zu verbreiten, wie es für Entwicklungsländer geeignet erscheint, für ein durchorganisiertes Land wie Deutschland überhaupt geeignet ist.

Arbeitsformen auf ZUM.de

Die ZUM-Pads erlauben schnelle, gemeinsames Schreiben online, weshalb sie sich innerhalb eines Jahres zum beliebten Werkzeug für den Unterricht und darüber hinaus entwickelt haben. In den Projekt-Wikis können einfach neue Webseiten erstellt, Inhalte gesammelt, sortiert und Material eingebunden werden. Auf ZUM-Buch werden Bücher vorgestellt und rezensiert.

Mehr Mitarbeit ist erwünscht. Um ZUM.de zu nutzen, um Material hochzuladen oder auf den Webseiten zu schreiben, ist keine Mitgliedschaft im Verein notwendig. Manche Seiten liegen manchmal Jahre lang brach, bevor sie intensiv genutzt werden. So entwickelt sich die Struktur der Webpräsenz von ZUM.de unregelmäßig in verschiedene Richtungen, immer entlang der Interessen ihrer Autor/innen.

Es dauert eine Weile, bis sich Nutzer dem Wiki-Prinzip verschreiben. Die meisten Nutzer beginnen mit dem Stöbern durch die Materialien und dem Herunterladen für den eigenen Unterricht. Einige beginnen mit dem Editieren von Seiten und werden irgendwann sogar Vereinsmitglieder. Manchmal kann es passieren, dass zu aktuellen Themen viele Nutzer gleichzeitig zu einem Thema arbeiten und so schnell komplexe Materialien entstehen.

Wie finanziert sich ZUM.de?

Empfehlungen von Klaus Dautel und Mandy Schütze für einen zweiten Eindruck von ZUM.de:

  • das RMG-Wiki, ein von Schüler/innen mitgestaltes Wiki des Regiomontanus-Gymnasiums Haßfurt
  • das Ethik-Portal, betreut von Mandy Schütze
  • oder Wikifamily, eigenständige Schulwikis auf ZUM.de.

Der Verein erhebt grundsätzlich keine Mitgliedsbeiträge. Klaus Dautel sagt, Spenden seien zwar gern gesehen, dennoch werden die Kosten fast vollständig durch Werbung gedeckt. Mit einer kleinen jährlichen Gebühr, können Schulen oder Institutionen sich ein werbefreies Projekt-Wiki einrichten.

Alle Mitglieder, die in der ZUM aktiv sind, arbeiten ehrenamtlich. Neue Mitglieder finden sich unter den intensiveren Nutzern und auf Wiki-Workshops. Eine Verjüngung der Vereins wird durch die Anwerbung neuer Mitglieder angestrebt. Dass es oft ältere Nutzer sind, die sich aktiv an der Arbeit beteiligen, ist für Klaus Dautel nicht verwunderlich. „Das Internet ist einfach für alle da und wird von allen genutzt, nicht nur von den Jungen“, sagt Dautel.


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