#pb21-WebTalk „Mobile Lernspiele selbst gemacht“

Am 28.06.2012 ist war der Medienpädagoge Daniel Seitz beim #pb21-WebTalk zu Gast. Sein Thema: Wie lassen sich eigene QR-Codes, GPS-Missionen und Augmented Reality-Projekte erstellen und in Bildungsprojekte einbinden? 

Einen einführenden Text von Daniel Seitz finden Sie ebenfalls auf pb21.de: Mobile Lernspiele selbst gemacht. Werkzeuge, Tipps und Ideen 

Update 29.06.2012: Hier finden Sie die Aufzeichnung des #pb21-WebTalks:

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Webschau Juni 2012

Grafik „Webschau“ von Ralf Appelt für pb21.de unter CC BY 3.0 DE.

Grafik „Webschau“ von Ralf Appelt für pb21.de unter CC BY 3.0 DE.

Mobiles Lernen – der pb21-Schwerpunkt des Monats Juni – schlägt sich natürlich auch in der Webschau nieder: Wir empfehlen einen Artikel von Verena Ketter, in dem sie erläutert, wie mobile Medienbildung dazu beitragen kann an die Lebenswelten Jugendlicher anzuschließen. Außerdem: SchülerVZ soll zur einer Lernplattform werden und der neuste Stand zu ACTA.
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Augmented Reality in der Medienarbeit

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Wer möchte nicht schon mal gerne seine Realität erweitern? Augmented Reality (AR) verspricht genau das, wenn auch nicht ganz so spektakulär, wie dieses neue Buzzword vielleicht glauben macht. AR-Apps auf Smartphones nutzen Kompass, GPS- und Videofunktionen, um zusätzliche Informationen über bestimmte Orte, die sogenannten POIs (Points-of-Interest), in ein Livekamerabild einzublenden: in welcher Richtung ist die nächste Bushaltestelle, wo ein Geldautomat, in welchen Häusern sind Wohnungen zu vermieten etc. Zumeist sind das Einblendungen von Icons oder Markern, die anklickbar sind und ein Fenster mit Informationstext und Fotos öffnen. Mittlerweile können das auch 3D-Objekte sein, die dann am Orginalort z.B. eine virtuelle Berliner Mauer wieder auferstehen lassen.

Für den Einsatz in der medienpädagogischen Arbeit bieten sich vielfältige Möglichkeiten. Immer wenn es um Inhalte geht, die mit festen Orten verknüpft sind, lassen sich diese alternativ zu einer Kartendarstellung als AR-Anwendung umsetzen: von geschichtlichen Ereignissen über architektonische oder ökologische Besonderheiten bis hin zu aktuellen Orten der Jugendkultur. Insbesondere die optionale Verwendung von 3D-Objekten fördert den kreativen Medienumgang: so kann ich mit eigenen virtuellen Skulpturen das Straßenbild bereichern oder gleich eine komplette computergenerierte Stadt zum Durchwandern erschaffen. Am attraktivsten ist sicher die Entwicklung von Handyrallyes mit Wettbewerbscharakter, der sich ja oft als sehr motivierend erweist. Wie sich ortsbezogene Informationen mit Aufgaben verknüpfen lassen und daraus ein Spiel entsteht, schildere ich im folgenden Text.

Augmented Reality Apps

Die drei bekanntesten AR-Apps sind Layar, Wikitude und Junaio, die sowohl auf iPhones als auch auf Android-Handys laufen. Bei jedem der Programme entscheide ich selber, welche Art von Informationen ich über meine Umgebung erhalten will. Über den Startscreen der App kann ich aus einer Vielzahl vorhandener Ebenen, die mich interessieren, auswählen. Die Informationsebenen (in der Layar-App heißen diese Ebenen, bei Wikitude Worlds und bei Junaio Channel) sind kein fester Bestandteil der Programme, sondern können von ganz unterschiedlichen Servern geladen werden. Deshalb spricht man bei den Apps auch von AR-Browsern.

Alle Anbieter erlauben, eigene Ebenen zu erzeugen und zu laden. Die Ebeneninhalte können auf dem eigenen Server abgelegt werden, der allerdings über bestimmte Librarys verfügen muss. Die Ebenen müssen mit einer bestimmten Syntax programmiert werden. Einfacher ist es, einen Hostingservice zu nutzen, bei dem die eigenen AR-Ebenen gespeichert werden und die über einfach zu bedienende Webformulare das Anlegen der POIs ermöglichen. In jedem Fall muss die Ebene immer beim jeweiligen AR-Webdienst angemeldet werden.

Der Workshop

Die Möglichkeit, in einem Bildungsworkshop mit Jugendlichen eine eigene AR-Ebene zu programmieren, habe ich mit meinem Verein Metaversa e.V. im September 2011 erstmalig ausprobiert. Unter dem Titel „Surfing the streets“ luden wir Jugendliche in den Herbstferien ein, gemeinsam ortsbezogene Dienste auf Handys auszuprobieren. Inhaltlich ging es um das Leben im Berlin der zwanziger Jahre wie es im experimentellen Dokumentarfilm „Sinfonie einer Großstadt“ von 1927 dargestellt wird. Die Jugendlichen recherchierten zur damaligen Lebenssituation der Menschen und versuchten bei einem Stadtrundgang die im Film vorkommenden Orte wieder zu finden.

Insgesamt entstanden acht kleine Ortsportraits, zum Teil noch ergänzt um kurze Videointerviews mit Passanten, deren geschichtliche Kenntnisse überprüft wurden. Zur Umsetzung als AR-Ebene entschieden wir uns für Layar als App und den Hostingservice Hoppala, der nach unserer Recherche die meisten Funktionalitäten anbietet. Um die Nutzung unseres Layers auch im Anschluss an den Workshop für andere interessant zu machen, wurde daraus eine Handyrallye gestaltet, indem Quizfragen in die Beschreibung der POIs integriert wurden, verbunden mit der Chance auf einen Gewinn, wenn alle Orte aufgesucht und die Fragen korrekt beantwortet werden.

AR-Ebene anlegen

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Screenshot (fällt nicht unter eine freie Lizenz).

Erforderlich ist eine Registrierung als Developer sowohl bei Layar, als auch bei Hoppala. Hoppala gestattet das kostenlose Anlegen unbegrenzter Ebenen mit bis zu insgesamt hundert POIs (die hier Augments genannt werden), die dann aber ein Hoppala-Branding tragen. Möchte man dies nicht, oder benötigt mehr Punkte, kostet der Dienst 50 Euro/Jahr. Ein großer Vorteil von Hoppala ist, dass die hier eingegebenen Augments auch gleichzeitig für Ebenen bei Wikitude und Junaio genutzt werden können. Layar ist für Developer kostenlos, wenn weniger als 10.000 Abrufe von POIs pro Monat stattfinden.

Der erste Schritt zu einer eigenen AR-Ebene beginnt bei Layar. Nach dem Einloggen als Developer lege ich einen eigene Ebene (Layer) an und gebe dieser einen Namen. Als nächstes werden bei Hoppala die POIs bestimmt. Dazu wird auch dort eine neue Ebene angelegt, die den selben Namen bekommen muss. Auf einer Google Map können per Mausklick die Marker an den gewünschten Orten platziert und mit Informationen versehen werden.

Außer einem Titel können einem POI ein Foto und drei sehr kurze Textzeilen zugewiesen werden und verschiedene Aktionen (Actions), die Interaktionen ermöglichen, sobald der Punkt ausgewählt ist. Das kann zum Beispiel ein Link zu einer Webseite sein, ein Videoaufruf oder das Starten eines Telefonanrufs.

 

Sind alle POIs bei Hoppala angelegt, werden die Grundeinstellungen der Ebene bei Layar vorgenommen. Das wichtigste dabei ist das Eintragen der sogenannten API Endpoint URL, die Layar sagt, auf welchem Server die POIs gespeichert sind. Diese URL stellt Hoppala bereit (Overlay URL). Bei Layar werden außerdem festgelegt: ein Infotext zur Ebene mit Startbild, ein Icon und die farbliche Gestaltung der Infoboxen und des Textes. Wichtig ist vor allem auch, einen Ortsbereich festzulegen, an dem sich die POIs befinden. Die Ebene wird mir dann als Layar-Nutzer unter der Kategorie „Lokal„ angezeigt, sobald ich mich in der Nähe befinde.

Der letzte Schritt ist das Einreichen der Ebene zur Freischaltung bei Layar. Es empfiehlt sich, die Ebene vorher ausgiebig zu testen. Das ist ganz leicht möglich, indem ich mich in der Layar-Smartphone App mit meinem Developeraccount einlogge. Auch auf noch nicht freigegebene Ebenenentwürfe kann ich dann direkt zugreifen. Das anschließende Prüfen durch Layar dauert in der Regel drei bis fünf Tage und wird per Mail bestätigt, zum Teil mit Hinweisen, wie die Ebene noch verbessert werden kann.

Gestaltung einer Handyrallye

Layar ist nicht unbedingt dafür ausgelegt, eine Spielsituation zu erzeugen, wie etwa den nächsten Ort einer Stadtrallye erst nach Lösung einer Aufgabe anzuzeigen. Es gibt aber zwei Eigenschaften, die der Ebene bzw. den POIs zugewiesen werden können, die dabei sehr hilfreich sind. Zum einen kann für die Ebene generell festgelegt werden, bis zu welcher Entfernung POIs noch sichtbar sind. Damit kann ein Ausgangspunkt festgelegt werden und alle anderen Orte werden erst sichtbar, wenn ich mich ihnen nähere. Die zweite Funktion betrifft die einzelnen Orte, hier kann ich entscheiden, wie nah ich dem Punkt sein muss, um eine Aktion auszulösen, also z.B. einen Link zu einer Webseite anzuzeigen oder eine Audio- oder Videodatei abzuspielen.

Für unsere Stadtrallye haben wir dies genutzt, in dem die einzelnen POIs so programmiert wurden, dass die Links zu den Quizfragen erst sichtbar werden, wenn ich mich näher als 400 Meter vom Ort entfernt befinde. Eine Reihenfolge der Stationen war uns egal, d.h. alle Orte werden gleichzeitig angezeigt, jedenfalls wenn man sich in der Innenstadt Berlins bewegt.

Fazit

Die Jugendlichen hatten sehr viel Spaß im Workshop, an erster Stelle natürlich dabei, in der Stadt mit Fotoapparat und Video unterwegs zu sein. Augmented Reality Apps hatten sie vorher noch nie genutzt und kannten diese nicht einmal, waren aber natürlich schnell dabei, die von uns zur Verfügung gestellten Smartphones auszutesten. Und warten jetzt natürlich gespannt auf die ersten Einsendungen des richtigen Lösungsworts zur „Sinfonie einer Großstadt“-Ebene bei Layar. Zumindest laut der Statistik, die Layar auch über jede Ebene führt, wird unsere Stadtrallye bis zu 30 mal täglich aufgerufen.

Für Berliner und Brandenburger Bildungseinrichtungen bieten wir an, sich unsere fünf Smartphones auszuleihen und entweder damit das historische Berlin der zwanziger Jahre zu entdecken oder gerne auch mit unserer Unterstützung eigene Layar-Ebenen zu programmieren.

Projektwebseite: surfingthestreets.wordpress.com


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Dieser Artikel von Michael Lange erschien erstmals im Blog medienpaedagogik-praxis.de. Er steht unter der CC BY NC ND 3.0 Lizenz.
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Geocaching in der Bildungsarbeit

Fünf Experten aus der Bildungsarbeit geben Auskunft – Teil II

Geocaching und Bildungsarbeit – wie passt das zusammen? Fünf Experten schildern im Interview ihre Erfahrungen und nennen Beispiele aus der Praxis. In einem weiteren Video verraten die Experten ihre persönlichen Lieblingscaches. Im ersten Teil Geocaching – Was ist das eigentlich? erklärten die Experten die Grundlagen zum Thema Geocaching.
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Geocaching – Was ist das eigentlich?

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„Geocaching ist eine Möglichkeit seine unmittelbare Umgebung mit neuen Augen zu sehen“, sagt einer von fünf Profis, die pb21 zum Thema interviewt hat. Aber was genau kann man sich darunter vorstellen? Wie funktioniert es? Welche Ausrüstung benötige ich? Antworten auf diese und weitere Fragen geben fünf Experten im #pb21 Interview.


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JugendPolitCamp voraus!

Logo, nicht unter freier Lizenz.

Logo, nicht unter freier Lizenz.

Zum Abschluss des pb21-Themenschwerpunkts Partizipation geht es um das JugendPolitCamp, eine Veranstaltung für junge Menschen, die im Barcamp-Format stattfinden wird. pb21 fragte die Organisatorin Birte Frische, worum es dabei geht, welche Rolle die neuen Medien spielen werden und wie man sich für die kostenlose Veranstaltung anmelden kann.
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Webschau Mai 2012

Grafik „Webschau“ von Ralf Appelt für pb21.de unter CC BY 3.0 DE.

Grafik „Webschau“ von Ralf Appelt für pb21.de unter CC BY 3.0 DE.

Auch die Webschau widmet sich im Mai dem Schwerpunkt Partizipation. Es gibt eine kleine re:publica-Nachlese unter diesem Aspekt, das „offene Parlament“ und eine kritische Betrachtung der digitalen Bürgerbeteiligung auf europäischer Ebene. Als Gegenpol zu den Forderungen nach mehr Beteiliungsmöglichkeiten über das Netz fordert Laszlo Trankovits zum „Weniger Demokratie wagen“ auf.
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PB010: Politische Bildung in der Digitalen Gesellschaft

Foto „Experiment Twitterwall“ von Jöran Muuß-Merholz unter <a title="Zum Lizenztext" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/">CC BY 3.0 DE</a>.

Foto „Experiment Twitterwall“ von Jöran Muuß-Merholz unter CC BY 3.0 DE.

Im Workshop 39 des Bundeskongress’ Politische Bildung wurde über das Thema „Politische Bildung in der Digitalen Gesellschaft“ diskutiert. Ein Podcast.
Eine Übernahme von der Website aktionstage-politische-bildung.net.
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„Weitermachen und nicht kirremachen lassen“

Foto „Podium" von Jöran Muuß-Merholz unter CC BY 3.0 DE.

Foto „Podium” von Jöran Muuß-Merholz unter CC BY 3.0 DE.

 Web 2.0 – Demokratie 2.0?

Bericht von Sektion 1 des Bundeskongress’ Politische Bildung am 22.05.2012
Eine Übernahme von der Website aktionstage-politische-bildung.net.
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„… schauen, dass man gemeinsam weiterkommt.“

E-Government und E-Partizipation

Bericht von Sektion 6 des Bundeskongress’ Politische Bildung am 22.05.2012
Eine Übernahme von der Website aktionstage-politische-bildung.net.
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